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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.05.1916
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- 1916-05-20
- Erscheinungsdatum
- 20.05.1916
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^ 116, 20. Mai 1!)16. Redaktioneller Teil. Kirchheimbolanden: Karl Hartmann. Marburg: G. Braun. Adolf Ebel. Hch. Moritz Edm. Spieß. Michelstadt: Heinrich Kraft. Ossenbach <Main>: Carl Strauß. Planen i/Vogtld.: Franz Bartels. Ernst Menzel. Curt Schmidt. Walter Thuleweit. Rinteln: Paul Schiemann. Unna: Gustav Hornung. Usingen: W. Schweighöfer. Wanne: Joseph Quarz. Wattenscheid: W. Otto Lohn. Wiesbaden: Heinrich Rocmer. Witten: Bernhard Koetzold. Worms: L. PH. Bros. Theodor Stern. Ziegenhain: August Korell. Warum Kompagniebibliotheken? Die Bücherversorgung unseres Heeres erfordert eine zwei fache Organisation: die Beschaffung des Bedarfs und die Rege lung des Gebrauchs. Geben, Sammeln und Sichten ist wichtig, Verteilen, Ausgeben »nd Erhalten ist nicht weniger wichtig. Eine Tätigkeit ergänzt dt« andere. Die Organisation des Buch verkehrs scheitert an der Unzulänglichkeit des Vorrates, und der Reichtum des Vorrats wird zum loten Kapital oder zur Ver- schleudernng bei mangelnder oder mangelhafter Regelung des Verkehrs. Das Buch muss in Kurs gesetzt werden, es »ins; alle er reichen, und der Soldat muß es bequem greifen können. Ich habe im Frieden wie im Kriege so manche »reiche« und »wohlgeord nete« Bibliothek gesehen, die darum so reich und wohlgeordnet blieb, weil ihre Benutzung als unerwünschte Störung empfunden wurde. Es mutz auch der Schein vermieden werden, als fürchte man die Arbeit als Unbequemlichkeit, und der Soldat darf nicht auf den Gedanken kommen, daß sein Eifer eine Last sei. Darum muß ihm die Bibliothek handgerecht gemacht werden. Er muß das Gefühl haben, daß er seine Bibliothek benutzt. Das alles ist am ehesten möglich innerhalb des Kompagnieverbandes. Die Kompagnie ist des Soldaten eigentliches Familienheim; seine Kompagnie ist ganz anders »sein« als sein Bataillon und sein Regiment oder gar ei» noch größerer Truppenverband. Und diese Kompagnie ist die kleinste Einheit, innerhalb deren eine Bibliothek existenzfähig ist. Mit der Kompagniebibliothek fühlt sich der Soldat wie mit allem, was »seine« Kompagnie hat, per sönlich verbunden. Darauf macht er auch Ansprüche geltend und kommt so auf dem Weg über die Kompagnie auch zuseinem Buch. Nicht als ob nun die Kompagnie Ausgangsslation und Zen tralstelle des ganzen Buchverkehrs sein sollte; sie ist nur Ver mittlungsstelle, muß selbst innerhalb eines größeren Verkehrsnetzes liegen und mit einer Sammel-, Beratung?- und Ankaufsstelle im größeren Verbände dauernd Fühlung halten. Aber für den Sol daten gibt es nur seine Kompagniebibliothek. Innerhalb der Kompagnie kennt man auch am besten die geistige Höhenlage und die Stimmung der Leute, kann man sich überhaupt nur darum ein gehend kümmern l"nd muß es tun!); weiß man, wann es Schwermut zu bekämpfen und wo Übermut zu dämpfen nottut, kan» man persönlich znm Lesen anregen und die günstigsten Zeiten zum Lesen ausnutzen. Bei der Kompagnie muß darum auch die letzte Aussortierung des Lesestoffs vorgenommen werden, und die Kompagnie muß frei sein, zu behalten oder zurückzugeben. Verloren geht dabei nichts, denn was an einem Platze unzweck mäßig ist, ist am ander» vielleicht hochwillkommen. Die Zen trale darf nur nicht »zuteilen« wollen, sondern muß den Kom pagnien freie Hand lassen und dadurch zugleich deren Verant wortlichkeit stärke» und die Buchversorgung z» einer wirklichen Kompagniesache machen. Durch die Konrpagnie läßt sich auch die Bücherbenutzung in weitherziger Weise regeln. Je größer der Verband ist, innerhalb dessen gelesen wird, um so größer ist die Gefahr der bureaukrati schen Verwaltung. Der größer« Verband muß durch strenge und schematische Bestimmungen den Zusammenhang sichern, der klei nere Verband kann mehr Freiheit gewähren, weil er seine