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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.02.1873
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1873-02-12
- Erscheinungsdatum
- 12.02.1873
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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55S Nichtamtlicher Theil. 35, 12. Februar. von Kayscr's Bücher-Lexikon 30—40 Bogen engen Pctitsatz mehr Büchertitel enthalten wird, als die drei vorangcgangcnen Supple mente für einen gleichen Zeitraum. Wie erklärt sich dies auffallende Plus? Solche Höhesprünge macht die sich bisjetzt stetig und lang sam entwickelnde deutsche Production nicht ohne ganz besondere Veranlassung. Diese Veranlassung liegt nahe. Die großen welt historischen Ereignisse der letzten sieben Jahre sind cs, welche eine außergewöhnliche und vorübergehende Steigerung unserer Thätig- keit nach sich gezogen haben. Man denke an die Kricgslitcratur von 1866 und 1870. In einer Charakteristik der Moltke'schen Führung wurde jüngst bemerkt — wir können es nicht controliren, — daß die Literatur über den deutsch-französischen Krieg allein bis jetzt an 2000 Nummern zähle. Und dann die Gründung des Norddeutschen Bundes und die Wiederherstellung des Deutschen Reichs mit ihren tiefen und wcitgreifendcn Wirkungen auf die verschiedensten Zweige der Literatur bis auf die Schnllitcratur herab. Die dadurch bewirkte positive Bereicherung unsrer Büchcrkataloge ganz bei Seite gelassen: wieviel neue Auflagen allein sind nöthig gemacht worden von Hand büchern, Compendien und Leitfaden aller Art durch die staatliche Umgestaltung und Grenzerwciterung Deutschlands? Noch leben wir in den productiven Nachwirkungen jener großen Zeit, aber es wird Ebbe ans diesen Feldern cintretcn, und bei dem genossenschaftlichen Geiste, worauf ja das Wesen des deutschen Buchhandels beruht, ist mit einiger Zuverlässigkeit anzunchmcn, daß jedes deutsche Verleger- Herz dann den Druckern und den Papierfabrikanten, die ja auch in den letzten Jahren überangestrcngt haben arbeiten müssen, die wohl verdiente Ruhe gönnen wird. Hoffentlich finden sie dann auch die nöthigc Muße, ihre Preise mit der Verlagsthätigkcit in Einklang zu halten. A. Schürmann. An die Verleger Deutschlands! Wie Ihnen bekannt, ist in Leipzig ein Strike derjenigen Setzer, Drucker und Maschinenmeister ausgebrochen, welche zu dem Deutschen Buchdruckerverband gehören. Dieser Strike hat deshalb eine mehr als gewöhnliche Bedeutung, weil es sich nicht um eine einfache und gleichmäßige Lohnerhöhung, sondern in Wirklichkeit um Entscheidung der Frage handelt: ob künf tig dem Gehilfenverband oder den Prinzipalen die Disposition in den Bnchdrnckereien Deutschlands zustehen soll. Wir erlauben uns, Sie des Näheren auf einen demnächst im Börsenblatt erscheinenden Aufsatz: „Zur Aufklärung über die gegen wärtigen Zerwürfnisse in der Buchdruckerwelt" zu verweisen, welcher von dem geschäftsführcndcn Ausschuß des Deutschen Buchdrucker- (Priuzipal-) Vereins veranlaßt wurde, um das Publicum über die betreffenden Verhältnisse zu orientiren. Ob es uns möglich werden wird, den Kampf glücklich zu Ende zu führen, hängt zum größten Theil davon ab, daß der Verlags- bnchhandcl Deutschlands, in Berücksichtigung daß wir den Kampf ebenso in seinem Interesse, wie in dem unseligen ausgenommen haben, Denjenigen unter uns, welche nicht im Staude sein sollten, die ihnen gewordenen Aufträge mit gewohnter Pünktlichkeit aus- znführen, die nöthige Nachsicht schenkt, und uns gestattet, nicht dringliche Arbeiten vorläufig ruhen zulasten. Würde er sie anders wo ausführen lassen, so könnte dies nur zur Folge haben, daß die hier sinkende Gehilfenschaft anderwärts in Nichtvereins-Buch- druckereicn Arbeit finden