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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.10.1859
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1859-10-10
- Erscheinungsdatum
- 10.10.1859
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- Deutsch
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- Saxonica
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1992 Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. 125, 10. October. Es komm! ourckaus nicht in Frage, welche Art von Buchhalt ung der >unqe Mann einstens im eigenen oder fremden Interesse zu führen hat, cs ist Erfocdcrniß, daß er dieselbe als Wissenschaft zum theoretischen Studium macht. Nicht die Möglichkeit einer prak tischen Benutzung gebietet cs, sonder» die Erwerbung aller der Vor- theile, welche aus der gründlichen Kennlniß der systematischen Buch haltung hcrvorgehcn. Sic ist die naturgemäßcste und einzig richtige Art, die Bücher zu führen, und das Verständniß derselben befähigt zu jedweder Anwendung aus die verschiedenartigsten Verhältnisse. Es ist rief zu beklagen, daß sich meine jüngeren Skandesgenosscn noch immer zu wenig mit dem Studium der systematischen Buch haltung ernstlich beschäftige» und daß dadurch der praktischen An wendung, welche neuerdings in so vielen Handlungen angestrebt wird, die hierzu erforderlichen Arbeitskräfte mangeln. Jeder gebil dete Kaufmann versteht sic und muß sic verstehen und der Buch händler, der unter ihnen die höchste Stufe einnehmcn will, unter schätzt noch immer die bohc Bedeutung der Vortheile, welche aus dem Studium derselben hcrvorgehcn. Wie Viele gibt es noch, welche nicht wissen, wie sie cs anfangcn sollen, um eine klare Ueber- sickt ihrer Geschäfte zu gewinnen, um den richtigen Werth ihres EiaentbumS zu ermitteln und die endlichen Resultate ihrer Geschäfts führung aufzufinden! Und alles dies ist so leicht zu erreichen, wenn sie sich nur entschließen, die Gesetze und den Organismus der Buch haltung ernstlich zu studiren, um den Schleier, der thcilweisc noch immer die Geschäftsführung in Unklarheit hüllt, ganz hinwcgzu- nehmen. Außer den großen Vocthcilcn, welche eine wohlgeordnete Buchhaltung der Beurthcilung des Eigenrhums bietet, ist aber auch ihre Rückwirkung auf die ganze Geschäftsführung von segens reichem Einfluß. Sic verlangt Ordnung und Pünktlichkeit in allen Tbeilen derselben und erzwingt sie endlich, sic deckt alle Vernach lässigungen und Fehler auf und bildet den großen Regulator des Gefchäftshauskalcs. Möchten Liese mahnenden Worte an meine jungen Standes- genossen nicht ganz erfolglos verklingen, möchten sic wenigstens einen Theil derselben wach rufen und ihn bewegen, sich ernstlich mit dem Studium der kaufmännischen Wissenschaften zu beschäf tigen. Dieser wird dann, im gleichzeitigen Besitz der übrigen zum Buchhandel erforderlichen Kenntnisse, für die praktische Geschäfts führung fast immer den Vorzug genießen. Albert Rottner. Entgegnung auf die „Antwort aus Oesterreich!" „Wozu der Lärm! — was steht dem Herrn zu Diensten?" Ich werde sonderbarer Weise eines Artikels im Börsenbl. we gen angegriffen, an dem ich keinen Theil habe! Die Sache hat wirklich ihre heitere Seile, wäre sie nur nicht zugleich meinen aller dings ernsten Bestrebungen gegenüber, meinen oestcrreichischcn Col- legen wie mir selbst auf irgend eine liberale Weise die Rechnung für die Folge zu erleichtern, ein trauriges Zeichen, wie gern sich Sitte, Anstand, persönlicher Muth in unserer Zeit hinter die gemeine Maske der Anonymität stecken, um von da aus jedes redliche Wol len zu begeifern. Warum tritt jener „Antwortler" gegen meine Person nicht mit seinem Namen hervor? Warum feig sein und sich doch den Anschein des Muthes geben? Oder registrict jener Brave vielleicht es unter den feinen Takt, Vorwürfe einem Eollegen zu machen, weil er Vorschläge unterbreitete, die ihm im beiderseitigen Interesse zu liegen