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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.02.1851
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- 1851-02-18
- Erscheinungsdatum
- 18.02.1851
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172 den, und wird dies wohl die Vorausschickung der nachfolgenden Notizen rechtfertigen, nicht allein wegen des Interesses, welches sie im Allgemeinen für die Geschichte des Buchhandels darbieten, sondern auch, weil sie das Terrain chacakterisiren, auf dem Hiteorp seine Tätigkeit entfaltete. Auf einer Anzahl von Cölner Vcrlagswerken aus den sicbcnziger und achtziger Jahren des fünfzehnten Jahrhunderts findet sich nämlich ein Cen- survermerk der Cölner Universität, ausgedrückt durch die Worte: ^dmis- «um sc spprvbstum sbslms Universität« Ooloniensi , oder auch: Vemp- tst»n> »dmissumgue et spprolistum ab nlms universitato studii civi tatis Onloniensis, de cnnsensu et voluntate spectadilis et e^re^ii vir, pro tempore rectoris ejusdem, zuweilen noch mit dem Zusätze examinatum. Die Anzahl dieser Werke ist zwar nur gering, doch genügt dieselbe, um den Eifer jener Corporation erkennen zu lassen. Es sind die folgenden: Opus prseclarui» omnium bvmeliarum sc postillarum Orexorii, /äu- ^ustini, üieronxmi etc. super evsngelis dominicslia cke tempore et cke sanctis. 2 Voll. Oonrsd Winters de kkomborck. ca. 1475. d'ol. k'asciculus temporum omnes anticjuvrum ckronicas complectens. Heinrich ljuentel. 1479. I?ol. — idem. Heinrich tjusntel. 1480. k'ol- — idem. Heinrich ljuentel. 1481. hol. — idem, sslemmingen, Ulbert liunns. 1482. d'ol. Liklis Istina. Oanrsd Winters de Homborcb. 1479. Ib'ol. Wilbelmi, episcopi k,uj;dunensis, summa de virtutibus. Heinrich «Luentel. 1479. k'ol. ^slexani de ^st summa de casibus. Heinrich ljuentel. 1479. l^ol. Glider, lob., aurei sermones de tempore et de sanctis. Oonrad Winters de Homkorcli. 1480. k'ol. äri^uinss, l'bom., egregium opus r>uarti scripti. Heinrich tzuentel. 1480. lb'ol. Hsrentksls, ? de, expositio super librum psalmorum. Oonrad Winters de Homborcb. 1480. h'ol. Oordiale guatuor novissimorum. klartbolomaeus de Oncliel. 1483. 4. — idem. >äpud eund. s. a. 4. — idem. Oonrad Winters de Homborcb. s. a. 4. Lnrlaei, Oualt., Uber de vita ac moribus pbilosopkorum poetarum- gue veterum. Oonrad Winters de Homborcb. ». a. 4. leider, stob., de contractibus mercatorum. Oonrad Winters de Homborcb. s. a. 4. 6uidonis de lVIoute Hockerii manipulus curatorum. (llokann 6u>- densckass?) s. a. h'ol. A. Berger, in einem Aufsatze über die deutsche Gesetzgebung i» Be zug auf Presse, Autorrecht und Verlagsvcrtrag *), will hierin allerdings keine förmlich organisirte Censur erblicken, sondern nimmt an, daß die be treffenden Werke der Universität seitens der Verfasser (oder vielmehr Herausgeber) freiwillig zur Begutachtung vorgelcgt worden seien. Es ist hierbei jedoch zu berücksichtigen, daß ihm von den mit dem erwähnten Cen- survermcrk versehenen zwölf verschiedenen Werke» nur zwei bekannt waren, daß er die Variante der Censurformcl: 'IV-mptatum etc. nicht anführt, daß ferner unter den betreffenden Werken nicht allein nlchtthcologische Vor kommen, wie der d'asciculus temporum von Werner Rolewinck und bei der, de contractibus mercatorum, sondern