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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.04.1916
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- 1916-04-06
- Erscheinungsdatum
- 06.04.1916
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- Deutsch
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-V üv, L. April 1S1l>. Redaktioneller Teil. Lsde. Nr. Titel 1S4 Der Wildschütz und Räubcrhauptmauu Hans Kuqclmann, gc- nannt KugclhanL, und seine Geliebte Elise Apitzsch, be kannt als Prinz Lieschen, lös Zehn (1ü> Jahre in der Jrcnidcnlcaion. Der Ladenpreis der einzelnen Hestc bzw. Lie herab Wie aus der Bekanntmachung hervorgcht, schließt die Ver ordnung auch alle künftigim Preußischen Zentral-Polizciblatt erscheinenden Listen ein, sodaß also die Liste noch Fortsetzungen erhalten wird. Eine Kritik der Maßnahmen der Gene ralkommandos verbietet sich; wohl aber wird es ge stattet sein, unserer Genugtuung darüber Ausdruck zu geben, daß der im Börsenverein organisierte deutsche Buchhandel an den in der vorstehenden Liste ver- zeichneten Werken, soweit sie uns bekannt sind, kein anderes Interesse hat, als daß Mittel und Wege gefunden werden möch ten, um sie auch über den Geltungsbereich und die Geltungsdauer dieses Verbots hinaus vom Vertriebe auszuschließen. Dis beste und wirksamste Bekämpfung der Schundliteratur nach dem Kriege wird allerdings nicht auf gesetzgeberischem Wege, son dern auf dem der Erziehung liegen, schon weil der Begriff Verlag Ncufalza, Hermann Oeser. Dresden-A., Dresdner Roman-Verlag. ser ungen beträgt 10 — 20 Pfg., ist aber vielfach gesetzt. Schundliteratur viel zu unbestimmt ist, als daß er nicht je nach Welk- „ud Sittcuanschauuug der verschiedensten Beurteilung uu terliegcn könnte. Wir kennen die Weise, wir kennen den Text, wir kennen auch die Verfasser, um das Heil nicht von einer Zensur oder Abstempelung zu erwarten. Was aber die vorstehende Liste erstrebt, das wollen wir nicht nur, sondern sehen darin eine unserer Hauptaufgaben, da niemand ein größeres Interesse an der Zurückdrängung und Beseitigung derartiger Schriften haben kann als der im Börsenverein organisierte Buchhandel. Er hat daher auch das Verbot des Vertriebs dieser Literatur praktisch längst aus eigener Entschließung in Kraft gesetzt, sodaß wir es begrüßen würden, wenn alle Generalkommandos sich auf ein und dieselbe Liste einigten, damit der allgemeine Wille, zum Ge setz für alle erhoben, überall in gleicher Weise zum Ausdruck kommt. Bücher und Kritik. Ein neuerscheinendes Buch ist wie ein Kind, das zum ersten Male die Augen zum Licht aufschlägt. Zwar lenkt das Haus, dem es entstammt, seine ersten Schritte, aber sein weiterer Weg liegt im Dunkeln, und es bedarf helfender Kräfte, um sich durch zusetzen. Es ergeht dabei dem Buche geradeso wie dem Men schen: seinen wahren Wert trägt es in sich, aber ohne Förderung und Empfehlung bleiben seine Vorzüge unerkannt. Nun gibt es Wohl Menschen, die stolz sind, alles nur sich selbst und nichts anderer Hilfe zu verdanken, Bücher aber können der Stützen nicht cntraten, die ihnen das Durchdringcn leichter machen, ihr« Werte in Helles Licht setzen, kurz die Aufmerksamkeit auf sie lenken. — Was die vom Verlage betriebene Propaganda dafür vermag,,ist nicht zu unterschätzen, doch liegt ihr zu sichtbar der Gedanke ge schäftlichen Interesses zugrunde, um den Eindruck der Verwendung für den inneren Gehalt des Buches zu erwecken; dazu sind von außen wirkende, gewissermaßen unbeteiligte Kräfte nötig. Vor allem die Kritik! Und zwar weniger die mündliche als jene, die im gedruckten Wort in Erscheinung tritt. Dabei soll aber unter Kritik durchaus nicht nur Lob und Empfehlung ver standen werden, sondern jede Art von Besprechung, die um so wertvoller für das Buch ist, je verständiger und tiefer sie in sein Wesen eindringt. Die Bedeutung der Kritik besonders zu betonen, auf die Großen hinzuwcisen, die ihren Wert erkannten und sie zu künstle rischer Höhe emporhoben, ist an dieser Stelle Wohl überflüssig. Hier handelt es sich vielmehr darum, zu zeigen, inwieweit