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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.03.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-03-31
- Erscheinungsdatum
- 31.03.1886
- Sprache
- Deutsch
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-4, 31. März 1886. 0 nicht ungünstiger Wirkung. Das erste Bild, der Kopf eines singen- ^ den Mädchens, kann als Pendant gelten zu dem soeben erwähnten »Mädchen von Capri«; auch sind die Schöpfer desselben die beiden ! gleichen vorgenannten Künstler und die xylographifche Ausführung steht auf gleicher Höhe, die typographische auf gleicher — Tiefe, Z wie die jenes Blattes; in der Wirkung dieses Bildes aber stört der geöffnete Mund der jugendlichen Sängerin. Überhaupt hat diese z Nummer von größeren guten Bildern nicht sonderlich viel auf- ! zuweisen; die besten sind »öorv tbs Lattls rvs-s rvou«, gezeichnet ! von E. R. King, geschnitten von R. Taylor, ein altersgrauer, medaillengcschmückter Krieger, einem Kinde einen Schlachtenplan erklärend, und »I^ost tbsir von Eaton Woodville, geschnitten 8 von G. A. Morison, eine Equipage in winterlicher Waldlandschaft, I mit einem bezopften Alten und einer netten Jungen auf dem Bocke, I beide aber sichtlich in Verlegenheit über das Wohinaus mit ihren I Weihnachtseinkäufen. Ein anderes schönes Blatt, ?st8«, ge- I zeichnet von Gunning King und geschnitten von R. Taylor, ist durch N das fehlerhafte, stellenweise eingesunkene Clichb ganz verdorben. » Gut ist noch das Blatt »Uz- Obilärsn's Obrwtmaa Os-rol«, gezeich- 8 net von E. I. Walker und geschnitten von R. Loudan; alles übrige I erhebt sich jedoch nicht über das Gewöhnliche und Derbe, und der I Versuch, die bunten Blätter durch Nachahmung der naiven Schnitte I in Schwarzdruck aus der Zeit des Verfalls der Xylographie zu I ersetzen, erscheint nicht eben ein sonderlich glücklicher. Anerkannt I werden muß jedoch, daß diese Nummer besser gedruckt ist als die I meisten der vorhergehenden. Während sich indes bisher beide I Blätter, »Iliustratsä llonclon dlovvs« und »Orapbio«, darauf I beschränkten, einen großen Farbendruck als Extrabeilage der Weih- I nachtsnummer beizugeben, hat ersteres diesmal, außer der großen, I später zu erwähnenden Beilage, auch noch zwei Blätter im Folio- I format der Zeitung hinzugefügt, die beide in Hell- und Dunkelbraun I auf geblichene Vordruck mit ausgesparten weißen Lichtern gedruckt I sind, von denen namentlich das eine, »krisoillg,«:, ein hübsches, ein- I fach nett und sauber gekleidetes englisches Landmädchen, auf welches I die darunter gesetzten Worte Longfellows: »Nncksst, wmxls anä I svsst« trefflich passen, sich gewiß des ungeteiltesten Beifalls erfreut I haben wird, während das andere, »Rosss«, zwei altgriechische I Schönheiten mit einem Rosenkorbe, kaum sonderlich angesprochen I haben dürfte. Das erstere Blatt ist nach einer Zeichnung von S Florence Gravier, beide aber sind wie der Umschlag von Zink- I ätzungen von Leighton Brothers gedruckt. I Nach dieser Betrachtung der langen Reihe bedeutender I Schöpfungen des von mir Ahnfrau der Weihnachtsnummern ge nannten Blattes, welche ziemlich eingehend zu halten mir nötig schien zur Feststellung der Grundlage, auf der diese Bilderfreuden für Erwachsene am Weihnachtstisch aufgebaut sind, kann ich mich wesentlich kürzer fassen in Bezug aus die Christfestnummern des zwei ten großen Londoner illustrierten Wochenblattes, des »Orapiiio«. Zwar liegt mir auch von diesem eine ununterbrochene Reihe vor von 1879 an; doch da sich diese Blätter in ihrer Ausstattung alle ! ziemlich gleichen, so ist eine Einzelbetrachtung derselben kaum ge boten. ! Der »Orapbie« dürfte als Schöpfer der Nummern in Bunt druck zu betrachten sein, bei dem er sich jedoch nicht auf das Weih nachtsfest beschränkte; er veranstaltete vielmehr auch eine Mitt sommernummer, und es war, so viel mir bekannt geworden, die erste derselben, welche bei Gelegenheit der Pariser Ausstellung 1878 er schien, deren Besucher sie in gewiß recht erfolgreicher Weise auf das große englische Blatt hinwies, zumal sie innerhalb des Ausstellungs raumes desselben auch käuflich zu haben war. Sie