Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.02.1881
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- 1881-02-21
- Erscheinungsdatum
- 21.02.1881
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- Deutsch
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ES ist hier nicht der Ort, die Einzelheiten des schönen Festes zu beschreiben ; sie können doch nur von dem nachempfunden werden, der selbst daran theilgenommen hat. Beschränken wir uns also auf die Constatirung des ungezwungenen und Liebenswürdigen Verkehres, welcher zwischen Drinzipalen und Gehilfen herrschte, daher es denn auch gar nicht ausbleiben konnte, daß dieses un willkürlich sich aufdrängende Gefühl der Befriedigung seinen be redten Ausdruck fand. So erwähnte Hr. C. Boysen, der mit Hrn. A. Noodt die ehemaligen Gründer der „Sphynx" repräsentirte, daß er wohl Ge mütlichkeit und heitere Collegialität immer von einem Vereine wie die „Sphynx" erwarten durfte, daß er es sich aber in seinen kühnsten Träumen nicht hätte beikommen lassen, diese seine Schöpfung dermaleinst noch als Mittelpunkt des Hamburg- Altonaer Buchhandels begrüßen zu können. In gleich liebens würdiger Weise äußerten sich die Hrn. Noodt (Hoffmann L Campe) und der Chef des Jubilars, Nolte. Auch Hr. Campe hatte der „Sphynx" die Ehre seines Besuches geschenkt. Er toastete unter rauschendem Beifall auf den deutschen Buchhandel und rief dadurch eine begeisterte Apostrophe des Grübeling-Biographen, Hrn. Justus Pape, aus die Collegialität hervor. Von andern bemerkenswerthern Tischreden erwähnen wir die des Gehilfen, Hrn. Virnau (G. W. Niemeyer Nachf.), der durch sein humoristisches Pathos, den einen Fuß auf dem Kothurn, den andern im Schlappschuh eines schlesischen Webers während der Hungerperiode, die Anwesenden zu stürmischem Jubel hinriß. Auch dem früheren Vorsitzenden der „Sphynx", Hrn. Joh. Kriebel, der gegenwärtigen Leitung und diversen andern abstracten wie con- creten Begriffen hatte man die Aufmerksamkeit Toaste zu widmen, die nur zeitweilig durch humoristische Vorträge und durch Äb- singung der officiellen Festlieder unterbrochen wurden. Daniel Bartels, der wohlbekannte Grillenscheucher, hatte an letzteren mit gewirkt; aber auch andere Collegen hatten den Pegasus auf Augen blicke von der Krippe gerissen und ihm, wie z. B. Hr. Engelcke (M. Rudolphi), Töne abgelauscht, die unschwer die innere Rührung nachempfinden ließen, welche den Dichter trieb, seine innersten Ge fühle in Worte zu kleiden. Von den Zuschriften und Telegrammen, welche zur Ver lesung kamen, waren die bemerkenswerthesten die versificirte Depesche des Stuttgarter Gehilfenvereins; außerdem verdient noch die Sendung vom Prager Gehilfenverein, ein Ehrenpocal aus böhmischem Glase, besonders erwähnt zu werden; ebenso hatten sich noch die Vereine „Buchfink" und „Krebs" durch bemerkens- werthere Ovationen ausgezeichnet. Die fröhliche, von der schönsten Eintracht getragene Feier, welche in die Acten der „Sphynx" mit goldenen Lettern einge tragen sein wird, das erhabene Beispiel von Beharrlichkeit und Treue, welches der Jubilar in einer langen arbeitsvollen Ver gangenheit seinen jungen Collegen gegeben hat: sie rechtfertigen die erhebenden Empfindungen, die ihn beglücken mußten, als man ihm am Schlüße des Festprologes den verdienten Lorbeer ums Haupt wand und als die Accorde des von Hrn. Justus Pape verfaßten Weiheliedcs verhallten: Da freut man sich der alten Zeit Und ihrer Wen gen Zeugen, Der Zeugen der Vergangenheit, Vor denen wir uns beugen. Auch Du, verehrter Jubilar, Verkörperst uns so echt und wahr Beharrlichkeit und Treue — Sic lebe stets aufs neue! Hamburg, den 12. Februar 1881. H—dt. I MiSeellen. Jnseraten-Unwesen. — Factisch vergeht kaum ein Tag, da dem Verleger nicht direct