Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.03.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-03-31
- Erscheinungsdatum
- 31.03.1886
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18860331
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-188603310
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18860331
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1886
- Monat1886-03
- Tag1886-03-31
- Monat1886-03
- Jahr1886
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
während der letzten Jahre mit dem Drucken der Weihnachtsnummer schon im Mai oder Juni begonnen hat, allerdings eine Notwendig keit, wenn bei der Herstellung der Halbmillionen-Auflage auch Farbendruck in Anwendung kommt. Dieser ist bei der Nummer von 1874 nur auf den Umschlag und eine Beilage von zwei Seiten beschränkt geblieben; elfterer zeigt eine grüne Stechpalmen-Einfassung (ilsx) mit ihren roten Beeren, diesen ani Weihnachtsfeste in England beliebten Kirchenschmuck, — und einen Mistletoezweig, bei dem man die Beeren einfach weiß gelassen, sowie Schrift und Titelvignette in Rot oder Chokoladen- braun, — alles hart und roh, wie auch die Bilderbeilagen in Farbenzinkographie, obwohl diese schon einen recht anerkennens werten Fortschritt repräsentieren gegen die früheren Farbenlitho graphieen. Unter den 13 Holzschnitten dieser Nummer — sämtlich Vollbilder — ist, abgesehen davon, daß fast die Mehrzahl dem in England noch heute sehr verbreiteten Geschmack am Schauerlichen und Gräßlichen huldigen, der doch wahrlich wenig paßt zu gemüt licher Weihnachtsfreude, nur ein einziger, »Uss UiZsons blaues«, nach dem Gemälde von Lecomte, den man als wirklich gelungen be zeichnen, aber auch vielleicht für einen französischen Schnitt halten darf. Ein anderes Blatt, »LloiuA Home to Oiuusr«, von H. Pethe- rick trefflich gezeichnet, ist, bis auf die Hauptfigur, roh im Schnitt, und der mangelhafte Druck aller Blätter, verbunden mit schlechter Farbe, die weder grau, noch braun, noch schwarz ist, läßt selbst die Schönheiten dieses Blattes hart erscheinen. Die Nummer von 1875 hält sich noch auf gleicher Höhe — oder Tiefe — wie ihre Vorgängerin; 1876 aber zeigt sehr wesent- licheFortschritte und enthält eine ganze Anzahl vorzüglicher Schnitte, welche hier näher zu besprechen indes zu weit führen würde. Ge nannt seien nur »L tzuist Lbristwas«, nach dem Gemälde von William B. C. Fyfe auf Holz gezeichnet und geschnitten von W. B. Gardner, eine höchst sorgfältige Arbeit; sodann die Schnitte von der Hand unseres berühmten deutschen Meisters M.Klinkicht: »LugaZsä«, »/I Lbristwas Urossut« und »Mw kuääiug iu Usril«, letzteres ein Blatt von unwiderstehlicher Komik; endlich das Blatt »Koä's-Lors«, nach einer Zeichnung von Samuel Read, geschnitten von W. I. Palmer, ist von meisterhafter Ausführung auf landschaftlichem Gebiete. Noch einige andere Blätter würden bei einer Einzel beschreibung Erwähnung verdienen, wie auch der Umschlag, auf dessen Hauptbild »Olä katbsrObristums« in braunem Tonvordruck höchst wirkungsvoll zur Schau gebracht wird. Ein anderer Fort schritt liegt in der räumlichen Ausdehnung des Blattes; sie ist bei dieser Nummer von 32 auf 40 der bekannten Großfolioseiten er weitert, die Druckfarbe aber ist die gleiche geringe, wie solche zur Herstellung der vorhergehenden Nummern gedient hat. Bei dem außerordentlich billigen Preise von 1 Shilling, zu welchem all diese umfangreichen Weihnachtsnummern, deren jeder noch eine später zu erwähnende große Buntdruckbeilage beigegeben ist, verkauft werden, ist es allerdings erklärlich, daß man von der Anwendung feinerer und deshalb auch sehr wesentlich teurerer Farben absehen muß, aber bedauerlich bleibt dies doch; denn ein gut Teil der Kosten, die man auf Zeichnung und Schnitt gewandt, wird dadurch zu einer zwecklosen Ausgabe. Warum aber nur die Herausgeber noch nicht auf den Gedanken gekommen sind, von jeder Nummer eine Anzahl »Liebhaberdrucke« mit feiner Farbe auf starkem, hochsatiniertem Papier Herstellen zu lassen? Es würden diese selbst zu doppeltem Preise rasche Abnahme finden. In der Nummer von 1877 begegnen wir zum ersten Male den pon Kate Greenaway geschaffenen lieblichen Kinderfiguren, mit iyce^Kirschenmund und dito Augen und ihren altväterischen und doch so anheimelnden Trachten; im übrigen erreicht diese Nummer kaum die Höhe der vorhergehenden, besitzt in ihrer Ausstattung aber alle Mängel derselben. 