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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.04.1922
- Strukturtyp
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- 1922-04-08
- Erscheinungsdatum
- 08.04.1922
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- Deutsch
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Sprechsaal. X: 84, 8. April 1922. SpreWlll. Erhöhte Valutagewtnne zur Niedrig!,altung der InlanSpreise. <Vgl. Bbl. Nr. 58.) Zu dcn Ausführungen des Herr» vr. Eugen Rentsch in Nr. 58, aus die ja schon di- Redaktion des Bbl. geantwortet hat, möchte ich nur folgendes zur Kennzeichnung des wahren Sachverhalts erwidern. Herr vr. Eugen Neutsch verlangt, die Valuta-Zuschläge brauchen nicht zu fallen, aber sie sollen sich in mäßigen Grenze» halten, denn setzt würde der Ausländer durch das -zweierlei Mas!» verschnupft. Jeder deutsche Verleger und Buchhändler würde gern überhaupt den Baluta- zuschlag fallen lassen, wenn hiersür folgende Voraussetzung gegeben würde: Während der Schweizer oder der Schwede 7—8 Franken, bzw. Krone» sttr ein Mittagessen bezahlt, muß der Reisende eines deutschen Verlegers oder er selbst sür das Frühstück z. V. in Schweden etwa Mk. 300.—, für das Mittagessen Mk. 5lX>.— ausgeben. Dabei geht, abgesehen von den erhöhten Reisekosten, Portospesen nach dem Aus land »sw., die die Propaganda verschlingt, der größte Teil des soge nannten Valuta-Zuschlags, der in Wirklichkeit sa nach der eben ausge machten Rechnung gar kein Zuschlag ist, sondern, wie das bei meinem Verlage etwa der Kall ist, im Verhältnis zur deutschen Geldentwertung wie 1:5 steht, wieder braus. Wenn wir aber nur dem Auslande zu liebe die deutschen Jnlandpreisc der ausländischen Währung anpasscn wollen, so würde das daraus hinausgehen, daß der weitaus größte Teil aller BUcherkäuser, denen es schon heute schwersällt, die fetzigen Preise zu zahlen, überhaupt nicht mehr in die Lage versetzt wäre, ein Buch zu erwerben, es sei denn, daß uns das Ausland seine Ware so billig, also dem deutschen Gelbstand entsprechend, lieferte, daß der deutsche Verbraucher hieran wieder so viel erspart, um Bücher sür das verteuerte Geld einzukausen. Das kann nach der allgemeinen Gcldmarkt- lage das Ausland aber nicht, wie das ja schon in dem Beispiel des Mittagstisches für Mk. oliv— gezeigt wurdet ebensowenig darf es ver langen, daß der deutsche Verleger seine Bücher noch mehr verschleudert, wie das bisher schon der Fall gewesen ist, denn ein Valuta-Zuschlag von Lüg"/» z. B. nach der Schweiz, wie er von den meisten Verlegern noch berechnet wird, ist doch, gelinde gesagt, heute, da der Franken etwa den Wert von Mk. M.— hat, eine glatte Verschleuderung, wenn man berücksichtigt, was er für dieses Geld vom Ausland erhält. Dabei ver kenne ich durchaus nicht die schwierige Lage z. B. des Schweizer Sorti ments durch die Valuta-Schwankungen und berechne selbst daher nur 200°/,.' Lieferungen aber aus dem Ausland an meine Sortimente sind bis her noch in keinem Falle anders als in Landeswährung der betreffen den Herren Verleger oder in entsprechender Umrechnung erfolgt. Ich verdenke es ihnen nicht, denn kein Mensch will mit Verlust arbeiten. Man soll aber Im entgegengesetzten Falle vom deutschen Verleger dann nicht noch mehr »zweierlei Maß» verlangen, wie dies meines Erachtens Herr vr. Rentsch tut. Oranienburg. Wilhelm Möller, Verlag und Sortiment. Valutazuschlag nach der Tschechoslowakei? Die in den letzten Wochen rapid gestiegene tschechische Krone (XL.) regt erneut die Frage des Valntazuschlags an, und da ist nachfolgender Briefwechsel und die Stellungnahme eines Verlags zu der Frage so interessant, daß sie der Allgemeinheit vielleicht nützlich sein kann. Troppau, 2t. März 1922. Herren Richard Carl Schmidt L Co., Berlin. Heute erhalte ich die Ausführung meiner Bestellung vom 29. Ja nuar 1922 mit Faktur vom 3. März 1922, wobei Sie mir gleich einen Valutaznschlag von 50°/, berechnen. Ich möchte demgegenüber nur bemerken, daß mir der Verkauf von Büchern in dieser Verteuerung hier knapp an der deutschen Neichsgrenze unmöglich ist. Kein Mensch wird hier die um mehr als das Doppelte verteuerten Bücher bei mir kaufen, wenn er in einer Wegstunde über die Grenze sich dieselben um mehr als die -Hälfte billiger verschaffen kann. Sie dürfen nicht die ganz eigen artigen Verhältnisse vergessen, die die Bevölkerung der Randgebiete der tschechoslowakischen Republik mit dem übrigen Deutschland ver binden. 