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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.08.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1916-08-10
- Erscheinungsdatum
- 10.08.1916
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- Deutsch
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AblattfmdenÄMiOmVLhhlMdel ^ ,m M..».s°-.-b°ik°g ,.H'. "' f" V "'°n§ ^ r» L l ^ ^ er E^iio 5 A«il^bere«hr/et.^—In dem illustnerl^l Teil: für Mitglieder * ^536^ Mar»" i?hrWH?Äach ^dem*«usland *e^olgt Lieferung Z «allmI5^"^6^3!50M.^^6.2SM^.^/.^50M.: sürMcht" Z Z über L^p^ig oder dur^ Kreuzband. a^Nichtmit^lieder in j Mitglieder 40 'Pf.. 32 M.. SO^Di.. 100^M. — Deilagen werden N lem Nr. 184. Leipzig, Donnerstag den 10. August 1916. 22 83. Jahrgang. Redaktioneller Teil Worte von der Somme, zum 1. August 1916.*) Stark sein und entbehren; nicht glauben, daß Pflicht schon Opfer sei. Opfer beginnt erst da, wo eigene Not am Meilen stein steht. Niemals von Begeisterung sprechen, wenn Tatkraft ge meint ist; Begeisterung ist die an sich schöne Betäubung des Augenblicks, aber schwächend in der Dauer. Es ist grundfalsch, zu sprechen: wir werden siegen, denn das verleitet zur Gleichgültigkeit, es ist, als sei dieses gigantische Ringen schon entschieden. So zu sprechen war Wohl stärkend, als wir in Sieges h o ffnung waren, heute aber, da wir im Sieges glauben stehen, schwächt es die Lust zur Tat! Darum muß es heißen: wir werden siegen! — und in diesem Wer - den liege das Wollen, das keinen Zweifel duldet. Dann kann das Wort »Wir werden siegen« nie und nimmer so lieblich klingen, daß man es in Kabarettkasfeehäusern lachend mitsingt. Dann ist es Härte, eiserne Härte. Schwäher, die politisieren, der Krieg sei entschieden, müssen uns, die wir noch kämpfen, für Verstandlose Possensiguren halten. Sie beleidigen damit Gott, den Kaiser und das Vaterland — die über sie richten werden. Wer aber solcher Handlung fähig ist und obendrein seine Kleinlichkeiten der großen gemeinsamen Sache boransetzt, auf dem ruht jeder Tropfen Soldatenbluts als brennende Schuldlast, er ist ein Händler, der uns offenkundig betrügt. Die Heimat muß den Willen geben, den wir in Kraft verwandelt gegen den Feind tragen. Ist dieser Wille nur das übertünchte Konglomerat divergenter Meinungen, so wird das durch ihn erzeugte Krastgefühl stetig dem Überdruß am Kriege zusteuern. Ist dieser Wille aber der tatsächliche, so wird er den Truppen das geben, was man so gemeinhin »moralische Stärke« nennt — das aber in Wirklichkeit die ausschließliche Existenz- Möglichkeit einer Heeresmacht darstellt. Hat man sich in der Heimat schon einmal wirklich vorgestellt, was das heißt: tagelang durch Sonnenglut und Staub marschie ren, das Gewehr vornweg um den Hals gehängt, daß der Schweiß am Kolben herunterrinnt, den mit jedem Sekundenmeter an Last wachsenden Tornister auf dem heißen Rücken, das Koppel mit Gasmaske, Schanzzeug und gefülltem Brotbeutel eng um den schweratmenden Leib geschnürt, — so marschieren und marschie ren, nur, um schnell in die Schlacht, zum möglichen Tod, zu kommen? Kann man sich das überhaupt wirklich vorstellen?! . . . Man nennt diesen Krieg den »Krieg der Nerven«, das steht im politischen Teil. Im unpolitischen Teil scheint es, als sei es ein Krieg der Bäuche. Das Buch im Schützengraben ist der Unterstand gegen die Giftbomben der Langeweile; ein gutes Buch aber ist gleich zeitig eine moralische Verteidigungsanlage. Wer »Bücher, fürs Feld« kauft, um so billig seine Heim- bibliothek zu bereichern, unterschlägt den Willen des Autors und Verlegers und verübt Mundraub an den Soldaten. Beides kann gesetzlich nicht geahndet werden. Otto Riebicke, Pionier-Unteroffizier. <Jm Morgengrauen des 26. Juli mitten auf der Chaussee in Mercaucourt sur Somme nledergeschriebcn, in deren dicken, weichen Staub wir uns nach langem Marsche zur Ruhe strecken.) Wer die Errichtung eines Buchhandels- und Werbeamts. <Vgl. Nr. 180.) Die vielseitigen Ausführungen werden sicher alle Leser, denen die Entwicklung des Buchhandels am Herzen liegt, mit Freuden begrüßt haben, und cs dürfte von nicht zu unterschätzen der Bedeutung für dessen weiteren Ausbau sein, wenn sich der Vorstand des Börsenvcreins mehr als bisher mit de» praktischen Fragen beschäftigen und da helfend und fördernd eingreifen würde, wo Mißstände oder Rückständigkeiten vorliegcn. Nicht ganz einverstanden wird sich freilich mancher damit erklären können, daß sofort eine neue größere Organisation geschaffen und nicht versucht werden soll, dafür die bereits vorhandenen in Anspruch zu nehmen. Aus so manchem Ausschuß, Kreis-, Orts und Lokal- oder sonstigem Verein höre ich klagen, daß die Sitzun gen oft aus Mangel an Stofs ausfallen oder der Besuch der Versammlungen zu wünschen läßt. Von vielen, auch größeren Vereinen ist mir bekannt, daß sie iin Jahre nur eine einzige Sitzung abhalten. Sogar diese könnte nach der Tagesordnung zuweilen unterbleiben, wenn es sich nicht um die Persönliche Fühlungnahme oder die Verlesung des Jahresberichts handelte, dessen Inhalt oft kaum Wichtiges enthält oder zusammcngesucht erscheint. Dazu kommt, daß die Verwaltung eines solchen Amtes, wenn dieses überhaupt von einer nicht im Berns stehenden Persönlich keit mit Erfolg geführt werden kann, dauernde Fühlung mit der Praxis in allen Zweigen des Buchhandels verlangt. Diese in der richtigen und innigen Weise zu erhalten, wird kaum einem Angestellten möglich sein, der die Nachteile der vorhandenen Einrichtungen oder die derzeitige Handhabung nicht am eigenen Leibe spürt. Bevor deshalb die Errichtung des vorgeschlagenen Buch handels- und Werbeamtes zur Erörterung gestellt wird, wären vielleicht die Fragen aufzuwerfen: Entspricht die Organisation des Bürsenvereins unseren heu tigen Forderungen und Verhältnissen, und werden die vorhan denen Ausschüsse und Vereine den Gesamtinteressen des Buch handels in genügender oder hinreichender Weise dienstbar ge macht? Wie läßt sich bejahenden Falles das Buchhandels- und Meldeamt in die vorhandenen Einrichtungen eingliedcrn? Die 1061 *j Verspätet hier eingegangen. Red.
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