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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.10.1938
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- 1938-10-15
- Erscheinungsdatum
- 15.10.1938
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Deutsche Buchhändler als Helfer der Befreiung 1813 Ausstellung in der Bibliothek des Börsenvereins Tie Bibliothek des Börsenvereins veranstaltet aus Anlaß der Hundertfünfundzwanzigjahr-Feier der Völkerschlacht bei Leipzig eine Ausstellung, die den Buchhandel als Wecker und Kämpfer für die deutsche Freiheit zeigt. Die Schau eröffnen Schriften, die über das undisziplinierte Ver halten der Nevollutionsheere in Süddeutschland berichten. Daran schließt sich an Johann Philipp Palm mit seinen Beruss- kameraden aus Österreich Kupfer und E u r i ch, die gleich ihm vom Braunauer Kriegsgericht zum Tode verurteilt wurden. Als wackerer Nufer zeigt sich Rudolf Zacharias Becker in Gotha mit seiner »National-Zeitung der Deutschen«, die ihm die Festungs haft in Magdeburg einbrachte. Darüber berichtet er unter dem Titel »Leid und Freud in 17monatlicher französischer Gefangenschaft«. Friedrich Perthes, der kerndeutsche Streiter in Hamburg, ist vertreten mit seinem »Vaterländischen Museum« und einem Rund schreiben, das kurz nach der Befreiung Hamburgs von ihm an seine Geschäftsfreunde geschickt wurde. Von den Leipzigern, die zu ihrem Teil an der Erweckung des deutschen Gewissens mitarbeiteten, sind zwei vertreten: K arl Franz K o e h l e r, der Gründer der Firma K. F. Koehler, der sich am Vertrieb der gegen den Franzosenkaiser gerichteten Schriften beteiligte — er kam mit der glimpflichen Strafe von sechs Wochen davon — und F r i e d r i ch W i l h c l m G u b i tz, der für seine scharfen gegen die Fremdherrschaft gerichteten Worte ebenfalls inhaftiert wurde. Zweier Thüringer Buchhändler ist eben falls gedacht: Wilhelm H o f f m a n n, der Weimaraner, der als geheimer Kurier des Herzogs Karl August tätig war und manches Schreiben dieses unerbittlichen Franzosenhassers beförderte und für seinen Herzog auch eine Menge Schmähschriften gegen Napoleon durch die französischen Posten hindurchschmuggelte. Bernhard Fried rich Voigt war es, der sehr zeitig Nachricht vom Untergang der großen französischen Armee in Rußland erhielt und in Tausenden von Exemplaren kleiner Schriften diese Tatsache zur Aufklärung ins deutsche Volk trug. Mit knapper Not entging er den französischen Häschern, Palms Schicksal märe ihm bestimmt beschießen gewesen. Georg Andreas Reimers Haus in Berlin war der Treff punkt vieler vaterländisch gesinnter Männer. Hier verkehrten Fichte, Schleiermacher, Arndt u. a. Reimer trat mit siebenunddreißig Jahren bei der Preußischen Landwehr ein und rückte mit dieser ins Feld. Immer mehr reifte der Gedanke der Befreiung vom Joche des Korsen. Georg Decker in Berlin druckte hinter verschlossenen Türen den Aufruf zur freiwilligen Bewaffnung. In Breslau, wohin Friedrich Wilhelm bll. von Preußen übcrgesiedelt war, erschienen in Johann Goktlieb Korns Schlesischer Zeitung vom 20. März 1813 die Aufrufe »An mein Votlk«, »An mein Kriegs heer« und »Urkunde üver die Stiftung des eisernen Kreuzes«. In Korns Geschäftshaus war es auch, wo Preußens König die ersten Freiwilligen empfing. Der Breslauer Drucker und Verleger Jo hann A u g u st Barth druckte den »Dienstunterrichts-Katechismus für die gesamte Land-wehr« und stiftete davon 20000Exemplare. — Das L-ützower Freikorps war ge-tiildet worden. In seinen Reihen socht mancher Buchhändler. Bekannt ist uns, daß Ferdinand Düm in - ler bei Kitzen in Gefangenschaft geriet und über Frankfurt am Main nach Frankreich abtransporliert wurde. Julius Campe war vom Kriegsglück mehr begünstigt. Er socht später mit den Lützowern in Mecklenburg und durfte den Sänger der deutschen Freiheit, Theodor Körner, bei Wöbbelin mit bestatten helfen. Von Wilhelm Perthes Taten zur Befreiung seines Vaterlandes zeugen ein Brief, den er als Premierleulnant am 2. Februar 1814 geschrieben hat, sowie die Medaille der Hanseatischen Legion, in der er mit Wilhelm Mauke Dienst tat, ein Bildnis und die Kokarde seines Tschakos. Auch Eduard Vieweg tat als Soldat seine Pflicht für sein Vaterland. Den Schluß der Ausstellung bilden noch drei Leipziger: Leopold Voß, dessen Name in der Leipziger Handlung fortlebt, focht ebenfalls mit der Waffe in der Hand bei den Freiwilligen Sachsens, während Johann Ambrosius Barth in treuer Pflichterfüllung für die ihm unterstellten Lazarette sich infizierte und verstarb, noch ehe seinem Vaterland die Freiheit erkämpft worden war. F