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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.04.1917
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-04-20
- Erscheinungsdatum
- 20.04.1917
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. ^ 91, 20. April 1917. entfernt, eine badische Literaturgeschichte sein zu wollen. Lein Zweck ist »nr, durch gute Auswahl (und diese hat Jerven getroffen) uns auch einmal mit dem Schaffen der Schriftsteller und Künstler innerhalb der Landesgrenzen des badischen Grvßhcrzogtums bekannt zu machen. Da zu scheint der Herausgeber den richtigen Weg gesunden ^'u haben. Das oorliegende erste Bändchen, das neben bekannten Namen, wie E. von Bodman, Heinrich E. Kromer, Benno Niittenaner und Hermine Vil- linger, eine Reihe von Proben ans dem Schaffen der Jüngeren, wie des feinsinnigen Poeten Wiedebach-Woischiitzky, des Dialektdichters Paul Koerber und des Ästhetikers Otto Hocrth, in sich vereinigt, läßt auch für die Folge und schließlich für das Gesamtwert das Beste er warten. Was uns Buchhändler aber ganz besonders augeht, ist das schon erwähnte »Vorwort für Leser und Dichter«, das Jerven dem vor liegenden Bändchen vorausschickt. Es ist eine zum Teil berechtigte, geharnischte Anklage, die Jerven gegen Leser und Dichter erhebt und an der auch das Bindeglied der beiden, der Buchhändler, nicht acht los Vorbeigehen sollte. Nachdem Jerven kurz die Existenzberechtigung seines neuen Unter nehmens begründet und uns mit seinen Plänen vertraut gemacht hat, kommt er zunächst auf etwas zu sprechen, wovon ja auch unter uns Buchhändlern schon oft gesprochen wurde, nämlich auf den erdrückenden Reklameapparat, mit dem Bücher (Kulturgüter!) heutzutage wie Ware und Marktartikel angepriesen werden. Einige Beispiele, die Jerven anführt, weisen tatsächlich die größte Geschmacklosigkeit auf, und es ist höchste Zeit, dagegen öffentlich Front zu machen. Weiter beschäftigt sich Jerven mit den immer gewaltiger und stär ker sich geltend machenden Machthabern in der deutschen Verlegerwclt, von denen er nnr einige nennt. »Wir haben«, schreibt er, »es erst iviedcr bei der Organisation des Fcldbuchhaudels erlebt, daß die Ver trustung der mit Kulturgütern handelnden Großfabrikanten den an ständigen Kleinhändler — um kaufmännisch zu sprechen, wie es die Angelegenheit verlangt — einfach außer Atem setzt«. Wenn Jerven weiter sagt: »Nicht daß diese Massenmachthaber überhaupt da sind und sich auffällig'breitmachen, ist das Bedenkliche, sondern daß es ihnen jedesmal gelingt, unter Zuhilfenahme aller ihnen zu Gebote stehenden Mittel und eines unheimlichen, ihre ganze Betriebsart kenn zeichnenden Tempos die Genehmigung der zuständigen Behörden an sich zu reißen und, wie in diesem Falle, die Versorgung des größten Teils der Feldbuchstellen in ihre Hände zu spielen, unter Kaltstellung aller anderen buchhändlerischcn Organisationen und Ausschließung jeder anderen Literatur, die nicht ihre Marke trägt«. Damit, glaube ich, spricht Jerven aus dem Herzen vieler deutscher Verleger, die sich ehrlich bemühen, die ihnen anvertrautcu Verlagskinder durchzuringcn und lebensfähig zu erhalten, ober auch immer wieder dem Großfabri- kantentum der deutschen Verlegerwelt auswcichen müssen. Um das so gedrückte geistige Klima wieder einigermaßen erträglich zu machen, appelliert Jerven an die Künstler, durch deren festes Zusammenstehen dem Mißstand wirksam cntgegengcarbeitet werden könnte. In seinen weiteren Darlegungen bringt I. noch einige Miß stände aus diesem Gebiet zur Sprache, die es wirklich verdienten, ein mal öffentlich behandelt zu werden. Hoffentlich fallen die Ratschläge, die Jerven zur Besserung erteilt, nicht allzusehr auf unfruchtbaren Boden. Mögen Leser und Dichter und nicht zuletzt auch die