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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.02.1848
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1848-02-29
- Erscheinungsdatum
- 29.02.1848
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- Deutsch
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246 17 Nichtamtlicher Theil. Ein Torti'inciitöbuchhändler-Ncrci» i» Berlin. Die durch die Herren Zanke und Weigel ins praktische Leben gerufene Idee der Association des Sortimentshandels beginnt weitere Anerkennung und Verwirklichung zu finden. Herr E. H. Ionasin Berlin hat unterm 15. d. M. folgendes Eircular ausgegcben, das hier mit als ein erfreuliches Zeichen des erwachenden Bewußtseins im Buch handel begrüßt werden mag: „2m Verein mit den Herren Aber (Hirschwald'sche Buchhld.), Alex ander Bath, Paul Bernhard y (Ochmigke's Buchhdtg.), Gselt ner (Amelang'schc Buchhdlg.), Gcclbaar (Enslin'sche Buchhdlg.), Grube und Vr. Harrwitz (Dümmler'sche Buchhdlg.), Guttentag (Trautwein'sche Buchhdlg.), W. Hertz (Beffer'sche Buchhdlg.), H off- man» L Comp., L. Lassar, W. Logier, E. S. Mittler, vr. Parthey (Nicolai'schc Buchhdlg.), C- Reimarus (Gropius'sche Buchhdlg.), D. Reimer, E. H. Schroeder, W. Schultzc (Wohlgemuth's Buchhdlg.), Julius Springer, habe ich ein Geschäft begründet, welches einerseits zum Schutz gegen Schleudcrei bestimmt, an dererseits seinen Theilhabern die Vorthcile baarer Parlhicbczüge gewähren soll, sich aber auch mit dem Ankäufe ganzer Auslagen von Werken, die für seinen Wirkungskreis passen, beschäftigen wird. — Indem ich den Herren Verlegern hiervon Mittheilung zu machen mich beehre, muß ich noch bemerken, daß auch der Ankauf ganz neuer und neu erscheinender Werke, unter verhältnißmäßigen Bedingungen, in den Ge schäftskreis der Unternehmung fällt. Die Societät hat, indem sie das gedachte Unternehmen ins Leben tre ten läßt, den Herren Verlegern auch die Annehmlichkeit gewähren wollen, ihre Vcrlagswerke auf eine sichere Weise zu vcrwcrthen, ohne genbthigt zu sein, Antiquare» oder Schlcuderern zum Nachthcil des Buchhandels in die Hände zu fallen. Das Geschäft ist mit einem bedeutenden Kapiral, das nach Erfordern stets verstärkt werden kann, begründet, seiner Natur nach macht cs auf Kredit keinen Anspruch. Indem ich Sic, verehrter Herr, bitte, dem Unternehmen Ihre ge neigte Aufmerksamkeit zuzuwendcn, zeige ich Ihnen zugleich an, daß ich das Geschäft, unter meiner Firma, dem Buchhandel gegenüber, repräsentier- Berlin, d. 15. Fcb. 1848. Mit Achtung ergebenst C. H. Jona s." Möge dies Beispiel die verdiente Nachahmung finden und sich Niemand durch entgegengesetzte Demonstrationen irren lassen. Nur durch vereinigtes Wicken der gegenwärtig zu sehr zersplitterten und ver einzelten Kräfte ist der Buchhandel einer gedeihlichen Reform entgegen zu führen. Die vereinte Thal wird mehr wirken als alles Jammern und Klagen über den Verfall des Geschäfts. * * * lieber Antiquare und Buchhandel. Der Kampf zwischen Antiquaren und Buchhändlern wird immer heftiger und Letztere fürchten schon, den Ersteren unterliegen zu müssen. Betrachtet man zunächst die Einkaufsweise der Antiquare, so ergiebt sich Folgendes: Der Antiquar kaust u) von Privatleuten im Einzelnen oder ganze Bibliotheken. b) auf Auctioncn. e) von Buchhändlern in größeren oder kleineren Particen. Bei allen Einkäufen gilt das höchste Gebot des Antiquars, wenn nicht bei Partie-Verkäufen vom Buchhändler aufbestimmte Bedingun gen gehalten wird. — Viel arbeiten die Buchhändler selbst dem Antiquar in die Hände: 1) Durch unbedachtes Verborgen vieler Soctimentshändler an unso lide Privatkunden, die, um sich Geld zu machen, die eben ge borgten Bücher häufig sofort dem Antiquar zubringen. 