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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.09.1896
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1896-09-18
- Erscheinungsdatum
- 18.09.1896
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- Deutsch
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218, 18. September 1896. Nichtamtlicher Teil. 5785 'r»s8v-l-e5ort io Paris. Oicliot, 1., 6o>us äs lIisolvAis eatlioliaus. 8". 17 kr. OrkKut, 6. k., Iss Oroisaclss. 4". 8 kr. 50 o. Lalrosur» IiLv/ ür Paris. In Vorbereitung: Hugo, V., Lorrssxosctaiios 1815—35. 8". 7 kr. 50 o. ^ Heinrich Wild-Wirth. Dem am 17. August d. I. an den Folgen einer Ver kalkung der Blutgefäße verstorbenen Buchhändler Heinrich Wild-Wirth in Zürich widmet der Anzeiger für den Schweizerischen Buchhandel einen ehrenden Nachruf, dem wir über das Leben und Wirken des Heimgegangenen folgendes entnehmen: Heinrich Wild wurde am Schalttag 1840 geboren und verbrachte seine Jugend bis nach der Konfirmation in dem elterlichen Pfarrhause Hirzel, Kanton Zürich. Der Vater bereitete ihn zum Eintritt in die erste Klasse des oberen Gymnasiums vor, die er als tüchtiger Schüler absolvierte, um dann auf den Wunsch seines Großvaters, Joh. Hagen- buch, des Besitzers der Firma Orell Füßli L Co., die Buch händlerlaufbahn zu betreten. Er machte seine Lehrzeit in Stuttgart bei August Schaber durch, verweilte dann kurze Zeit in dem großväterlichen Geschäfte, hielt sich nachher — zuerst als Volontär und dann als Stellvertreter des Chefs — mehrere Jahre in der Filiale des Herrn H. Georg- Neukirch von Basel auf, mit dem er von jener Zeit ab in treuer Freundschaft verbunden blieb. Nachher brachte er noch längere Zeit in London, Paris und Leipzig zu, jedoch ohne nochmals eine Stelle anzunehmen, da sein kranker Großvater ihm nicht gestatten wollte, sich irgendwo für längere Zeit zu binden. Im Jahre 1863 kehrte er heim und hat während nahezu 33 Jahren in dem Orell Füßli'schen Geschäfte eine außerordentliche Thätigkeit entwickelt, die von seinen be deutenden Geistesgaben Zeugnis ablegt. Seinem regen Geiste war das Arbeitsgebiet der Sortimentshandlung und des Verlages von Orell Füßli L Co. nicht genügend groß. In den sechziger Jahren wurde das Antiquariat von Siegfried gekauft und zu dem heute noch bestehenden Schweizerischen Antiquariate erweitert, dessen derzeitiger Besitzer Herr Raustein ist. Bis zum Jahre 1872 war der alte Kempin, dessen sich noch viele Kollegen erinnern werden, ein Anhänger der alten Schule, die Hauptperson in der Buchhandlung. Eine neue Organisation, die dem alten Herrn ein anderes Arbeitsgebiet anwies, gab dem Dahingeschiedenen Gelegenheit, auch das Sortiment auf eine modernere Stufe zu bringen, wobei er von seinem Freunde Herrn Theophil Heß-Fetscherin bis zum Jahre 1884 aufs getrculichste unterstützt wurde. In dieser Zeit wandte er sich nun hauptsächlich dem Verlagshandel und dem Annoncenwesen zu und hat darin Tüchtiges geleistet. Der Aus tritt des Herrn Heß, der die Stelle eines Bibliothekars in Bern angenommen hatte, wurde Veranlassung zum Verkaufe der Sortimentshandlung, von welchem Zeitpunkte ab der Verstorbene sich einläßlicher mit den technischen Branchen be schäftigte. Ende der achtziger Jahre war das im Hause erfundene Photochrom-Verfahrcn soweit entwickelt, daß der Verstorbene eine großartige Entwicklung dieser Branche voraus sah. Sie wurde vom Stammhause abgetrennt, das nur die Fabrikation behielt, während der Verlag der Photochrom bilder von der heute mit zwei Millionen Franken Aktienkapital arbeitenden Photoglob Co. in einer Ausdehnung betrieben wird, die in Anbetracht der kurzen Zeit seit Beginn der Fabrikation geradezu staunenswert ist. Herr Heinrich Wild war seit Anbeginn Präsident und Leiter der Gesellschaft, und sie hat seiner Initiative und