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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.11.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-11-24
- Erscheinungsdatum
- 24.11.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Digitalisat
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192011249
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1920
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Börsenblatt f. d. Dlschn. hergestellt worden, und waren damals die Preise fiir derartige Um- schlagpapierc noch verhältnismäßig billig; heute stellt sich die Anser-^ tignng einer derart guten Qualität bedeutend höher, sie kostet 540 ./i für 1000 Bogen.« 1919 kosteten 1000 Bogen 280 heute 540 .//; da der Bogen vier Umschläge ergibt, so kostet jeder etwa 15 Pfg., mit Druck rund 20 Pfg. Für diesen Preis konnte man 1914 den ganzen 2*and, kl. 8°, 10 Bogen stark, Herstellen. S. Arbeitslosigkeit im Buchdruckgewcrbe. — Der Tarifausschnß und das Tarifamt der Deutschen Buchdrucker haben einen von sämtlichen Prinzipals- und Gchilfenvertretern Unterzeichneten Aufruf erlassen, um eine Milderung der großen und noch immer mehr zunehmenden Arbeitslosigkeit im Buchdruckgcwerbe herbeizuführen. In dem Aus ruf wird u. a. gesagt, daß die Arbeitslosigkeit gelindert werden müsse, und zwar durch den Gedanken der Solidarität, wie er in der Tarifgemeinfchast der Deutschen Buchdrucker verkörpert sei. Beide Teile, Prinzipale wie Gehilfen und Hilfsarbeiter, müßten zur Steuer dieser Not ihre besten Kräfte, wirklich soziales Empfinden und das alte,, so oft bewährte Zusammengehörigkeitsgefühl der deutschen Buch drucker einsetzen und nach dem Grundsätze helfen, daß schnelle Hilfe doppelte Hilfe sei. Um dieses Ziel zu erreichen, habe der Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker einstimmig beschlossen, die Prinzipalität und Gehilfenschaft auszufordern, an allen Orten, an denen sich arbeitslose Bernfsangehörige befinden, bestimmt noch im Monat November zu gemeinsamer Beratung zusammcnzutreten lind zu erwägen und zu be schließen, auf welchem Wege die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit zu erreichen sei. In diesem Aufrufe wird au die Prinzipalität noch die dringende Bitte gerichtet, für Hie Arbeitslosen noch ein besonderes Opfer zu bringen und die Einstellung weiterer Arbeitskräfte vorzu- nehmcn. Am Schlüsse des Aufrufs heißt es: Möchten die deutschen Buchdrucker zeigen, daß sie die Not der Zeit richtig erfaßt haben und bereit sind, in einer so ernsten, der allgemeinen Lösung dringend be dürftigen Sache wieder einmal wirklich vorbildlich zu wirken! Schwäbisches Wörterbuch. — In der Todesnachricht vom Germa nisten Prof. Or. H e r m ann v. Fischer in Tübinge n in Nr. 253 des Bbl. ist das hervorragende Werk von ihm, das Schwäbische Wörter buch, nur mit drei Bänden aufgeführt. Wie uns die H. Laupp'sche Buchhandlung in Tübingen berichtigend mitteilt, liegen aber zurzeit bereits fünf Bände vor, und der 6. (Schluß-)Band befindet sich in Vorbereitung. Der Fontane-Preis. — vr. Franz Blei, der diesjährige Preisrich ter der Fontane-Stiftung, hat Gina Kaus für die Novelle »Ter Aufstieg« (Georg Müller, Verlag, München) den Fontane-Preis ver liehen. Zu den Kaufmanns- und Gewcrbegerichten sind Frauen als Misitzer nicht wählbar. Daß diese Wählbarkeit nicht in den diese Gerichte betreffenden neuen Bestimmungen berücksichtigt worden ist, hat zu mancherlei Beschwerden aus Arbeitnehmerkreiscn Anlaß ge geben. Das Neichsarbeitsministerium betont nuw gegenüber diesen Beschwerden, daß diese grundsätzliche Frage in dem Entwurf eines A r b e i t s g e r i ch ts g e se tze s, der sich in Bearbeitung befindet und voraussichtlich bald deu gesetzgebenden Körperschaften zugehen wird, ihre Erledigung finden solle. In der Notverordnung, die durch den Übergang von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft veranlaßt wurde, hätte die Frage der Wählbarkeit von Frauen aus rechtlichen Gründen nicht geregelt werden können. Personaiiia-rWen. Verleihung des Ehrendoktors. — Dem Geheimen Kommerzienrat Dl', pliil. Ir. ll. Oskar Beck, Seniorchef der C. H. Beck'schen Ver lagsbuchhandlung in München, wurde anläßlich feines 7V. Geburts tags, den er am 18. November in voller Rüstigkeit beging, von der theologischen Fakultät der Universität Greifs wald die Würde eines Ehrendoktors verliehen. Sprechfaul. (Ohne Verantwortung der Redaktion,- jedoch unterliegen alle Einsendungen -ev Bestimmungen Uber die Verwaltung deö Börsenblatts.