1. ist es die längste und durch keine natürlichen Barrieren abge schlossene Grenze, die ohne Schwierigkeiten jederzeit über schritten werden kann; Verantwort!. Redakteur: Richard AlbertU — Verla«: Der Börsen Druck: Ramm L Leemanu. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der 476 2. bewohnen diese Gebiete gerade blnts- und sprachengleiche Volks stämme des deutschen Volkes, die durch hunderterlei Beziehungen miteinander so eng verbunden sind, daß an eine strenge Unter bindung des Austauschs der Waren unmöglich gedacht werden kann; 3. strömen aus Dentschösterrcich doch ganz ungehindert die Erzeug nisse deutscher Bnchgewerbckunst hier ohne Valutazuschlag ein, die der Private oft viel billiger in Händen hat als der Buch händler im Orte; 4. wäre es Ehrensache des deutschen Verlagsbuchhandels, die wenigen deutschen Sortimcntsbnchhandlungen in der Tschecho-Slowakei le bensfähig zu erhalten und dem deutschen Volke nicht die geistige Nahrung noch auf diese Weise so zu verteuern; denn es hat schon Zeiten gegeben, wo die Verhältnisse umgekehrt waren. Im übrigen halten wir den Tiefstand der Mark als eine vorüber gehende Erscheinung, die sofort verschwinden wird, sowie das Ncparationsproblem halbwegs in Deutschland günstigem Sinne gelöst wird; 5. möchte ich noch besonders betonen, daß, wenn tatsächlich dieser Aufschlag aufrcchterhaltcn würde, dadurch die deutschen Buch händler in der Tschechoslowakei vollständig vernichtet werden, da niemand sich durch dieselben Bücher besorgen würde, die er ohne weiteres, wie bereits erwähnt, aus Deutschland selbst oder aus Deutschösterreich jederzeit durch Bekannte beziehen kann; 6. möchte ich zum Schlüsse noch bemerken und darauf Hinweisen, daß am 19. Januar d. I. in Leipzig eine Sitzung der Außenhandels- Nebenstelle für das Buchgewerbe stattgefundcn hat, in welcher bekanntgcgebcn wurde, daß die deutsche Ncichsregierung die Zustimmung zur Erhebung eines Valntazuschlags nach der Tschechoslowakei verweigert, und daß daher die Erhebung eines solchen Valutaaufschlags keinen Schutz seitens des Börsenvereins genießt. Ich ersuche daher, mir diesen Valutazuschlag zu streichen und mir den Betrag von Mk. 14.— bei nächster Sendung in Abzug zu bringen. Hochachtungsvoll ergebenst Otto G o l l m a n n. Berlin, 29. März 1922. Herrn Otto Gollmann, Troppau. Wir haben mit Interesse Ihr Geehrtes vom 21. März gelesen und sind natürlich sehr gern bereit, Ihrem Wunsche Rechnung zu tragen und den Valutaznschlag zu streichen, sofern Sie uns den in liegenden Verpflichtungsschein unterzeichnet zurückscnden. Unsere Erhebungen über den tschechischen Buchhandel ergaben leider ein völlig anderes Bild. Gemäß Vereinsbeschluß verkauft der tschechische Buchhandel die Mark mit 0.80 XL.; er kauft sie mit etwa 0.15 XL. ein; da der tschechische Buchhandel nun noch etwa 35—40°/, Dnrchschnittsrabatt vom Ladenpreis der Mark erhält, so zahlt er etwa 0.10 XL. je Mark und verkauft die Mark wieder mit 0.80 XL. Nun behauptet der tschechische Buchhandel: das Publikum wandert ab und kauft in den sächsischen Grenzstädten, bzw. in Österreich ein. Will man dies dem Publikum verdenken? Ferner wird behauptet, auch von Ihnen, der tschechische Buchhandel könne den Valutaznschlag nicht tragen, der »deutsche Verlagsbuchhandel« verteuere die geistige Nahrung der Deutschen in Tschechien! Selbst bet einem Zuschlag von 100°/, kauft der tschechische Buchhandel noch mit 0.20 Xö. ein und hat gegenüber dem festgesetzten Verkaufspreise noch einen Nutzen von 400°/,. Wer ist also der Verteuerer der Bücher? Was die deutsche Negierung macht, ist für uns nicht maßgebend, das Gegenteil ist meist richtig. Hochachtungsvoll Verlagsbuchhandlung Richard Carl Schmidt L Co. V e rp f l i ch t u n gs s ch e i n. Ich verpflichte mich, alle von der Verlagsbuchhandlung Richard Carl Schmidt L Co. in Berlin bezogenen Bücher auf Grund der in meinem Schreiben vom 21. März 1922 dargclegten sechs Punkte zu denselben Preisen an das Publikum zu verkaufen, wie die Sorti mentsgeschäfte in den Grenzstädten Bayerns, Sachsens, Schlesiens und Österreichs. Die Firma Richard Carl Schmidt L Co. in Berlin verpflichtet sich dagegen, alle Bestellungen meiner Firma ohne Valutaansschlag ansznführen. Ort und Datum: Firma: verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. Deutsches BuchbändlerhauS Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 28 lBuchhändlerkiaiiSi
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