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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.03.1848
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1848-03-28
- Erscheinungsdatum
- 28.03.1848
- Sprache
- Deutsch
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355 1848.^ vor der Leipziger Ostermesse, ist der Schlag, welcher uns dadurch trifft, daß wir, unter unseren deutschen Brüdern beinahe die letzten und ein zigen, unter dem Zwange der politisch zwecklos gewordenen Präventiv gesetzgebung Zurückgebliebenen sind, für unser Gewerb ein tödtlicher,— tödtlich, nicht nur moralisch, nicht nur in der Würde unserer Stellung dem gesummten Deutschland gegenüber, tödtlich auch materiell, indem wir dadurch in unserer gewerblichen Existenz zu Grunde gerichtet werden. Jeder verlorene Tag — im strengen Sinne dieses Wortes — jeder verlorene Tag ist eine neue und schwerere Niederlage in dem Kampfe der literarischen Concurrenz, und eine solche, die uns zu gleicher Zeit erniedrigt und in materiellen Verlust stürzt. Die Einstellung von Verlagsunternehmungen hat schon begonnen und nimmt mit jedem Tage zu; die dadurch herbcigcführte Stockung von Druck-Arbeiten macht täglich größere Massen von Arbeitern in den Druckereien selbst in allen den vielen mit dem Buchdruck verbundenen Geschäftszweigen brotlos. In dieser unheilvollen Lage bitten Ew. König!. Majestät die aller- unterthänigst Unterzeichneten Buchhändler und Buchdrucker „um sofortige Aufhebung der Censur und aller die Presse betreffen den Präventiv-Maßregeln und Gesetze, mit provisorischer An ordnung der durch die ordentlichen Richter anzuwendcnden in den allgemeinen Landesgesetzen entbaltenen Strafbestimmungen." Wir werden es mit dem aufrichtigsten Dankgefühl erkennen, wenn Ew. König!. Majestät in Uebereinstimmung mit den übrigen Bundes staaten eine gemeinsame, auf vollständiger Preßfreiheit beruhende Preß- gesetzgebung anzubahnen die Gnade haben wollen, wie Ew. König!. Majestät solches in Aussicht gestellt haben. Wir bitten Ew. Königl. Majestät ferner, bei der Bearbeitung neuer Preßgesehe d a s Gutachten der vorzugsweise und in ihren materiellen Interessen betheiligten Staatsbür ger, der Buchhändler und Buchdrucker allergnädigst anhören und berücksichtigen zu wollen. re. w. rc. In der unter dem Vorsitze von E. S. Mittler gehaltenen Ver sammlung fast sämmtlicher Berliner Buchhändler und Buchdrucker, in welcher diese Adresse an Se. Majestät berathen und beschlossen wurde, ist zu gleicher Zeit eine aus den Herren Besser, Bercnd (Buch drucker), C. Duncker senior, G. Julius (Nedact. d. Becl. Zeitungs halle), Lehfeldt (Veit 8 Eo.), Mittler, Petsch (Buchdrucker), Reimer, Herm. Schultze, Simion, Sittenfeld (Buchdrucker) und Springer bestehende permanente Commission gewählt worden, deren Mandat dahin geht, die ferneren erforderlichen Schritte zur Erreichung der in der Petition ausgesprochenen Wünsche zu thun, wie überhaupt die durch die bestehende Censur-Gesetzgebung so gefährdeten Interessen des Berliner resp. preußischen Buchhandels zu wahren. Sehr zu wünschen wäre, daß auch in andern Städten der preu ßischen Monarchie die Buchhändler und Buchdrucker in ähnlicher Weise sich an die Krone wendeten und namentlich das wichtige Anliegen aus sprächen, bei dem — so Gott will — uns bevorstehenden Preß-Gesetze vorher die Gutachten der Sachverständigen unter den Gewerbsg enossen z u hören. Für meine Freunde. Das Preß-Vergchen, dessen ich wegen eines Artikels im Bör ste n b l a tt e angeklagt war und in erster Instanz „ nicht schu ldig " erklärt wurde, hat nun in dritter Instanz seine Entscheidung erhalten und ist durch solche das Erkenntniß zweiter Instanz, welches über mich eine dreimonatliche Gefängnißstrafe verhängte, b e stäligt wor den. Am 18. d. M., dem für Preußen entscheidenden Tage, erhielt ich die Aufforderung mich zur Haft zu stellen, am 20. dS. wurde die Amnestie fürallepolitischen, oderdurch diePressever- übten Vergehen verkündet. Hat hiermit der Preß-Prozeß sein Ende erreicht, so haben die an sich wohl interessanten Motive des zweiten und dritten Erkenntnisses durch die nun, Gott sei cs Dank, auch in Preußen proclamirte Preß freiheit jedes praktische Interesse verloren, so daß deren Veröffentli chung, wie ich sie seiner Zeit versprochen, füglich wird unterbleiben können. Von ganzem Herzen nur wünsche ich, daß mein Prozeß der letzte gewesen, durch welchen Fragen der Censur zur Entschei dung gekommen. Allen denen aber, welche so warm und lebhaft ihre innige Theil- nahme an diesem Ereignisse meines Lebens mir ausgesprochen, meinen herzlichsten nochmaligen Dank. Berlin, den 22. März 1848. Julius Springer. Wunsch und Bitte eines SortimcntöbuchhändlcrS im Bezug dcö ,,offenen Briefes von vr. C. Stolle." Möchten doch die Herren Sortimenter das in Frage stehende gute Werk dadurch fördern, daß sie dasselbe ganz ohne Provision debitiren und die vollen Ladenpreise dem Herrn vr. St. gleich nach dem Verkauf der Exemplare überweisen. Zur Linderung so vieler Leiden wollen auch wir unser Scherflein beitragen, und wünschen, daß der Erfolg das edle Werk kröne. B. Vorschlag. Ich schlage vor, unter einer angemessenen Feierlichkeit am 14. Mai dieses Jahrs, am Jubilate-Sonntage, bei Gelegenheit der Anwesenheit der deutschen Buchhändler zur Messe, eine marmorne Gedenktafel an unser Börsengebäude zu befestigen, worauf etwa stehen könnte: „In dicscm dcnkwürdigon Jahre 1848 wurde die Schmach der Censur in deutschen Landen aufgehoben und die Presse in ihre ewigen Rechte wieder eingesetzt. Zur Erinnerung und Warnung für kommende Geschlechter am Jubilate 1848, 14. Mai, wurde diese Tafel aufgcrichtct von den versammelten Buchhändlern Deutschlands." Die Gelder zur Bestreitung der Kosten würden die z. O.-M- an wesenden Herren Buchhändler leicht aufbringen, gern würden sich auch alle Buchhändler daran wohl durch eine Kleinigkeit betheiligen. Aachen, den 21. März 1848. E. Wengler. Zur Würdigung. In No. 8 des Jtzehoer Wochenblatts befindet sich folgende Anzeige: Brockhaus' C o n v er sa tion s-L e ric on , 9. Ausl., aus 15 Bän den bestehend, ist so eben mit dem Erscheinen der letzten (120.) Lieferung complct geworden. Dasselbe ist in Verbindung mit einem Gcneralregi- ster, broschirt, statt des Ladenpreises von 60 M. für den enorm wohlfei len Preis von 35 M. bei mir zu haben- Auch gebundene Exemplare habe ich vorräthig zu den Preisen von 8 ß. bis 1 M. 4 ß. pr. Land. — Dasselbe Lexicon, 8. Lust., zu 18 M. E. M. Heilbutt in Altona, Finkcnstraße No. 20.
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