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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.05.1848
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1848-05-15
- Erscheinungsdatum
- 15.05.1848
- Sprache
- Deutsch
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soc; sM 39 sutzes und die ausbleibenden Zahlungen große Verlegenheiten zur Folge haben. Selbst mancher der solidesten Handlungen dürfte die Deckung der Saldi's zur bevorstehenden Jubilate-Messe schwere Sorgen und Opfer kosten. Aber nicht genug hieran, hat das Verbot der Ausfuhr von Gold- und Silbcrmünze den Wechselkurs auf eine Hohe gestei gert, deren Ziel bis zur Oster-Messe noch nicht einmal abzusehcn ist. In dieser drückenden Lage empfangen wir mit wahrem Erstaunen das von der Deputation des Buchhandels zu Leipzig unterfertigte Cir cular vom 14. d. M., nach welchem dort keine Wechsel auf auswärtige Platze, keine Abgabe aus Wien, keine österreichischen Banknoten ohne großen Verlust und da nur in kleinen Partien anzubringen sind. Damit verbindet sich die rücksichtslose Erklärung, daß alles Vertrauen geschwunden, auch für die engsten fce u n d sch a ft l i ch en B e - zieh ungen keine Vermittlung zu erwarten ist, daß Frachten, Spesen oder sonstige Auslagen nur dann bestritten werden können, wenn die Herren Commissionäre mit ausreichender Casse versehen sind» daß über haupt nur unter dieser Voraussetzung unsere Geschäfte besorgt würden, und Niemand auf eigenes Guthaben dort rechnen, sondern ohne Rück sicht darauf seine Verbindlichkeiten vollkommen decken solle. Wir verkennen keineswegs die freundschaftliche Theilnahme in dieser aufrichtigen und klaren Auseinandersetzung, nur hätten wir gerne einen Vorschlag vernommen, aus welchem Wege wir die Herren Com- missionäre unter obigen Umständen mit baarer klingender Cassa verse hen können, ohne bei einer Deckung für den ganzen Saldo des öster reichischen Buchhandels mittelst am 15. bis 26. Mai zahlbarer Wech sel, blos auf den Leipziger Platz gestellt, einen enormen Verlust zu erleiden. Wenn aber alles Vertrauen entschwunden, alle bisherigen Bezie hungen aufgehoben sind, wie können wir unter solchen Umständen unsere beträchtlichen Mcßzahlungen Männern anvertrauen, die uns geradezu erklären, vorläufig keinen Groschen für etwaige Baarauslagen uns crediliren zu wollen? Ist es durch die Zeitverhältnisse dahin gekommen, daß Jeder nur für sich und fein Geschäft bis ins KleinsteVerwahrung und Sicherheit sucht, so ist cs unsere Pflicht, diese auch uns vorzubehalten. Stets haben wir mit gewissenhafter Pünktlichkeit unsere Verpflichtungen er füllt, uns selbst Maßnahmen unterworfen, bei denen die Stimme des österreichischen Buchhandels weder gehört noch beachtet wurde. Für diesmal fordert unsere Selbsterhaltung dem uns gegebenen Beispiel gemäß zu einer Maßregel auf, die wir Ihnen in Nachfolgendem mit theilen und von der wir nicht abgehen können: „Wirersuch en Sienämlich, IhrGuthaben auf uns abzugebcn, und zwar 30 Tage nachSicht zahlbar, den preu ßi s ch en Thal cr z u 1 fl. 2 4 kr. in E. M. berechnct." Allen Handlungen, welche über Einhundert Thaler zu empfan gen haben, senden wir den Abschluß pr. Post auf Leipzig, und Sie belieben den Betrag Ihres Guthabens nach obiger Berechnung ebenso mit 30 Tage Sicht directe auf uns zu entnehmen, und zwar jedeSmal genau den Betrag, welcher auf unserem eingesandten Abschluß als O. M. Zahlung angesetzt ist; Tratten, die über eine andere Summe, und nach anderer Berechnung gezogen sind, müßten natür lich zurückgewiesen werden. Jene Handlungen, die von uns unter Hundert Thaler zu em pfangen haben, erhalten ihre Abschlüsse durch unsere Herren Com- missionäre, bei denen zugleich eine Zahlungsliste vorliegt, aus welcher Sie insbesondere Ihr Guthaben ersehen können. Die Leipziger Herren Commissionäre belieben nun jeder für sich das Guthaben ihrer