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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.09.1907
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1907-09-13
- Erscheinungsdatum
- 13.09.1907
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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^ 214, 13. September 1907. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt s. d, Dtschn. Buchhandel. 9035 Verkäufer durchschnittlich nur für zwanzig bis fünfundzwanzig Kopeken täglich verkaufen. Herr O. Feldmann, Besitzer der alten, bekannten Buchhändler firma Bietepage im Gosttnoj Dwor in St. Petersburg, soll sein Geschäft liquidiert haben. — In Tiflis hat sich eine neue Verlags gesellschaft »Der Ameisenhaufen- (Murawejnik) gebildet, die popu läre Schriften wissenschaftlichen und aufklärenden Inhalts in russi scher und in den kaukasischen Landessprachen herausgeben will. — Die Industrieausstellung in Abo (Finland) hatte auch eine reichhaltige Sammlung von finländischen und ausländischen Zeit schriften, Adreßbüchern, Preisverzeichnissen u. dergl. ausgestellt. — L. F. Pantelejew, einer der tätigsten und erfolgreichsten Verleger Rußlands, kann jetzt auf eine dreißigjährige nützliche Arbeit zurückblicken. Er ist nicht nur als Verleger, sondern auch als öffentlicher, politischer Charakter, als Publizist und als Verfasser wertvoller »Erinnerungen- rühmlichst bekannt und hat mehr als zweihundertfünfzig Bände aus den Gebieten der Naturwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Geschichte, Politik, Literaturgeschichte und Tagesfragen verlegt, deren Verfasser die besten russischen Namen der letztverfloffenen Jahrzehnte und der Gegenwart tragen. Auch künstlerische Ausgaben erschienen in seinem Verlag. Wir ver nehmen mit Bedauern, daß er seine fruchtbare und nützliche Tätigkeit jetzt aufgeben will. Das Projekt einer neuen systematischen Einteilung eines Bücherkatalogs in hundert Abteilungen und Unterabteilungen, das sich von den bisherigen Systemen wesentlich unter scheidet, wurde von P. A. Popow veröffentlicht. Wir können hier nicht das ganze Projekt wiedergeben, sondern müssen uns auf die Aufzählung der Hauptabteilungen beschränken. Wer sich näher damit bekannt machen will, dem empfehlen wir die Nummer 27 des -Knishnij Wjestnik- 1907, wo es vier Groß oktavseiten einnimmt. Abteilung 0. Werke allgemeinen Inhalts, (l. Bibliographie. 2. Bibliothekswissenschaft. 3. Enzyklopädien. 4. Werke vermischten Inhalts. 5. Periodische Schriften.) Ab teilung I. Philosophie (mit vier Unterabteilungen). Abteilung II. Religion, Theologie. Abteilung III. Soziale und juridische Wissenschaften (mit zehn Unterabteilungen). Abteilung IV. Philo logie. Abteilung V. Mathematische, physikalische und Natur wissenschaften (mit neun Unterabteilungen). Abteilung VI. An gewandte Wissenschaften (mit neun Unterabteilungen). Abteilung VII. Schöne Künste (mit drei Unterabteilungen). Abteilung VIII. Literatur (mit zwei Unterabteilungen). Abteilung IX. Geschichte und Geographie (mit sieben Unterabteilungen). Viele dieser Unterabteilungen enthalten noch weitere Spezialitäten. Der Ver fasser bemerkt dazu, daß das System sich für eine Bibliothek all gemeinen Charakters eignet und daß Kürzungen und Unter abteilungen sich speziell nach Umfang und Zweck der betreffenden Bibliothek richten müssen. Kinder« und Volksschriften, die in den betreffenden Abteilungen nicht eingereiht sind, können in der Ab teilung -Werke vermischten Inhalts- spezielle Unterabteilungen bilden. Kieme Mitteilungen. Rundfrage im Mustkalienhandel. — In der neuesten Nummer von »Musikhandel und Musikpflege- wird folgendes be kannt gemacht: Unterm 5. September d. I. wurde an sämtliche Mitglieder des Vereins der Deutschen Musikalienhändler ein Rund schreiben nebst Fragebogen versandt, der Anregung geben soll zu Vorschlägen, wie die Lage des Musikalienhandels im all gemeinen und des Musiksortiments im besondern verbessert werden kann. Diese Umfrage behandelt aber nicht allein die Rabatt- angclegenheit, das Verhältnis des Verlags zum Sortiment und des Sortiments zum Publikum, sondern sie soll auch Vorschläge herbeiführen, in welcher Weise der Reingewinn des Musiksorti ments durch allgemeine Maßnahmen (Verminderung der Unkosten, Hebung des Umsatzes usw.) gesteigert und wie die drückende Kon kurrenz der Warenhäuser bekämpft werden kann. Wir bitten auch an dieser Stelle um eine recht eingehende, ausführliche Beant wortung der betreffenden Fragen und um Rücksendung des aus- gesüllten Fragebogens