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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.12.1935
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1935-12-19
- Erscheinungsdatum
- 19.12.1935
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- Deutsch
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294, 19. Dezember 1935. Redaktioneller Teil Börsenblatt f. Ü.Dtschn. Buchhandel. Der Anteil des deutschen Buches an den nationalen Büchermärkten der romanischen Länder Von Ludwig Schönrock «Schluß zu Nr. 292, Spanien. Das Fachblatt der Madrider Buchhändlerkammer »kiblioArakia Fsnsral sspaüola s üispanoamsiicmna« verzeichnet regelmäßig die im Buchhandel Spaniens erschienenen Veröffentlichungen mit Aus nahme von allerlei Berichten geringeren Umfangs, Doktordisser tationen und ähnlichen zum größten Teil nicht marktfähigen Druck schriften, wobei auch in den Ländern Südamerikas, auf den Phi lippinen und anderswo herausgekommene spanische Verlagswerke gelegentlich mitausgeführt sind. Die nicht allzu zahlreiche Verlags produktion Spaniens erfreut sich in dem letzten Berichtsjahr 1934 eines starken Auftriebes. Wenn man die gesamte literarische Er zeugung des dortigen Verlagsbuchhandcls nach Orten aufteilt, so läßt sich feststellen, daß mehr als die Hälfte auf Madrid, rund ein Drittel auf Barcelona und der Nest auf die übrigen Städte des Landes entfallen. Rund 25 v. H. aller spanischen Veröffentlichungen stellen Übertragungen aus fremden Sprachen dar. In der Haupt sache wird aus dem Englischen und Französischen übersetzt. Das Interesse für deutsche Literatur hat unvermindert angehalten, so fern man die im Index translationum gemachten Titelangaben nach dieser Richtung hin überhaupt anerkennen will. Der Anteil der deutschen Übersetzungen an der Gesamterzeugung des Verlagsbuch handels in Spanien — soweit letztere von fremden Völkern über nommen ist — beträgt jetzt 19,5 v. H. (1936: 18,7 v. H.). Bei den Übersetzungen aus dem Deutschen verschieben sich die Produktions zahlen des spanischen Verlagsbuchhandels zugunsten Barce lonas. In dieser Stadt sind im Jahre 1934 von allen in spanischer Sprache übersetzten Büchern 52,3 v. H. und in der Landeshauptstadt 45,5 v. H. ehemals deutsche Veröffent lichungen erschienen. In Madrid hat die Firma Espasa-Calpe SA mindestens acht spanische Werke, die aus dem Deutschen stammen, hcrausgebracht. Ebenfalls acht ehemals deutsche Neuerscheinungen tragen auf dem Titelblatt die Verlagsangabe Usvista cts Oeeicksnts. Außerdem sind noch über ein Dutzend andere Madrider Verlags unternehmungen an der Herausgabe deutscher Bücher in spanischer Sprache eifrig beteiligt. In Madrid werden in der Hauptsache deutsche Verlagswerke mit philosophischem und religiösem Inhalt sowie solche mit juristischen, sozialwissenschaftlichen und pädagogischen Themen von dem dortigen Verlagsbuchhandel bevorzugt. Die übri gen Wissenschaftsgebiete treten hier, was Übertragungen aus dem Deutschen anbelangt, mehr zurück. Von den Verlegern in Barcelona sind außer nicht allzu zahlreichen rechts- und sozialwissenschaftlichen Werken besonders medizinische Bücher deutscher Herkunft heraus gebracht worden. Es finden sich weiter unten bei der Betrachtung des medizinisch-naturwissenschaftlichen Übersetzungsmarktcs in Spa nien über die entsprechenden Verlagsverhältnisse in zulctztgenanntem Ort genauere Angaben. Auffallend wenig deutsche b e l l e tr i st i s ch e Bücher kommen von jeher als spanische Veröffentlichungen heraus. Von je 100 übersetzten Werken aus diesem Literaturgebiet, das sich eigentlich im allgemeinen zunehmender Beliebtheit in Spanien erfreut, stammen im Durch schnitt nur fünf bis sechs aus dem Deutschen. Auch die sonstige schön geistige Literatur einschließlich Kunst ist nicht übermäßig stark durch Werke aus dem Deutschen vertreten. Bei der Durchsicht der spa nischen Autoren-Liste fallen die Namen einiger deutscher Verfasser hier besonders auf. Von Schiller findet sich eine Übertragung der Ver schwörung des Fiesco und Kabale und Liebe vor. Eckermanns Ge spräche mit Goethe in der Übersetzung von I. Psrez Bances (Oolso ciüil Univsrs«!) sind bemerkenswert. Der Professor für Hispanistik an der Münchner Universität Ludwig Pfand! mit seiner viel beach teten Geschichte der spanischen Nationalliteratur in ihrer Blütezeit und der Kunsthistoriker und Kunstwissenschaftler Werner Wcisbach mit einer Barock-Studie gehören ebenfalls zu den deutschen Ge lehrten, die vom Verlagsbuchhandel Spaniens Förderung erfahren. Das in Deutschland verlegte wissenschaftliche Buch im allge meinen ist als Übersetzung nicht allzu häufig auf der Pyrenäischen Halbinsel anzulreffen. So sind in der Literaturgruppc Philo sophie und N e l i g i o n z. B. von 60 Wiedergaben aus fremden Sprachen nur neun ehemals deutschabgcfaßte Bücher (^ 15 v. H.). Bei den Verfassern, deren Werke als spanische Verlagserzengnisse