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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.11.1855
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1855-11-02
- Erscheinungsdatum
- 02.11.1855
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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1855.) 1931 einen bedeutenden Auftrag zu erkennen gegeben hat. Im nächst höheren Stock werden die frischgedruckten Bogen getrocknet, indem man sie auf schiebbare große Gestelle hängt, die durch ein Brett an ihrem äußeren Ende einen Raum abschließen, welcher durch Dampf- röhrcn erwärmt wird. Zum nachherigen Glätten der trocknen Bo gen dienen eine Anzahl hydraulische Pressen. Im zweiten Stock ist der Falzraum, worin circa 150 Mädchen beschäftigt sind; dar über werden die gesalzten Bogen gepreßt, geheftet und eingesägt, Arbeiten, zu denen man gegen 100 Mädchen verwendet; auch hier stehen zwei starke hydraulische Pressen. Im vierten Stock ist die Buchbinderei, in welcher unter Anwendung von Maschinen und Verbesserungen der Neuzeit die Bücher in den verschiedensten Ein bänden für den Markt fertig gemacht werden- Amerikaner kaufen nicht gern ungebundene Bücher, und schöne Einbände haben einen wesentlichen Einfluß auf die Gangbarkeit der Bücher- Zu den hier besonders beliebten Bänden in ganz Schafleder werden bei Harper jährlich gegen 40,000 Schaffelle verbraucht. Das fünfte Stock werk endlich enthält den Setzerraum und die Werkstätte zur Her stellung der Electrotypplatten- Seit Mitte 1853 ist die Electro- typie in der Harper'sehen Ofsicin allgemein in Anwendung, da die Kosten der durch dieses Verfahren erzeugten Platten sich zu denen der Stereotypplatten ungefähr wie 15:14 verhalten, ein Unter schied, der völlig ausgewogen wird durch den Umstand, daß letztere der Abnutzung und Beschädigung unterworfen sind, während erstcre gleich reine Abdrücke ohne Zahl erlauben. Der Werth der in den unterirdischen Gewölben vor jeder Feuersgefahr gesicherten Stereotyp- und Electrotypplatten beläuft sich auf mehr als 500,000 Doll- Das Gebäude in Franklin-Square, dessen Parterre-Localitäten vcrmiethet sind, hat in der ersten Etage einen großen Saal, zu dem eine sehr breite eiserne Treppe von der Straße hinaufführt. Er ent hält das Comptoir der Gebrüder Harper sammt dem Handlager ihrer Verlags-Artikel. Die Heizung geschieht in allen Räumlich keiten durch Dampfröhrcn- Die anderen drei Stockwerke dienen zu Niederlagen für Bücher in allen Stufen ihrer Herstellung. Bei den bedeutenden Dimensionen des Gebäudes — es ist 130 engl- Fuß lang und 75 Fuß tief — und der Nothwendigkeit, den Raum so sparsam als möglich zu benutzen, hat man die Einrichtung ge troffen, den kreuzweis laufenden Gängen wie den Straßen in einer Stadt Namen beizulcgen und die Fächer zu numeriren. Das Pa pierlager ist im Souterrain. Zum Transportiren aller Gegenstände dienen kleine Wagen mit vier niedrigen Rädern, die über eiserne Brücken auf die Plattform der im Hofe unweit des Treppenthurms stehenden Hebemaschine gefahren und auf dieser mit Benutzung der Dampfkraft gleich leicht und schnell gehoben und niedergelassen werden. Die Gebrüder Harper beschäftigen zuweilen 600 Personen, darunter 300 Mädchen; jetzt ist die Zahl freilich bedeutend geringer, obwohl gegen Ende August die September-Nummer des New Monthly Magazine, einer werthvollen Monatsschrift, die, beiläufig gesagt, gegenwärtig in einer Auflage von circa 40,000 Exemplaren gedruckt werden soll, schon zur Versendung fertig, die Nummer für Octobcr fast vollendet und die für November bereits weit vorge schritten war. Ich schließe meinen Versuch, den Lesern des Börsenblattes von dem Harper'schen Geschäfte eine oberflächliche Beschreibung zu geben, mit der Bemerkung, daß im Jahre 1817 James und John Harper sich hier in Dover-Street als Buch- und Accidenz- drucker