Committenten zusammen zu ziehen, den Betrag dieserPosten in einecAnweisung gleichförmig unter obiger Beding- und Berechnung zu entnehmen und selbe nach Eingang an ihre Committen- ten zu vertheilen. Die Herren Commissionäre werden zugleich mit der Abgabe die Gefälligkeit haben, uns eine Specification der Posten zu senden, auf welche Sie ihreTcatte ausgestellt haben. Wer unserem Antrag keine Folge geben wollte, der beliebe sich mit seinem Guthaben so lange zu gedulden, bis der Stand der Bank noten jenem bis zum 20. Februar d. I. in Leipzig gleich kommt, wo wir dann dort auf die frühere gewöhnliche Weise Zahlung leisten. Wir fühlen uns gedrungen, mit obiger auch noch zwei andere Angelegenheiten zu verbinden, deren Abmachung unter den gegenwär tigen Verhältnissen keinen Aufschub erleidet. Die erste bezieht sich auf die H af tpfli cht, die seit einem Jahre besprochen, zur O. M. in Wirksamkeit treten soll. Einige Verleger haben die glückliche Erfindung erdacht, bei Aussendung ihres unschätz baren Verlags, wie er aus ihrer Thüre gebracht wird, den Sortimen ter mit dem Betrag desselben zn belasten, von dem er erst dann entla stet wird, wenn derselbe unversehrt durch die nämliche Thüre zurück wandert. Alle unberechenbaren Eventualitäten, die Zeit und Um stände veranlassen können, bleiben dem Sortimenter allein zur Last, er mag sehen, wie er damit durchkommt; er muß sich dem bei allen übrigen Geschäften unerhörten Verlangen der Gutstehung für das, was an ihn abgeht, und der Haftung für jenes, waS er zurücksendet, gefallen lassen, wenn er die beglückenden Commissions-Nova erhalten will. Ein so gemüthlicher Vorschlag mußte Anklang unter den Ver legern finden, und selbst viele Sortimenter stimmten mit ein, Mehre vielleicht ohne zu berechnen, um was cs sich handle. Andere mochten gleich uns gar nicht vermuthen, daß der Anschlag ein ernster sei, noch weniger, daß man diejenigen, so sich nicht äußerten, als verpflichtet er klären werde. Es ging so weit, daß man neuerdings die triftigsten Widerlegungen mit dem seither so berühmt gewordenen „ES ist zu spät," höhnenv abwies. Wir erklären ein- für allemal unfern geehrten Geschäftsfreunden, die bisherige Usance beibehalten, und Ihre Neuigkeiten nur unter den seit mehr als fünfzig Jahren bestandenen Verhältnissen beziehen zu wollen, bei welchen wir die hohen Spesen sowohl für den Bezug als die Rücksendung tragen. Wer den seitherigen Geschäftsbrauch, unter dem wir uns gegenseitig unterstützend wohl befanden, nicht beibehalten will der beliebe uns von nun an keine Neuigkeiten mehr zuzusenden. Schließlich können wir auch keine mit berechneten Nova an nehmen, und wer uns dessen ungeachtet solche übersendet, wird gestat ten, daß wir ihm selbe mit Vs gurschreiben. Es ist zwar ein ganzes Heft über die Rabattfrage geschrieben worden; es hat aber noch wenige derlei Verleger zur Billigkeit bestimmt und auch unsere Erfahrung nicht widerlegt, daß wir vom Verdienste leben müssen und uigs bei den Vi Artikeln keiner übrig bleibt. Es ist uns ganz wohl bekannt, daß jeder Verleger Herr seines Verlages sei, er ist aber auch Herr über den festzustellenden Verkaufs preis, bei dem er billige Rücksicht auf das Bestehen der Sortimenter nehmen kann. Dankbar erkennen wir an, daß mehre der größten Veclagshandlnngen im Besitz der Classiker deutscher Nation und der werthvollstcn neuen Erscheinungen uns deshalb doch keine Zwangsjacke anzulcgen versucht, sondern jede billige Berücksichtigung bereitwilligst ge währt haben. Wir werden keine Polemik über das Obige führen, son dern fest daran halten, daß es auch dem Sortimenter frei stehe, zu be stimmen, auf welche Weife er Neuigkeiten annehmen wolle. Schon Einigemal, besonders bei der Umwandlung des Conventionüfußes in preuß. Courant und Neugcoschen, hat es nicht beliebt, auf die drin-
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