Herren Kollegen vom Buchhandel aus dieser Anklage eines erfahrenen Man nes die nötigen Folgerungen ziehen! Stefan Wangart, Kriegsfreiwilliger. Kleine Mitteilungen. Nene Pcrkchrsstcncrn. — Das Gesetz über Besteuerung des Per sonen- und Güterverkehrs vom 8. April 1917 ist in Nr. 88 des Ncichs- anzeigers abgedruckt. Nach § 11 des Gesetzes beträgt bei der Per sonenbeförderung die Abgabe in der ersten Fahrklasse 16, in der zweiten 14, in der dritten 12 und in der vierten oder Id-Fahrklasse 10 v. H. des Beförderungspreises. Schnellzug-Zuschlagkarten in der ersten und zweiten Klasse werden niit 15 v. H., in der dritten Klasse mit 12 v. H. besteuert. Von der Abgabe bei der Personenbeförderung sind Arbeiter, Schüler und Militärpcrsonen, soweit sie zu ermäßigten Preisen fahren, von der Abgabe für die Beförderung von Gü tern, die 7 v. H. des Beforderungspreises beträgt, ist u. a. die Beför derung von Kohlen, Koks, Braunkohlen und Preßkohlen befreit. Be sondere Bestimmungen sind für elektrische und andere Kleinbahnen innerhalb der Städte usw. getroffen. Das Gesetz umfaßt 34 Para graphen, sein Inkrafttreten wird durch kaiserliche Verordnung nach Zustimmung des Bundesrates festgesetzt werden. Diese neuen Vcr- kchrssteuern werden direkt und indirekt auch den Buchhandel erheb lich belasten. Wuppertaler Druckerei A.-G., Elberfeld. — Soll. Gehälter, Löhne und Agentenvergütungen Allgemeine Unkosten Rohmaterialien Abschreibungen Reingewinn Haben. 77 796 33 184 53 171 9 090 4 892 178 135 4 88 59 03 16 75 41 Zeitunqskonto .... 102 153 63 Drucksachenkonto 72 895 78 Mietenkonto 3 086 — 178 135 41 Bilanzkonto am 31. Dezember 1916. Aktiva. Jmmobilienkonto 153 454,14 Zugang 3 334,57 156 788,71 Abschreibung 1200,— 155 588 71 Maschinenkonto 24 057,80 Zugang . 1 523,32 25 581,12 Abschreibung 6 000,— IS 581 12 Typenkonto > 10 369,63 Zugang 617,07 10 986,70 Abschreibung 1 600,— 9 386 70 Jnventarkonto 2 SVS,S4 Zugang 396,— 2 901.64 Abschreibung 290,16 2611 48 Verlagsrecht 1 — Vorräte . 17 086 42 Debitoren und Bankguthaben 45 341 24 Kasse I 261 01 250 857 68 Passiva. Aktienkapital 150 000 Hypotheken 80 000 Reservefonds 7 573 19 Rückständige Dividende . . 10 Kreditoren 8 381 74 Reingewinn 4 892 75 250 857 68 (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 89 v. 14. April 1917.) Freie Zeitungsausfuhr aus Rußland. — Die provisorische Regie rung widerrief die Bestimmung der früheren Regierung, die Privat leuten und Institutionen verbot, Drucksachen und periodische Veröffent lichungen ins Ausland zu schicken. Die alte Abonnementsordnung für Zeitungen und Zeitschriften wird auf diese Weise wiederhergestellt. Einheitliche polnische Rechtschreibung. — Der provisorische Staatsrat in Warschau beschloß im Einverständnis mit dem galizischen Schulrat von Krakau, von der Krakauer Akademie der Wissenschaften einheitliche Grundsätze für die polnische Rechtschreibung entwerfen zn lassen. Persmmlnachrichteu. Gefallen: am 9. April Herr Alfred Morgenstern, ein strebsamer tüchtiger Mitarbeiter der Firma K. F. Koehler in Leipzig. Berichtigung. — Herr Verlagsbuchhändler Hugo Bruck- m ann , dessen Tod wir auf Grund einer durch die Presse gegangenen Mitteilung in Nr. 90 meldeten, befindet sich erfreulicherweise wohlauf. Die Todesnachricht bezog sich auf Or. Schänffelen, 1. Vorsitzen den des Anssjchtsrats der Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. Hof fentlich bewahrheitet sich auch an Herrn Bruckmann der Glaube, daß Totgesagten ein besonders langes Leben beschicken ist. Verantwortlicher Redakteur: Emil Thomas. — Verlag: Ter Börsen 392 Adresse verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlerhsu Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 sBuchhändlerhauS).
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