auch eine Ausgabe der Vul gata, Homilicn der Kirchenväter, so wie ein Werk des Thomas von Aquino, deren Herausgeber theils schwerlich Veranlassung genommen haben dürften, diese Werke der Univcrsirät zur Prüfung vorzulcgen, wenn nicht eine zwin gende Ursache, eine allgemeine Verpflichtung dazu vorhanden gewesen wäre, theils dürfte die Universität selbst anderen Falls keinen Grund gehabt haben, auch diesen Werken eine Begutachtung zu Theil werden zu lassen. Ueberdics wird auch ein Fall berichtet, wo das zur Prüfung vorgclegtc Werk eine Verdammung erfuhr **). Merkwürdig ist es übrigens, daß diese öffentlichen Ccnsurvermcrke kurz vor Erlaß der Mainzer Verordnung vom Jahre I486 verschwinden und wäre daher ein Zusammenhang beider Censurinstitute oder wenigstens eine Uebcrtragung der Censur in Cdln an eine geistliche Behörde leicht möglich. Ungeachtet dieser der Pflege der classischen Studie» und überhaupt der Entwickelung einer freieren Regsamkeit auf literarischem Gebiete wenig günstigen Verhältnisse, ungeachtet des Vorwiegens der scholastisch theolo- gischen Studien, versuchte es doch ein Buchhändler, den ersteren Eingang und Anerkennung zu verschaffen. Gottfried Hittorp oder Hüttorff, wie er in den später zu erwähnenden Acte» auch genannt wird, erwarb sich dieses Verdienst, und wenn seine Bemühungen auch nicht von einem vollständig Allgemeine Preßzeitung. >841. pag. 2s. **) Hartrkeim, bibliotbeca Kolonien«,«. Lolomae 1747. 95. 14 günstigen Erfolge gekrönt wurden, wenn er auch schließlich seines Inter esses wegen genöthigt wurde, mir dem Strome zu schwimmen, so wird ihm doch nicht die Anerkennung versagt werden können, daß er auf einer un gleich höheren Stufe stand, als der bei weitem größte Theil seiner Ge- schäftsgenosscn in jener Zeit. Die Namen mehr oder weniger gelehrter Buchdrucker, die de» Wissenschaften in ihrer Entwickelungszcir Dienste geleistet haben, werden noch mit Achtung genannt, die bedeutendsten Buch händler dagegen, Männer wie Hittorp und so manche andere, sind der Vergessenheit verfallen, kaum werden gelegentlich ihre Namen erwähnt. Die Notizen, die in den nachfolgenden Zeilen über Hittorp geboten wer den, sind allerdings dürftig und lückenhaft genug, und keineswegs im Stande, ein Bild seiner Thätigkeit und Wirksamkeit zu geben ; eine Ver vollständigung derselben ist daher sehr wünschenswerlh, doch bietet wenig stens das Gegebene einen kleinen Beitrag zur Geschichte der wenig berück sichtigten buchhändlerischen Verhältnisse in der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts. — Gottfried oder Gotthardt, auch Goddert Hittorp, wurde im Jahre 1-t8ö zu Cdln *) aus einer patricischen Familie geboren. Frühzeilig und mit erfolgreichem Eifer widmete er sich wiffenlchaftlichcn Studien, wofür Hartzhcim's Zeugniß spricht, so wie das Prädicat Magister und Licenciat, das ihm öfter in den Schlußschriften seiner Verlagsartikel bei- gelcgl wird. Ec erscheint zuerst zu Paris in den Jahren 1511 u. 1512, wohin ihn jedenfalls die Absicht, seine Studien zu vollenden, geführt hatte, und wo seine Liebe zu den Wissenschaften wahrscheinlich in so weil genährt wurde, daß ihn dieselbe veranlaßtc, sich dem Buchhandel zu widmen, um durch denselben um so wirksamer für die Verbreitung jener auftreten