enthält auf ihrem ersten Bogen, in einer fast bis zum Exceß getriebenen Farbenein fachheit — rot, blau, gelb und braun, letzteres für die Umriß- und die spärlich angewandten Schattenlinien — humoristische Skizzen besonders aus dem Leben in englischen Seebädern, defsen zweifel hafte Zerstreuungen mit ihrer unzweifelhaften Langeweile uns hier mit an die Treue photographischer Momentaufnahmen erinnernder Ungeschminktheit vorgeführt werden. Zur Darstellung solcher Skizzen erscheint die alleinige Anwendung der Primärfarben bei nahe genügend; sie erlangen dadurch eine gewisse unvermittelte Natürlichkeit, ja Naturwahrheit, zumal diese lebhaften Farben mit denen der Kleiderstoffe, in welche die Britten beiderlei Geschlechts ihre Gottähnlichkeit an solchen Plätzen zu hüllen lieben, so ziemlich getreu übereinstimmen. Es verdient übrigens die Aufmerksamkeit aller Farbendrucker, wie man es im »Orapbia« versteht, trotz dieser Minderzahl von Farben überraschende Effekte zu erzielen, sowohl durch Übereinanderdruck, wie durch Variierung der Druckplatten, die man teils als geschloffene Flächen, teils aber auch in mancherlei Punkten, in einfachen oder gekreuzten Strichlagen u. s. w. anwendet. Diese Praxis ist entschieden für Studium und Nachahmung zu em pfehlen; weniger ist dies der Fall hinsichtlich der Methode des Ver legers, den Umschlag in Übereinstimmung mit den Jnhaltsseiten laufend zu paginieren, da er bis auf die Titelseite doch nur aus schließlich Inserate enthält, die Erhöhung der Seitenzahl mithin nur eine täuschende ist. — Der Sommernummer von 1878 ist auch ein Bogen in Schwarzdruck beigegeben, dem sich aber wenig Gutes nach sagen läßt. Nur eine Seite Greenawayfcher Kinderfiguren, Our Uubiss ainonq tbs Lubtsroups auä an tlls Lsasbors, und zwar hier einmal nicht in der von der Malerin so geliebten Rococotracht, son dern modern, aber nett und sommerlich einfach gekleidet, erfreuen das Auge, wenn man auch den Schmuck bunter Farben an ihnen nur ungern vermißt. Die Weihnachtsnummern des »Orapdio« von 1879, 1880 und 1881 enthalten je zwei Bogen Bilder und Text; erstere sämt lich in Buntdruck, aber meist, und namentlich in den Vollbildern, von einer Farbenroheit, angesichts deren man sich nur wundern kann darüber, daß es doch noch möglich ist, solche Klecksereien in riesigen Auflagen abzusetzen. In 1881 erreicht die Sudelei ihren höchsten Grad, zumal hier auch Registerdifferenzen von ein bis zwei Milli meter nicht zu den Seltenheiten gehören. Bei 1882 ist eine Wen dung zum Bessern eingetreten; die Bilder sind meist ruhiger in den Farben und ihr Druck ist sorgfältiger; besonders interessant aber ist die dieser Nummer beigegebene, in braun gedruckte vierseitige Bei lage, die durch Bild und Wort es dem Publikum ermöglicht, einen Blick zu thun in die Entstehung sowohl der gewöhnlichen, wie der Weihnachtsnummern des großen Blattes, und aus der wir erfahren, daß man mit der Herstellung der letzteren so eigentlich das ganze > Jahr hindurch beschäftigt ist; denn kaum ist sie gleichzeitig in Eng land, Amerika und den Kolonieen zur Ausgabe gelangt, so wird der Plan für die nächstjährige entworfen; Bilder und Skizzen gehen ein von Malern und Zeichnern, gelangen in die Hände der Holzschneider, Xylographen, Galvanoplastiker und Ätzer, um, wenigstens für die große Extrabeilage, womöglich im April schon als fertige Platten in die Maschinen zu wandern, die natürlich solche Farbendrucke nicht mit derselben Geschwindigkeit zu fördern vermögen wie gewöhnlichen Schrift- und Schwarzdruck. I Was in dieser Beilage über die Bedeutung des Geschäfts des »Oraxllio« selbst gesagt ist, möge hier als Parenthese Aufnahme finden. »Wenn wir die Künstler, Verfasser, Papiermacher, Drucker rc. alle zusammenzählen, so finden wir, daß der »Orapbia« ungefähr 1000 Personen Beschäftigung giebt; die jährlichen Auslagen aber betragen über 120 000 -k (2 400 000 -E) und das Gewicht des im Laufe des Jahres verbrauchten Papiers übersteigt lOOOTonnen; könnte man es auf der Erde ausbreiten und dabei Bogen an Bogen aneinanderlegen, um es als Straße zu benutzen, auf der man täglich
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