und somit der Strike hier sich in die Länge ziehen, schließlich aber nur unter großer Schädigung unseres Geschäftes von uns würde ausgehalten werden können. Alle wirklich unaufschiebbaren Arbeiten sind von uns bisher pünktlich ausgeführt worden und ist alle Aussicht vorhanden, daß wir auch ferner während des Strikcs dazu im Stande sein werden. Es handelt sich, wie erwähnt, nicht um eine angemessene Ver besserung der Lage unserer Gehilfen; daß ihnen eine solche gewährt werden wird, ohne Anwendung der Gewalt, wissen diese. Unsere Auf gabe ist es vielmehr, solange es noch Zeit ist, Bestrebungen energisch entgcgenzutreten, die, wenn man ihnen freien Lauf läßt, die Buch- drnckereibcsitzcr verhindern würden, frei über die Arbeitskräfte ihrer Officincn zu verfügen, und jede Bcrlagscalculation sowie jeden Lieferungsvcrtrag von Buchdruckern mit Verlegern künftig unmög lich machen müßten. Leipzig, den 11. Februar 1873. Die vereinigten Bnchdrnckereien Leipzigs. Ackermann L Glaser. — Friedr. Andrä's Nachfolger. — Hein rich Bachmann, Ncu-Reudnitz. — Wilhelm Bacnsch. — Bär L Hermann. — Bockwitz L Wedel. — C. A. P. Borndrück. — Breitkopf L Härtel. — F. A. Brockhaus. — A. Denuhardt (Sturm L Koppe). — W. Druguliu. — Alexander Edelmann, Univcrs.-Buchdr. -— A. Th. Engelhardt. — Ferbcr L Seydel. — Fischer L Kürsten. — Fischer L Wittig. — Oscar Fürstenau. — Giesecke L Devricnt. — Graichen L Riehl. — Greßner L Schramm. — Grimme L Trömel. — Friedrich Gröber. — C. Grumbach. — I. B. Hirschfcld. — Hundcrtstund L Pries. — Hüthel L Legier. — Julius Klinkhardt. — A. I. Th. Kramer. — H. E. Kramer. — G. Krehsing. — Oskar Leiner. — Leopold L Bär. -— Metzger L Wittig. — Müller L Wagner. — Oswald Mutze. — C. G. Naumann. — E. Pöschel L Co. — E. Polz. — Guido Reusche. — Emil Stephan, Plagwitz. — B. G. Tcubner. — C. F. Thiele. — C. W. Vollrath. — Alexander Waldow. — I. I. Weber. — Otto Wigand's Buchdruckerei. Zur Arbeitseinstellung der Setzer in Leipzig. VI.*) Die feste Vereinigung der Leipziger Herren Druckereibesitzer den wiederholt hervortretendcn Arbeiterbestrebungen gegenüber kann nur dann für alle Beteiligten von wirklich durchschlagen dem Erfolge sein, wenn sich auch die Verleger vereinigen, den Werkdruck auf 4 eventuell auf 8 Wochen zu sistiren und vereint zu erklären, daß sie nur noch zu den jetzt bestehenden Preisen weiter zu arbeiten entschlossen seien. Nur ein wirklicher Arbeitsmangel und Concurrenz kann end lich diese „Schraube ohne Ende" zum Stillstand bringen. Mir wird von verschiedenen außerhalb Leipzig arbeitenden Buchdruckcreien geschrieben: „Seit der Leipziger Strike ausgebrochen ist, überbieten sich die Herren Verleger förmlich nur gedruckt zu bekommen, sie werfen alle Arbeiten nach auswärts und die in Leipzig entlassenen Ge hilfen gehen mit der Arbeit ebenfalls dahin! Das ist freilich ein ganz falscher Weg zu einem günstigen Resultat zu gelangen. Sobald in Leipzig die Gehilfen kündigten, mußten auch die Herren Verleger einig sein und wie mit einem Schlage überall ihre Arbeiten sistiren. Statt dessen drängen sie gewaltig die aus wärtigen Druckereien, so sind z. B. sogleich einige hundert Setzer in Berlin angestellt worden. „Suchen wir also vor allem dahin zu wirken, daß schleunig ein Verein der Verleger zur Unterstützung der Herren Druckerei besitzer in ihren Bestrebungen zu Stande komme u. s. w. Arbeits- mangcl ist das beste Mittel, die Forderungen endlich zum Stillstand zu bringen; also vor allem nur 4 Wochen den Werkdruck sistirt, man wird dann nachgebcn müssen." So wird von außerhalb Leipzigs geschrieben. Ich möchte mir deshalb den Vorschlag erlauben, in Leipzig eine Conferenz von dortigen und auswärtigen Ver- *) V. S. Nr. 33.
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