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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.03.1925
- Strukturtyp
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- 1925-03-12
- Erscheinungsdatum
- 12.03.1925
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- Deutsch
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80, 12. März 1925. «rdaltlomellcr Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 4273 PersliiillliMiWen. Der 40. Balneologenkongrcß wird vom 3. bis 8. April d. I. unter dem Vorsitz des Herrn Ministerialdirektor Wirkt. Geh. Ob.-Med.-Nat Prof. vr. Dietrich in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad tagen und sich in der Hauptsache mit dem Gebiet der Stoffwechselkrankheiten. Konstitutionsfragen, Herz- und Frauenleiden befassen. Die Verhand lungen sind öffentlich. Weltkongreß für praktisches Christentum. — Dem Deutschen Evangelischen Kirchen bund ist nunmehr das formelle Ein ladungsschreiben des Erzbischofs Soederblom zur Teilnahme an der W e l t k o n f e r e n z für praktisches Christentum in Stock holm zugegangen. Der Termin für die Konferenz, an der bekanntlich die evangelischen Kirchen der ganzen Welt sowie die christlich-orthodoxe Kirche teilnehmen, ist auf 19. bis 30. August d. I. festgesetzt. Die im Kirchenbnnd zusammcngeschlosscnen deutschen evangelischen Landes kirchen werden aufgefvrdert, 66 Vertreter zu entsenden. Ein Platcn-Museum in Erlangen. — Graf August von Platen, hat sieben Jahre in Erlangen verlebt. Außer einer kleinen Gedenk tafel an einem Hause am Markt, in dem Platen gewohnt hatte, be finden sich bisher in Erlangen keine Erinnerungszeichen an den Dichter. Der Verein für Heimatkunde und Heimatschutz hat es jetzt durchgesetzt, daß das kleine Gartenhäuschen am Burgberg in Er langen — in der Nähe der Akademie der Philosophie der Kantge sellschaft —, das Platcn für mehrere Sommer gemietet und in dem er viel dichterisch gearbeitet hatte, renoviert und darin ein Platen- Museum errichtet wird, für das die städtischen Archive und die Uni versität Erlangen wertvolle Dokumente und anderes Material zur Verfügung stellen wollen. Es ist die Gründung eines »Platen-Bun- des« in die Wege geleitet, der die Sammlung freiwilliger Spenden übernimmt, damit durch den Erwerb von Erinnerungen an Platen das Museum weiter ausgestaltet werden kann. Das Museum wird durch städtische und staatliche Zuschüsse subventioniert werden. Man plant u. a. ferner die Wiederaufführung des 1825 zum ersten und zum letzten Male aufgeführten Dramas des Dichters »Treue um Treue«. Milliardenstistuug in Amerika. — Rocke feller hatte der ja panischen Negierung vier Millionen Den zur Herstellung der durch das Erdbeben zerstörten Bibliothek gestiftet. Damit beläuft sich die Summe der Stiftungen, welche Nockefeller bisher für wissenschaftliche oder wohltätige Zwecke errichtet hat, anf 575 Millionen Dollar oder rund 2,5 Milliarden Goldmark. Er steht aber mit seinen gewaltigen Schenkungen nicht allein. Der bekannte Milliardär Carnegie Hai es im Laufe seines langen Lebens auf Stiftungen von 400 Millionen Dollar gebracht. Henry C. Frick hat hauptsächlich für Kirchen und Wohltätigkcitsvereine Nicscnsummen zur Verfügung gestellt, die sich im Laufe von 40 Jahren auf 90 Millionen Dollar belaufen. Die älteste Novelle. — Das Lrltislr dluseum besitzt in seiner Handschriftensammlung das Manuskript einer japanischen No velle aus dem Jahre 1004. Das Werk zählt etwa eine halbe Mil lion Worte und dürste die älteste größere Novelle der Weltgeschichte sein. Ein englischer Gelehrter Arthur Waley hat sich an die Arbeit gemacht, um das eigentümliche Werk za übersetzen. Aber die Übersetzung macht nur sehr langsame Fortschritte, da die Novelle in altjapanischer Sprache geschrieben ist, die zum großen Teil sogar den Gelehrten der Jetztzeit viele Rätsel zu lösen aufgibt. Die No velle war seinerzeit von einer Frau namens Murasaski geschrieben und behandelt die Liebesgeschichten des Kaisersohnes Genji. Viichcrvcrbotc in Preußen. — Auf Grund des § 21 des Gesetzes zum Schutze der Republik vom 21. Juli 1922 verbot der Ober- p r ä s i d c n t in M a g d e b u r g das Erscheinen des »Noten Echo s«, Organs der Kommunistischen Partei Deutschlands mit der illustrierten Beilage »Der Note Stern« und seinen sonstigen Beilagen auf die Dauer von vier Wochen, und zwar für die Zeit vom 7. März bis 3. April 1925 einschließlich. Das Verbot umfaßt auch jede angeblich neue Druckschrift, die sich sachlich als die alte darstellt. Die »Volksmacht« (Organ der Kommunistischen Partei Deutsch lands für den Bezirk Pommern) ist vom O b e r p r ä s i d e n t e n der Provinz Pommern in Stettin auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik vom 21. Juli 