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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.10.1860
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1860-10-24
- Erscheinungsdatum
- 24.10.1860
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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132, 24. Oktober. Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. 2165 zogen, bis die Seitenlinien des Quadrats genau zweimal so groß sind als im unausgedehntcn Zustande. Dann kommt das Ganze auf den lithographischen Stein, wird gedruckt und von diesem Um druck werden die Eopien in gewöhnlicher Weise abgezogen. Soll das Bild typisch dargcstellt werden, so muß der vergrößerte Druck wie gewöhnlich auf Platten gemacht werden, deren Drucklinien wie die eines Holzschnitts vorstehen. Dies geschieht, indem man das Bild mit präparirter Tinte auf eine Metallplatte druckt und die Platte dann der Einwirkung der Volta'schen Elektricität aussetzt, welche das Metall an allen nicht von der Tinte geschützten Stellen gleichmäßig fortnimmt. Will man eine verkleinerte Copie einer Zeichnung haben, so ist dasVerfahren dabei umgekehrt, d. h. das vulkanisirte Kautschukblatt wird im Rahmen vor dem Bed ru cken ausgedehnt,dann läßt man es sich zusammenziehen und hat nun das verkleinerte Bild auf seiner Oberfläche. Beide Verfahren, der Vergrößerung wie der Verkleinerung, geben die Originale bis auf die kleinsten Fehler wieder, während eine menschliche Hand, selbst bei unbeschränktem Zeitaufwande, niemals solche Faksimile, wie sie der Kautschuk in wenigen Minuten mit den geringsten Kosten liefert, Herstellen könnte. Besonders wichtig dürfte diese Erfindung zur Vergrößerung oder Verkleinerung von Karten und Plänen sein, was auf gewöhnlichem Weg mit enormen Kosten verknüpft ist. . . . Die neue Kunst soll für alle Stiche, Radirungen und Holzschnitte geeignet sein, und kann außerdem mit dem größten Vortheil zurRe- production von Typen selbst in vergrößertem oder verkleinertem Maaß- stabe dienen. Dies ist in England für alle Bibelgesellschaften von großer Wichtigkeit, da enorme Summen verausgabt werden, um dies Werk in allen erdenkbaren Größen herzustellcn. Die Klarheit und Schönheit, mit welcher eine Seite Typen reducirt werden kann, ist erstaunlich. Aber, könnte man fragen, welchen Vorlheil bietet das Verfah ren vor dem gewöhnlichen Umsetzen der Seite? Zwei sehr bedeutende — Schnelligkeit und Billigkeit. Nehmen wir z. B. an, daß eine Royal-Octavo Vniversitx-Liblo auf halb Octav reducirt werden sollte, so würden die Kosten des Neusatzes der Typen 800 L und das Eorrecturlesen allein wenigstens weitere 300 L kosten. Die genannte Gesellschaft dagegen würde eine identische Eopie für 120 L Herstellen, und die Kosten für Eorrecturlesen fielen, da die Copie Faksimile ist, natürlich fort. Bei den Bibeln in mehreren Sprachen, wo viel Randnoten vorhanden und verschiedene Typen angewendel sind, wäre der Vortheil des Kautschukverfahrens natürlich noch be deutender. Jede Gesellschaft also, welche eine bestimmte Bibel be sitzt, kann so die verschiedensten Ausgaben veranstalten, von den großletterigen für schwache Augen alter Leute bis zu jenen Diamant- Ausgaben, die ein Mikroskop, um sie zu lesen, bedingen. Eine andere Seite dieser neuen Erfindung dürfte sie den Ver legern sehr wecthvoll machen. Es geschieht oft, wenn dieneucAusi läge eines Werkes gedruckt werden soll, daß einige derOriginalstöcke oder Stereotypplatten fehlen. Bishermußlen nun solche Stöcke oder Platten neu gefertigt werden, während jetzt einfach die gedruckte Seite aus dem