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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.03.1859
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1859-03-30
- Erscheinungsdatum
- 30.03.1859
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- Deutsch
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- Saxonica
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638 Roxfenblstss ssix den denkschen Riiesisiandes. thurn, gewürzt mit verletzenden Worten*) mir gegenüber. Ich habe dann wiederum, weil man durch Deutungen sie abschwächen wollte, mit Ruhe meine Behauptungen über Thatsachen weiter präcisirt und eine Widerlegung derselben herausgefordcrt, doch auch diesmal wieder vergebens! Der hochgestellte Vorstand des Krcisvercins für Rheinland und Wcstphalen, eines Krcisvercins, der nach der Handlungsweise der Mehrzahl (72 von 120) seiner Mitglieder aufgchört hatte zu cxisti- rcn, erachtet es jetzt, da ihm die Thatsachen über den Kopf wachsen, unter seiner Würde, sich mit mir in weitere Erörterungen über die nicht mehr bestrittenen, somit jetzt zugcstandenen Thatsachen ein- zulasscn. Es ist also die Würde des Vorstandes als diejenige Waffe bezeichnet, die in meinem Streite mit demselben den letzten Schlag führen soll, gegen welche all meine Argumente, mit denen icb meine Sache verfechte,.nichts mehr vermögen sollen. Wird man cs mir dabei verdenken, wenn ich diese Würde einer genauen Untersuchung unterziehe, um zu erkennen, ob ich wirklich von derselben erdrückt, von jetzt ab zum Stillschweigen oder Nach- gcbcn verurthcill sein werde? Wie wäre es aber, wenn es mir gelänge nachzuwciscn, daß dieser Vorstand seit 1852, also seit 7 Jahren, nichts anderes ge wesen ist, als ein Instrument, eine Waffe in der Hand eines ein zigen Mannes, der mit der ganzen Ausdauer und Energie und dem vollen Kittern Unmuth, deren er fähig ist, diese Waffe gebraucht, um sie zur Abwendung eigenen persönlichen Schadens, mir, seinem Brodconcurrcnten gegenüber, zu gebrauchen! Ehe ich an diesen Nachweis näher heranlrete, drängt eS mich, meine chrenwerthen Eollegen in Deutschland zu versichern, daß cs keineswegs Kampf- und Streitlust bei mir sind, welche diese Artikel Hervorrufen. Ich habe einen wahren Abscheu gegen dergleichen öffentliche Katzbalgereien, und kann wahrlich, wie Jeder von Ih nen, meine Zeit in meinem Sortiment, meinem Verlag und meiner Druckerei besser gebrauchen, als zum Schreiben unersprießlicher und unerquicklicher Börsenbl. - Artikel. Ich darf aber und kann nicht stillschweigend zugcben, daß, wie es nun schon seit 7 Jahren theils öffentlich, theils im Geheimen der Fall ist, ich in meinen direkten materiellen Interessen von Hrn. Eonrad Theissing hier, der dazu seine Stellung als Mitglied und Vorsitzender im Vorstand des Kreis vereins mißbraucht, angefochten und beschädigt werde. Als ich mich hier etablirte und mitten auf dem Markte hier dazu ein Haus kaufte, konnte das, zumal mein Name schon durch den vielen guten katholischen Verlag der Eremer'schen Buchhand lung (Franz Eazin) bekannt war, meinen hiesigen Eollegen nicht angenehm sein, das gestehe ich zu; daß ich aber der Gegenstand einer systematischen, 7 Jahre lang mit einer Heftigkeit fortgesetzten Ver folgung seitens Eines derselben sein würde, hatte ich allerdings nicht erwartet. Den ersten Anlaß dazu bot die von mir ausgesprochene Absicht, auch ein Antiquariatsgcschäfl zu betreiben und davon solche neue Bücher (nicht mit Novitäten zu verwechseln) nicht auszu- schlicßcn, die mit außergewöhnlich hohem Rabatt zu beziehen seien, und demnächst meine Remonstrationen gegen die hiesige» Localsta tuten, nach welchen letzteren Eontinuationen und Journale nur per Gütcrzug, und Bücherballen nur einmal in der Woche per Gütcr- zug und an ein und demselben Tage von sämmtlichcn Hiesigen be zogen werden durften. Ich war Anfänger und mußte mir erst einen Kundenkreis schaffen, und als die geeignetsten Mittel dazu erkannte *) So gewiß es zu uusern Grundsätzen gehört, alles Verletzende von den Spalten des Börsenbl. thunlichst fernzuhalten, so haben wir doch uns nicht für befugt erachtet, dies auf die Ausdrucksweise einer quasi buchhändlerischcn Behörde anzuwenden; um so mehr aber haben wir dem Hrn. Einsender