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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.07.1917
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-07-16
- Erscheinungsdatum
- 16.07.1917
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. .ir 163, 16. Juli 1917. Er ist selbstverständlich und bedarf keiner besonderen Em pfehlung, datz der deutsche Verleger nach Möglichkeit in seinen Veröffentlichungen Fremdwörter vermeidet. Mag er persönlich auch gegen Fremdwortverdeutschungcn sein, so wird er schon aus kaufmännischen Gründen die in weiten Kreisen fast zur Liebhaberei ausartende Bewegung nicht gänzlich übersehen oder unberücksichtigt lassen können. Jedenfalls aber verdeutsche man nicht mit Gewalt, wie es leider gerade jetzt so häufig beobachtet werden kann. Wenn die Verdeutschung die Sache nicht so tref fend kennzeichnet wie das Fremdwort, so ist letzteres ganz ent schieden vorzuziehen. Gewaltsame Verdeutschungen eingebür gerter Fremdwörter machen den Text nicht selten unverständlich und schmälern infolge dessen den Erfolg der Veröffentlichung. Wenn möglich, umschreibe man in Inseraten kurz den In halt der betreffenden Buches; bei größerem Raum ist es sogar zweckmäßig, das Inhaltsverzeichnis, wenn auch nur auszugs weise, wiedcrzugeben. Von Sachregistern gilt das gleiche. Die möglichst genaue Jnhaltswicdergabe ist von besonderem Wert bei Büchern mit hohen Ladenpreise», z. B. wissenschaftlichen und Lehrbüchern. Der hohe Preis hält bekanntlich manchen Inter essenten ab, ein Buch zu kaufen, das ihm unter Umständen von großem praktischen Nutzen sein könnte. Erst die Kenntnis des Inhalts, die bestimmte Schlüsse auf den Wert des Buches für den einzelnen ermöglicht, veranlaßt solche Inter essenten zum Kauf. Auch manche Auswahl- und Ansichtssendung wird dem Buchhändler auf diese Weise erspart, da gewiß der eine oder andere das Buch schon nach Kenntnisnahme des In haltsverzeichnisses bestellt, ohne cs sich vorher zur Ansicht vor legen zu lassen. Selbst bei Romanen — wie überhaupt bei belletristischer Literatur — kann die Wiedergabe des Inhaltsverzeichnisses von großem Werbewert sein. Meines Erachtens ist die kurze Zu sammenfassung des Inhalts in solchen Fällen bedeutend werbc- krästiger als der Abdruck einer Reihe van Rezensionen, wie es im allgemeinen üblich ist. Damit soll selbstverständlich nicht gesagt sein, daß den Rezensionen in Inseraten keinerlei Wcrbe- wert innewohne. Wenn sie von angesehenen Zeitungen, Zeit schriften oder gar aus der Feder bekannter Autoritäten stammen, dabei kurz und treffend abgesaßt sind, mögen sie auch in Inseraten manchmal mit Vorteil zu verwenden sein. Bei Büchern mit besonderer typographischer Eigenart oder besonders günstiger und übersichtlicher Gruppierung des In halts, z. B. bei Handbüchern mit lexikalischer Einteilung, wird die Wiedergabe einer Seite ev. in kleinerem M atzstabe sehr oft gute Wirkung haben. Empfehlenswert ist auch die Wiedergabe des Um schlags, denn das Buch wird hierdurch dem Auge des Lesers sinnlich nahegebracht, und der Wunsch, es zu besitzen, wird viel nachdrücklicher erregt als durch einfache Titelanzeige. Häufig genug wird der Leser seinem Wunsche nachgeben, sobald sich in einer Schaufensterauslage das seinem Auge schon wohl- bekannte Buch wieder in Erinnerung bringt. Die typographische Ausstattung. Aus welcher Schrift ein Inserat gesetzt wird, ist im all gemeinen ziemlich gleichgültig, die Hauptsache ist stets, daß die Schrift zweckmäßig gewählt wird. Eine Schrift kann man dann als zweckmäßig bezeichnen, wenn sie leicht lesbar ist und eine übersichtliche Anordnung gestattet. Ob die deutschen (Fraktur-) Schriften den sogenannten lateinischen (Antiqua) vorzuziehen sind, mag ich nicht entscheiden. Es ist über diese Frage in Zeitungen und Zeitschriften aller Richtungen, auch im Börsenblatt, so viel und zu viel von Kennern und auch vielen Nichtkennern gestritten worden, daß es überflüssig erscheint, das Thema hier nochmals zu behandeln. Einen Sieg haben weder die Verfechter der deutschen noch jene der lateinischen Schrift davongetragen. Der ganze Streit hat nur die Gemüter verwirrt, sodaß viele Besteller vom Trucker