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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.12.1847
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1847-12-14
- Erscheinungsdatum
- 14.12.1847
- Sprache
- Deutsch
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18471214
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1550 108 Einheit und möglichste Vollständigkeit, d. h. die Brauchbar keit des Wahlzettels, gesichert. Der Vortheil Einzelner muß dabei, wie überall, vor dem Interesse der Gesammlheit zurücktreten. Berlin, 7. December 1847. Simion. Ul. Herrn I. de Marie hier. Es ist schwierig, gegen Sie im Börsenblatte aufzutreten, weil Sie, als Redacteur, stets das letzte Wort haben werden; aber dennoch will ich es nochmals versuchen und zwar, um Sie und das Publikum darauf aufmerksam zu machen, daß Sie den Sinn meines Briefes in No. i07 theilweise gänzlich entstellt haben. Ich habe gesagt, daß der von Ihnen proponirte Wahlzeltel der Herren Mauke k Naumburg, Falls dieselben auf Ihren Vorschlag eingehen sollten, statt eines in Aussicht gestellten Gewinns höchst wahr scheinlich ein Deficit bringen würde und um dies Deficit abzu wenden, darauf hingewiesen, daß an Ihrer Geneigtheit zu einem kleineren Opfer, als Sie von jenen Herren verlangen, allerdings nicht wohl zu zweifeln sei. Sie aber drehen die Sache um und sprechen von einem Ge winn, wo von der Abwendung eines Verlustes die Rede ist; hatten Sie den Beweis geliefert, daß der von Ihnen beabsichtigte Zettel wirklich einen Gewinn für die beiden Verleger bringen würde (worauf aber, sobald das Gemeinwohl es erheischt, gar nichts ankommt, wogegen aber, nach einer sekr genauen Berechnung, die gegründetsten Zweifel vorlicgen), so hatten Sie mitFug und Recht meine gute Mei nung von Ihrer Geneigtheit, gleichfalls ein Opfer zu bringen, zurück weisen können. Ganz natürlich fragen Sie dann, ob jene Herren des „Almosens" Ihrer unentgcldlich zu leistenden Arbeit bedürften und fordern dieselben auf, mir auf diese „Schmeichelei" (die doch erst Ihren Sophismen die Entstehung verdankt) selbst zu antworten! Ganz ähnlich verhalt es sich mit Ihrem Punkte 4 und 5, worin Sie nur das für Ihren Zweck Passende ausgenommen, das Unbequeme aber stillschweigend bei Seite gelegt haben. Was laßt sich, Ihnen gegenüber, gegen eine solche Art von Stra tegie thun? Soll ich das Publikum mit Aufdeckung derartiger ärm licher Sophistereien belästigen und ermüden? Soll ich Ihre sechs ver schiedenen Punkte nochmals durchnehmen, soll ich nochmals auseinan dersetzen, wie wenig Ihr ganzer Vorschlag dem allgemeinen Besten nützen kann, soll ich endlich Ihre verschiedenen kleinen Ausfälle und Sticheleien, wie das zu geschehen pflegt, mit gleicher, gröberer Münze bezahlen? An Stoff dazu fehlte es nicht; aber ich halte dafür, daß man bei allgemeinen Streitigkeiten die Person von der Sache unter scheide und glaube, hierin abermals der Mehrheit anzugehören. Ich empfehle mich Ihnen hochachtungsvoll und ergebenst Heinr. Brügmann. IV. Zeit und Kräfte sind mir zu kostbar, um sie auf leere Klopffech- tereien zu verwenden, auch bin ich nicht Willens, das Börsenblatt zum Tummelplatz eines Privatgezänks zu machen, worauf obige Zeilen des Hrn. Brügmann offenbar hinauslaufen — erkläre daher, daß ich auf eine desfallsige Erwiederung verzichte. Auf Hrn. Simion's Einwürfe erwiedere ich aber vorläufig nicht, um den freien Meinungsäußerungen Anderer nicht vorzugreifen, behalte mir jedoch vor, später darauf zurück zu kommen. Für diesmal habe ich nur noch mein im vorigen Blatte gegebenes Versprechen, wegen meiner Forderung von 2 NA für jeden Wahlzettel, zu erfüllen. Bei Aufstellung meines Plans mußte ich nothwendig an die mit Realisirung desselben verbundenen Kosten