r i e d r i ch A r n o l d Brockhaus eilte an die Stätten der großen Völkerschlacht, um aus den unmittelbaren Eindrücken in seinen »Deutschen Blättern« zu berichten, für die deutsche Einheit cinzu- treten und abseits Stehende aufzumuntern. Eine Anzahl Buchhändler konnten in der Ausstellung nicht berück sichtigt werden, da weder Bildnisse noch Schriften von ihnen vor handen sind. Ihr Wirken und Streiten für ihr Vaterland ist im Schrifttum für alle Zeiten fcstgehalten und wird nie vergessen werden. Viele unbekannte Soldaten aus dem Buchhandel werden in dem großen Befreiungskriege mitgekümpft haben, ohne daß ihre Namen uns überliefert wurden. Der größte Teil der ausgestellten Bildnisse, Schriften usw. stammt aus eigenem Besitz der Bibliothek des Börsenvereins. Die Ausstellung erfuhr erfreulicherweise durch Leihgaben Unterstützung, für die auch an dieser Stelle gedankt sei. Die Ausstellung ist vom 17. bis 21. Oktober von 9 bis 16 Uhr- geöffnet. Für besondere Führungen sowie Besichtigungen außerhalb der vorstehenden Zeit wird um Voranmeldung gebeten. Sae. Der Buchhandel als Lehr- und Forschungsgebiet an den Leipziger Hochschulen Die Vorlesungen nnd Übungen zur Vuchhandelsbetriebslehre an der Handelshochschule beginnen Anfang November. Professor vr. G. Menz wird im Wintersemester 1938/39 lesen: Buchhandelsbetriebslehre I: Die Lieferindustricn des Verlagsbuchhandels. — Donnerstag 19—21 Uhr. (Beginn 3. Novembers ferner an der Universität: Der Zeitschriften Verlag (Geschichte, Struktur und Ar beitsbedingungen). — Freitag 11—12 Uhr (Beginn 4. No vember). Die Übungen des Seminars für Buchhandelsbetrieb finden im kommenden Semester erstmals am Freitag, dem 4. November, in der Zeit von 19—21 Uhr statt. Näheres am Schwarzen Brett. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß an den Veranstal tungen nicht nur Hochschulstudierende, sondern auch im praktischen Berufsleben stehende Buchhändler teilnehmen können. Vorherige An meldung beim Seminardirektor ist erwünscht, bzw. für die Übungen Bedingung. Sprechstunden von Prof. Or. G. Menz Montags und Donnerstags von 12 bis 13 Uhr im Buchhändlerhaus, Gerichts weg 26. Neuer Einzelhandelstarif für das Gebiet der Kreishauptmann- schaft Leipzig Die am 1. Oktober 1938 für die Einzelhandclsbetriebe der Kreis hauptmannschaft Leipzig einschließlich der bezirksfreien Städte (mit Ausnahme des Teils der Amtshauptmannschaft Oschatz, der zum Amtsgcrichtsbezirk Riesa gehört) in Kraft getretene neue Tarif ordnung gilt nicht für die in der Stadt und Amts hau p t m a n n s ch a f t Leipzig gelegenen Sortiments und A n t i q u a r i a t s b u ch h a n d l u n g e n. Abgesehen von dieser Einschränkung gilt er für alle der Neichskulturkammer zuge hörigen Einzelhandelsbetriebe, Kunst- und Antiquitätenhandlungen, Versandgeschäfte, Sortiments- und Antiquariatsbuchhandlungen, Zeitschriftenkleinhandlungen (auch in Kiosken) und Leihbüchereien in dem oben bezeichnten Gebiet. Der Betriebssichrer hat jedem Gefolgschaftsmitglied einen Ab druck dieser neuen Tarifordnung auszuhändigen. Sie sind bei der Deutschen Arbeitsfront, Fachamt »Der deutsche Handel« erhältlich. Personalnachrichten Der Führer hat dem um die deutsche Kulturgeschichte hoch verdienten Verleger und alten Parteigenossen Hugo Bruckmann in München zum fllnfundsiebzigsten Geburtstag telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. ^ -r- Am 29. September verstarb im Alter von zweiuudfünfzig Jahren Fräulein Anna Wy ß, Inhaberin der gleichnamigen Buchhandlung in Zug in der Schweiz. * Ein langjähriger Mitarbeiter des Furche-Verlages, Berlin, Herr Gerhard Glitsch, ist am 12. Oktober 1938 im Alter von sechzig Jahren verstorben. Herr Glitsch war, bis die russische Bolschewisten herrschaft das Weitererscheinen der Zeitung unmöglich machte, Mit inhaber der deutschen »St. Petersburger Zeitung« in Petersburg. Nach der Übersiedlung nach Deutschland trat er nach kurzer Tätigkeit in einem anderen Berliner Verlagsunternehmcn in den Furche- Verlag ein und war bis 1932 Geschäftsführer der Furche-Kunstverlag G. m. b. H. und nach deren Übergang in den Furche-Verlag Mit arbeiter in diesem Verlage. Walter Hersurth, Leipzig. Verlag: Vcrlaa des Börsenvcrei»s der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. — Anschrift der Schrtstleitung und Expe dition: Leipzig 6 1, Gerichtsweg 26, Postschliehfach 274/75. — Druck: Ernst H cdrich Nachf., Leipzig 6 1, Hospitalstraste 11»—13. — DA. 7800/IX. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig! 804 Nr. 241 Sonnabend, den 16. Oktober 1038
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