bis spätestens 25. September 1907 an die Geschäftsstelle des »Vereins der Deutschen Musikalienhändler-, Leipzig, Deutsches Vuchgewerbehaus. Beschlagnahmte Druckschrift. — Über das im Verlag von R. Piper L Co. in München erschienene Werk -Tagebuch einer Dame» ist durch Beschluß des Königlichen Amtsgerichts I zu München die Beschlagnahme ausgesprochen worden, weil der Inhalt gegen Z 184 des Reichsstrafgesetzbuchs verstößt. Auf Grund dieses Beschlusses wurden auf Ersuchen der Münchner Behörde in Leipzig über 600 Exemplare dieses Buchs von Beamten des Polizeiamts beschlagnahmt. (Leipz. Zeitung.) Beschlagnahme sozialdemokratischer Jngendliederbücher. — In einer Sitzung der sozialistischen freien Jugendorganisation in Breslau beschlagnahmte, nach dem -Berl. Tagebl.-, die Polizei alle ihr erreichbaren »Liederbücher für die arbeitende Jugend-, deren Herausgeber, Peter-Berlin, wegen Aufreizung zum Klassen haß, begangen durch das Lied »Die Arbeitsmänner- von Johann Most, unter Anklage gestellt worden ist. Bibliotheks-Kataloge. — Die Oarvs^is I-ibrar/ in Pittsburgh brachte soeben den Katalog ihrer Bücherbestände, umschließend die Bücher der Jahre 1895 bis 1902, in 3 Bänden 8"., 3890 Seiten, zur Ausgabe. Diesen drei Bänden werden bald zwei weitere Bände, die die Werke 1903—1906 enthalten sollen, folgen, so daß dann ein Katalog in fünf Bänden vorliegen wird, der 240 000 Bücher aller Sprachen verzeichnen wird. Die einzelnen Werke haben eine entsprechende Bezeichnung ihres Inhalts er halten. Es sei darauf hingewiesen, daß dieser Katalog nicht nur für die Bibliothek bestimmt ist, sondern auch an andere Biblio theken, Buchhändler und Sammler abgegeben wird. Der Preis für die drei ersten Bände ist 50^«; Porto und Verpackung extra. Ge naues Autoren- und Schlagwort-Jnhaltsverzeichnis ist im dritten Band enthalten. (Nach: kublisbors' Lireular.) Resormvorschläge für Reisehandbücher. — In der Frank furter Zeitung werden von einem Berliner Mitarbeiter Vorschläge für eine Reform der deutschen Reisehandbücher, deren sonstige Vortrefflichkeit durchaus anerkannt wird, gemacht: Es haben sich die Interessen des gebildeten Mannes — um den Ausdruck zu gebrauchen — in den letzten Jahrzehnten auf ein großes Gebiet ausgedehnt, das früher nur in engen Fachkreisen Beachtung fand, nämlich die angewandten Naturwissenschaften und die Technik. Wir sind heute wirklich nicht mehr allzuweit von der Zeit entfernt, als deren Kennzeichen Du Bois-Reymond in einer seiner geistvollen Reden ansührt, daß es dann nicht minder zur allgemeinen Bildung gehören würde, die Zahl des mechanischen Wärme-Äquivalents aus Erinnerung aus der Schulzeit im Kopf zu haben, als etwa zum Beispiel den Jahrestag der Schlacht bei Leuthen. Dies ist nun der Punkt, an dem mir unsre Reisehand bücher in Rückstand geblieben zu sein scheinen. So ausgezeichnet und hervorragend die Angaben über Kunst, Geschichte und Ethno logie sind, so unzureichend und vernachlässigt sind die Mit teilungen über natürliche, besonders aber über technische Dinge. Es sei nur ein Beispiel gegeben, das durchaus nicht etwa be sonders gesucht ist. In dem Baedeker für London, einem der ausgezeichnetsten Werke dieses Verlages, erfährt die in London vertretene Kunst eine Darstellung, die besonders auch in den kunstgeschichtlichen Bemerkungen selbst dem Kunsthistoriker vom Fach für die Zwecke einer gewöhnlichen Reise völlig ausreichen dürfte. Dagegen sucht man vergeblich nach einigen, jedem Gebildeten verständlichen und interessanten Angaben über das technische Wunderwerk der -Tower Bridge-, Wie gern hätte ich einiges über den Mechanismus und die Kraft er fahren, welche die beiden Riesenflügel der Brücke in zwei Minuten auseinanderklaffen läßt. Jedenfalls hätte ich damit mehr an sangen können als mit der etwas amerikanischen Notiz, daß die Kosten der Brücke sich auf so und so viele Hunderttausend Pfund Sterling belaufen hätten. Ich hätte vielleicht auch für diese Er klärungen gern auf die genaue Schilderung der Wandcrschicksale verzichtet, die ein berühmtes Bild gehabt hat, bis es seine Stätte in der »National-Gallery- erhielt. Dieselbe ungerechte Mißachtung finden die Werke der Jngenieurkunst in allen andern Führern; selbst für die Wunder der großen Gebirgsbahnen, für die Gotthard bahn, die Brennerbahn müssen einige dürftige Angaben genügen. Da gegen wird jedes Denkmal, jedes an sich ganz unbedeutende Geburts haus eines großen Mannes mit peinlichster Genauigkeit verzeichnet. 1178»
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