schienen, und deren Annahme oder Verwerf ung Jedem frcigestcllt waren! Ich habe für mein Thun und Lassen keinen Anwalt, brauche auch dafür keinen! Der ganze Vorwurf, de» mir jener wackere Anonymus machen kann, ist der, daß ich das Bessere gewollt! Daß cs ihm in seinen Kram nicht paßt, bedaure ich, wie es einem Christen geziemt. Den Beweis gab ich, daß ich bereit bin, mit beizutragen, die geschäftlichen Beziehungen mit Oesterreich wechselseitig besser zu ge stalten, cs wurde auch von vielen meiner Eollegen anerkannt, selbst auch von solchen, die meinen Vorschlag nicht annehmcn wollten. Das ist mir wenigstens eine moralische Gcnugthuung, und jener Versuch, mir meinen Antheil an der allgemeine» Reformbercitwil- ligkeit zu schmälern, ist ein so täppischer, daß er wohl mehr in Oester reich selbst Verstimmungen Hervorrufen wird, wo man nun wieder einmal sagen kann: „Gott bewahre mich vor meinen Freunden", als daß er mich sachlich verletzen konnte. Ich irrte allerdings, als ich vom Januar als dem allgemeinen oesterceichischcn Abrechnungs- terminc sprach, auch in der Bezeichnung Conv.-Münze irrte ich. Es sind zwölf Jahre verflossen, seit ich in Oesterreich arbeitete. Da vergißt sich manches. — Was die Bezeichnung C.-M. statt O. W anlangt, so ist dies zu entschuldigen. In einem Lande, wo mit je der neuen Finanzoperation auch das Geld einen andern Namen fast bekommt, kann man nicht so genau folgen, wenn man Anderes zu khun hat! Die ganze „Antwort" enthielt auch nicht das Geringste, was belehrend oder nützlich wäre, und sie hat nur den Ausdruck persön licher Gehässigkeit. Ich fühle keinen Beruf, dem Anonymus sein Rechenexempel, das er sich hinlegt, wie es zu seinen Phrasen eben paßt, weiter auszuspinncn und ihn auf jene Zeiten zurückzuweisen, aus denen mir selbst mehrfach Thatsachen versiegen, daß damals 20 Ngr. netto denn doch etwas mehr nach oestcrrcichischcm Calcul gaben, als 1 fl. 20 kr. O. W. Es ist darüber schon so viel an die ser Stelle gesagt worden. Ich frage nun den Anonymus: War jener Artikel, an dem ich keinen Theil habe, persönlich oder gehässig? — Nein! Hat man also das Recht, unter der Maske feiger Anonvmität persönlich gegen mich zu werden?— Gewiß nicht! Dem anständigen Manne bleibt in solchen Fällen nichts weiter übrig, als sich mit den Worten Schiller's zu trösten: „Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht, und die Gewohnheit nennt er seine Amme!" — Der Rest aber — sei Schweigen, solange ich mir einem Namenlosen kämpfen soll. Will aber der Herr mit seinem Namen „ein Tänzchen wagen, mag er's nur sagen, ich spiele ihm auf!" Frankfurt a. M., den 4. October 1859. Carl Meidinger. Miscellcn. Zwei Riesengloben. — Aus einem von Hcn. Dietrich Reimer in Berlin soeben versandten Prospectus über zwei in dessen Verlage erschienene Globen, einen Erd- und einen Himmels globus, von ungewöhnlicher Größe, nehmen wir ihrer technischen Merkwürdigkeit halber Veranlassung, die Aufmerksamkeit auf diese hervorragenden Erscheinungen zu lenken. Der Durchmesser der Kugeln ist 2 Fuß 6 Zoll rheinl., ihrUmfang7Fuß IO Zoll. Von dem von sie. H. Kiepert bearbeiteten Erdglobus, «Preis 80 Thlr.), im Maaßstabc von l .16,500000, war während der letzten Ostermessc in der Buchhändlcrbörsc ein noch nicht ganz fertiges Probeexemplar aufgestellt, das seiner stattlichen Größe, wie der vorzüglich schönen Ausstattung wegen ungetheiltcn Beifall fand. Die Anwendung mehrfarbigen Drucks, nämlich schwarz für das Grad- und Flußnctz und die Schrift, braun für die Gebirge, und blau für die Meeresküsten, wie die sorgfältige Colorirung der po litischen Grenzen gewähren eine sehr gefällige und ungemein klare Anschauung der Erdoberfläche; die Zeichnung der außereuropäischen Länder konnte, dem oben angegebenen Maaßstab zufolge, specieller ausgeführt werden, als sogar in den größten Atlanten.— DerH im-
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