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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.07.1883
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1883-07-02
- Erscheinungsdatum
- 02.07.1883
- Sprache
- Deutsch
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gebracht seien — wir wollen es annehmen, ohne uns den Kopf zn zerbrechen: wie? —, und wir wollen endlich aunehmen, daß jeder Verleger (obgleich die Verleger vor der Hand noch nicht zu dem viel einfachern Streich veranlaßt werden konnten, zu verbieten, daß ihre Bücher anders als zum Ladenpreis verkauft werden dürfen) sich auf die Zonen eingelassen habe, und daß namentlich jeder größere Verleger dahinter gekommen wäre, wie er seine „empfohle nen" Bestellungen in der Geschwindigkeit des Tagesverkehrs nach dieser peniblen Zoneneintheilung effectuiren oder durch seinen Kommissionär effectuiren lassen könnte (ich will hier gar nicht aufstellen, daß solche Vorschläge nur aus einer starken Unter schätzung des Umfangs und der nöthigen Präcision der Leipziger Verkehrsmechanik entspringen können); was würde die Folge sein? Daß die angedrohten größeren Vereinsbuchhandlungen zur großen Ueberraschung des bayrischen Buchhändlereins von selbst entstehen würden, aber etwas anders als gedacht. Die Herren Freihändler würden nicht verfehlen, sich alsbald zusammen zu thun und im Namen von irgend Jemand in der allerhintersten Zone, in Kamtschatka oder Japan oder Drontheim — sie können ja dort eine größere Vereinsbuchhandlung gründen — oder wo sie es jetzt schon im gegebenen Falle machen, ihre Bücher verschreiben, die gar nicht den Platz der jetzigen oder künftigen Centren zu verlassen brauchen, um in ihre Hände zu kommen oder an ihre Kunden expe- dirt zu werden. Sie können, überall wo sie wollen, eine Art Kom missionär haben, der mit oder ohne Gewinnantheil, unter seinem Namen besorgt, was sie wollen, wie es schon jetzt geschieht, ohne die Möglichkeit des Verhindertwerdens. Ich z. B. vermag es nicht zu verhindern, daß ich auch andere Bücher meines Verlags als solche, die ich an Griesbach verramscht habe, in den Schaufenstern der Frei händler bewundern kann, und Niemand wird solches jemals ver hindern können. Wenn man verschiedene Zonen schafft, so wird voraussichtlich wohl Jeder, ohne Ausnahme, auf Mittel und Wege bedacht sein, sich die Vortheile der günstigen Zonen zu verschaffen. Wie will dann Herr —-u. oder der bayrische Buchhändlerverein z. B. auch ohne Gefährdung herbeiführen, daß die Ausländer, welche aus der zweiten Hand der Leipziger Kommissionäre ihren Bedarf beziehen, ihres Zonenrabatts theilhaftig werden und nicht nur des Leipziger Platzrabatts? Auf diese Art geht es nicht. Es ist auch eine falsche Annahme, daß die Differenz der Frachten, welche die verschiedenen Orte er leiden oder genießen, wirklich von großem Einfluß auf die Kon kurrenzfähigkeit derselben sei. Das beweist ja das Vorhandensein von Schleuderern in allen Zonen. Die Postporti vertheilen jetzt schon , .Licht und Luft" ganz gleichmäßig; — und die Eisenbahnfrachten? Wo sie wirklich stark in Betracht kommen, pflegt man irgendwie weit mehr aufzuschlagen, als sie betragen. Im Bereich des Deutschen Reichs sind sie doch wirklich unerheblich. Und wären sie sehr erheblich, so wäre es doch nicht Sache des Verlegers, einen Buchhändler dafür zu entschädigen, daß er statt in Halle in Thorn Geschäfte zu machen sucht. Es weiß doch Jeder, welchen Chancen er gegenübersteht, wenn er beginnt. In Thorn oder Königsberg sind dann eben die Spesen größer als in Halle, deshalb wird aber kein Mensch unter lassen, dort Bücher zu vertreiben. Was zeigt aber wirklich der Erfolg der bisher unternommenen Vereinssortimente? Ich glaube, sie wollen nicht gedeihen, weil sie nicht im Interesse des Verlegers liegen, und am Ende auch — weil der Leipziger Kommissionär doch noch vortheilhafter ist als sie. Ich bitte meine werthen und verehrten bayrischen Kollegen, mir nicht zu