zu können. Paris scheint zu jener Zeit vielfältig von Cdlnern besucht worden zu sein, denn mit ihm zugleich kommt dort sein Freund, Studien - und Geschäftsgenosse Ludwig Horncken, so wie der Buchhändler Johann von Rauersberg fsub tribus coronis Ooloniae) vor. Hitlorp und Horncken arbeiteten bis zum Jahre 1520 mit einander, und wenn sich auch in der chronologischen Reihenfolge ihres gemeinschaftlichen Verlages nicht unbe deutende Lücken darbieten, so ist dies wohl eher der damals gang und gäben Nachlässigkeit der Buchdrucker und Buchhändler in der Nennung der Namen der Letzteren zuzuschreiben, als einer etwaigen Unterbrechung ihrer geschäftlichen Thätigkeit. Diese begann bereits 1511 zu Daris, was cineStheils daraus hcrvorgeht, daß Hittorp im Jahre 1535 selbst an- giebt, er beflisse sich nun bereits seit 24 Jahren des Handels mir Bücher drucken und Verkaufen im heiligen römischen Reich, andcrcntheils daraus, daß auf einigen ihrer Pariser Verlagsartikel vom Jahre 1512 als ihre Wohnung und ihr Verkaufsort der vicus 8t. dscabi suk intersignio cuniculi sldi angegeben, eine Verwechselung mit der des betreffenden Druckers, Johann Philipp aus Kreuznach, auch nicht möglich ist, da dieser seine Ofsicin ?1sce sslsubert ä 1'enseigne du cerk petit hatte. De la Caille**), obwohl im Allgemeinen keine besonders zuverlässige Quelle, nimmt sic gleichfalls unbedenklich unter die Pariser Buchhänd ler auf. Am Schluffe des Jahres 1512 müpen sie sich jedoch beide wieder in ihre Hcimath zurückbegeben haben, wie für Hittorp aus seiner eigenen, bereits erwähnten Angabe zu folgern ist, für Horncken aber daraus, daß er sich in der Schlußschrift eines 1513 für seine alleinige Rechnung ge druckten Werkes kibliotkecarius Ooloniensis ***) nennt. Hier in Cöln entwickelte sich nun erst Hittorps eigentliche buchhändlerische Wirksamkeit, und zwar namentlich seit dem Jahre 1521. Cöln's Verlagsthätigkeit begann um diese Zeit seine Glanzperiode; die Familie Quentel, die Fami lie Birckmann, Johann Heyl und später Johann Gymnicus, Arnold Mp- lius, Anton Hierac brachten dieselbe auf eine Höhe, von der die jetzige allerdings ziemlich abstichc und namentlich scheint der Verkehr mit den Niederlanden, vorzüglich mit Belgien, sehr ausgebreitet und lebhaft ge wesen zu sein. Auch die allgemeinen geschäftlichen Verhältnisse des deut schen Buchhandels lenkten allmälig in ein geregeltes Bett, so daß Hirtorp für sich ein weit günstigeres Terrain, weit glücklichere Chancen vorfand, als z. B. Johann Rynmann beim Beginn seiner buchhändlerischen Lauf bahn. Namentlich hatte bereits die Frankfurter Messe nicht allein für den deutschen Buchhandel, sondern für den gesammten Buchhandel über haupt eine derartige Wichtigkeit erlangt, daß sie für bedeutende, wissen schaftliche Werke, die der großen Masse des Publicums nicht durch den Jahrmarkt- und Hausirverkehr zugänglich gemacht zu werden brauchten, den beschwerlichen Vertrieb durch Reisen entbehrlich machte. Sic wurde be- *) printalsou, i»>'080i>08ral»luL6 1i«roum .Ttciuc illustr. viror. totiu« Oelmrmiris. pars Ul. karierte 1505. pag. 338. — üartrlieim, dibliotkeca t^oloniensis. 104. Stockmeyer und Neber, Beiträge zur Basler Buchdruckergeschichte, pax. 139.
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