Schaffensfreudigkeit ihre Erfolge zu verdanken. Vor einem Jahre wurde der Schrödersche Lichtdruckbilderverlag mit ihr verbunden. Das Annoncen-Departement war früher vom Stamm hause abgetrennt worden und arbeitet heute noch als selb-1 DstimdlMtMi. JobrliaiP, ständige Gesellschaft unter der Leitung des Herrn Oberst Arnold Schwyzer. Auch diese Gesellschaft, deren Verwaltung der Verstorbene angehörte, hat seiner schöpferischen Kraft viel zu verdanken. Im Jahre 1890 wurde das Stammhaus in die Aktien gesellschaft Artistisches Institut Orell Füßli umgewandelt. Heinrich Wild ist von Anfang an ihr Präsident gewesen. So groß war seine Schaffenskraft, daß er neben allem dem noch Zeit fand, sich mit öffentlichen Dingen und anderen privaten Unternehmungen zn befassen. An dem Zustande kommen und der gelungenen Durchführung der Landes ausstellung 1883 hatte er hervorragenden Anteil. Er war auch längere Zeit Mitglied des Großen Stadtrates, des Ver waltungsrates der Nordostbahn, Direktionspräsident der Ütli- bergbahn, wie er sich denn für Eisenbahnfragen besonders interessierte und auch viel darüber geschrieben hat. Dem Vaterlande hat er als tüchtiger Offizier mit Aufopferung gedient und ist zum Range eines Oberstbrigadier empor gestiegen. Seiner raschen Auffassung entging nichts, und auf allen Gebieten hatte er ein richtiges Urteil, so daß sein Rat von vielen gesucht wurde. Kleinliche Selbstsucht und niedrige Ge sinnungsweise waren ihm ein Greuel; mit solchen konnte der Mann nicht in Frieden leben, dessen noble Gesinnung und braves Herz nach hohen und edlen Zielen strebte. Als Mitglied des Vereins Schweizerischer Buchhändler wurde er 1877 in den Vorstand gewählt, dem er während drei Jahren angehörte. Im Geschäftsjahre 1878/79 wurde ihm die Ehre zu teil, das Präsidium des Vereins zu führen. Welches Vertrauen der Schweizerische Buchhändler-Verein in das Urteil und die Umsicht Heinrich Wilds setzte, beweist, daß er während dieser Zeit, in der die ersten Versammlungen gegen das Schleuderunwesen in Deutschland stattfanden, dreimal offi ziell als Vertreter des schweizerischen Buchhandels zu den selben delegiert wurde, nämlich 1878 an den Sortimentertag in Eisenach, im darauffolgenden Jahr zugleich mit F. Fehr aus St. Gallen und H. Georg aus Basel zur Delegierten- Konferenz der Provinzial-Vereine des deutschen Buchhandels und nochmals 1880 zugleich mit H. Georg-Basel an die Generalversammlung des Börsenvereins. Die klaren Voten Heinrich Wilds trugen viel dazu bei. Zögernde für die Be kämpfung des Rabattunfuges zu gewinnen, und er hat sich dadurch nicht nur um den schweizerischen, sondern um den Gesamtbuchhandel verdient gemacht. Die von dem Verstorbenen gegründete und geleitete »Photoglob Co.« widmete dem Heimgegangenen im »Lullstiu lMotoglob« gleichfalls ehrende Worte des Nachrufs, von denen wir die folgende Stelle, die besonders sein Verhältnis zu seinen Mitarbeitern schildert, hier nachträglich anfügen: »Sein Hinscheiden bereitet seiner Familie, der er ein außerordentlich liebevoller Vater war, schweres Herzeleid. An seinem Grabe weinen Brüder und Neffen, die in ihm einen treuen Mitarbeiter und einen stets wohlwollenden und einsichtigen Be rater verehrten; ihn betrauern an die vierhundert Arbeiter, Ange stellte und Beamte der beiden Aktiengesellschaften Art. Institut Orell Füßli und Photoglob Co., von denen er die meisten per sönlich gekannt hat; durfte doch selbst der geringste unter ihnen zutrauensvoll in sein Bureau cintreten. Immer fand er Zeit den anzuhören, der ihm seine Wünsche vorzubringen hatte, der ihn um seinen Rat und oft auch um seine Hilfe anging: er kümmerte sich in freundlichster Weise um alle, die in dem Geschäfte thätig sind, so daß ihn auch alle hoch verehrten. Hiervon hat ein Vertreter der Arbeiterschaft 779
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