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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.12.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-12-14
- Erscheinungsdatum
- 14.12.1910
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- Deutsch
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Nichtamtlicher Teil. -V 28S, 14. Dezember 1910. fast Jedem, der in den Laden kam, ein Exemplar verkauft habe, so daß nach dem Verkauf des dreiundzwanzigsten Exemplars der Verleger ihm das vierundzwanzigste für seine Privatbibliothek überreicht habe. Da die erste Sammlung der Aquarelle mehr als 300 Mark kostete, alle drei Samm lungen zusammen etwa 500 Mark, war dieser Erfolg auch vom geschäftlichen Standpunkte aus ein durchaus erfreulicher. Im Jahre 1871 trat er nach freundlichem Überein kommen mit seinem Freunde Cohn aus dem Hause A. Asher L Co. aus und übernahm den Verlag von I. Guttentag, den er bis zum 1. Juli 1877 in Gemeinschaft mit Wilhelm Müller (später i. Fa. H. W. Müller), von da bis zum 31. Dezember 1885 mit Oscar Häring und vom 1. Januar 1888 bis zum 31. Dezember 1889 mit Hugo Heimann führte. Am 1. Januar 1890 übergab er das Geschäft Herrn Hugo Heimann zum alleinigen Eigentum und lebte von dieser Zeit an als Rentner. Reben der Firma I. Guttentag war er noch an der Buchdrnckerei der Bürger-Zeitung beteiligt. Die Buchdruckerei selbst ging, nachdem die Bürger-Zeitung kurz zuvor eingegangen war, in die Hände von W. L S. Loewen- thal über. Collin hatte die Firma I. Guttentag zu einem günstigen Zeipnnkt übernommen. Es war die Zeit nach der Begründung des Deutschen Reiches, und das Bestreben war lebendig, zu der politischen Einheit eine Einheit in der Gesetzgebung zu schassen. Ein Bürgerliches Gesetzbuch für das ganze Deutsche Reich war der Wunsch nicht nur der Juristen, sondern auch des ganzen Volkes. Collin wußte nun seine Firma diesen Be strebungen anzupassen. Er wurde der Verleger des Entwurfes eines Bürgerlichen Gesetzbuches sowie der Motive. Wenn auch seinerzeit von seiten der Konkurrenz, die sich ebenfalls darum bewarb, der Preis, den er dafür zahlte, unerhört und keinen Nutzen versprechend genannt wurde, so haben die Tatsachen doch Collin recht gegeben. Er hat nicht nur ein recht gutes Geschäft mit dem Entwurf und den Motiven ge macht, es haben sich auch andere Veröffentlichungen, die das Bürgerliche Gesetzbuch zeitigte, daran angeschlossen. Ab gesehen davon hat er durch diese Unternehmungen eine Reihe von Autoren erworben, die ständige Mitarbeiter seines Ver lages blieben. Auch hier dürfte ihm die liebenswürdige Art, sich zu geben, zustatten gekommen sein, auch hier hat er sich unter seinen Autoren Freunde sür das Leben erworben. Für seinen Beruf, wie sür seine früheren Berufsgenossen, behielt er auch nach seinem Ausscheiden lebhaftes Interesse; Mitglied der Korporation der Berliner Buchhändler ist er bis zu seinem Tode geblieben. Daniel Collin hat spät geheiratet. Er hat es aber niemals zu bereue» gehabt. Die Lebensgefährtin, die er sich gewann, Therese, geb. Cohn, ist ihm eine stete Stütze und eine treue Beraterin gewesen. Sie hat nicht nur ihm selbst ein trautes Heim geschaffen, sie hat auch verstanden, durch ihre Persönlichkeit und ihre geistigen und künstlerischen Fähigkeiten das Haus zu einem Sammelpunkt erlesener Ge selligkeit zu machen. Sie war eine geschulte Sängerin, die ihre Gäste häufig durch ihren Gesang erfreute, sie war eine liebens würdige Wirtin, die allen ihren Gästen ihr Haus zu einer Heimat machte. Ich erinnere mich »och mit großer Freude der Nachmittage und Abende, die