alten Buche genommen und damit das Fehlende hergestellt wird. Dies fand wirklich bei dem wohlbekannten Werke „keil, on tl>« kancl" (Bell, die menschliche Hand) statt, dessen feh lende Stöcke von alten gedruckten Blättern hergestellt wurden. Noch weiß man nicht, wie viel Jahrhunderte vergehen können, ehe die Farbe alter Bücher zu trocken wird, um durch das neue Verfahren übertragen werden zu können. Sicher aber ist, daß sie noch nach ein paar hundert Jahren Abdrücke liefert, so daß wir die ältesten Fo lioausgaben Shakespeare's durch das Medium von einigen Gummi- blättecn in bequemer Größe genau wiedergeben können. Noch vor nicht zu langer Zeit fand der Kautschuk kaum eine andere Anwen dung, als um Bleistiftzcichen auszureiben, jetzt finden wir selten einen Industriezweig, worin er nicht verwendet wird, und es ist wahr scheinlich, daß auch ein Zweig der schönen Künste von ihm cevolutio- nirt und so zu sagen monopolisirt werden dürfte. Als ein Wilder den ersten Gummibaum anzapfte, wie wenig träumte er wohl, daß dieser aus der Rinde fließende Saft bestimmt sei, solche Veränderungen in vielen Handelszweigen herbeizuführen, und ein neues EivilisationS-Hilfsmittel der Bleichgesichter werden würde. I,. (Jllustr- Ztg.) In Sachen des durch dänische Polizeiwillkür zu Grunde gerichteten Herrn vr Heiberg in Schleswig. Infolge der Aufforderung von Hcn. Hcrm. Costenoble in Nr. 117. d- Bl., Hrn. vr. Heiberg die Zahlung der vorjährigen und diesjährigen Saldi gänzlich zu erlassen, hat die Redacl. ferner nachsteh ende Erklärungen empfangen: 63) Hrn. Brigl s: Lobeck in Berlin streichen den Saldo von 1859. 64) Hr. Adolph Büchting in Nordhausen sieht den Saldo als empfangen an. 65) Hr. F e rd. Geelhaar in Berlin tritt der Aufforderung bei. 66) Hr. E. E. Gundlach in Wismar streicht den Saldo von 1859. 67) Hr. Gustav Hempel in Berlin desgl. 68) Hr. O llo Hendel in Halle streicht seine Forderung. 69) Hr. G. Neuse in Sondershausen deSgl. 70) Hr. Philipp Rcclam jun. in Leipzig desgl. 71) Die T- Trautwein'sche Buch- u. Musikh. (M. Bahn) in Berlin desgl. Ferner hat sich zu dem noch zu bildenden Verein zur Unter stützung des Hrn. vr. Heiberg weiter angemeldel. Hr. Eduard Bloch in Berlin mit 1 jährlich. Rechtsfälle. Aus Erfurt. In der Untersuchungssache wider den Buch- und Musikalienhändler G. W. Körner von hier, betreffend den, in der von ihm herausgegebencn Sammlung „Davin, der kirchliche Sängerchor" enthaltenen Nachdruck der B. Klein'schen Männer chöre, Eigenthum der T. Trautwein'schcn Buch- u. Musikalienhand lung (M. Bahn) in Berlin, ist auf die, gegen das freisprechende Urtheil erster Instanz (Börsenbl. Nr. 99.) von dem königl. Staats anwalt eingelegte Appellation, der p. p. Körner, durch Erkcnntniß des Criminal-Senats in Naumburg vom 25. September d. I. deS Nachdrucks für schuldig erkannt, und deßhalb mir einer Geldstrafe von 50 im Unvermögensfalle 3 Wochen Gefängniß bestraft, auch die Eonsiscation der vorräthigen Exemplare der vom Angeklagten herausgegebenen Sammlung, soweit sie die nachgedruckten Musik stücke enthält, ausgesprochen worden. Dem Vernehmen nach wird der p. p. Körner gegen das verurtheilende Erkenntniß die Nichtig keitsbeschwerde einlegen. MiScellen Aus Wien berichtet die Allg. Ztg.: Der Entwurf des Ge setzes über Las Autorrecht bei literarischen und artisti schen Erze ugnissen, welcher von einem besondern Comite unter dem Vorsitz des Sectionschefs Ritter von Hye ausgearbeitet und kürzlich beendet wurde, befindet sich gegenwärtig zur Schlußfassung bei dem Ministerralh.
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