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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.03.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-03-31
- Erscheinungsdatum
- 31.03.1886
- Sprache
- Deutsch
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von Pannemaker 61s in dessen kräftiger Linienmanier, welche dem Namen Pannemaker unter den ersten Lylographen einen dauernden Platz erworben hat, — sowie wieder ein schönes Landschaftsblatt von Read und Palmer, leider aber, wie alle vorhergehenden der gleichen Künstler, verdorben durch den Druck resp. die schlechte Farbe. Daß sich gerade bei diesen prächtigen Blättern der gerügte Übelstand besonders fühlbar macht, hat zumeist wohl in ihrem engen und saftigen Schnitt seinen Grund, der eben einen sorg fältigeren Druck erfordert, als die gewöhnlichen weiten und lichten Strichlagen der Engländer, und auch eine besser deckende, tief schwarze Farbe, den man deshalb aber auch gar nicht da anwenden sollte, wo diese Bedingungen nicht erfüllt werden können, weil sich dann ein befriedigendes Resultat damit doch nicht erreichen läßt. Die Nummer von Weihnachten 1881 hat sich, bis auf den in feurigem Violett gedruckten Umschlag, von bunten Farben frei gehalten; die Innenseiten weisen mehrere treffliche Schnitte auf, darunter wiederum zwei von Pannemaker. Wem der Ünterschied zwischen englischen und französischen Schnitten noch nicht ganz ein leuchtend sein sollte, der nehme diese Nummer zur Hand; das Kleid der von Pannemaker geschnittenen, ein Kätzchen haltenden Dame erscheint trotz der wirklich miserablen, im dunklen Hintergrund ganz grauen Farbe, mit seidenartigem Glanze, während einige der englischen Schnitte, wie »Ult or miso?« und palpabls Dit«, durch die gleiche schlechte Ausstattung eine nahezu unerträgliche Härte erlangen. Auch ein deutscher Schnitt von Th. Knesing in München, »Ido trvo ksts«, erscheint in dieser Nummer; sein Debüt ist jedoch kein glückliches infolge der ungenügenden Zurichtung, die eine ganz anders sorgfältige hätte sein müssen, wenn der tat sächlich vorzügliche Schnitt in verdienter Weise zur Geltung kommen sollte. Von dem renommierten Zeichner W. H. Overend begegnen wir hier zum ersten Male Blättern in einer Weihnachtsnummer, und es ist namentlich die eine derselben, »IlaarinA boine« eine Schiffs scene auf sturinbewegter See, eine hervorragende Leistung, deren kräftiger Schnitt von W. I. Mosses keine den Engländern unge wohnte Sorgfalt bei Zurichtung und Druck erfordert, und deshalb auch von entsprechender Wirkung sich erweist. Ein Pendant hierzu bildet das auf S. 4 der 1882er Weih nachtsnummer enthaltene, vom gleichen Zeichner entworfene und von W. I. Palmer geschnittene Seestück, das uns die Schrecken des Meeres in all ihrer Furchtbarkeit erkennen läßt, ein Bild von der Art, welche im englischen Volke immer auf vollstes Verständnis und anerkennende Würdigung rechnen dürfen, selbst wenn sie minder gut ausgeführt sind, wie das fragliche. Overend hat in dieser Nummer einen anderen bedeutenden englischen Zeichner zum Kollegen erhalten: Eaton Woodville, der durch zwei von R. Taylor und Froment geschnittene Blätter vertreten ist, die ihn uns indes noch nicht in seiner ganzen unmittelbaren Kraft als Specialartist im Feldlager und auf dem Schlachtfelde zeigen; auch Kate Greenaway ist in dieser Nummer vertreten, — ihre Blätter können jedoch des Farbenschmuckes kaum entbehren, wenn sie ihre ganze Wirkung üben sollen. Ein von M. Schütz gezeichnetes und von Brend'amour geschnittenes Blatt »kuss/s ksrgnisits«, zeichnet sich aus durch seine Ausarbeitung, die ihm freilich aber auch, da Zurichtung und Farbe dieser nicht entsprechen, zum Verderb werden mußte. Ein ganz vortreffliches Blatt dieser Nummer ist jedoch das von S. Read und Palmer wieder vereint geschaffene »Tbs Orssn Dragon in Lbauoer^«, ein im Verfall befindliches Haus mit galerieumfaßtem Hof in altem Holzbau; ist dieses Bild auch nicht besser gedruckt, als die anderen schon erwähnten der beiden Meister, so stimmt das