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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.02.1932
- Strukturtyp
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- 1932-02-06
- Erscheinungsdatum
- 06.02.1932
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- Deutsch
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31, 6. Februar 1038. Redaktioneller Teil. Kasten, indem man mit gewöhnlichen Schrauben einen Deckel an der schmalen vertikalen Seite des Kastens befestigt. Die Texte der Plakate werden auf einem ölgetränkten Papier aufgemalt. Der Entwurf lehnt sich an die Verlagsreklame an, die flir den betreffenden Fall in Frage kommt. Bisher wurde diese Aufgabe stets in geschmackvoller und jedesmal neuartiger Form gelöst. Ein Ölpapier wird flir diese Plakate verwendet, weil es das Licht am besten durchläßt, auch entstehen fast keine Lichthöfe, wenn das Transparent nachts erleuchtet ist. Zur Propagierung in diesem Transparent kommen natürlich nur Werke iu Frage, für die man sich in jeder Hinsicht einsetzen kann und will. In letzter Zeit waren es: Friede!!, Kulturgeschichte der Neuzeit; Grimm, Volk ohne Raum; Jelusich, Don Juan; Zindler, Brüder Braderup; Fried, Ende des Kapitalismus; Beumcl- burg, Deutschland in Ketten. Die Kosten flir ein Transparent in der geschilderten Form sind durchaus erschwinglich. (Allerdings habe ich auch bedeutend kost spieligere Angebote erhalten.) Der dreiteilige Kasten, bei dem der Hauptteil ein Format von 55:80em hat, kostete 1930 RM 150.—, zuzligl. NM 55.— für Installation. Eine einfache Ausführung im Format 80:60 ein etwa würde RM 50.— kosten; auch mit ihr würde man wohl seinen Zweck erreichen, eine auffällige und doch geschmackvolle Propaganda für das Buch zu machen. Wenn diese Ausführungen bei Kollegen auf Interesse stoßen würden, sollte es mich freuen. Zu weiteren Erläuterungen, wenn solche nötig sein sollten, wäre ich gern bereit. Auch würde ich Auf träge zu billigen Preisen mit Vergnügen übermitteln. Selbstver ständlich können besondere Wünsche bezüglich des Formats und der Gestalt berücksichtigt werden. Durch größere Sammelbestellung wäre wohl auch eine Preisersparung möglich. — Vielleicht ließen sich auch die Plakate, für die ich NM 5.— bezahle, in größerer Anzahl billiger Herstellen. Aber so weit ist die Angelegenheit ja noch nicht gediehen. Werner H offmann i. H. Hans Paul Scharrer, Hamburg. GeselligeDereinigungLeipzigerDuchhändler. Die Gesellige Vereinigung Leipziger Buchhändler läßt es sich neben anderen Veranstaltungen teils gesellschaftlicher, teils bildungsfördernder Art neuerdings angelegen sein, hin und wieder Vortragsabende zu ver anstalten, die durch die Teilnahme hervorragender Gäste an der den Vorträgen folgenden Diskussion eine besondere Bedeutung gewinnen. So sprach kürzlich Herr vr. Friedrich Oldenbourg über die „Deutsche B i l d u n g s f r a g e" und löste damit eine ebenso ein drucksvolle wie fruchtbare Diskussion über dieses dem deutschen Buchhandel besonders am Herzen liegende Thema aus. Es sprachen u. a. die Professoren Litt und Krüger von der Leipziger Universität. Demnächst ist ein im Thema anschließender Vortrag des Herrn Prof. vr. Neu deck, Intendanten des Mitteldeutschen Rundfunks über die „K u l t u r a u f g a b e des Rundfunks" zu erwarten, der gleichfalls nachfolgende Diskussion plant. Er wird mit einer Besichtigung der regie- und funktechnischen Einrichtungen des Sen ders verbunden sein. 96 Inzwischen hat anläßlich der diesjährigen Mitgliederversamm lung Herr Prof. vr. Gerhard Menz einen außerordentlich an regenden und aufschlußreichen Vortrag über „Das Goldpro blem in der Weltwirtschaft" gehalten, für den man dem Vortragenden nicht genug dankbar sein kann. Der wesentliche In halt verdient hier auszugsweise wiedergegeben zu werden: Das Goldproblem ist besonders schwierig, aber auch besonders interessant und wichtig, augenblicklich namentlich in Verbindung mit dem Tributproblem und den Währungserörterungen, wie sie zuletzt durch den Wagemannschen Plan ausgelöst worden sind. Es darf aber nicht vergessen werden, daß das Goldproblem der Weltwirt schaft älter ist als die Nöte der Gegenwart. Die in ihm liegenden Schwierigkeiten wären noch keineswegs restlos beseitigt, selbst wenn die politischen Schulden