1878 indes darf man vollkommen gleich stellen mit 1876, und das Bild »Lu Uvil Omen«, von Samuel Read und geschnitten von W. I. Palmer, würde ein prächtiges Pendant bilden zu dem vorerwähnten Ooä's-Lers von denselben Künstlern, wäre es besser zugerichtet und mit guter Farbe gedruckt. Durch diesen bedauerlichen Mangel werden auch noch eine ganze Anzahl trefflicher Schnitte von Klinkicht und Gardner in der gleichen Nummer beeinträchtigt, während derselbe sich allerdings bei in der bekannten englischen offenen Manier gehaltenen Schnitten — und diese Nummer enthält auch hiervon einige vorzügliche Beispiele, wie »OaueiuA VS-S äaneiuA iu tboss I)a^8«, und »Kr. Hui verkalk'8 Obristwas Lox«, Blätter voll heitersten Humors — weniger störend fühlbar macht. Die Meisterschaft der beiden schon genannten Künstler S. Read und W. I. Palmer finden wir aufs neue dokumentiert in der Weih nachtsnummer von 1879 in dem Bilde »lös olä Kill ou tbs Karsb«, ein Landschaftsblatt, das, entsprechend gedruckt, einen Platz in jeder Künstlermappe verdienen würde. Diese Nummer weist aber auch eine große Neuerung auf: in ihr begegnen wir zum ersten Male der Anwendung des Farbendrucks auf vier Seiten im Innern des Blattes, den man bisher ausschließlich für die Herstellung der bunten Extrabeilage reserviert hatte. Das Konkurrenzblatt »Oraxlüe« war indes bereits in diesem Sinne vorgegangen, wie wir sehr bald des näheren sehen werden, und einen solchen Schritt seitens des Rivalen durfte selbst ein so fest begründetes Blatt, wie die »Illustratsä Uouäou dlsws«, nicht unbeachtet lassen. Zwei der Seiten bilden ein Doppelblatt: »Obrlst- ums at lüttle-ksoxletou Kauor«, von Kate Greenaway, die kaum je Lieblicheres geschaffen haben dürfte als die Kindertypen und -Seenen, welche wir auf diesem Blatte erblicken, und da die Bilder in wenig Farben und einfachen Tönen gehalten sind, so ist auch ihre chromo- zinkographische Herstellung eine im ganzen gelungene. Das gleiche läßt sich nicht sagen von den beiden anderen Bildern, welche höheren koloristischen Ansprüchen haben genügen sollen, und die, trotzdem daß das eine derselben den berühmten Shakespeare-Illustrator John Gilbert zum Zeichner hat, doch eben nichts weiter sind als — bunte Bilder. Immerhin verdienen auch sie als Versuch, die Chromozinkographie mit dem Typendruck bei der großen Auflage der »Illustrateä Uouäou dlevvs« gleichzeitig anzuwenden, Aner kennung. Auf dem Umschlag des Heftes für 1680 tritt uns eine lieb liche Kate Greenawaysche Kindergestalt entgegen: ein kleines, in einen langen Pelz gehülltes, mit riesigem Rembrandthute bedecktes Mädchen, einen mit roten Beeren reich besetzten Stechpalmen zweig tragend. Die graphische Ausführung, aus welcher man mindestens sieben Farben resp. Drucke herauszuzählen vermag, ist eine überraschend gute, umsomehr überraschend, als die großen bunten Bilder der Nummer vom Jahre vorher einen so bedeutenden Fort schritt in der kurzen Zwischenzeit kaum erwarten ließen. Das Blatt ist aber auch zugleich das beste Farbeublatt der ganzen Nummer, die deren noch vier aufweist, von welchen aber nur zwei, eine Kindermaskerade und ein Kinderball, erträglich sind in den vier zu ihrer Herstellung verwandten Farben rot, gelb, blau und violett, mit ihren durch Übereinanderdruck erzielten Zwischenfarben, während zwei andere Bilder mit großen Figuren einen durchaus unfertigen Eindruck machen. Diese zuerst vom »Oraxbie« gepflegte Weise der Anwendung einer Minderzahl von Farben bei humoristi schen, meist dem englischen Leben entnommenen Bildern und Seenen kann auch nur in solchen zulässig erscheinen; bei größeren Bildern kommt sie einem Rückschritt gleich. — Unter den Schwarz drucken enthält diese Nummer einige treffliche Schnitte, darunter einen nach einer Zeichnung von Luke Fildes, »Oatariua«, geschnitten
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder