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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.04.1921
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- 1921-04-25
- Erscheinungsdatum
- 25.04.1921
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Redaktioneller Teil. 95, 25. April 1921. Tagung des Verbandes der deutschen Akademien. — In Wien fand am 11. und 12. d. M. eine Tagung des Verbandes Deutscher Aka demien statt, bei der säst alle größeren gelehrten Körperschaften Deutsch lands und Dentschösterrcichs vertreten waren: die Berliner Akademie durch zwei ihrer ständigen Sekretäre, Liidcrs und Planck, Leipzig durch Eduard Sicvcrs, München durch v. Dyck und Marcke, Heidelberg durch v. Bezold, Göttingen durch Runge und Schroeder. Der Vorsitzende der Tagung, der Wiener Akadcmiepräsident Oswald Redlich, cröffuete die Beratungen mit dem Hinweis auf die unklare Lage betreffend die internationale Assoziation der Akademien, die zwar nicht aufgelöst ist, aber vou den anderen Staaten offenbar als nicht mehr existierend ange sehen wird, wie aus der Gründung der Entente — klnion ^eackemigus — hervorgeht, die alle bisherigen Mitglieder der Assoziation außer den Deutschen und Österreichern vereinigt. Es ist nun die Frage, was aus den von dem alten Verband gemeinsam unternommenen großen wissen schaftlichen Unternehmungen werden soll. Die L e i b n i z - A u s - gäbe übernimmt die Berliner Akademie allein. In Frage steht noch das Schicksal der Mahabharata-Ansgabc, der Enzyklopädie des Islam, des Korpus der griechischen Inschriften, der Unternehmungen für Hirn forschung. Als gemeinsame Arbeiten der deutschen Unternehmungen sind im Gang: die mathematische Enzyklopädie, Poggendorffs biogra phisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exakten Wissenschaften, die Ausgabe der mittelalter lichen Bibliothckskataloge, das Deutsche Biographische Jahr buch, das 0orpu8 rneckieorum antiquoinm und die Septuaginta-Aus gabe. Die Württcmbergische Gesellschaft zur Förderung der Wissen schaften in Tübingen hat die Aufnahme in das deutsche Kartell bean tragt. In den Beratungen wurde auf die vielfachen Stimmen aus den Kreisen der Union ^eaä^mique hingewiesen, die den Austausch wissen schaftlicher Arbeiten und Forschungsergebnisse mit den deutschen und österreichischen Gclehrtenkreisen für notwendig erklärten. Mit Rück sicht auf die Tatsache, daß der Vorsitz Berlins in der Assoziation statu tengemäß im Jahre 1016 sein Ende erreichte, wurde es in einer Reso lution für notwendig erklärt, zunächst fcstzustellen, welche Akademien sich noch als Mitglieder der Assoziation betrachten. Eine weitere Ent schließung beschäftigt sich eingehend mit der Frage der Büchernot: die Bücherpreise drohen, die Daseinsbedingungen des wissenschaftlichen Lebens Deutschlands und Österreichs zu untergraben. Die besonders, schweren Bedingungen, unter welchen das wirtschaftliche Leben in Österreich mit Rücksicht auf die entwertete Valuta leidet, und die Not wendigkeit der Aufrcchterhaltung der Kulturgemeinschaft zwischen Deutschland und Österreich begründen es, daß an die deutschen Ver leger und die österreichischen Sortimenter die Aufforderung gerichtet wird, den Bücherbezug den hier in Betracht kommenden, in der Arbeits- mittelbcschaffungsanstalt für geistige Berufe in Wien vereinigten Krei sen geistiger Arbeiter und wirtschaftlichen Instituten Österreichs beson ders zu erleichtern und zu verbilligen. Protest gegen die Papicrpreiserhöhuug. — Der Verein Säch sischer Zeitungsverleger hat wegen der neuen Forderungen der Papiersabrikanten an den Reichstag folgende Eingabe gerichtet: »Im Auftrag der sächsischen Zeitungsverleger richten wir gemäß dem einstimmigen Beschluß der aus ganz Sachen zusammengekommencn Mit glieder des Vereins, der mit ganz geringfügigen Ausnahmen die sämt lichen sächsischen Tageszeitungen umfaßt, das dringende Ersuchen an den Reichstag, angesichts der Forderung des Papiertrusts, deu Preis für Druckpapier auf das Achtzchnfache des Friedenspreises zu erhöhen, die geeigneten Schritte zu unternehmen, um zu einem eigenen Urteil über diese Preisbildung zu gelangen. Wir sind bereit, durch unsere Vertrauensleute den Nachweis zu führen, daß diese Preisforderung nicht gerechtfertigt ist und selbst von wohlsituierten Zeitungen nicht ge tragen werden kann ohne Maßregeln, die von schweren politischen und volkswirtschaftlichen Schädigungen begleitet sein müssen. Es scheint bei dieser Sachlage besonders bezeichnend, daß einzelne Fabriken in der Lag« sind, unter der Hand zu sehr erheblich billigeren Preisen Papier nicht nur anzubieten, sondern zu liefern. Nachdem das Neichswirt- schaftsministerium das Kabinett in diesem Augenblick zu dem Entschluß gebracht hat, eine sogenannte freie Wirtschaft einzuführen, deren Frei heiten darin bestehen, daß die deutsche Press« den Zellstoff- und Papicr- trusts und ihren Diktatpreisen widerstandslos ausgelicfert wird, richten wir die weitere dringende Bitte an den Reichstag, die notwendig er scheinenden Prüfungen und Aktionen keinesfalls dem Wirtschaftsmini- stcrium zu übertragen, das durch sein Verhalten das Vertrauen nicht nur der sächsischen Press« verloren hat. Eile tut dringend not!