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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.04.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-04-28
- Erscheinungsdatum
- 28.04.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 91, 28. April 1920. Kleine Mitteilungen. Währungsabkürzungcn. — Vielfachen Wünschen nachkommend, bringen wir nachstehend eine Zusammenstellung der banküblichen Ab kürzungen für ausländische Münzbczeichnungen, wie sie auch für die Verwendung in Katalogen, Prospekten usw. in Frage kommen: Einzahl Mehrzahl Argentin en Peso moneda nazionale — 8 ru/ll. Centavo (Centesimo) — Osnt. Osnt. Belgien Franc Centime Brasilien Milre'i's ---- r S Real (Mehrzahl Reis) Chile Peso --- L.s. Centavo — Oend. Osnt. Krona Oere — X oder Xr. --- s (Os) X oder Xr. s (Os) Fra> krcich l Franc Luxemburg l Ce> time Großbritannien Psu»d Sterling -- F Schilling — KÜ 8Ü Penny (Mehrzahl Pence) - ä 6 Niederlande Gul en — kl oder dkl kl oder ükk Cent Japan Yen — Vsn Vsn — Len 8sn Italien Lira (Mehrzabl Lire) - 1. 1.6 Centesimo (Mehrzahl Centesimi)--- Osnt Osnt Schweiz Frank --- k'r Rappen Spanien Prscta (Mehrzahl Pesetas) -- Un — Osntr Osnk Verein. Staatei.Dollar - r K von Amerika Cent Insel, Buchhändlervercin in Tübingen. — Es ist seit vielen Jah ren im Börsenblatt keine Nachricht vom Leben der Insel zu lesen ge wesen. Deshalb sei es gestattet, einen kleinen Bericht über die Zeit vom 40. Stiftungsfeste an, das wir am 9. und 10. August 1913 festlich be gingen, hier zum Abdruck zu bringen. Das Leben der Insel hat sich stets in zwei Teile gespalten: in einen ernsten und einen unterhaltenden. Noch im Jahre 1913 unternahm es unser Vorstand Zündel, einen Lite raturkurs ins Leben zu rufen — es meldeten sich 5 Teilnehmer; leider hörte die Unternehmung in der Weihnachtszeit wieder auf. Nach 6 Jahren hat er nun im Mai 1919 dieses Unternehmen nochmals be gonnen und konnte cs seither in je einer Wochenstunde mit durchschnitt lich 10 bis 15 Teilnehmern — zu deren Nutz und Frommen — bis heute fortführen. Am 18. Oktober 1913 fand unter zahlreicher Beteili gung geladener Gäste eine wohlgelungcne Jahrhundertfeier der Völker schlacht bei Leipzig statt, der am 15. November ein recht gnt verlaufener Heimatabend folgte. Der 25. April 19l4 brachte einen höchst anregen den Vortrag von Universitätsbibliothekar vr. Wieland über seine Reise in Nordafrika. Am 30. Juni 1915 wurde die Feier des ^jähri gen Bestehens der Allgemeinen Vereinigung durch einen Vortrag des Unterzeichneten über die Geschichte der Vereinigung begangen. Der Krieg hatte uns nun unsere jüngeren Leute und die im mittleren Mannesalter stehenden Mitglieder fortgenommen — es blieben nur noch die Alten und die Angehörigen der Ausmarschierten. Vor diesen und noch einigen Jnselfreunden hielt der Unterzeichnete am 8. August 1916 einen Vortrag über die Seeschlacht beim Skagerrak und er läuterte dieselbe an aufgchängtcn Karten und Plänen mit Eintragun gen. Nun trat eine lange Ruhe ein, deren Ende erst das allmähliche Zurückkehren der Ausmarschierten brachte. Am 15. März 1919 be richtete der leider inzwischen verstorbene liebe Berufsgenosse Kühnhold aus Stuttgart über den Stuttgarter Tarifvertrag, am 5. April fand ein allgemeiner Vortragsabend statt, dem am 26. April ein Vortrag von Herrn Nothcnfelder aus Stuttgart über Tarifvertrag und Ange- stclltenvcrband folgte. Diesem Vortrag wohnten erstmals die weib lichen Angestellten des Buchhandels bei. Am 30. April sprach der Unterzeichnete iiber Fortbildnngs- und Vortragsfragcn in der Insel mit dem Erfolge, dast am 17. Mai unser Mitglied Wille einen äußerst lehrreichen größeren Vortrag über Bnchherstcllung hielt. Am 28. Juni folgte ich mit einer Einführung in die Geschichte des Buchhandels. Am 19. Juli hielt Fräulein Lisbeth Hermes, wissenschaftliche Hilfs lehrerin an der Oberrealschule in Reutlingen, einen mit vielen Vor tragseinlagen ausgestatteten sehr anregenden Vortrag über Detlev v. Liliencron. Am 2. August fand ein Gottfried Keller-Abend statt, wozu unser Vorstand Zündel eine Einleitung gab. In einem sehr an regenden Vortrag brachte am 24. Januar 1920 unser Mitglied Wackwitz seine Neiscbilder ans dem Balkan zur Kenntnis. Am 27. März hielt unser Mitglied Obst einen äußerst lehrreichen und anregenden, ansge- 414 zeichneten Vortrag über das Kommissionsgeschäft im Buchhandel, wo zu er alle schriftlichen Arbeiten in Mustern vorlcgte. Wir waren dein Vortragenden sehr dankbar. Am 12. April hielt die Insel eine Ge denkfeier zu Fr. Hölderlins 150. Geburtstag, wobei unser Vorstand Zündel den Lebenslauf und eine ästhetische Würdigung Hölderlins gab, während der Unterzeichnete eine Beschreibung der Tübinger