oder über Leipzig die ausschweifendsten Anpreisungen von Jnsertions - Gelegenheiten zugehen, und wer sie nur für seine Novitäten benutzen wollte, könnte eine Million Mark in einem Jahre dafür los werden. Das ,Mn plus ultra" leistet aber eine kleine Verlagshandlung, deren rosenfarbene Schriftstücke vor uns liegen. Ihr am 1. Januar erschienenes Blatt dient einer Specialität, die schon überwuchert in jeder Provinz vertreten ist, und es ist mehr als zweifelhaft, ob es sich halten wird. Nichts destoweniger wird uns in einem Circular, begleitet von der eben erschienenen dritten Nummer, berichtet, daß fragliches Blatt fast von jedem Landwirth der Provinz schon gelesen wird und in Hun derten von Exemplaren über die Grenzen bis ins Ausland hinaus geht — und nach einem noch extra beigefügten Schreiben soll sich die Zahl der Leser auf ca. 3000 belaufen. Das Circular war mit einer „Ente" geziert, was zu dem Glauben veranlassen könnte, daß es sich um einen Scherz handelt; da in dem beigefügten Schreiben aber die Ente fehlte, so mußten wir doch an den Ernst der Behaup tung glauben — und der Verlagshandlung zu dem enormen Er folge Glück wünschen; denn wenn das Blättchen nach drei Wochen des Erscheinens schon 3000 Leser zählt, wie viel wird es dann zu Ende des Jahres erst haben! Solche Anzeigen haben neben der komischen aber doch auch eine recht ernste Seite, sofern die Annahme nicht fern liegt, daß eine Täuschung des flüchtig Lesenden beabsich tigt sei. Wenn ich sage, mein Blatt zählt 3000 Leser, so erwecke ich den Glauben, daß es 3000 Abonnenten hat, während im vorliegen den Fall höchst wahrscheinlich viele Leser aus ein Abonnement ge rechnet sind. Warum nun nicht wahrheitsgemäß die wirkliche Auf lage, wie sie für die feste Versendung berechnet ist, angeben! — Einnial bei diesem Thema, müssen wir auch von den runden Zahlen reden, mit denen in „Haendel's Jnseraten-Versendungs- liste" die Auflagen der Zeitschriften angegeben sind; erkundigt man sich genauer, so findet man leider recht häufig, daß die Auflagen in Wirklichkeit bedeutend geringer sind. An Druckfehler hier zu glauben, wird uns schwer; manche Angabe mag früher richtig gewesen sein; wenn sie es aber nicht mehr ist, sollte sie berichtigt werden! X. Personalnachrichtrn. Herr Wilhelm Ritter von Braumüller in Wien wurde soeben vom Kaiser von Japa» aufs neue durch eine ebenso seltene als werthvolle Auszeichnung geehrt. (Bekanntlich erhielt Herr von Braumüller vor 5 Jahren als ein Geschenk des Mikado eine aus 1400 Bänden bestehende Bibliothek werthvoller, auf Kosten des Staates gedruckter wissenschaftlicher japanesischer Werke, die im vergangenen Jahre als eine Stiftung Braumüller's dem k. k. orien talischen Museum einverleibt wurde.) Die neue Auszeichnung besteht in einer kostbaren silbernen Weinschale, in deren matt ge schliffenem Grunde das japanische Landeswappen und am Rande die Embleme des kaiserlichen Privat-Wappens eingravirt sind, und ist nach japanischen Begriffen eine Gunstbezeigung, die der Ver leihung eines Ordens gleichkommt. Herrn Leo Woerl in Würzburg ist wegen seiner Verdienste um die katholische Literatur vom Papst Leo XIII. das Ritterkreuz des St. Sylvester-Ordens verliehen worden. -b Beiträge zur Geschichte des Buchhandels und der Buch druckerkunst — Biographisches — Aufsätze aus dem Gebiete der Preßgesetzgcbung, des Urheberrechts und der Lehre vom Ver lagsvertrag — Mitthcilungen zur Bücherkunde — Schilderungen aus dem Verkehr zwischen Schriftstellern und Verlegern — sowie statistische Berichte aus dem Felde der Literatur und des Buch- > Handels finden willkommene Aufnahme und angemessene Honorirung. — I Die gewöhnlichen Einsendungen aus dem Buchhandel werden nicht honorirt.
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