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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.05.1917
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-05-25
- Erscheinungsdatum
- 25.05.1917
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- Deutsch
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Nr. 120. ,en^ n Leipzig, Freitag den 25. Mai 1917. 84. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Bekanntmachung. Wir teilen mit, datz das Warenhaus Brüder Landauer iu Augsburg die Bestimmungen der Verkaufsordnung für den Verkehr des Deutschen Buchhandels mit dem Publikum und die Verkaufs- beftimmungen der Kreis- und Ortsvereine für seine buchhändlerische Abteilung als bindend anerkennt. Die genannte Firma hat den von uns geforderten Verpflichtungsschein unterzeichnet und eine Kaution hinterlegt. Leipzig, den 25. Mat 1917. Der Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. Artur Seemann. Paul Schumann. Hans Volckmar. Karl Stegismund. Otto Paetsch. Oscar Schmort. Deutscher Buchhandel Kriegsgesellschaft m. b. H. Unter obiger Überschrift hat Herr Hans von Weber in München in den Nummern 72 und l02 des Börsenblattes zwei Artikel veröffentlicht, mit denen er Anhänger für eine nach seinen Vorschlägen ins Werk zu setzende Neugestaltung des Feldbuch- handels zu gewinnen sucht. Damit mündet zugleich ein wenig erfreulicher Prcssefeldzug in die engeren Berufskreisc des Buch handels ein, den Herr von Weber in weit schärferer Weise in seinem Zwiebelfisch und in den Süddeutschen Monatsheften eingelcitet hatte. Er wirbt mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln für die Gründung eines Unternehmens »Deutscher Buchhandel Kriegsgesellschast m. b. H.«, das dazu bestimmt sein soll, den nach seiner Meinung sehr reformbedürftigen Feld- buchhandcl auf neue Grundlagen zu stellen. Damit aber die Ge sellschaft angesichts der Möglichkeit einer baldigen Beendigung des Krieges nicht beschäftigungslos dasiehe, soll sie sich nach der Erfüllung ihrer Aufgabe bzw. sollen sich Gesellschaften, die mit Hilfe der Kreis- und Ortsvereine zu gründen sind, dem Be triebe der »öffentlichen« Buchhandlungen widmen, worunter Herr von Weber die Eisenbahn- und Verkehrsbuchhandlungen verstanden wissen will. Das neue Unternehmen wird gewissermatzen als heilige Pflicht des Gesamtbuchhandels hingestellt und durch die an geblichen Mängel der Feld- und öffentlichen Buchhandlungen begründet. Der Unbefangene gewinnt den Eindruck, datz es sich um schreiende Mißstände handeln müsse, weil der Vorschlag gar nicht die Verbesserung der gegenwärtigen Unternehmungen in den Bereich der Möglichkeit zieht, sondern zu einem Gewalt- und Radikalmittel, der Ausschaltung der bisherigen Unter nehmer und Ersatz durch Gesellschaften, rät. Worin bestehen nun diese Mitzstäude? Der Feldbuchhandel ist der jüngste buchhändlerische Geschäftszweig, entstanden aus der durch den Krieg geschaffenen Notwendigkeit, das Heer mit Zei tungen, Zeitschriften und Büchern zu versorgen. Es wäre wün schenswert gewesen, datz die Lösung dieser schönen und für die Zukunft unseres Buchhandels verheißungsvollen Aufgabe in die Hände des Sortimentsbuchhandels gelegt worden wäre. Herr von Weber hat ganz richtig erkannt, datz die Kraft des ein zelnen im Sortiment angesichts der an ihn gestellten Anforde rungen in bezug auf Organisation und Kapital für diesen Zweck j nur selten ausreicht, obwohl seine Vorschläge reichlich spät kommen. Der Sortimenter ist durch die Eigenart seines Be rufes viel zu sehr an seinen Laden und seine örtliche Kund schaft gefesselt. Infolgedessen ist es gar kein Wunder, datz er den richtigen Zeitpunkt für die Beteiligung an einem Geschäft versäumt hat, dessen Rentabilität wegen der Unsicherheit über die Dauer des Krieges zunächst gar nicht einmal feststand. So kam es, daß die Feldbuchhandlungen zum großen Teile von Verlagen, Bahnhofsbuchhandlungen, Barsortimenten usw. ein gerichtet und betrieben wurden, deren Inhaber oder Leiter die Hände frei hatten und rasch die Geschäftsmöglichkeiten erkennen und sich zunutze machen konnten. Was die außerhalb des Sorti ments stehenden Unternehmer anbetrifst, so waren es Leute, die einen entsprechenden Einsatz bei ihren Unternehmungen ge wöhnt waren, ebenso aber auch beim Gelingen einen entsprechen den Gewinn. Ein Vorwurf kann ihnen daraus nicht gemacht werden, wenn der Zweck, die Versorgung unserer Truppen mit geistiger Kost, erreicht wurde. Ist dieser Zweck erreicht worden? Die Frage kann trotz gemachter Fehler, von denen schließlich kein neues Unternehmen frei ist, nur bejaht werden. Ich verweise in dieser Beziehung auf meine iu Nr. 245 des Jahrgangs I9IK d. Bl. erschienene Arbeit »Feldbuchhandlungen. Beobachtungen und Eindrücke«. Was ich draußen gesehen habe, stand mit der Darstellung des Herrn von Weber, die sich im wesentlichen auf schriftliches Material stützt, meist in krassem Widerspruch. Bücher, von denen man sagen könnte, daß sie schlecht oder sittlich nicht einwandfrei seien, habe ich überhaupt nicht gesehen. Wie sehr übrigens die Meinungen über die Soldatenlektüre auseinander gehen, zeigen auch die Auslassungen des Herrn K. Jmwoldc (im Felde). Der Kamerad, dem ich aus eigener Erfahrung nur beistimmen kann, schreibt im Börsenblatt vom 16. Febr. d. I. in seinem Artikel »Was liest der Frontsoldat?« u. a.: »Der Soldat, der wochenlang im Graden war oder im Lazarett, eine Welle in der Hinteren Stellung schanzte oder auch ständig in dem Orte kommandiert ist, will lesen »nd benutzt darum die Bücherei. Sein erstes Wort ist meist gegenüber dem Buchausgeber: .Ich möchte einen schönen Roman, eine Liebesgeschichte, eine Rau be rge schichte ' Darüber mag manch einer die Nase rümpfen und sagen: das Lesen guter Bücher muß dem Leser aucr- zogcn werben. Schön und gut. Ich habe cs mir nicht verdrichc» lassen, in dieser Hinsicht zu wirken, indes mit wenig Ersolg bei Alt und Jung. Bei dem Lesebedürfnis des Frontsoldaten muß man eben 597
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