denken, um so mehr, da es dem allgemeinen Interesse angemessen erschien, der Privatspeculation von vorn herein"eine bestimmte Grenze zu stecken und daher gleich einen Maximalpreis sowohl für den Zettel in seiner kleinsten Größe, als auch für einlretende Vergrößerungen zu bestimmen. Dieser Berechnung legte ich den Betrag von 2 NA als Redactionsgebühren für jeden Zet tel, groß oder klein, zu Grunde. Es sollte das die höchste Annahme sein und Hatteich mir im Stillen Vorbehalten, über die möglicherweise bei eintretender bedeutender Frequenz entstehende Zuvieleinnahme für die Redaction anderweitige Vorschläge zu machen. Da kommt nun aber Hr. Brügmann und tritt als berufener oder unberufener Ritter für Hrn. Naumburg in einer Weise auf, die mich zwingt, schon jetzt näher in die Berechnungsweise einzugehen. Daher meine Forderung von 2 NA für jeden Zettel im vorigen Blatte. Sollte ich einmal schon jetzt mit einer Forderung hervortreten, so konnte es keine andere sein. Indessen verhehle ich mir die Möglichkeit nicht, daß die Arbeit billiger zu liefern ist, wenn, wie ich mit Sicherheit annehmen zu dür fen glaube, die Zahl der Zettel sich beträchtlich vermehrt— während andererseits wohl nicht zu verkennen sein wird, daß der Redaction, kommt der Plan überhaupt zu Stande, außer der mit den Zetteln unmittelbar verbundenen Mühewaltung eine nickt unbedeutende Ver mehrung der Arbeit in Bezug auf das Innere des Börsenblattes selbst dadurch zuwächst. Daß ich umsonst arbeite, wird außer Hrn. Brüg mann mir Niemand zumuthen, darüber aber, ob ein möglicherweise für mich eintretender Gewinn — Zahlung für unmittelbar zu lei stende Arbeit ist kein Gewinn, sondern Arbeitslohn — mir zu gön nen wäre, können die Meinungen verschieden sein, besonders da ein Redacteur des Börsenblatts nun einmal nicht Jeden zum Freunde haben kann. Damit also kein Meinungsstreit über diese Frage ent stehe, erkläre ich mich hiermit bereit: Für jeden der ersten 2000 Zettel im Laufe eines Kalenderjahres zwar 2 NA, für No. 2001 und folgenve bis Ende des Jahres aber nur 1 NA — und für die Vermehrung der Arbeit im Innern des Bör senblatts selbst gar Nichts zu beanspruchen. Hieraus muß jedoch meinem ganzen Plane gemäß zugleich folgen, daß die Zettel von No. 2001 und folgende bis Ende des Jahres jedes mal um 1 NA billiger, also in der Minimalgröße nur zu 9 NA den Verlegern berechnet werden dürfen. Ich wiederhole und bin dessen gewiß, daß den Herren M. u. N. ein angemessener Gewinn bleibt, wünsche aber, daß man mich nicht zwin gen möge, auch darübernoch insDetail zu gehen, was meines Erachtens ebenso wenig vor die Oeffentlichkeit gehört als meine eigne Forderung, womit ich leider hervortretcn mußte, um allen böswilligen Folgerun gen und Verdächtigungen ein für allemal zu begegnen. Ich schließe mit dem aufrichtigen Wunsche, daß die Herren Mauke und Naumburg sich nunmehr veranlaßt finden mögen, ihre Privat interessen den höher stehenden allgemeinen unterzuordnen — daß aber, entschließen sie sich dazu, die Allgemeinheit — die große Buchhändler familie —- auch billig genug sein möge, ihnen dafür durch Realisirung meines Planes in angegebener Weise eine angemessene Entschädigung zu gewähren. Es handelt sich hier gleichsam um eine freiwillige Ex propriation zu Gunsten des Ganzen — eine solche ohne alle Gewähr leistung von dem Einzelnen zu beanspruchen, würde meines Erachtens nicht nur gegen jede Billigkeit, sondern selbst gegen die Gerechtigkeit ver stoßen. Dieser Betrachtungsweise verdankt mein Plan seinen Ursprung und ich empfehle ihn nochmals Allen, welchen Erleichterungen für den Verkehr, Ordnung im Geschäft, sowie Gerechtigkeit und Billigkeit ge gen Andere am Herzen liegen. I. de Marle.
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