2) Durch unüberlegtes Verborgen vieler Verleger an unsolide Sor- timentshandlungen, die dem Antiquar zuweilen Bücher zu jedem Preise verkaufen, um sich nur einige Monate länger vor dem Un tergänge retten zu können. 3) Durch allzufceigebiges und nicht selten unzweckmäßiges Verthei len von Freiexemplaren an Recensenten, Autoren, Beamten von den oberen und obersten Behörden"), an Schriftsetzer und Buch drucker, die häufig sofort nach und zuweilen sogar vor dem Er scheinen dem Antiquar Bücher liefern- 4) Wegen mangelnder Aufmerksamkeit der Buchhandlungs-Princi- pale auf ihre Leute und Bücherkäufer geht manches entwen dete neue Buch zum Antiquar. Im letzteren Falle wird zuweilen durch leichtsinnige und unred liche Antiquare der Diebstahl verhehlt und begünstigt, aber auch der redliche und umsichtige Antiquar vermag nicht immer das Gewebe der Lüge und des Truges zu durchblicken. — Die Einkäufe der Antiquare auf Auktionen und in ganzen Bi bliotheken und der Verkauf der so gekauften Bücher wirken weniger nachtheilig auf den Buchhandel und wird dieser Handel nie aufhöcen, noch gehindert werden können. Jetzt ist es nun der Handel der Antiquare mit den neueren Büchern, die dieselben in größeren oder kleineren Partien von den Ver legern aufkaufen und solche an das Publikum wieder billig verkaufen, welcher die ganze Aufmerksamkeit der Buchhändler erregt hat. Dieser Handel ist durch die allzugroße Eoncurrenz hervorgerusen worden. Das Erscheinen von vielen gleichartigen Büchern bei verschiedenen Verlegern, so wie die übermäßige Production von mittelmäßigen und schlechten Büchern hat oftmals Verleger bestimmt, ihre Veclagsartikel zu ungewöhnlichen Bedingungen zu verwerthcn. Andern Theils wird für den Verleger bei der zunehmenden Eoncurrenz im Sortiments handel die Unsicherheit immer größer. Das Erziehen von allzuvielen Lehrlingen zu Gehülfen, das vergebliche Bemühen derselben als Ge hüsten unlerzukommen, so wie zu geringe Besoldung der Gehülfen — dies alles hat eine große Anzahl von neueren Buchhandlungs-Etablis sements kcrvorgecufen, die theilweise vom Schauplatz des Buchhan dels aus Mangel an Solidität wieder verschwinden, oder wenn sie sich durch außerordentliche Thäligkeit zur Solidität erhoben haben, durch ihre Erhebung ältere solide Handlungen zu Falle oder demselben nahe bringen. Es wird deshalb der Verleger immer mehr dahin gedrängt werden, gegen baar zu verkaufen, und um in dem Sortimenter den Muth anzufachen, sich ein Lager aus eigenen Mitteln hcrzustellen, wird der Verleger je nach der Größe der Partie billigere Preise stellen. Daß die Antiquare diesen Umschwung der Dinge zuerst richtig erkann ten und für sich ausbeutetcn, ist für die Buchhändler ein Schaden; jedoch um diesen möglichst abzuwenden und das allgemeine Beste zugleich zu fördern, dazu bedarf es der reiflichsten Erwägung. Mögen Männer von mehr Erfahrung und größeren Fähigkeiten, als ich sie besitze, ihre Kräfte zu diesem Zwecke anwenden, mögen die, welche als Leiter der neuen Bewegung auftreten, sich vorzüglich von der Liebe zu Len Geschaflsgenossen leiten lassen, die sich gegenseitig hebt und trägt! Theodor Kampsfmeyer. *) Was soll zum Beispiel ein Geheimrath, der Theologie studirt hat, mit einem medizinischen Buche machen?
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