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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.09.1859
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1859-09-26
- Erscheinungsdatum
- 26.09.1859
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- Deutsch
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- Saxonica
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1882 Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. 119, 26. September. nach der Natur der Verhältnisse Rechtens sein soll, consequent durch- zusührcn. Zwei Abwege sind cs hauptsächlich, welchen hier vorgcbeugt werden muß; einmal der: in Verkennung des historisch Gewor denen und der eigenthümlichen Aufgabe des literarischen und arti stischen Verkehrs, die Besonderheiten des Buchhandels schlechthin mit den Grundsätzen des Waarcnhandcls zu »ivclliren, und auf der andern Seite: der Abweg, den Werth allgemeiner Rechtsprincipicn und ihre Nolhwendigkeit für die Sicherheit des Verkehrs zu verken nen, und dem Buchhandel in denjenigen Beziehungen, womit er auf der Straße des gcsammtcn Handelsverkehrs sich befindet, die Freiheit der Bewegung dadurch zu erschweren, daß er sich diesen all gemeinen Verhältnissen verschließen würde. Soll auf diesen Grundlagen der Versuch gewagt werden, das Recht des deutschen Buchhandels darzustellcn, so muß hiebei die hi storische Entwicklung der gegebenen Organisationen und die Be leuchtung der modernen Vcrkehrserfordernisse die Schranken vor zeichnen, innerhalb welcher die Grundsätze des gemeinen Rechts an wendbar bleiben. Möchte die dem Raum gemäß unvollständige Erörterung, welche hier zu geben versucht wurde, vorerst dazu beitragen, daß die Aufmerksamkeit competcntcr Beurthcilcr diesem Gebiete sich zuwende. Jul. Friede. Wilh. Melle. Der Sensenmann hat in diesem Jahre die buchhändlerischen Reihen Hamburgs schwer mitgenommen; nachdem zuerst dicHerold'- schc Buchhandlung durch den Tod des Hrn. Köhler einen seiner Ehefs verloren hatte, starb Hr. Wilhelm Mauke, das Haupt der Firma Pcrthes-Besser L Mauke, dem in wenigen Wochen Herr Julius Melle, der alleinige Inhaber der Firma Nestler L Melle, folgte, den wir gestern Morgen den 18. Septbr. zur Erde bestatteten. Melle war der älteste ctablirtc Buchhändler Hamburgs, ob gleich er zuerst kaufmännischen Kreisen angehöct hatte. Schon im Jahre 1817 durch die Verheiralhung mit einer Tochter F. H. Nest- ler's trat Melle in das Geschäft und die Firma Nestler ein, obgleich sich erst bei Mellc's zweiter Verheiralhung 1881 die Firma in Nest ler L Melle verwandelte. Gewohnt, ein Geschäft kaufmännisch und energisch zu betreiben, war sein Einfluß auf das Geschäft nach die ser Seite hin bald fühlbar, so daß das Geschäft immer mehr wuchs und in den ersten dreißiger Jahren in die Reihe der größten Hand lungen Deutschlands cintrat und seine Verbindungen von Batavia bis Archangcl ausdchnce und Novitäten ebensoweit zur Ansicht ver sandte. Der Kundenkreis war ein so gesicherter, daß, obgleich nie eine Subskriptionsliste in Eirculation gesetzt wurde, stets große Par tien baar oder fest bestellt wurden; so wurden bei Versendung der Anzeige der mit Stahlstichen in 10 Bänden erscheinenden Octav- Ausgabe von Schiller's Werken gleich 200 Ex. baar bestellt, ein Bedarf, wie ihn wohl nur wenige Handlungen Deutschlands hat ten. Mit dem Tode F. H. Nestler's 1848 ging die alleinige Leitung des großen Geschäfts, Buch- und Steindruckcrei, das Kalendcr- privilegium und der Verlag des Kalenders auch auf Melle über, welcher bisher nur die Buchhandlung und das Antiquariat geleitet hatte. Das Jahr 1848 mit seinen politischen Spaltungen wirkte auch auf dies Geschäft