des vorstehenden Artikels zu danken, von ihm nicht das Recht einer gleichmäßigen Erwiederung in Anspruch genommen zu sehen. Red. d. Börsenbl. ich gerade den Betrieb des Antiquariats und eine prompte schleu nige Spedition bestellter Sachen. Daß ich danach handelte, zog mir den ganzen Haß meines College» Hrn. E. Theissing zu. Von ihm wurde mir deshalb, noch ehe ich meinen Laden eröffnet hatte, der Beitritt zum Localvercin und die Abänderung der bezeichneten ver alteten Bestimmungen verweigert, von ihm wurde die Klageschrift wi der mich, an den Kreisvorstand gerichtet, verfaßt, von ihm wurde in Eoblenz persönlich die Sache dieser Klageschrift verfochten, und in der Generalversammlung in Aachen trieb Hr. E. Theissing seinen Eifer so weit, daß, obgleich ec dort die Anklage gegen mich ver brachte und vertheidigtc, doch den Vorsitz der Generalversammlung (anwesend waren 21 von 120) nicht nicderlcgte, woher denn auch die leidenschaftliche, unbesonnene Handlung der Majorität jener Versammlung, die den Beschluß faßte, mich auszuschlicßcn, nach dem ich bereits vorher freiwillig ausgetreten war. Es ist auch wie derum Hr. E. Theissing, der cs nicht unterlassen kann, bei den Be richten über die späteren sehr kärglich besuchten Generalversamm lungen des Krcisvercins ohne alle und jede Veranlassung meinen Namen hervorzuheben, als den eines Ausgeschlossenen, mit dem der Verkehr, selbst gegen baar, verpönt sei. Dann ist wiederum Hr. E. Theissing der Verfasser der Bör- scnbl.-Artikel und endlich der Verfasser und Drucker des Eirculars, das ich in Original der Red. des Börsenbl. mit der Bitte, dasselbe als Anhang in extenso abzudrucken, übersende. Wie weit geht darin der Eifer des Hrn. E. Theissing, thut er nicht Alles, was in seine» Kräften steht, die Kreisvereinsmitglieder zu veranlassen, daß sie seine Handlungsweise, und somit den Mißbrauch seiner Stellung, sanctioniren sollen! Macht er es den Mitgliedern nicht nach Mög lichkeit bequem, seinen Wünschen zu willfahren, indem er ihnen zwei Formulare liefert, das eine mit seiner aufgcdrucktcn eigenen Adresse und das andere für die Leipziger Eommissionäre, beide zum Zweck, meine Verbindung mit solchen Krcisvercinsmitgliedern, die etwa ihre frühere Statutenübcrtretung bereuten, gleich in Leipzig abzuschnei- dcn! Dann ist es wiederum Hr. E. Theissing, der nach diesem Ver such, mir in Rheinland und Wcstphalen den Lebensnerv zu unter binden, in Nr. 32. des Börsenbl. diesen Versuch auf dem Gebiete des gesammten deutschen Buchhandels wiederholt. Wie freut Hr. Theissing sich darüber, daß die Hcrder'schc Verlagshandlung um seines Princips willen eine Verbindung abbricht, die innerhalb 6 Jahren ihr 2000 Thlr. baar und rein in den Scckel gebracht hat — ich verweise deßhalb auf mein Inserat Nr. 3680. im Börsenbl. Nr. 27. —, und hofft nun, von diesem Beispiel ermuthigt, die ge summte deutsche Eollegenschaft werde wie ein Mann sich zum Mit schuldigen seiner, von Brodneid und Gehässigkeit dictirten Hand lungsweise machen. Damit macht er wahrlich der deutschen Eollegen- schaft ein schlechtes Eompliment. Oder sollten die Meisten nicht in nüchterner, ruhiger Beurtheilung der Thatsachen dahinter kommen, daß die Schilderungen, die er von den Wirkungen meines Princips macht, absichtlich ccaß übertrieben sind! Wenn ich auch den Laden preis als solchen nicht mehr gelten lasse, wo ich ein vor längerer Zeit erschienenes und so zu sagen vergessenes Buch zu H dieses Laden preises placire, nachdem ich es zu Vs oder Vs desselben bezogen habe, so ist doch von mir weder jemals in der Theorie noch in der Praxis davon abgewichen worden, daß Novitäten, die mit 25LH oder 33V, ?b bezogen werden, zum Ladenpreise verkauft werden müssen, und nur höchstens bei letzteren ein Rabatt von 10sth zu gewähren sei. Da durch fällt die geschilderte Hetzjagd für die Novitäten total weg und beschränkt sich höchstens auf ältere, von den Verlegern mit größerem Rabatt ausgebotenc Literatur; und dabei kann die Hetzjagd den Ver legern wahrlich nur höchst angenehm kommen. Bei solcher Hetzjagd verdient nicht allein der Verleger, sondern auch der Sortimenter, und wage ich, in Uebereinstimmung mit manchen schon früher im Bör-
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