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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.05.1873
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1873-05-10
- Erscheinungsdatum
- 10.05.1873
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- Deutsch
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1724 Nichtamtlicher Theil. ^ 107, 10. Mai. den die Leipziger Verleger also leer ausgehcn". Nun steht zwar ganz das Gleiche im vorigen Mcßhilfsbuch; kein Mensch hat ein Wort darüber verloren, weil, wenn auch die Bezeichnung „fremde Verleger" nicht ganz correct gewählt ist, doch deutlich nur gemeint sein kann, daß an den obige» Tagen die Verleger, und am 19. 20. 21. die Leipziger Commissionäre abrcchnen. Aber da die Sache auf diese Weise doch einmal zur Sprache gebracht ist, so sei die Bemerkung gestattet, daß früher — ich weiß nicht, ob aus Gründen der Schicklichkeit oder auf Anordnung des Vorstandes — die Leipziger Verleger erst am Dienstag auf der Börse erschienen, den Montag aber den „Fremden" überließen! Wenn die gedachte Bemerkung im Meßhilfsbuch zur Folge haben sollte, daß letzteres von dieser Messe an wieder geschieht, so werden sich gewiß Viele freuen, im nächsten Meßhilfsbuch zu lesen: Montag: Abrechnung mit den fremden Verlegern. Dienstag und Mittwoch: desgleichen und mit den Leip ziger Verlegern. Max Klopfer. Miscellen. Zum Preßgesc tz-Entwurf. — Zu dem Berichte der fünften Commission über die Presse, so schreibt man der Dtsch. Allg. Ztg. aus Berlin, sind nachträglich von zwei Seiten Abändcrungsan- träge cingegangen. Einerseits beantragen die conscrvativen Com- missionsmitglicder vr. Grimm, v. Helldorf, Graf Kleist, vr. Wil- manns mit andern Abgeordneten ihrer Partei (was sie schon in der Commission andeutetcn, ohne jedoch einen förmlichen Antrag zu stellen): die Presse sowohl hinsichtlich der strafrechtlichen Verant wortlichkeit aller Betheiligten, als hinsichtlich der Verjährung, eben so betreffs des Gerichtsstandes und endlich betreffs der Beschlag nahmen lediglich den allgemeinen strafrechtlichen und strafprozessuali- schcu Bestimmungen zu unterstellen. Auf der andern Seite haben die Abgeordneten Herz, Duncker, Wiggers im Vereine mit den andern Mitgliedern der Fortschrittspartei ihren in der Commission abge lehnten Antrag zu ß. 11. des Gesetzentwurfs, der so lautet: Eine vorläufige Beschlagnahme findet nur bei unzüchtigen Abbil dungen Statt. Zur Beschlagnahme ist nur die zuständige richterliche Be hörde befugt. -7si als Abänderungsantrag eingebracht. n' ^ ' .. Die postalischen Arb eiten der Köni gl. Staatsdruckerei in Berlin. — Einem Aufsatz des Reichs- und Staatsanzeigers über diesen Zweig der Thätigkeit des großen Instituts entnehmen! wir die folgenden interessanten Mittheilungen: Die Königliche Staatsdruckerei hat die Fabrikation sämmtlicher Stempel-, Wechsel-, Post- und Telegraphenmarken, die Postkarten, Freicouverts und Streifbänder für Preußen und die meisten deutschen Staaten und aller derselben Werthmarken und Papiere seit Errichtung des deutschen Reichspostgebiets zu besorgen, sowie die Anfertigung der Druckplatten zu den Post- und Stempelmarken für das Königreich der Niederlande und seine Colonien Surinam und Curayao, auch zu den Postmarken für die Insel Helgoland übernommen. — Die Producirung dieser kleinen und kleinsten Werthzeichen Pflegt das Hauptinteresse aller Besucher der Königl. Staatsdruckerei zu fesseln, weil sie übersichtlicher ist und die zierlichen Maschinen, die dafür im Betriebe sind, mit einer seltenen Eleganz arbeiten. Der Beschauer verfolgt hier die Entstehung der Briefmarkenbogen von Anfang bis zu Ende. Er sieht das Weiße Papier durch die Pressen gehen, die ihm die in hervortretendem Relief gearbeiteten Wappenstempel einprägen, und durch andere, die demselben den verschiedenen Farbendruck mit den Werthangaben imprimiren. Die Original- Wappenpatrize ist so oft in Stahlmatrizen eingesenkt, daß die Hunderte von Marken eines Bogens auf einmal ihr Gepräge er halten