ich in dem gastlichen Hause verlebt habe, und der Bekanntschaften mit geistig hoch stehenden Männern und Frauen, die man dort machen konnte. Daniel Collin hat geschäftlich, wie in seiner Häus lichkeit ein glückliches Dasein genossen, er hat sein Leben aus gelebt bis über das biblische Alter hinaus. Aber auch ihm sind Schicksalsschläge nicht erspart geblieben, er hat seinen einzigen Sohn, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, in jugendlichem Alter in die Erde betten müssen, aber auch hier hat ihm die Gemeinschaft mit seiner Frau über das Schwere hinweggeholfen. Nun ist er tot. Um ihn trauern seine Gattin, zwei Töchter, ein Schwiegersohn und sechs Enkelkinder; sie werden sein Andenken in Ehren halten. Auch seine Freunde, auch der Buchhandel wird es tun. — Möge ihm die Erde leicht sein! Offizielles Adreßbuch des Deutschen Buch handels. 73. Iahrg. 1911. Buobbäodier ru Deigsig. Oi.-8". XXIV, 630, 313, 196, 68 n. 16 8. Nit Bildnis rmä Liogragbis llobannes Ltottners nnä Beilagen. Lörsenverein äsr Dsntsebon Rnebbäockler ru Bsiprig. 6ebnn- cksn. Bür Mitglieder 10 kür Xiebtmitgliedsr 12 Dieselbe Xusgabs in 2 Bünde gebunden. Abteilung I mit 8el>reibx>apier durobsebossen. Bür Mitglieder des Lörsenvereins 13 kür XielN.mitglieder 15 .^. Dasselbe, meine Lusgabe. 6r.-80. XIII, 630, 68, 16 8. Seit Anfang Dezember dürften alle Besteller im Besitz des neuen Jahrgangs (1911) des vom Börsenverein heraus gegebenen »Offiziellen Adreßbuchs des Deutschen Buch handels-- sein. Der neue Band bringt ein wohlgetroffenes Bildnis unseres vorzeitig abgeschiedenen verdienten Kollegen Johannes Stettner, Freiberg, Sa. (fi 1909), dazu von Johannes Hirschseld, Leipzig, ein knapp und klar umrissenes Lebensbild des Entschlafenen. Johannes Stettner war am 1. Januar 1876 als Teilhaber der Firma in die angesehene väterliche Buchhandlung Craz L Gerlach in Freibera ein- getrcten. Schon 1877 erweiterte er deren Betrieb durch Gründung der Filialhandlung »Akademische Buchhandlung in Tharandt. 1884 trat er in den Alleinbesitz der Frei berger Handlung und mit seinem Bruder und Teilhaber Richard in den Mitbesitz der Tharandter Filiale. 1884 berief ihn das Vertrauen seiner Kollegen in den wichtigen Rechnungsausschuß des Börsenvereins. Er hat diesem bis 1890 angehört und sich den großen und mühevollen Auf gaben jener Jahre mit Verständnis und Hingebung gewidmet. Der Bau des Deutschen Buchhändlerhauses in Leipzig, der Ankauf des Schulzschen Adreßbuchs fielen in jene Jahre. Von 1890 bis 1893 wirkte Johannes Stettner im Vereins- ausfchuß, dann von 1893 bis 1901 im Vorstande, zunächst als Zweiter Schriftführer, darauf als Zweiter Vorsteher des Börsenvereins und, nach dem unerwarteten Ableben Arnold Bergsträßers, als stellvertretender Erster Vorsteher. Auch noch bis 1907 war er (im Ausschuß für die Revision der Restbuchhandels-Ordnung) ehrenamtlich für den Böcsenverein tätig. Ein reiches und gesegnetes Wirken für das berufliche Gemeinwohl hat das Leben des verdienten Kollegen erfüllt. Die Einteilung des Adreßbuchs ist natürlich dieselbe geblieben, wie sie den Benutzern seit Jahren vertraut ist. Wiederholt lenken wir die Aufmerksamkeit auf Beachtung des »Alphabetischen Schlagwortverzeichnisses« im Eingang des Bandes (Seite IX—XIV), das dem Suchenden die Mühe erleichtert und ihm Zeit spart. Auch auf eine Neuerung in der alphabetischen Ordnung (natürlich in allen Alphabeten des Bandes) ist hinzuweisen, daß nämlich die vor mehreren Jahren eingesührte Trennung der Buchstaben I und 3 wieder ausgegeben worden ist.
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