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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.10.1938
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1938-10-15
- Erscheinungsdatum
- 15.10.1938
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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„Ein gutes Buch ist ein guter Kamerad!" Die Auto Amon AG. zur Buchwoche Die Betriebsführung der Auto Union AG. wendet sich mit nachstehendem Aufruf an ihre Gcsolgfchastsmitglieder: »Lieber Arbeitskamerad! Zum vierten Maie geben wir Dir aus Anlaß der Woche des Tcntschen Buches Gelegenheit, gute neue Bücher billig zu kaufen. Erinnerst Du Dich noch, wie es in de» vergangenen Jahren war? Da konntest Dn bei Deinem Buchhändler ein, zwei oder auch mehr Bücher anssuchen. Wenn Dn vier Mark und darüber bezahlt hattest, gaben wir Dir gegen Vorlegen der Quittung zwei Mark zurück, bei den Beträgen unter NM 4.— war es die Hälfte. Lehrlinge erhielten eine Beihilfe bis zu NM 3.—, wenn sie Bücher für Ausbildungszwccke aus unserer Auswahlliste lausten. So soll es auch ln diesem Jahr sein!» Der Aufruf schließt nach einigen Ausführungen über- die Durchführung der Aktion mit folgenden Worten: »Ein gutes Buch ist ein guter Kamerad für viele Stunden. Es willauch Dein Kamerad werden!« Wir wissen, daß in früheren Jahren diese Gelegenheit von den Gefolgschaftsmitgliedern der Auto Union AG. gerne auf gegriffen wurde. In besonderem Maße mußte man, gerade auch der Buchhandel, der Firma für ihren Entschluß dankbar sein. Nicht zuletzt bedeutete natürlich der dadurch erzielte Umsatz eine spürbare Absatzsteige rung im örtlichen Sortiment. Wenn die Auto Union nun zum Viertenmal sich entschlossen hat, die Aktion erneut durchzuführen, so verdient sie den Dank jedes Buchhändlers, kann doch dieser Entschluß vorbildlich genannt werden. Viele Schaffenden im großen Betrieb der Auto Union waren sicher keine regelmäßigen Besucher der Chemnitzer Buchhandlungen. Durch die Aktion aber kam ein großer Teil von ihnen zum erstenmal in die Buchhand lungen und somit mit dem Buch in Berührung. Wir glauben mit Recht annchmen zu dürfen, daß sich in vielen Fällen daraus eine dauerhafte Freundschaft zwischen Arbeiter und Buch entwickelte und daß durch sie mancher Lehrling auf die Vorteile des Fachbuches hingewiesen wurde. Auch in diesem Jahr liegt der Buchverkaufin Hän den der Chemnitzer Ortsgruppe des Buch- Han d c l s, die dafür Sorge trägt, daß nur beste deutsche Bücher verbreitet werden. Um noch ein besonderes zu tun, veranstaltet die Auto Union zusammen mit dem Buchhandel Ausstellungen von mehr als zweihundert ausgewählten Werken. Die Ausstel lungen finden in allen Werken der Auto Union, so in Chem nitz, Zschopau, Zwickau und Spandau statt. Volks bibliothekare und Buchhändler haben die Betreuung und Be ratung übernommen. Dadurch hat jedes Gefolgschaftsmitglied die Möglichkeit, das von ihm ausgewählte und gewünschte Buch vorher anzusehen und anzulesen. Nicht nur die Ausstellung allein soll helfen, die Auswahl zu erleichtern. Die Auto Union hat für alle Gefolgschastsmit- glieder — ihre Zahl geht in die Tausende — eine »Vor schlagsliste zur Woche des Deutschen Buches« ausgearbeitet, von der jeder ein Exemplar erhalten kann. Im Vorwort der Vorschlagsliste heißt cs: »Um Dir Deine Auswahl aus all den vielen tausend Büchern, die es gibt, ein wenig leichter zu machen, sindcst Tu in diesem Ver zeichnis eine kleine Liste von einigen hundert Büchern: sie will Dir ein guter Wegweiser zu guten neuen Büchern sein. Schau sie Dir genau an, es lohnt