verübeln, daß ich meinem Skepticismus Ausdruck gebe. Es kommt ja nicht darauf an, irgend eine Meinung oder Hoffnung, wenn man einmal für sie eingetreten ist, nun auch konsequent oder eigensinnig (dies beziehe ich aus mich) festzuhalten, sondern den wirklich möglichen Ausweg mit klarer Ueberzeugung zu finden und einzuschlagcn. Es ist aber in der That nur ein Weg möglich, den nur die Verleger bahnen können: die Aufrcchterhaltung des Ladenpreises. Und dies ist allein durch corporatives Zu- sammcutreten und Gesetzgeben durchzusetzen. Alle übrigen Pläne und Versuche, bei allem guten Willen, sind unfruchtbar und werden sich so erweisen. Ohne daß die Verleger dies Grundprinzip durch setzen, wird nichts von Erfolg sein, wenn es aber durchgesetzt wird, ist alles Uebrige, Zonenrabatt u. s. w., überflüssig. Wenn die Münchner und Königsberger rc. sicher sind, daß die Leipziger und Berliner nur zum Ladenpreise verkaufen dürfen, mögen sie auch an ihrem Platze bessere Chancen für sich haben als jene, so wird gewiß Niemand mehr Klage zu führen nöthig haben. Es wäre so leicht zu machen! Wenn doch die Verleger dem Vorstande des Börsenvereins auf halbem Wege entgegenkommen wollten, wenn dieser jetzt den Schritt thut, den die bekannte Re solution vorschlägt. Es wäre ein schöner Ruhm, den unser treff licher und verehrter Kröner, in dem wir einen Vorsitzenden haben, auf den wir stolz sein können, an seine Amtsperiode knüpfen würde: den deutschen Buchhandel geeinigt und neu gefestigt zu haben. Was die Bemerkungen des Herrn Verfassers der Glossen über den Börsenverein und den Leipziger Verein anbelangt, sei noch be merkt, daß ich ihm darin nicht Recht gebe, wenn er sagt, der letztere brauche dem Börsenvereine nicht die Initiative zu überlassen. Diese hat eben der Börsenverein durch die Annahme der Resolution er griffen und soinit kann der Leipziger Verein sie nicht mehr ergreifen. Es steht zunächst die Einberufung der vorgeschlagenen Delegation zu erwarten — hoffentlich wird man bald davon erfahren —, nach deren Resultaten dann die Einzelvereine Beschluß zu fassen haben werden. Was Herr —n. sonst von dem Leipziger Verein sagt, dem pflichte ich mit Ausnahme meines Fatirens gern bei. Es wäre freilich schön, wenn der Leipziger Verein das Seinige beitrüge, die Besserung der Verhältnisse herbeizuführen, und wenn dessen Vor stand seine buchhändlerischen Mitglieder zusammenberufen wollte, um sie zu dem schönen Ziele zu vereinigen. Ich selbst aber könnte es kaum unternehmen, diese Action zu veranlassen; das steht wohl Denen zu, die im Besitz größeren Einflusses sind durch ein größeres Kommissionsgeschäft, als ich es besitze, oder durch das Gewicht eines größeren Verlags, als des meinen, zunächst aber unserem Leipziger Vorstande. Was ich thun konnte, das habe ich in den „Grenzboten" gethan, indem ich anzuregen versuchte. Würde jener es nicht für angezeigt erachten, einzugreifen, so würde meine isolirte Wenigkeit gewiß nicht im Stande sein, etwas auszurichten. Ich unterlasse aber nicht, hier zum Schluß die Bitte an ihn zu richten, daß er seine Getreuen zur That zusammenberufen möchte. I. Grunow. Prrsonalnachrichtcn. Am 29. Juni starb im 75. Lebensjahre Herr Eduard Koch, vom 1. April 1842 bis 1. Juli 1854 Theilhaber der Firma B. G. Teubner in Leipzig, nachdem er bereits seit 1832 in den Teubner'schen Geschäften zu Leipzig und Dresden thätig gewesen war. Unter seinem Einfluß wandte sich der Teubner'sche Verlag vorzugsweise der populären Heft-Literatur, illustrirten Schriften und der Belletristik zu und eine Anzahl theilweise bedeutender Werke be zeichnen diese Periode des Teubner'schen Verlags. Am 1. Juli 1854 zog sich der Entschlafene, Schwager und Schwiegersohn von Bened. Gotth. Teubner, aus Gesundheitsrücksichten von den Ge schäften zurück; er war ein Mann von altem Schrot und Korn, der in dem Kreise seiner Freunde in gesegnetem Andenken sort- leben wird.
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