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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.08.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-08-10
- Erscheinungsdatum
- 10.08.1916
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. ^ 184, 10. August.1916. lagern heimkehrten, spornten immer wieder zu neuer Tätigkeit an, da ihnen ans eigener Erfahrnng der große Wert geeigneter Lektüre klargeworden war. U. a. erzählten sie auch von dem lebhaften Ver langen der Kriegsgefangenen nach Musikalien — besonders Männer chören —, aber auch nach Musikinstrumenten, z. B. Teilen zürn Bau von Violinen usw., war Nachfrage. Oster wurde auch der Wunsch geäußert, durch Reproduktionen von Bildern in ihre Behausungen einen, wenn auch kärglichen Schimmer heimatlicher Kunst dringen zu lassen. Was die Beförderung anbelangt, so wurden die ersten Sendungen an das russische Note Kreuz adressiert und nach erfolgter Zensur weitergesandt. In letzter Zeit sollte ein Zentralbureau für Bücher- sendungcn in Petersburg gegründet und das dänische Note Kreuz mit der Verteilung beauftragt werden. Die neuen Preisaufgaben der Berliner Universität. — Die Ber liner Universität stellt jetzt ihre Prcisaufgaben für das Jahr 1916/17. Danach verlangt die theologische Fakultät für den königlichen Preis die Bearbeitung der Aufgabe: »Luthers Psalmenvorlesung soll mit Augustins Psalmenkommcntar verglichen und das Ver hältnis Luthers zu Augustin danach festgestellt werden«; für den Städtischen Preis: »Die Frage, ob und inwiefern sich die Grundsätze der Bergpredigt auch auf die soziale Ethik und die Völkcr- ethik anwenden lassen, soll unter Berücksichtigung der Kriegsliteratur untersucht werden«. Außerdem wiederholt die Fakultät die beiden für dieses Jahr gestellten Aufgaben; für den königlichen Preis: »Wie ist der in Psalmen ausgesprochene Gedanke der Gottesgemeinschaft des einzelnen Frommen zu verstehen und wie ist er im Verlauf der alt- testamentlichen Neligionsgcschichte entstanden?«; für den städtischen Preis: »Die Bezeichnungen für den Willen und das Willensleben des Paulus sind nach Herkunft und Sinn sowie in ihrer Bedeutung für- feine Theologie und Anthropologie zu untersuchen«. — Die juristische Fakultät wiederholt den aus dem Vorjahre zur Verfügung stehenden städtischen Preis: »Patentrecht und Territorialität« und stellt für den neuen städtischen Preis die Aufgabe: »Die Ausgleichspflicht unter Miterben im deutschen Rechte des Mittelalters«, für den königlichen Preis: »Die Verkehrspraxis in bezug auf die Haftung für Sachmängel und Nechtsmängel nach Urkunden und Juristenschriften im klassischen römischen Recht«. Die medizinische Fakultät stellt folgende Aufgaben: für den könig lichen Preis: »Uber die Lokalisation und den Verlauf der Degene rationserscheinungen am Optikus nach intraokularen Entzündungen, die zum Verlust des Sehvermögens und zur Enukleation geführt haben«; die aus dem Vorjahre verbliebene: »Uber die diagnostische und therapeutische Bedeutung des Coccobazillus Oraenae Loetiürw (Perez)«; für den städtischen Preis: »Die von Noguchi angegebene Methode der Reinkultur der ZpirooUaeta palliäa ist nachzuprüfen und die auf diesem oder auf anderem Wege gewonnenen Reinkulturen sind auf ihre Pathogenität experimentell zu untersuchen«; die aus dem Vorjahre verbliebene: »Die pharmakologischen Wirkungen des Benzols sind namentlich in bezug auf Atmung und Blutdruck zu untersuchen«. Die philosophische Fakultät stellt für den königlichen Preis eine philologische Aufgabe: »Die Polemik des Rhetors Aristeides gegen Platon soll im Zusammenhang dargestellt und womöglich auf ihre Quellen zurückgeführt werden«, sowie eine zoologische: »Es ist die Haut von solchen Fischen, welche gelegentlich das Wasser verlassen, wie Periophthalmus, Anabas u. a. histologisch zu untersuchen«. Für den städtischen Preis soll die Frage durch neue Versuche geprüft wer den, ob die »Dielektrizitätskonstante fester Körper im Gebiet der Hertz- scheu Wellen von der Schwingungszahl abhängt«. — Für die Periode 1916—1918 steht der Grimm-Preis zur Verfügung, für den folgende Aufgabe bearbeitet werden soll: »Das Zusammenwirken von Maler und Bildhauer an den plastischen Arbeiten der Spätgotik in Deutsch land (von 1380 bis 1530)«. Die Deutsche Morgenländische Gesellschaft hält ihre diesjährige allgemeine Versammlung am 10. Oktober in Leipzig ab. Vorlesungen über Zcitungswescn haben an der Kölner Han delshochschule für das