können. Er sieht ferner die sinnreich erfundene Gummir- maschine, in welcher ein mit flüssigem Gummi gefüllter Behälter ununterbrochen eine breite Pinselbürste tränkt, unter welcher hin durchgleitend die Rückseiten der Markenbogen ganz gleichmäßig mit dem Klebestoff überzogen werden. Die Königl. Staatsdruckerei wendet nur reinen Gummi an, nicht Gelatine und andere Surro gate. Der tägliche Verbrauch an Vuiurni arabiourn beziffert sich auf einen Centner, ein Beleg für den Umfang dieser Fabrikationsbranche. Der Beschauer sieht darauf die gummirten Bogen in Trockcn- maschinerien aufgehängt, deren andere zum wiederholten Trocknen des Papiergeldes, welches durchschnittlich achtmal naß gemacht und ebenso oft getrocknet werden muß, überhaupt großen Raum bean spruchen und ganz weite Säle füllen. Er kommt endlich an die Maschine, welche die Löcher zum Abreißen der einzelnen Marken bohrt. Bei dieser Maschine tritt der große Einfluß zu Tage, den die scheinbar geringfügigsten Umstände bei einer so umfangreichen Fabri kation auszuüben im Stande sind. Es sind nämlich seit einiger Zeit die deutschen Postmarken mit einem farbigen Rande versehen, nicht mit einem weißen, wie die aller andern Länder, weil sie dadurch sich schärfer von dem Papier der Couverts abheben sollten. Seit Ein führung dieser farbigen Ränder nutzen sich nun aber die feinen Stahlnadeln der Lochmaschine in der viermal kürzeren Zeit ab, weil sie außer dem Papier auch die dünne Farbenschicht der Ränder mit zu durchbohren haben. Die Kostenfrage wird deshalb wohl dem nächst die farbigen Markenränder wieder in Wegfall kommen lassen. Das letzte Stadium bildet die Expedition, in welcher die Briefmar kenbogen buch- uud rießweise zugezählt werden, verpackt und ver siegelt, fertig zum Versenden an die Reichs-Postanstalten. — Nicht minder interessant, als die Markenfabrikation ist die der Freicou verts. Neben der Falzmaschine liegen die bereits bedruckten, zu- geschnittenen und gummirten Blätter in Haufen auf einander ge stapelt. Ein Arm der Maschine langt hin, ergreift das oberste Pa pier, führt es über die Oeffnung eines viereckigen Kastens, blitzschnell fährt von oben zweimal hintereinander ein in die Form passender Stempel hernieder, die Ränder einfalzcnd und zusammendrückend, und stößt die jetzt fertigen Couverts seitwärts weg, so daß dieselben kaum schnell genug auf einander geschichtet werden können. Sinn reich ist der Mechanismus, durch welchen der betreffende Maschinen arm immer nur das oberste, nur das eine Papier ersaßt. An ihm befinden sich nämlich zwei fein durchbohrte, mit einer Luftpumpe in Verbindung gesetzte Stifte, die das oberste Papier nicht eigentlich ^ greifen, sondern ansaugen. So lange früher die Freicouverts nur zum Markenwertheverkauft wurden, hatte die Königl. Staatsdruckerci deren jährlich bis zu fünfundzwanzig Millionen anzufertigen; seitdem für den Papierwerth und die Fabrikationskosten eines jeden Cou verts je ein Pfennig mehr berechnet wird, ist der Bedarf derselben auf jährlich acht Millionen gesunken, trotz des inzwischen so bedeutend gesteigerten Postverkehrs. Aus dem Reichs-Postwesen. — Das General-Postamt veröffentlicht folgende Warnung vor Verwendung zu stark gepreßter Briefcouverts: „Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß zur Couvertirung von Briefen nicht selten zu stark ge preßte Couverts verwendet werden. Derartige Couverts sind nicht empfehlenswerth, da sie während des Transports und der postalischen Behandlung an den Rändern leicht ausspringen, sodaß die Einlage oftmals bloßgelegt und der Gefahr ausgesetzt ist, aus dem offenen Couvert herauszufallen. Das Publicum wird daher im eigenen In teresse ersucht, sich des Gebrauchs zu stark gepreßter Briefcouverts zu enthalten und nur recht haltbare Couverts zu verwenden. — Zugleich benutzt das General-Postamt diese Gelegenheit, wiederholt von dem Gebrauche der für den Empfänger so sehr lästigen ganz zu geklebten Couverts abzurathen."
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