Erinnerungsstätten an Hölderlin unter Vorweisung von Bildern zu Gehör brachte. Es hatte sich hierzu eine große Zahl von geladenen Gästen eingefunden, in deren Namen Professor Nägele dankte und noch einige ergänzende Einzelheiten aus Hölderlins Leben erzählte. — Aus dem unterhaltenden Teil wäre zu berichten, daß im Jahre 1913 und 1914 fleißig Ausflüge in die Alb und den Schönbuch gemacht wurden und öfters Familien-Zusammenkünfte stattfanöen. Auch unsere übliche Kantatefeier wurde bescheiden und einfach begangen, bis eben hierzu keine Leute mehr hier waren. Leider mußten wir uns im neuen Jahre zu den üblichen Abschiedsfeiern versammeln, da uns liebe Freunde verlas sen mußten. Auch unsere üblichen Weihnachtsfeiern konnten wir bis 1917 begehen, dann aber mußte sie 1918 ausfallen, während sie Weih nachten 1919 unter allgemeiner Teilnahme zu dem ersten Schritt des neuen Auflebens der Insel Anlaß gab. — Im inneren Leben hat uns eine große Anzahl Verleger mit ihrer so liebenswürdigen Ablassung von Zeitschriften, wofür wir sehr dankbar sind, Stoff zu einem gut geleiteten Zeitschriften-Umlauf geliefert, der von 35 Leuten benutzt wird. Die Mitgliederzahl ist jetzt ans 36 angewachsen. Leider hat uns unser altes Ehrenmitglied Woche verlassen, da er sich in das Privatleben zurückgezogen hat. Er lebt jetzt in Koburg. Unser liebes Ehrenmitglied H. Bahr ist hier nach schwerer Krankheit im vorigen Jahre gestorben. Hermes. Die Erhöhung der Postgebühren und der Buchhandel. — Eins weitere Erhöhung der Postgebühren tritt bekanntlich mit dem 1. Mai dieses Jahres in Kraft. Das Porto für Postkarten wird auf 30 Pfg. erhöht, für einfache Briefe ans 40 Pfg. und für Briese bis 250 Gramm ans 60 Pfg. Die Sätze für Drucksachen, Gcschäftspapiere und Waren proben werden verdoppelt. Auch die Paketgebührcn, die Gebühren für Postanweisungen und die Gebühren für Zeitungen werden er heblich erhöht. Für Telegramme ist der Unterschied zwischen Orls- und Ferntelegramme beseitigt, die Wortgebühr ist auf 20 Pfg. fest gesetzt und die Mindestgebühr für ein Telegramm auf 2 Am 1. Juli werden die neuen Bestimmungen über Zeitungstarise und die Telegraphen- und Fernsprecherhöhnng in Kraft treten; die Er höhung der Fernsprechgebühren geschieht hauptsächlich zu dem späteren Termin deshalb, um den Teilnehmern Zeit zu lassen, gegebenenfalls ihre Anschlüsse zu kündigen. Überraschend kam diese weitere Postgebühren-Erhöhung nicht, denn schon seit Monaten wurde sie in Aussicht gestellt. Es soll gewiß nicht bestritten werden, daß das Reich ungeheurer Summen bedarf, um seinen Verpflichtungen gerecht werden zu können. Ob es nun aber zweck mäßig ist, gerade jetzt nach der Umstellung auf die Friedcnsarbeit und bei der Wiederaufnahme des Handels und der Industrie die Abgaben für Postsendungen und die Benutzung des im geschäftlichen Leben un entbehrlichen Fernsprechers zu erhöhen, mit anderen Worten, in erster Linie der Geschäftswelt neue schwere Lasten aufzubürdcn, muß sehr be zweifelt werden. Die Folgen einer solchen verfehlten Politik der Post werden sich auch im Buchhandel in allen seinen Zweigen bemerkbar machen. Man sollte doch eigentlich jetzt ein Interesse daran haben, mög lichst schnell unseren Handel wieder in Gang zu bringen, damit die schweren Wunden, die der Krieg geschlagen, geheilt und die große Wirtschastsmaschine wieder in Gang gebracht werden kann. Zum Wiederaufbau unseres Wirtschaftslebens, zur Neubelebung der In dustrie, des Handels, der Warenerzeugung und des Warenumsatzes kann man die Einrichtungen der Post nicht entbehren. Es braucht hier nicht näher ausgeführt zu werden, daß alle diese Punkte ganz beson ders auf den Buchhandel Anwendung finden, der von der Post ab hängig ist. Der Buchhandel leidet ohnehin seit Beginn des Krieges unter einem immer unerträglicher werdenden Papiermangel, die Preise für Materialien aller Art sind ins Uferlose gestiegen, ohne daß auf der anderen Seite ein Ausgleich durch wesentlich erhöhte Einnahmen stattgcfunden hätte. Die Betriebskosten aller Art sind erheblich ge stiegen, und die erhöhten Ausgaben für Löhne und Gehälter und die neuerlichen Abgaben nach den neuen Gesetzen stehen in keinem Vergleich zu den erzielten Gewinnen. Das Buch ist heute ein Luxusartikel ge worden, das eine weitere Erhöhung seines Preises nicht verträgt. Es ist unwirtschaftlich und unsozial, die Postgebühren nun derartig zu erhöhen, daß die Unkostenetats unserer kaufmännischen Betriebe, nicht zu vergessen gerade die kleinen und mittleren Gewerbetreibenden, den wirtschaftlich schwächeren Teil des Verlags- und Buchhandels, eine Steigerung erfahren, die unbedingt hemmend auf das wirtschaftliche
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