hcraus- gekommen sind, begegnen wir in den Titel-Zusammenstellungen den Werken der deutschen Geistesheroen Schopenhauer, Fichte. Wilhelm von Humboldt (mit einer Sprachstudie über das Baskische), Leibni.z 1088 und Kant. Von letzterem erschien seine Kritik der reinen Vernunft in zwei Bänden als Übersetzung von Manuel Fernändez Nüöez im Verlag von Bergua in Madrid. Oswald Spengler ist mit zwei spanischen Wiedergaben, darunter der bereits vor einigen Jahren erschienene Beitrag zur Philosophie des Lebens »Der Mensch und die Technik«, aufgeführt. Von den geschichtlichen und erdkund lichen Abhandlungen, die in das Spanische übersetzt sind, stammt fast alles, nämlich neun Achtel, von Schriftstellern nichtdeutschsprechender Völker. Es können hier nur wenige deutsche Veröffentlichungen festgestellt werden. Die internationale Bibliographie des Index trauZlationvm faßt alle Werke, die sich mit rechts- und sozialwissenschaft lichen sowie mit pädagogischen Fragen beschäftigen, in eine Gruppe zusammen. Hier stoßen wir u. a. auf den Namen des durch seine zahlreichen grundlegenden Werke bekannt gewordenen Juristen Ludwig Enncccerus, lange Jahre eine Zierde der Marburger Univer sität (Römisches und bürgerliches Recht). Zwei bekannte deutsche Er zieher, der verstorbene Münchener Schulmann Georg Kerschensteiner und der Erziehungskundler und Pädagoge Peter Petersen, haben eben falls Eingang in die spanische Fachliteratur gefunden. In der gemein samen Gruppe Recht, Sozialwissenschaften, Pädagogik sind insgesamt 67 Übersetzungen erschienen, darunter nur 19 aus der deutschen Sprache. Im Vorjahre waren es 91 insgesamt aus verschiedenen Sprachen, einschließlich 25 aus dem Deutschen. Eine Ausnahme in bezug auf die nur schwächere Verbreitung deutscher Bücher in Spanien bilden allein die medizinisch- naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen. Hier ist weit über ein Drittel der in das Spanische übersetzten medizinischen Aus landliteratur deutsche Geisteskinder. Weiter oben wurde bereits aus geführt, daß Barcelona als Verlagsort für wissenschaftliche Bücher, die aus dem Deutschen übertragen sind, vor der Landeshauptstadt Madrid einen zahlenmäßigen Vorsprung hat. Spaniens Hauptverleger, nicht nur für wissenschaftliche Literatur deutscher Herkunft allein, sondern auch für sonst in das Spanische übersetzte deutsche Bücher, ist seit langem die Verlagsbuchhandlung Editorial Labor SA. in Barcelona. Sie hat z. B. 1934 rund zwei Dutzend deutsche zum Teil schwerwissen schaftliche Bücher, überwiegend medizinischen Inhalts, in die spanische Sprache übersetzen lassen und herausgebracht. Von den weiteren in Barcelona ansässigen buchhändlerischen Firmen, die deutsches Geistes gut durch Übersetzungen in Spanien regelmäßig zu vertreiben pflegen, gehört u. a. auch die seit 1902 bestehende Sortiments- und Verlagsbuchhandlung Gustuvo Gili hierher, deren Sonderzweige technische Literatur, angewandte und praktische Wissenschaften sowie Übersetzungen fremdsprachlicher Bücher aus ebengenannten Wissen schaftsgebieten sind. In diesem Zusammenhang mag auch die dem deutschen Buchhandel seit mehreren Jahrzehnten bestens bekannte Libreria Bosch erwähnt werden. Außer diesen ebengenannten drei Firmen in Barcelona ist noch mindestens ein Dutzend anderer nicht unbedeutender Unternehmungen dort vorhanden, die ebenfalls deutsche, meistens wissenschaftliche Literatur als spanische Erzeugnisse während des Jahres 1934 verlegt haben. Sie alle hier aufzuzählen würde zu weit führen. Von den deutschen medizinischen Werken, die in das Spanische übersetzt sind, trägt eine ganze Anzahl die Namen be kannter Gynäkologen und Frauenärzte, Chirurgen usw. als Ver fasser, wie z. B. Hans Runge von der Heidelberger Universitäts- Frauenklinik, die Gynäkologen Georg Winter und Hans Naujoks mit einem gemeinschaftlich abgesaßten Werk. Der Wiener Gelehrte Josef Halban ist mit einem Fachwerk, das er zusammen mit dem bekannten Frauenarzt und Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Frankfurt a. M. Ludwig Scitz verfaßte, erwähnenswert. Im Anschluß hieran mag auf das bekannte Handbuch der Kinderheilkunde von Meinhard von Pfaundler und Schloßmann, das jetzt ebenfalls als spanische Ausgabe vorliegt, hingewiesen sein. Der ehemalige Chirurgie-Professor Anton von Eiselsberg, Lorenz Böhler, Medizin professor an der Universität Wien und Direktor des dortigen Unfall krankenhauses sowie Hermann Matti (Zahnchirurg) zählen zu den bekanntesten deutschen Autoren von Verlagsbuchhandlungen in Barcelona. Gelehrte wie der Pathologe Ludwig Aschoff mit zwei übersetzten Werken, der Psychiater Johannes Lange, der Psychologe und Professor am Jgnatiuskolleg in Valkenburg (Holland), Joseph Fröbes, 8. 3., und Günther Just, der sich besonders mit menschlicher Vererbungs- und Kvnstitutionslehre sowie mit Nassenhygiene befaßt,
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