^ Bücherbettel. Der Bücherbettel, der besonders während der Kriegszeit in üppi ger Blüte stand, hat sich auch in die Gegenwart hinübergerettet, wie der Redaktion des Börsenblattes die immer wicderkehrenden Einsendungen von solchen Bittgesuchen beweisen. Wir haben längst von dem Abdruck jeder einzelne« Einsendung Abstand nehmen müssen, denn so verschieden jauch der Text ist, so bleiben Melodie und Refrain doch immer diesel ben. Alle die früheren vielen Veröffentlichungen und Warnungen im Börsenblatt haben diesen Mißbrauch auch nicht ausrotten können, gleichwohl halten ivir es für unsere Pflicht, von Zeit zu Zeit die Mah nung an den Verlag zu richten, allen solchen Bittgesuchen gegenüber hart zu sein, denn die Bücher dürfen nicht durch freigebiges Verschen ken ihrer Erzeuger im Wert herabgesetzt werden, ivas dem ganzen Buchhandel und dem Büchervcrtricb stets zu großem Schaden gereichen wird. Das gilt vor allem Vereinen und Gesellschaften gegenüber, die, meist unter gemeinnütziger Flagge segelnd, das Bedürfnis empfinden, ihre Mitglieder mit Lesestoff, am besten in Form einer Bibliothek, zu versorgen. Es gilt oder auch gegenüber allen Privatpersonen, die sich auf diesem längst nicht mehr ungewöhnlichen Wege eine Bibliothek zusammenschnorren und dadurch der Mühe überhobcu sind, sich auch nur ein Buch zu kaufen. Wird die Behandlung von Bettelbriefen nicht von Stimmungen und Erregungen des Herzens oder des Ge müts abhängig gemacht, sondern als Standesfrage unter Berück sichtigung der Interessen der Gesamtheit des Buchhandels aufgcfaßt, so werden zwar dadurch weniger Bücher verbreitet, dafür aber um so mehr gekauft werden. Kürzlich sandte uns ein bayerischer Buchhändler eine Karte ein von der Universitätsbibliothek in Köln a. Nh., die (der Einfachheit halber gleich mit vorgedrucktem Formular) bittet, ihr ein Werk zu überweisen, »für das hier großes Interesse besteht«. Wir meinen, daß es Pflicht und Schuldigkeit der betreffenden Univcrsitäts- uud Stadtdibliothek fei, das Buch zu kaufen, wenn dafür großes Inter esse besteht, und es nicht darauf ankommen zu lassen, es vielleicht vom Verleger ohne Kosten erhalten zu können. Dabei kostet das gewünschte Buch nur ganze 3 Von verschiedenen Seiten wird der Redaktion ferner ein verviel fältigtes Rundschreiben vom Rheinischen Heimatbund e. V., Sitz Düsseldorf, zugestellt, das besagt, daß das »Volk im be setzten rheinischen Land Not, seelische Not, leidet. Sie nach Kräften zu mildern, hat sich der von Männern und Frauen der Länder am Rhein gegründete Rheinische Heimatbuud zur Aufgabe gemacht und als Mit tel hierzu soll die N h e i n l a u d - B ü che r s p e n d e dienen, die ge diegene deutsche Werke, die jung und alt unterhalten, belehren und er heben, in Fülle (!) verteilen« will. Die Bücher dazu sollen die deut schen Verleger spenden. Das Rundschreiben rühmt weiter die be währte Freigebigkeit des deutschen Verlagsbuchhanöels und, obgleich die heutige schwierige wirtschaftliche Lage der Verleger bekannt sei, wendet es sich trotzdem an die deutschen Verleger, die »ihre Kameraden in der Not nicht verlassen«. So lobenswert auch der Zweck ist, gute Bücher unter das Volk zu bringen, so ist doch immer wieder die alte falsche An schauung zu bekämpfen, daß vom Verleger erwartet wird, daß er seine jetzt wahrlich doch in der Herstellung sehr teuren Erzengnisse bereitwil ligst kostenlos hingebcn soll, während andere Sachen, die derselbe Ver ein vielleicht benötigt, mit barem Gelbe bezahlt werden. Was heute den in den besetzten Gebieten des Nheinlandes lebenden Deutschen recht sein möchte, sollte das den in Posen und in den sonstigen au Polen gefallenen Gebieten gebliebenen Deutschen nicht auch billig sein ? Wo wäre der Anfang, wo das Ende? Grundsätzlich sollten daher die Verleger eine Gratislieserung von Büchern auch in den Fällen ablehnen, wo sie einem Unternehmen sym pathisch gegenüberstehcn, zumal da es ihnen ja unbenommen bleibt, ihr Interesse daran in derselben Weise, d. h. durch Geldspenden, zu be kunden wie jeder andere. Wenn wir selbst unsere Ware nicht höher einschätzen, als es gemeinhin geschieht, so brauchen wir uns nicht dar über zu wundern, daß sie das Publikum immer geringer achtet, und die Bettelei kein Ende nimmt. Red. Antwort Auf das Eingesandt »Ein liebenswürdiger, seine Bücher verschen kender Verleger« (s. Börsenblatt Nr. 237 vom 21. Oktober) können wir heute nach Aufklärung de? Angelegenheit erst antworten. Die Faktur war der S e r i g ' s ch e n Buchhandlung in Leipzig nicht über sandt worden, weil die Vermutung bestand, daß die beiden Zeitschrif tenserien nicht, wie ausdrücklich bestellt, für das Inland, sondern für das Ausland bestimmt waren. Diese Vermutung hat sich inzwischen bestätigt. Sollte die Serig'sche Buchhandlung sich wirklich nicht bewußt sein, daß, wenn ein griechischer Geistlicher zwei Serien juristischer Zeit schriften für einen Landsmann bestellt, diese Serien für das Ausland bestimmt sind? Ist es einwandfrei, die Bestellung ausdrücklich für das Inland bestimmt zu bezeichnen? Heidelberg, 19. November 1920. Carl Winter's U n i v e r s i t ä t s b u ch h. Verantwort!. Red- t. V.: Richard A l b e r t t. — Verlag: DerBvrsenveretn der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsche» vuchhänblerhau». Druck: Ramm » Seemann. Sämtlich tu Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expeditiou: Leipzig, Gerichtsweg 2« lBuchhäudlerhau»). 1412
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