jetzt sämtlich gestrichen und alle Währungen stabil gehalten würden. Gerade das letztere würde auch weiterhin schwierige Aufgaben stellen. Darauf ist von Einfluß, daß Gold zu nächst eine Ware ist, die bedingt durch die Erzeugungskosten ihren eigenen Preis hat. Hier gehen namentlich von den Abbaukosten in Südafrika, dem Hauptgolderzeugungsgebiet. Einflüsse aus, die die Aufrechterhaltung des bisherigen Goldpreises in Frage stellen kön nen. Andere Schwierigkeiten liegen im Geldwesen an sich. Man braucht sie nicht zu überschätzen, aber sie sind nun einmal da. Das eigentliche moderne Goldwährungszeitalter datiert erst etwa seit 1900, ist also verhältnismäßig jung. Früher ivaren die Währungs verhältnisse wesentlich verwickelter. Der vereinfachende Vorzug der Goldwährung liegt zunächst einmal darin, daß sämtliche maßgeben den Währungen der Welt einheitlich auf eine bestimmte Menge Feingold bezogen sind und daß dadurch ihre Vergleichbarkeit und Austauschbarkeit gewährleistet wird. Die Spitzensaldi im inter nationalen Handel und Zahlungsaustausch können insbesondere auf dieser Grundlage einfach in entsprechenden Goldquanten beglichen werden. Innerhalb der einzelnen Währungen hat das Gold ver mittels der Deckungsvorschriften aber noch die Aufgabe, als Bremse gegen eine übertriebene und willkürliche Vermehrung des Geldum laufs zu wirken. Beide Funktionen kann allerdings das Gold im gewünschten Sinne erfolgreich nur dann erfüllen, wenn die Goldein lösungspflicht für Papiergeld besteht. Aus der doppelten Beanspruchung des Goldes einmal für den internationalen Zahlungsausgleich, Zum anderen für die Bemessung des Geldumlaufsumfangs, ergeben sich nun insbesondere schwere Ge fahren für die einzelnen Währungen und die Wirtschaft. In diesen Zusammenhang gehört der Wagemannsche Plan. Wagemann hat Recht, wenn er bestreitet, daß jede Notenvermehrung unter allen Umständen Inflation sei. Notenvcrmehrung kann auch durch bloße Umwandlung von Buchgelö in Bargeld bedingt sein. Hier handelt es sich aber nur um einen Methodcnwechsel in der Kasscnhaltung, wie Wagemann sagt, bedingt durch die Krise, nicht um inflationistische Kaufkraftvermehrung. Da die Umwandlung von Buchgeld in Bar geld zugleich mit einer Minderung der Umlaufsgeschwindigkeit ver bunden ist, dürfte die Wirkung sogar eher deflationistischen als in flationistischen Charakters sein. Das Bedenkliche in der Umwand lung liegt aber in der Rückwirkung auf die Gegengeschäfte der Ban ken. Depositenabziehungen zwingen zur Kündigung von Krediten. Da gleichzeitig in weitem Umfange Kredite aufgelöst werden müssen, deren Sicherheiten notleidend werden, ist eine bedenkliche Verschär fung der Krise im ganzen die Folge. Dabei spielt in Deutschland gegenwärtig eine besondere Rolle der große Umfang der eingefrorenen kurzfristigen Vorschüsse an die öffentliche Hand. Ter eigentliche Zweck und Kern des Wagemannschen Planes ist nun gerade die Auftauung dieser Kredite durch ihre Umwandlung in eine lang fristige konsolidierte Schuld. Bon hier aus können sich inflationistische Wirkungen ergeben. Ohne auf weitere Einzelheiten einzugehen, muß dann vor allen Dingen hervorgehoben werden, daß die Durchführung des Wage- manuschen Planes eine Vermehrung der Goldbestände nicht erbrin gen, also für die außenwirtschaftliche Lage Deutschlands wirkungs los bleiben würde. Selbst also, wenn man ihm in mancher Hinsicht zustimmen kann, bleibt das Goldproblem von der weltwirtschaftlichen Seite für Deutschland unter allen Umständen bestehen. In diesem Sinne ist aber das Goldproblem überhaupt kein deutsches, sondern ein internationales. Die politischen Schulden einschließlich der deut schen Tribute sind darauf insofern von Einfluß, als durch diese gegenwertslofen Zahlungen die letztlich nur in Gold begleichbaren Spitzensalden der Weltwirtschaft ganz ungeheuerlich vergrößert wor den sind. Der verschiedenen wirtschaftlichen Stellung der einzel nen Länder wegen hat das eine unterschiedliche Beanspruchung der einzelnen Währungen im Gefolge. Die Wirkung liegt in den zahl reichen Devisensperren der letzten Monate offen zu Tage. Daneben sind aber noch andere Störungsfaktoren zu berück sichtigen. Die Stabilisierungen nach dem Weltkrieg sind nicht alle
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