ein, da die jüngere Generation, die zur radi- calen Partei hielt, sowie überhaupt die liberale Partei, sich momen tan in etwas von dem Verleger des conservativen Patrioten ent fernte. Die speciellc Leitung des Geschäfts überließ Melle schon seit 25 Jahren dem ersten Eommis, und es lag also stets in der Hand des geschäftslcitcnden Eommis, nach welcher Seite hin das Geschäft thätig sein sollte. Als Mensch und Gesellschafter gehörte Melle zu den sehr lie benswürdigen, wie denn auch als Principal sehr für ihn spricht, daß fast jeder Eommis nur dann das Geschäft verließ, wenn er sich etabliren wollte, wie dies bei Meyer in Cottbus, Schlüter in Altona, Prinz daselbst, Zeiser in Nürnberg und Mentzel in Altona der Fall war. Aus dem Geschäft gingen folgende Principale, die hier ihre Lehrzeit bestanden: Krabbe in Stuttgart, Detloff in Basel und Huwald in Flensburg. In der Buchdruckerei sind Leute, die schon mehr als 30 Jahre, ja einer schon mehr als 50 Jahre darin unun terbrochen arbeiten, etwas, was gewiß für die Principale des Ge schäfts spricht. Vorläufig wird das Geschäft in seiner ganzen Größe und in allen seinen Thcilen mit ungeschmälerten Mitteln fortgeführt wer den; ob und auf welche Weise es später in andcreHände übergehen wird, ist noch unentschieden. Schade wäre es, wenn das große schöne antiquarische Lager in Auction vereinzelt und in alle Welt zerstreut würde; icdenfalls ist das Geschäft ein derartiges, daß es drei Besitzer ernähren könnte, wenn jede Branche vereinzelt würde. Die beiden ältesten Buchhändler Hamburgs sind nun I. PH. Eric und Julius Campe. Miscellcn. Aus der Rcliefanstalt von Hrn. Th. Fischer in Cassel ist ein Reliefplan von Jerusalem (IB/2" rhein. lang, 9U" breit) hervorgegangcn, der seiner technischen Ausführung wegen hier erwähnt zu werden verdient. Die Methode seiner Anfertigung ist nämlich eine ganz neue, die von dem thätigen Inhaber der An stalt selbst erfunden ist und sich vor allen bekannten darin auszcich- net, daß sie das Originalmodell des Autors treu wiedergibt und bei jeder Höhe des Originals anwendbar ist. Namentlich ist von diesem Verfahren hervorzuhcben, daß die Schrift dabei nicht wie bisher aufgcklcistert, sondern aufgedruckt wird. Ucber den geographischen und bildenden Werth des Reliefs sprechen sich die besten Autoritäten mit aller Anerkennung aus, so daß zumal bei seinem billigen Preise (1 Thlr. u. col. Is/z Thlr.) nicht zu zweifeln ist, man werde be- sonVers zur Weihnachtszeit seine Vorlage vielseitig dankend ausge nommen sehen. ZumBcsten derSchillcrstiftung ist von einem jüngeren College» soeben eine musikalische Composition erschienen, welche wir um des löblichen Zweckes sowie um des Componisten willen dem Interesse des Musikalienhandels empfehlen. Der Titel lautet: DieHcimkehr. Gedicht von Hermann Marggraff, für Baß oder Bariton mit Begleitung des Pianoforte componirt von Heinrich Pfeil. Op. 2. Leipzig, im Selbstverläge. 5 Ngr. Zur Notiz. — Sicherem Vernehmen nach ist es dem Advo- catcn Metz in Regensburg gelungen, eine Forderung auf den ehe maligen Buchhändler, jetzigen Buchdrucker I. Reitmayr dort glücklich cinzubringen. — 8spien>i ost. Verbote. Die oestcrr. Oberste Polizei-Behörde hat unterm 22. Aug. verboten: Iranist I)., llistoire politique de ls revolution <Ie Oonxrie 1847— 1849. l-srij. 1859. Desgleichen am 2. Sept.: llendu, k., l'AuIriclie duns Io oonlederolion itslienoo, kistoire de ls diplomstie et de ls poliee de >0 oour de Vienne don« les etsts du ?ope depuio 1815. Paris 1859, Dentu. l.s Orootie et Io eonlederntioo itslienne svee une iotroduelion pur k. leonron >0 vue. Paris 1859,
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