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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.12.1935
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1935-12-24
- Erscheinungsdatum
- 24.12.1935
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- Deutsch
- Sammlungen
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- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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-L 298, 24. Dezember 193S. Redaktioneller Teil Börsenblatt f. d. Dtschn Buchbandel. Schneideranleitung, Anleitung zur Kinderpflege in der Zeitschrift finden und so von dieser auf Schritt und Tritt begleitet und beraten werden. Im ganzen genommen ist es kleinbürgerliche Kost; Schöngeistiges, Hochliterarisches sucht und findet man da nicht; wie gesagt, ist das Wesen des japanischen Volkes ein kleinbürgerliches. Zu einer wahren Blüte, zu klassischer Höhe und einer Kunst, die keinen Vergleich zu scheuen hat, erhebt sich in Japan das Theater und nach und neben ihm sein jüngstes Kind, der Film. In der Einleitung zu seinem Buch »Das wahre Gesicht Japans« äußert sich der Verfasser auch zu der europäischen Japan-Literatur, die uns bisher ein Bild Japans vermittelt hat, und findet dafür folgende Charakterisierung: Der Deutsche, der nach Japan kommt, hat die drei bis sechs Bücher über Japan, die für ihn in Frage kommen, gelesen und hat sich, wie das seine Art ist, an Hand von ihnen eine feste Vorstellung über Land und Leute gebildet. Zwei Arten von Büchern haben ihm zur Verfügung gestanden: die schlechten und die guten, und es ist schwer zu entscheiden, welche von den beiden mehr Unheil angerichtet haben ... Es sind besonders französische Verfasser gewesen, vor treffliche Autoren in ihrer Art, die ihre exotischen und erotischen Sehnsüchte ausgerechnet in dasjenige Land des Ostens trugen, das solchen Süchten am wenigsten entgegenkommt . . . Tie Engländer haben vorzügliche umfangreiche Bücher über das Land geschrieben, sie haben Märchen und schillernde Legenden gesammelt, sie haben alle Schlösser und historischen Stätten, ja die entlegensten Tempel und Schreine besucht, sie haben — es waren meist junge Legations räte und rüstige Missionare — die höchsten Berge bestiegen, die ver borgensten Täler erforscht; und wer sich über Japans abgeschlossenes Leben vor der Eröffnung gegenüber Amerika und Europa, wer sich über die Folklore des Landes unterrichten will, der greife unbedingt nach diesen Autoren . . . Im besonderen waren es die Zeitungen und illustrierten Zeit schriften Deutschlands, die sich in verdienstvoller Weise der Aufgabe unterzogen, dem Lesepublikum ein lebendiges Bild von diesen Vor gängen (der Entwicklung Japans in den letzten Jahrzehnten) in Japan, von der Entstehung eines neuen Japan zu bieten . . . Wollte ein Japaner sein Vaterland, seine Landsleute kcnnenlernen, so brauchte er dazu nur eine deutsche Zeitschrift, ein deutsches Japan buch aufzuschlagen. Bücherloses Haus In Ergänzung zn unserem Aufsatz: »Verwaiste Bücher« in Nr. 296 vom 21. Dezember 1935 möchten wir unseren Lesern eine neue Antwort zu dieser Frage (»Deutsche Allgemeine Zeitung« vom 22. Dezember 1935) zur Kenntnis bringen. Die Antwort auf den Notruf von Frau Lilli du Bois - Ney- mond in der »DAZ« vom 1. Dezember, die als Echo in der Nummer vom 14. Dezember erklang, ist so wertvoll in ihrer Schlichtheit und offenbart die große Sehnsucht nach guten Büchern in unserem Volke so wahrheitsgetreu und überzeugend, daß sit! die ausgebliebenen Ant worten völlig ersetzt. Dem Hunger nach guten Büchern bei einer sehr viel größeren Zahl armer Volksgenossen, als die glücklichen Bücherverkäufer wohl ahnen, kenne ich durch meinen Beruf als Wohlfahrtspflegerin nur zu gut. Ich bin immer wieder ergriffen rwn dem dankbaren Auf leuchten der Augen — dem raschen, freudigem Zugreifen, wenn man ein Buch mitbringen kann. Nicht nur Kranke oder sonst ans Haus Gefesselte wollen — ach so gern — lesen, ne in, auch hart arbeitende Menschen, die todmüde heimkommen, sind glücklich über ein Buch. Selbst Bücher zu kaufen, ist ausgeschlossen für diese Menschen mit so kargem Verdienst oder noch knapperer Arbeitslosenunterstützung, daß das Geld kaum für die allerdringendsten Lebensbedürfnisse aus reicht. Bei diesem Lesehunger wird natürliä) oft wahllos genossen, was sich gerade bietet, aber darum ist doch sehr wohl Verständnis und Hochschätzung für guten Lesestoff da. Ein Fabrikschuhmacher z. B., der seit fahren fast alle meine Bücher liest und sich auf jedes neue Buch freut, das ich bekomme, betonte immer wieder, daß diese Bücher doch »etwas ganz anderes als die gewöhnlichen« seien. Von Brachvogels Friedemann Bach bis zu den Glücksfischern Schaffners und dem Riesenspielzeug von Emil Strauß hat er mit größter Freude alles gelesen, was etwa von Büchern dieser Art bei mir vorhanden war. Ich glaube, auch den geliebten Kügelgen. Tie Humboldtbriefe allerdings — wenn ich sie hätte — würde ich meinem guten Bücherfreund nicht zumuten — aber von denen will sich ja Frau du Bois - Neymond doch im Ernst nicht trennen — auch gewiß von Kügelgen nicht. Aber solche Bücher, die man, obwohl schweren Herzens, doch weitergeben möchte, wenn man die »guten Hände« dafür wiißte, soll man doch an Volksbüchereien, an die Hitler-Jugend, den BDM, den Arbeitsdienst oder die SA geben. Auch die Reichsbahn würde gute Bücher gewiß nur zu gern für die Aufenthaltsräume ihrer Arbeiter und Beamten annehmen, damit so manche müde leere Stunde des Bereitfchaftsdienstes ausgefüllt werden könnte. Krankenhäuser und Gefängnisse nehmen dankbar gute Bücher an, z. B. auch Zeitschriften. Und unsere Volksgenossen im Ausland — wie sehr verlangt es sie nach guten Büchern. Mehrfach hat die »DAZ« auch dafür geworben, ihnen Lesestoff zu senden und wird gewiß die für Frau du Bois- Neymond bequemste Annahmestelle nennen. Aber sollte in dem neuen Familienhaus nicht doch etwas mehr Platz sein als zunächst befürchtet wurde? Ein paar Bücherkisten lassen sich doch gewiß im trockenen Keller wenigstens vorläufig verwahren. Die junge und jüngste Generation der Familie wird vielleicht später manchen überraschenden Fund dort tun, und warum soll man sie um dies Vergnügen und — Anrecht bringen? Hundert Jahre G. L. Lang's Buch!Handlung Auf ein hundertjähriges Bestehen kan n am 25. Dezember G. L. Lang's Buchhandlung in Landau zurückblicken. Der 23jährige G. L. Lang gründete vor nunmehr hundert Jahren in Speyer ein Antiquariat, zu dem bald ein So ctiment und eine Leih bücherei hinzukamen. In einer eigenen Drv ickerei wurde vorüber gehend eine Tageszeitung hergestellt, eine Verlagsabteilung gab Werke pfälzischer Schriftsteller heraus, Tatkra st und Unternehmungs lust des Gründers trugen reiche Früchte, und a ls G. L. Lang 1896 starb, konnte er seinen Söhnen in Speyer, Landau, Weißenburg (Elsaß), Metz und Dürkheim blühende Buchhandlungen u nd Druckereien hinter lassen. Während die übrigen Betriebe im Lanse der Zeit wieder ab- gestoßcn wurden, blieb die von Wilhelm Lang übernommene Landauer Buchhandlung im -besitz der Familie. Herman n Lang wurde nach dem Tode seines Vaters 18-88 Inhaber einer imrch rastlosen Fleiß gut eingeführten Buchhandlung, die unter seinei: Leitung einen wei teren Aufstieg nahm und sich großen Ansehens in Buchhändler- und Kundenkreisen erfreute. Hermann Lang gehörte auch dem Vorstand des Badisch-Pfälzischen Buchhändler-Verbandes ein. Die Blüte seines Geschäftes fand ihren jähen Abschluß durch die Besetzung der Pfalz. Wenn Hermann Lang auch durch Herav.sgab e von militärischen Schriften und Wörterbüchern verlegerisch in k Erscheinung getreten war, so stand doch die reine Sortimentstätigkeit bewußt im Vorder grund, und sein Wirken diente in erster Lünie k>er Verbreitung des guten deutschen Schrifttums. Darum wu rde ei: auch ausgewiesen. 1929 starb er im Alter von 55 Jahren. Sein Sohn Heinz Lang über nahm als Urenkel des Gründers die Leitung und führt das Sortiment im Sinne seiner Vorfahren weiter. Richtfest des Büchcreigebäudes am Haus der deutschen Erziehung Das Richtfest des Bücherei- und Lehrmittel-Gebäudes, das neben dem Haus der deutschen Erziehung in Bayreuth ersteht, wurde am Lv. Dezember im Beisein zahlreicher Ehrengäste festlich begangen. Nach dem Entwurf des Architekten Reissinger und unter der Bau leitung des Negicrnngslbaumcisters Lacke ist der stattliche Neubau entstanden, der bei 8V Meter Länge und 4L Meter Breite das Haus der deutschen Erziehung flankiert und zur Ausnahme der Bücherei und Lehrmittel des NSLB dienen soll. Bei dieser Gelegenheit sprach zum erstenmal in seiner neuen Amtstätigkeit Gauleiter W a e ch t l e r. Sein erstes Gedenken galt seinem verewigten Vorgänger Hans Schemm, aus den der Plan zu diesem Bau zurllckzusühren ist. Für Schulbüchereien geeignete Bücher Heft 24 vom 28. Dezember der Zeitschrist »Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung« sWeidmann) enthält eine neue, 175 Titel umfassende Liste von Büchern, die sich laut Empfehlung des Reichs- und Prenstischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zur Anschaffung in Schulbüchereien sLehrer- und Schülerbüchereien) eignen. 1111
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