1922 § 8 Ziffer 1 wegen des Artikels »An das arbeitende Volk Deutschlands« in Nr. 64 vom 4. Mävz 1925 für die Zeit vom 6. bis 19. März ö. I. verboten. (Deutscher Reichsangeiger Nr. 56 vom 7. März.) Ernennung zum Handelsrichter. — Herr Hermann B c h r e, Inhaber der Firmen Conrad Behre und Hermann Seippel in H a m-> b u r g, wurde vom Senat auf weitere 3 Amtsjahre zum Handels richter am Landgericht wieöerernannt. Gestorben: am 7. März Herr Eduard Weber, Prokurist von Fr. Weide- manu's Buchhandlung in Hannover, die mit ihm einen tüchtigen Mitarbeiter verliert. John Lane f. — Uber diesen englischen Verleger, dessen Tod wir in Nr. 34 gemeldet haben, ging uns folgender Nachruf zu: In London starb jüngst John Lane, der als Verleger eine Persön lichkeit von ganz eigenartigem Schnitt gewesen ist. Es wird auch in den Nachrufen englischer Zeitungen darauf hingewiesen, dgß er dem geistigen Leben Londons besondere Farben gab, wie es sonst von einem Verleger nicht erwartet oder nicht geleistet werde. Er war Buchhändler, und das ganz! Buchhändler sein hieß ihm nicht Bücher drucken, binden und ausliefern lassen. Er war sich bewußt, Mit gestalter des geistigen und nationalen Lebens zu sein, und von da aus erfaßte er seinen Beruf. Es war ihm wesentlich, mit den Bücher- käusern stets in lebendiger Fühlung zu stehen. Deshalb schuf er in den neunziger Jahren mit einem Teilhaber einen der berühmtesten Buchladen Londons. In der Vigostreet lag dieser gar nicht so große Laden von John Lane und Elkin Mathews. Dort war immer »etwas los«: Neue Drucke, neue Einbände waren zu sehen, neue junge Dichter und Schriftsteller und die englische Ausgabe eines europäischen Werkes, vielleicht sogar der Verfasser selbst. Kurz, dieser Buchladen war ein geistiger Treffpunkt, ein Vorläufer mancher Bücherstuben von heute, die es verstehen, den Käufer mit den Büchern und Verfassern ln persönliche Berührung zu bringen. Nicht entfernt hatte Lanes Buch laden etwas mit einer »Bücherspcdition« gemein. Natürlich besorgte er auch bestellte Werke. Aber er war mehr als Händler. Lane war »Bücherseelsorger«, und dem ständigen unmittelbaren mensch lichen Verkehr mit seinen Kunden verdankte er die Schärfung des ihm angeborenen Blicks für das Wesentliche und die ununterbrochene Verbindung mit den geistigen Strömungen und Bedürfnissen der Zeit. Als die Partnerschaft ablief, verlegte John Lane sein Geschäft auf die andere Seite der Straße an die Albanyecke. Weil er dieser Buchhändler war, konnte er dieser Verleger werden, der er gewesen ist. Er hatte einen untrüglichen Instinkt für zeit genössische Bewegungen und den Spürsinn für die kommenden Leute, die etwas zu sagen hatten. In vielem hatte er Ähnlichkeit etwa mit Eugen Diederichs und dessen Fähigkeit, aufkommende geistige Be wegungen vorzeitig als Erschütterungen des geistigen Volksganzen wahrzunehmen und rechtzeitig die tüchtigen Menschen zu finden, die für die kommende geistige Not oder Entwicklung das rechte Wort zu sagen hatten. Dazu kam eine psychologische Geschicklichkeit, die geradezu einer überlegen gehanöhabten Kunst gleichkam, die rechte Form zu wählen, in der man das Werk unter die Leute brachte. Die schöne Literatur — der Ausdruck Belletristik wurde ja damals allgemein ge läufig — lag sozusagen in den neunziger Jahren »in der Luft«. John Lanes »Erfindung« ist das »Gelbe Buch«, das seine Zeit oft als recht gewagtes Unternehmen ansah. Aber diese Sammlung hatte doch großen Dauererfolg und machte Henry Harland, Richard Le Gallienne, John Davidson, Max Beerbohm und viele andere erst eigentlich bekannt, weil das »Gelbe Buch« für jene Verhältnisse immerhin sehr beträcht liche Lesermassen erreichte. Am engsten mit dem »Gelben Buch« ver knüpft ist der Name Aubrey Beardsley. Und einige der besten No vellen Henry James' erschienen in diesem Gewände. Gerade heute, wo bei uns gegenüber der Konzernbildung und Amcrikanisicrung der Vuch»fabrikation« im jungen Buchhandel aufs neue der kulturbewußte Buchhändler erwacht, möge ein gedenkendes Besinnen einen der eigen artigsten und schöpferischsten englischen Buchhändler über das Grab grüßen. E. E. John Bolton s. — Einer der hervorragendsten englischen Karto graphen, Mr. John Bolton, ist am 22. Februar d. I. im Alter von 83 Jahren in London gestorben. Er war, wie ?ubli8lier8' Circular mittcilt, nahezu 68 Jahre als Kartograph bei der Firma Edward Stan ford tätig, in deren Dienst er im Jahre 1857 mit 14 Jahren cinge- treten war. Er war lange Jahre Leiter der geographischen Abteilung dieses Verlags und zog sich erst etwa ein Jahr nach Kriegs ende von seiner Tätisskeit zurück. Als Geograph wie Kartenzeichner genoß der Verstorbene hohes Ansehen. S. 572
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