Leute persönlich kennt. Im Felde können nicht die Bestimmungen von Friedensbibliotheke» für die Leser durchgeführt werden. Die erste Aufgabe ist die, daß das Buch gelesen und, wenn es sich so gibt, zerlesen wird; seine Schonung ist Nebensache. Es darf die Kompagnie nicht für das einzelne Buch verantwortlich ge macht werden und von der Kompagnie nicht der einzelne Soldat. Sonst bekommt man die berühmten Mustcrbibliotheken, di« bei Besichtigungen — aber auch nur da — sehr iinponieren. Die Kom pagnie ist nur verantwortlich dafür, daß gelesen wird, und der Soldat, daß er liest. Aber doch liegt es dem Soldaten im Blut, für die Erhaltung des K o mp ag n i e eigentums zu sorgen, während die Sorge für den — von ihm nicht übersehbaren — größeren Verband ihn nicht in gleicher Weise beschäftigt. Und so wird unnötigem Verderben doch gewehrt. Außerdem müssen auch immer Bücher dem Soldaten in persön liches Eigentum gegeben werden. Er muß sie »mitschleifen« kön neu, wohin es ihm paßt und solange es ihm paßt. Wer kennt den einzelnen Mann aber genug, um die Grenzen des Vertrauens zu ihm zu bestimmen und wer gibt der Zentralstelle die Gewiß heit, daß bei aller Freigebigkeit und Gebrauchssreiheit die Bücher doch nicht verschleudert werden? Nur die Kompagnie. Sie ist die gewiesene Stelle zur Bildung der Bücherei für den Soldaten. Keine Bücherei wird im Felde gedeihen, wenn sich um sic nicht ein Offizier persönlich annimmt — ein Offizier, der er- fahren genug ist, um auch innere Autorität für den Soldaten zu sein, und doch nicht zu hoch steht, als daß ihm diepersönlicheBe- fassung mit dem Soldaten unmöglich wäre. Das ist aber kein an derer als der Alte, der Häuptling, der Herr Hauplmann, mit dem der Soldat, in Gedanken wenigstens, noch recht kordial verkehrt und der im Dienste für ihn doch die fast absolute Instanz ist. Ich habe oft im Felde gesehen, wie der Kompagniechef oder -sichrer den ganzen Geist seiner Kompagnie bestimmt. In seine Hand ist viel gelegt. In seiner Hand liegt am besten auch die Feld bibliothek — die Kompagniebibliothek. A. Scho Walter. Erster Jahresbericht über die Tätigkeit des Sächsischen Landesausschuffes zur Versor gung der Truppen mit Lesestoff. Gr 8°. i s.S Dresden 1916, Buchdruckerei der Güntzschen Stiftung. Zu den schwierigen, durch die außerordentlichen Verhältnisse des großen Krieges geschaffenen Organisationsproblcmen gehört auch die Versorgung einer noch nie dagewesenen Truppcnzahl mit Lesestoff. Da die sächsische Armee innerhalb des Neichsheeres eine besondere Einheit bildet, war es natürlich, daß sich zu diesem Zwecke eine besondere Organisation, der Sächsische Landesausschuß zur Ver sorgung der Truppen mit Lesestoff, bildete. Seine Gründung erfolgte bekanntlich auf Anregung Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Johann Georg von Sachsen unter dessen Vorsitz am 18. Februar 1915. Vertreter des deutschen und sächsischen Buchhandels, der Presse, der Technischen Hochschule, des Noten Kreuzes, der Militärbehörden, der Geistlichkeit, der Büchereien und der Städte Dresden und Leipzig fanden sich auf den Nus des hohen Gründers und Vorsitzenden zu gemeinsamer Arbeit zusammen. Außer dem ersten Vorsteher des Börsenvereins, Herrn Geheimrat Karl Siegismund, Berlin, gehören vom Buchhandel noch die Herren Hofrat Ackermann, Verlagsbuchhändler Albert Brock haus, Vcrlagsbuchhändler Nich. Linnemann, Hofrat Arthur Meiner, Verlagsbuchhändler Siegfried Weber, sämtlich in Leipzig, und Hofrat von Zahn in Dresden dem Ausschuß an. Man könnte also nicht behaupten, daß der Buchhandel nicht die ihm gebührende Berück sichtigung bei diesem Werke selbstloser Kriegshilfe gefunden habe. Das Ziel war ein doppeltes, einmal die Gründung einer Sächsischen Kriegszeitung, die namentlich im Stellungskriege den Truppen bis in die vordersten Reihen folgen sollte, anderseits die regelmäßige Be friedigung des Bedürfnisses der sächsischen Truppen nach guten Büchern jeder Art. 643
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