« Verbotene Druckschriften im besetzten Gebiete. — Die interalli ierte Kommission in Koblenz hat den »Fränkischen Kurier«, die Münchener Wochenschrift »Jugend« und »DasFreie W o r t«- Esseu für drei Monat« im besetzten Gebiet verboten. PerioimuillAiamil. Ehrung. — Der Geograph der Breslauer Universität. Professor Wilhelm Volz, ist zum Mitglied der »Osoßrapdieal ^88o- eiation« in Oxford ernannt worden, und zwar erfolgte diese Ehrung auf Grund seines Kartenwerkes »Zweitausend Jahre Ober- schlcsieu«, in acht Karten dargestellt. Johann Wilhelm Spengcl s-. — In Gießen starb am 13. April der langjährige Vertreter der Zoologie an der dortigen Universität, Geheimer Hofrat Professor vr. Johann Wilhelm Spengel im 70. Le bensjahre. Hamburger von Geburt, wurde vr. Spengel 1881 Direktor der städtischen Sammlungen für Naturgeschichte und Ethnographie in Bremen, von wo er 1887 als Ordinarius nach Gießen als Nachfolger von Professor Hubert Ludwig übersiedelte. Er war Begründer und Herausgeber der »Zoologischen Jahrbücher«. Sprechsaal. Obne Verantwortung der Redaktion, jedoch unterliegen alle Einsendungen» Zn Bestimmungen Uber die Verwaltung des Börsenblatts.- Die »Kulturabgabe". <V«rgl. Bbl. Nr. 46. 58, 67, 78, 7g, 89, 8». 94. 88 u. 94.» In Nr. 58 vom 10. März 1921 des Bbl. machte ich davon Mit teilung, daß das Bayerische Staatsministerium fiir Handel. Industrie und Gewerbe die Handelskammern von Bayern ersucht habe, sich zu dem Plan der Erhebung einer »Kulturabgabe« gutachtlich zu äußern. Das Staatsministcrium hatte hierbei auf die »zu übermäßiger Höhe gediehenen Zuschläge der Sortimenter« hinge- wicscn, die eine Kulturabgabe des Sortimentsbuchhandels von 10"-i, zugunsten der Schriftsteller gerechtfertigt erscheinen ließen. Die Handelskammer von Oberfrauken hat dem Staatsministerium hierauf folgenden Bericht gesandt: »So sehr wir Bestrebungen zur Linderung der Not der Schrift steller und Künstler fiir berechtigt halten, so wenig können wir einem Plane das Wort reden, der diese Linderung auf Kosten der Sortimen ter hcrbeiführen will. Die Sortimenter erheben, wie wir hören, bis jetzt nur einen Zuschlag von 20"/,. Das ist im Vergleich zu der allge meinen Teuerung so wenig, daß von einer übermäßigen Höhe der Zu schläge der Sortimenter nicht gut gesprochen werden kann. Zurzeit liegen nach unseren Informationen die Verleger*), die ihre Preise den Zeitvcrhältnissen angepaßt haben, mit den Sortimentern wegen der Wiederherstellung des Ladenpreises, wobei diese den 20prozentigen Zu schlag aufgeben sollen, ohne daß ihnen durch entsprechende Nabattsätze ein Ausgleich gewährt werden soll, in einem schweren Kampfe, ein Kampf, in dem angeblich das Neichswirtschaftsministerium auf seiten der Sortimenter stehe. Den Sortimentern den Zuschlag von 2 0"/, streitig machen, hieße in der Tat, sie ver lustbringender Tätigkeit auszu liefern.« Bayreuth, 15. April 1921. Georg Niehrenheim. Ein weiterer Beitrag zur Ausschaltung des Sortiments. Die Schutz- und Wirtschafts stelle für die deut schen Künstler, Abteilung Notgemeinschaft. Dresde n-A., Mosc- zinskystraße 13, versendet an die höheren Lehranstalten des Deutschen Reiches Aufforderungen zum Beitritt zu der Notgemeinschaft und ver weist in ihrem Wcrbeschreiben auf die Empfehlung sämtlicher deutschen Kultus- und Unterrichtsministerien. Unter den Vergünstigungen, die die Notgemeinschaft der deutschen Künstler den ihr angeschlossencn höheren Schulen gewährt, ist u. a. aufgeführt: »Ab 1. Oktober 1921 Vermittlung von Bücherankäufcn zu Verlags preisen, also im Durchschnitt 20 Prozent (!) billiger als bei den Sor- timentsbuchhanölungen. Bestellungen können bereits ab 1. Juli vor gemerkt ivcrden.« Vor allen Dingen ist es schiver begreiflich, was eine Notgemein- schast der deutschen Künstler mit der Vermittlung von Bücherankäufen für Schulbibliotheken zu tun hat: es sei denn, daß die Möglichkeit des billigen Bücherbezugs für die höheren Schulen als Lockmittel benutzt wird. Sodann muß aber gegen diese Einrichtung, die ans eine Aus schaltung des regulären Sortimentsbuchhandels bei der Belieferung von Schulbüchereien hinausläuft, aufs entschiedenste Verwahrung ein gelegt werden. Hoffentlich findet sich kein Verleger, der seine Bücher direkt an obige Schutz- und Wirtschaftsstelle zu Nettopreisen liefert. M. *) Hier müßte es heißen: »eine einflußreiche Gruppe von wissen schaftlichen Verlegern«. G. N. Verantwort! Redakteur: Richard Albert i. — Verlas,: Der Bdrsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. Deutsches Buchs,ändlerhauS. Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig. Gerichtsweg 26 lBuchhänülcrhauss. 604
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