sie wirksam ist und wie sie noch mehr dem Buche dienstbar gemacht! werden kann; denn leider ist sie nicht an allen Orten so rege, wie es wünschenswert wäre. Doch müssen wir, wenn wir auf das Wesen der Kritik näher eingehen wollen, vor allem zwischen streng-wissenschaftlicher und populär-wissenschaftlicher sowie schöner Literatur unterscheiden. Wissenschaftliche Fachwerkc benötigen die Kritik in geringe rem Maße als Bücher, die auf das Interesse weiter Kreise und große Absatzmöglichkeit angewiesen sind. Da es gewöhnlich eine Lücke in dem betreffenden Wissensgebiete ausfüllt, wird das gute wissenschaftliche Werk meist schon bei seinem Erscheinen freudig begrüßt und besprochen; es darf auch sicher sein, sich durch zusetzen, weil minderwertige Konkurrenz bald ausscheidet. Trotz dem ist auch dieser Büchcrgruppe die Besprechung in wissenschaft lichen Zeitschriften eine wertvolle Stütze, besonders da die Kritik meist von Fachmännern geübt wird, die, mit der ganzen Materie vertraut, ein tiefgründiges Urteil über das ihnen vorliegende Werk zu fällen vermögen. Lob und Tadel wirken hier gleich an regend, da die erste Gestalt des Buches meist nicht seine end gültige ist und bei Neuauflagen — dank der Kritik — wichtige Verbesserungen vorgenommen werden können. Es ist bei diesen Besprechungen meist auch Brauch, die neuen Werke, durch Ver gleiche und Hinweise auf frühere Erscheinungen, mit der bereits vorhandenen Literatur zu verknüpfen, wodurch diese gleich Glieder der ganzen Reihe werden und Plätze zugewiesen erhalten, von denen sie erst Veralten und Überholung durch jüngere For schung zu entfernen vermag. — Wenn auch in den wissenschaft lichen Zeitschriften Materialhäusung, Kräfte- und Raummangel einem regen Kritikwesen oft hinderlich sind, so wird diesem doch an den meisten Stellen die nötige Aufmerksamkeit ge schenkt und dadurch die Verbreitung der einschlägigen Literatur wesentlich gefördert. Durchaus nicht so günstig steht es aber mit der Kritik bei jener anderen Gruppe, die über engbegrenzte Jnteressen-Gebiete hinauswirken und weiten Kreisen zugänglich werden will. Auch für sie kommen in erster Linie Zeitschriften in Betracht, die mit den betreffenden Werken in geistiger Fühlung stehen, doch ist auf dem Gebiete der populärwissenschaftlichen, besonders aber der schönen Literatur die Produktion eine so überaus reiche, daß die Kritik dem ganzen Material selten gerecht wird. Fast alle grö ßeren Zeitschriften verfügen zwar über eine »Literatur-Rubrik«, eine »Bllcher-Nundschau« u. dgl., wo Neuerscheinungen, oft zu Gruppen lokal oder inhaltlich gleichen Charakters zusammenge faßt, besprochen werden; aber auf dem knapp bemessenen Raum kommen nur verhältnismäßig wenige Bücher zur Sprache, wäh rend die übrigen ganz beiseite gelassen werden. Hier mutz — na türlich nicht gerade in dem Moment, da der Papiermangel selbst die größten Zeitschriften zur Einschränkung zwingt — eine Re form einsetzen, daß jedes der Redaktion cingesandte Buch, das Beachtung verdient, ausgenommen und wenigstens mit einigen Worten charakterisiert werde; denn aus der bloßen Titelangabe kann sich der Leser kein deutliches Bild machen. Die ganze Last der Kritik soll aber nicht allein aus den Schul tern der Zeitschriften liegen, sondern von der Tagespresse mitge tragen werden, die ja gerade das Organ ist, das die weitesten Kreise über alles Reue unterrichten soll. Nichtsdestoweniger wird der Bücherbesprechung von den Zeitungen, mit wenigen rühmlichen Ausnahmen, recht geringe Beachtung geschenkt, was um so bedauerlicher ist, als der Erfolg der von großen Zei tungen in irgendeinem Zusammenhang erwähnten Bücher deut lich wahrzunehmen ist. Ein Beispiel möge dafür angeführt wer den: Die große Bedeutung der Volkswirtschaft für das moderne Staatenleben, die während des Krieges in immer stärkere Be leuchtung trat, hat das Interesse für volkswirtschaftliche Fragen in weiten Kreisen wachgerufen. Auch die Presse nahm lebhaft zu diesen Fragen Stellung und hatte in eingehenden Artikeln 4»1
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