etablirten, 1823 Joseph Wesley Harper sich mit ihnen associrte und 1826 endlich auch der vierte Bruder, Fletchcr ^ Harper in die Buchdcuckerei als Theilhaber eintrat, welche seit ihrer Gründung unaufhörlich zugenommen hatte. Zu dieser Zeit traten sie auch als Verleger auf, benutzten seit 1830 allgemein die Stereotypie für ihren Verlag und haben jetzt ihr Geschäft auf eine Stufe gehoben, daß es von keinem andern in der Union an Umfang erreicht wird. E. St. Hayser'S Biicherlexikon betreffend. Es ist in letzter Zeit mehrmals in diesem Blatte die Rede von Kayser's Büchcrlcxikon gewesen und in einer der letzten Nummern hat es Herr E. Weller unternommen, gegen dasselbe in die Schranken zu treten. Der Einsender dieses mag nicht entscheiden, ob derselbe zu einem so absprechendcn Uctheilc befähigt und berechtigt ist; er will eben so wenig bezweifeln, daß Herr W. für seine mit mathematischer Genauigkeit aufgestellten Behauptungen erforder lichen Falles den Beweis liefern könne, — er will, ganz abgesehen ! hiervon, nur das aussprechen, daß er sich seit nahe an 20 Jahren ununterbrochen des Kayser'sehen Lexikons bedient, daß dies in den verschiedenartigsten großen und kleinen Sortimentsgeschäften des In- und Auslandes geschehen ist, und daß er bei seinen fortwäk- renden Nachsuchungen darin nur selten im Stich'gelassen worden ist- Dies ist ihm ein Beweis, daß das Werk seinen Zweck erfüllt und das ist ohne Zweifel die Hauptsache. — Daß es nicht ohne Fehler und Lücken ist, liegt in der Natur aller bibliographischen Arbeiten begründet, gewiß ist aber auch der chrenwerthe Herr Verleger stets bereit, Verbesserungen und Nachträge, welche ihm von achtbarer Seite zukommen, zu berücksichtigen. Im Interesse des ganzen Buchhandels läge cs, daß ihm Jeder die Vorgefundenen Mängel mittheilte, damit solche, wie cs bisher schon geschehen ist, im näch sten Bande berichtigt würden. Für Tadler aber, welchen es weniger um die Sache, als um andere Dinge zu thun ist (und solche bleiben ja nie aus), würde es besonders empfehlungswerth sein, die Vorrede in Georgi's europäi schem Büchcrlcxikon (von 1742) durchzulescn, in welcher cs unter Anderem heißt: „Ob das Buch ohne Fehler erscheinet, davon muß ich einiger Massen fast zwciffeln, indem cs bey dergl. Sammlung wohl eine Unmöglichkeit zu seyn scheinet, weil man ja nimmermehr alle Bücher selbst in Händen und für Augen liegen gehabt; ein- solglich gar leichte geschehen können, daß man einem andern einen Fehler nachschreiben können oder müssen. Wollte aber daher jemand Anlaß nehmen, das Buch zu tadeln und zu strie geln, den bitte ich so vcrnünfftig zu handeln und vorhero einen Versuch zu thun, wie leichte oder schwer es mit solcher Arbeit hergehe, als denn wird er sich entschliessen zu tadeln oder nicht. Ich will aber keineswegs hierdurch sagen, daß mein Buch voll Fehler sey; sondern nur, wenn sich einige über Vcrmuthen darinnen finden selten, daß man nicht sogleich das Maul dar über zerrissen, sondern bedenken möge, wie schwer es hcrgehe bey dergleichen Arbeit alle Fehler zu vermeiden." Zum Schluß sagt Georg!: „indessen bitte mit dieser meiner Ar beit vergnügt zu sein, wer aber das nicht kan, der mache sich cs besser!" — Misccllcu. Es gehört für den Buchhandel zu den erfreulichsten Erschei nungen der Gegenwart, für die Gesetzesbestimmungen über das literarische und artistische Eigenthum allenthalben wieder ein leben diges Interesse erwachen zu sehen und zumal dabei einen über die Landesgrcnzen hinauSgehcnden, nationalen Standpunkt wahrneh men zu dürfen. Zu solcher Zeit wolle Jedermann eingedenk sein, wie so oft schon ein einziges Wort, mit Herz und Kopf, und zur rechtew Aeit und am rechten Orte gesprochen, viel Gutes bewirkt und Böses verhindert hat; wir haben daher jeden Beitrag zur Verbreitung der
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