sich; sicher slndest Du dieses oder jenes Buch darin, das Tu wohl selbst besitzen oder Deinem Mädel, Deiner Iran, Deinem Kinde zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken möchtest. Jetzt kannst Dn es billig kanscn, nutze die Gelegenheit! werden sie Dir in der Kantine anslegen. Nimm sie nur ohne Scheu zur Hand; wenns mal einen Fleck oder Daumendrnck gibt, das tut nichts». Die Vorschlagsliste bringt dann eine Zusammenstellung der Chemnitzer, Zwickauer, Zschopauer und Annabergcr Buchhand lungen, die jederzeit zur Verfügung stehen und die auch weiter hin helfend zur Seite stehen. Die Liste gliedert sich in die Gruppen »Unsterbliches Deutschland, Volk im Feuer, Mit Hitler in die Macht, Gebt mir vier Jahre Zeit!, Deutsche in aller Welt, Welt- feind Nr. l, Die Welt der Frau, Bauernarbeit und Bauernleben, Wir reisen in die weite Welt, Rund um das Auto (dazu kommen einige andere Gebiete aus dem Reich der Technik), Praktische Winke für den Alltag, Für unsere Jungen? und Mädels«, usw. Das sind insgesamt 2ö2 Bücher, die so einem Kreis empfohlen werden, der der Einwohnerzahl einer Mittel stadt gleichkommt. Vom 10. Oktober bis zum 12. November, also rechtzeitig vo r der Buchwoche und mit genügend Zeit n a ch der Buchwoche läuft die Aktion der Auto Union. Von seiten der deutschen Ver legerschaft wurde sie gerne unterstützt. Der Chemnitzer Buchhandel selbst teilt mit, daß bereits der erste Tag (10. Oktober) ein gutes Ergebnis ge habt habe. Er schreibt weiter: »Die ganze Aktion ist so vorbildlich, daß man wünschen möchte, es fänden sich im Reiche mehr Firmen zur Nach ahmung bereit«. Das ist auch unser Wunsch. Vielleicht ge lingt es dem einen oder anderen Buchhändler, solche -Nach ahmungen» anzuregen. E. W. L. Gustav Frenssen Zu seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag am 19. Oktober I9Z8 Gustav Frenssen wurde durch seinen »Jörn Uhl- mit einem Schlage der meistgelesene Schriftsteller seiner Zeit. Das war in den Jahren kurz nach 1900. Sein Verleger konnte es wagen, das nächste Werk, »Hilligcnlei«, gleich in einer Hunderttauscnd- auslage herauszubringen; — sie war sofort vergriffen. Der Name Frenssen ist seitdem nicht mehr fortzudenkcn aus dem Schrifttum der letzten Jahrzehnte. Seine Bücher bedeuten immer Aufruf und Bewegung, liebende Zustimmung und leidenschaft licher Protest. Uber zwei Millionen stehen allein auf deutschen Bücherborden. In fünfzehn Kultursprachen sind sie im Ausland verbreitet. Das letzte Buch, das besonderes Aufsehen erregte und dem Dichter eine ganze neue Generation, unsere Jugend, ge wann, ist »Der Glaube der Nordmark«, der jetzt bereits das hundertste Tausend überschritten hat. Der Erfolg findet seine Erklärung darin: daß Frenssen ein packender Erzähler ist, ein Volkserzähler von ursprünglicher Begabung, der von allen Schichten des Volkes in gleicher Weise verstanden und gelesen wird, und daß in ihm ursprüngliches, germanisches Lebensgefühl wie ein frischer, starker Quell her vorbricht. Er ist ein Kind des weiten, fruchtbaren Bauernlandes, das sich nördlich der Elbmündung an der Nordsee erstreckt. Am öst lichen Horizont die hohe, heidige Geest. Im Westen der Secdeich, wo die Erde zu Ende ist und hinter Sommerkögen und grauem, gärendem Watt, dem prielzerrissenen Kampfgebiet zwischen Erde und Wasser, das Meer leuchtet. Dazwischen ehemaliger Meeres boden, die ebenen Felder der Marsch, die im Sommer voll gold braunen Korns und bunter Herden sind und über die im Herbst «02 Nr. 241 Sonnabend, den 15. Oktober 1038
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