Grau der Druckfarbe hier sozusagen mit der Lokal- sarbe des dargestellten Gegenstandes und wirkt deshalb nicht ausaestattete WejhnachtSnummer, bei welcher man übrigens die bunte Farbe abermals nur auf den Umschlag verwiesen hat, enthält noch mehrere sehr anerkennens werte englische Schnitte von R. Loudan nach Zeichnungen von . A. Holmes und A. Hunt, so daß sie eine der besten bildet in der ganzen erschienenen Reihe. Auf 1883 verdient das braunviolett gedruckte Umschlagsbild von D. Knowles, geschnitten von R. Taylor, eine im Schlitten mit Bärenpelzdecke sitzende junge Dame Erwähnung, wenn auch der Schnitt, den Umschlagszwecken entsprechend, ein recht derber ist; im Innern weist dieses Heft indes nicht die gleichen Schätze auf, wie das des vorhergehenden Jahres, und nur ein humoristisches Bild von Overend, zwei recht graziöse und liebreizende junge Eng länderinnen im Ballsaal neben zwei recht steifen »8 vsll8«, von denen der eine sogar die Hand in der Hosentasche hat, während er mit der anderen seine Dame hält, sowie ein zweites Blatt von D. Knowles, geschnitten von Froment, »ll'bs Datbsr ok tbs Rsgünsnt«, das Brustbild eines alten behelmten und gepanzerten, augenscheinlich aus einer Bibel Vortrag haltenden Kriegers, können sich mit den guten Blättern früherer Jahrgänge messen. Bei 1884 hat man wieder zum Buntdruck gegriffen, und zwar diesmal gleich acht Seiten davon gegeben, während man sich in den früheren Nummern mit vier begnügte; man wollte den Rivalen vom »Drapbie«, resp. dem Publikum zeigen, daß mans auch kann, wenn man will, und das geschieht hier namentlich durch das zwei seitige Bild der Bogenmitte, »ZcmZs ok Ital^«, nach einem Gemälde von G. H. Variable, dessen Zinkplattcn aber diesmal nicht wie gewöhnlich von Leighton Brothers in London, sondern von Lefman in Paris stammen. Das eine italienische Lauten spielerin darstellende Bild mit einer Farbenfläche von 35 zu 51H Ccntimeter muß unter den vorliegenden Umständen als eine Meisterleistung im Druck angesehen werden, da es auf einen Bogen von dem riesigen Formate von 84 zu 121 Ccntimeter gleichzeitig mit 24 anderen kleineren Farbenbildern, von denen nur ein einziges noch eine ganze Seite einnimmt, gedruckt wurde, wobei es den Druck wesentlich erschweren mußte durch seine das Verhältnis der anderen Platten weit überragenden Farbenflächen. Das Bild ist auch im ganzen sehr gut gelungen; die Töne sind minder hart, als es sonst auf ähnlichen Drucken der englischen Blätter der Fall ist; das Fleisch der Arme erscheint pastellartig weich und plastisch, der Kopf würde jedoch einen besseren Eindruck machen, wenn der Hintergrund mehr Tiefe besäße und man nicht der Gesamtwirkung geschadet hätte durch Überdruck mit einem allzu glänzenden Firnis. — Die übrigen Bilder, meist Scencn aus dem englischen Gescll- schaftsleben, sind fast alle recht flott gezeichnet, ihre Farbenbuntheit kann aber auch nur in englischer Gesellschaft Beifall finden. — Der Schwarzdruck-Bogen dieser Nummer enthält wieder einige vor zügliche Blätter, als deren erstes ein Studienkopf, »Mädchen von Capri«, nach dem Gemälde von Sir Fr. Leighton auf Holz ge zeichnet und geschnitten von W. B. Gardner, zu nennen ist. Eaton Woodville lieferte das Finale eines Hochland-Schottisch, das so ziemlich den urkräftigen Charakter eines »Kehraus« haben muß, und »Karl)-Lrsa.Icia8t«, ein liebliches Mädchen am Weihnachts morgen Tauben und andere Vögel fütternd; von G. L. Seymour, geschnitten von R. Taylor, ist das bekannte Bild »Süße Orangen«, ein verführerisch schönes Judenmädchen in leichter orientalischer Tracht, Orangen verkaufend, gegeben, und auch das Bild von E. I. Walker, geschnitten von A. Froment, »^. Obrmtmkm Amman«, verdient anerkennende Erwähnung. Das letzte Weihnachtsfest endlich, 1885, brachte wieder eine Nummer mit nur Schwarzdruck im Innern; der Umschla^jedoch wurde diesmal in drei Farben, grauvioletter Ton, mit hellbraunem Aufdruck und dunkelbrauner Abschattierung hergestellt, und ist voy
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