die Anwendung dieser oder jener Schriftart verlangen, ohne eigentlich recht zu 326 wissen warum. Beide Schriftchar allere haben ihre Vorzüge und Nachteile; es gibt gut lesbare, schöne und charaktervolle, aber auch undeutliche, häßliche und charakter lose Schriften beider Arten. Man prüfe deshalb von Fall zu Fall, und wenn die vorliegende Schrift den gestellten Erwar tungen entspricht, verwende man sie, ohne Rücksicht zu nehmen auf diese oder jene Anhängerschaft; man lasse vielmehr Gründe der Ästhetik und Zweckmäßigkeit allein entscheiden. Den» trotz der erbitterten Pressefehdcn hat sich doch nur wenig geändert, bis auf die vorhin erwähnte Verwirrung der Gemüter, die schon manche Verstimmung hervorgerufen hat, auch im Verkehr zwischen Verleger und Drucker. . Und dann ein anderer strittiger Punkt. Es herrscht vielfach die Anschauung, datz ein Inserat aus der gleichen Schrift gesetzt werden müsse, die für das Buch Verwendung gefunden hat. Ich halte das nicht für notwendig, glaube vielmehr, datz das mitunter die Wirkung des Inserates beeinträchtigen kann. Wenn z. B. der weitaus größere Teil einer Jnseratenseite in Fraktur gesetzt ist, wird der reklametechnisch ersahrene Verleger ohne weiteres und mitAbsicht zur Antiqua greifen, obgleich sein Buch aus einer Frakturschrift gesetzt ist. Es ist nicht einzusehen, warum man zu seinem eigenen Nachteil die Unübersichtlichkeit und Eintönigkeit solcher Jnseratenseiten noch vergrößern soll, da doch hier ohne Mehrkosten lediglich durch die Wahl einer andersgearteten Schrift schon eine gute Reklamewirkung erzielt werden kann. Etwas anderes ist es, wenn durch das Inserat gleichzeitig eine Probe der Buchschrift gegeben werden soll, was Wohl nur selten Vorkommen dürfte. Dann müßte das aber durch einen entsprechenden kurzen Hinweis ausdrücklich betont werden. Im allgemeinen beachte inan bei der Zusammenstellung von Inseraten den alten Er fahrungssatz, stets das Gegenteil vom Altherge bracht e n z u t u U. Ist der Durchschnitt der Inserate in An tiqua gesetzt, verwenden wir Fraktur, überwiegt kompresser Satz, so wählen wir eine lichtere Anordnung und umgekehrt. Auch schräggestellte und bogenförmige Zeilen sind mitunter gut zu verwenden, wenn es auch von typographischen Ästheten nicht gern gesehen wird. Überhaupt, wo alles in wagerechter und senkrechter Linie sich bewegt, bevorzuge man Diagonalen und Bogen, wo alles fett und kräftig dargestellt ist, bringen wir zarte und lichte Töne, wo Licht ist, versuchen wir es mit Schat ten, wir bringen (um es nochmals zu sagen) stets das Gegenteil vom üblichen, damit unser Inserat absticht, herausfällt aus dem Rahmen des Ganzen, kurzum: wir geben unserem In serat eine solche typographische Anordnung, datz es unbedingt ins Auge springen mutz. Ge schmacklosigkeiten müssen allerdings vermieden werden, unter Umständen nehme man die Mitarbeit eines Künstlers in An spruch, soscrn er reklametechnisch die notwendigen Garantien bieten kann. Der Entwurf. Wenn man sich darüber schlüssig ist, wie das Inserat un gefähr aussehen soll, fertige man für den Setzer eine flüchtige Anordnungsskizze. Ich betone ausdrücklich; eine »flüchtige» Skizze, denn die wenigsten Inserenten werden in der Lage sein, das Aussehen eines Inserates vorher in allen Einzelheiten zu bestimmen. Deshalb würde sich die mühevolle Arbeit des ge nauen Skizzieren? nicht lohnen, außerdem genügt die flüchtig hingeworfene Bleistiftskizze, um dem Setzer klarzumachen, welche Ausstattung und Anordnung man ungefähr erwartet. An den Rand oder in die Skizze hinein macht man die not wendigen Bemerkungen über Schrift, Einfassung, Klischees usw. Es ist überhaupt zu empfehlen, derlei Notizen stets auf der Skizze oder auf dem Manuskript anzubringen, weil sie sonst aus dem Begleitbrief erst abgeschrieben werden müssen und leicht etwas übersehen werden kann. Es ist empfehlenswert, sich ein Schriftenverzeichnis der am meisten benutzten Blätter zuzulegen. Wenn das nicht möglich ist — Schwierigkeiten bietet es immer —, so lasse man dem Setzer die Wahl zwischen einigen Schriften, ähnlich, wie wir es bei nachstehender Skizze zeigen..
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