Wintersemester 1916/17 angekündigt: I>. Drcsemann, Vorsitzender des Verbandes der Rheinisch-westfälischen Presse, »Das auswärtige Nachrichtenwesen Deutschlands«, und Jung, Chefredakteur des Stadt-Anzeigers, Vorsitzender des Vereins Kölner Presse, »Der Krieg und die Presse. Eine Untersuchung über die Be deutung der Zeitungen vor dem Kriege, während des Krieges und nach dem Kriege«. Der Verband zur Förderung deutscher Theaterkultur wird am 26. und 27. August seine Gründungsversammlung in Hildesheim abhalten. Französisches Handelsverbot. — Das französische Ministerium des Auswärtigen veröffentlicht im Amtsblatt die erste amtliche Liste der Firmen, die als feindlich betrachtet oder die, wenn sie in neutralen Ländern ansässig sind, als Zwischenpersonen dem Feinde gegenüber angesehen werden. Jeder Handel mit ihnen ist verboten. Die Ge schäftshäuser auf dieser schwarzen Liste sind nach Ländern geordnet. Diese sind in Afrika: Marokko, Portugiesisch-Ostafrika, in Süd- und Mittelamcrika: Argentinien, Uruguay, Bolivia, Brasilien, Chile, Ko- lumbia, Kuba, Ecuador, Paraguay und Peru, ferner die Vereinigten Staaten, sowie in Asien: Japan, Niederländisch-Jndien, die Philip pinen, und in Europa: Dänemark, Spanien, Griechenland, Holland, Norwegen, Portugal und Schweden. ^ ^ ^ Sprechfaul. Kein Schund in den Feldbuchhandlungen? Herr Hermann Hillger hat im Verbände der Kreis- und Orts vereine im Deutschen Buchhandel bestritten, daß es in den Fcldbuch- handlungcn literarischen Schund zu kaufen gäbe (Börsenbl. Nr. 172, Seite 1000); er sagte: »Ich kenne die ganze Westfront, aber Schund literatur habe ich nicht in einem einzigen Falle gesehen«. Ich erwidere: Dann hat Herr Hillger eben nicht die »ganze« Westfront, sondern nur die H a u p t etappcnorte besucht. Ich wenig stens sehe jetzt noch in den Feldbuchhandlungen dicht an der Front (andere kann ich nicht aufsnchen) denselben Schund ausliegen den Herr Hillger so energisch verleugnet: »Nomanperlen«, »Krieg und Liebe«, und wie die sentimentalen undeutsch geschriebenen »Werke modernster (auch ,realistischer') Literatur« sonst noch heißen mögen. Gerade aber in den kleinen Ortschaften, die derartige Feldbuchhand lungen anfweisen, ist das Lesebedürfnis der Truppen besonders groß — größer jedenfalls, als in den Etappenorten, die schon aus sich heraus Zerstreuung bieten. Vielleicht äußern sich noch andere kämpfende Kollegen dazu. Woher beziehen eigentlich die von einzelnen Regimentern einge richteten Feldbuchhandlungen ihre Ware? »Ware«, sage ich ausdrück lich, denn unsere Bücher werden da von jedem xbeliebigen Soldaten verhandelt, dem Literatur Hekuba ist. Ein Feldsoldat von der Somme. Anstellung von Buchhändlern in den Feldbuch handlungen. Über die segensreiche Einrichtung der Feldbuchhandlungcn ist schon viel geschrieben und gesprochen worden. Ich hatte Gelegenheit, in Belgien und Nordfrankreich viele Feldbuch handlungen zu besuchen und mich darin umzusehen. Ich muß feststellen, daß die Einrichtung und das Lager sehr ver schiedenartig und nicht überall gleichwertig sind. Auffallend war, daß in vielen Feldbuchhandlungcn keine Buchhändler angestellt sind, sondern Leute, die früher mit Büchern wenig oder gar nicht in Be rührung gekommen sind. Der Unterschied in der Leitung der Feld buchhandlungen, in denen Buchhändler oder Nichtbuchhändler ange stellt sind, ist derartig groß, daß die oberste Verwaltung ernstlich mit dem Gedanken nmgehen sollte, nur noch gelernte Buchhändler anzu stellen, die mit ihren Fachkenntnissen die berufenen Berater beim Ver kauf von Büchern sind und das Buch nicht lediglich als Ware be handeln. Ich habe beobachtet, daß Angestellte in den Feldbuchhand- handlnngen absolut keine Literaturkenntnisse hatten und manches Buch als »interessant« empfahlen, das sie überhaupt nicht kannten. Die Auswahl ist meistens reichlich und gut, es gehört nur Verständnis dazu, das richtige Buch an den richtigen Mann zu bringen. Die täglichen Umsätze sind, soweit ich feststellen konnte, meist recht gut. Da doch genügend Kollegen im Felde stehen, so wäre es nicht schwer, die Feldbuchhandlungen unter fachmännische Leitung zu stellen, und die Heeresverwaltung sollte diese Anregung einmal ernstlich ins Ange fassen. Auf Nachfrage bei den Truppenteilen werden sich ge nügend geeignete Bewerber finden. Frankreich, den 3. August 1916. (Champagne) Paul Eugen Schuh, i. Fa. Fincke'sche Buchh., Hilöesheim.
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