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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.05.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-05-03
- Erscheinungsdatum
- 03.05.1916
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. .V IVl, 3. Mai 1918.. tung die meist nicht einmal ernst gemeinte Drohung, das Abonne ment abzubestellen und in Zukunft der Konkurrenz die Anzeigen zu überweisen, oder ähnliche kleine Erpressungsversuche mit Nicht achtung straft, so ist dies die mildeste Form, sich mit diesen Takt losigkeiten abzufinden. Da die Schriftstellerei kein Gewerbe, sondern eine Kunst ist, so erfordert auch die Abfassung von Mitteilungen, die für eine Wiedergabe in der Presse geeignet sind, journalistisches Geschick. Theodor Barth erzählte einmal in der »Nation«, datz ein Ge- lehrtcr von Weltruf nicht imstande gewesen sei, über einen Gegen stand, den er vollständig beherrschte, einen auch nur einigermaßen genießbaren Artikel zu schreiben. Rach einem zweimaligen ver geblichen Versuche erklärte der Gelehrte sich damit einverstanden, daß eine journalistisch geschickte Hand das wertvolle Gedanken- material verarbeitete. Derartige Gelehrte wie auch Ungelehrte sind öfter anzutresfen, als man glaubt, da die Gabe, selbst wichtige und interessante Mitteilungen in einer allgemeinverständlichen Form wiederzugeben, durchaus nicht häufig anzutresfen ist. Und doch entscheidet gerade oft nicht so sehr das »Was« als das »Wie«, ob eine Mitteilung für die Presse brauchbar ist oder nicht. Bei der Fachpresse liegen die Verhältnisse im allgemeinen anders. Hier kommt cs in den weitaus meisten Fällen nur aus das Tatsachenmaterial, nicht ans die journalistische Be arbeitung an, die mit Leichtigkeit von der Redaktion vorge- nonnncn werden kann. Zu »Bearbeitungen« aber fehlt cs den Tageszeitungen meist an Zeit, sodaß vielen Mitteilungen schon deswegen die Aufnahme versagt wird, weil sie in formaler Be ziehung nicht den an sie zu stellenden Anforderungen entsprechen. Bei der Abfassung von Presse-Notizen wird man auch zwischen kleinen und großen Blättern, den Bedürfnissen und der Art ihres Leserkreises unterscheiden müssen, woraus sich schon von selbst er gibt, daß sich in der Regel eine allzu weitherzige Versendung an die Presse nicht empfiehlt, zumal auch zu berücksichtigen ist, daß oft kleine Blätter weit eher solche Mitteilungen aus großen Zeitungen, namentlich hauptstädtischen, übernehmen als unmittel bar von dem Einsender, namentlich wenn er ihnen nicht persönlich bekannt ist. Aus diesem Grunde empfiehlt cs sich auch in manchen Fällen, nicht unmittelbar mit den Zeitungen in Verbindung zu treten, sondern einen ihrer ständigen Mitarbeiter oder Korrespon denten, von dem man weiß, daß er in enger Beziehung zu der Zeitung steht, mit der Abfassung zu betrauen. Dieser Weg ist besonders dann geboten, wenn es dem Einsender selbst an der notwendigen schriftstellerischen Gewandtheit fehlt, um seine Mitteilung in eine interessante Form zu kleiden, oder wenn er über die Verhältnisse der betreffenden Zeitung nicht ausrei chend unterrichtet ist, um ihren Wünschen und Bedürfnissen ent sprechend Verfahren zu können. Denn es ist keineswegs leicht, das private Interesse, das der Einsender an einer Mitteilung hat oder haben kann, soweit zurllcktreten zu lassen, daß es für die Redaktion kein Hindernis für die Aufnahme bildet. Wesentlich günstiger liegt der Fall dann, wenn eine Mitteilung an bereits vorausgegangene Auseinandersetzungen in der Zeitung anknllpfen oder in zwangloser Weise damit in Verbindung gebracht werden kann, wie überhaupt die Einkleidung und die formalen Umstände eine wesentliche Rolle bei der Aufnahme spie len, wenn auch entscheidend immer der tatsächliche Inhalt sein wird. So wird man beispielsweise nicht diejenigen Mittei lungen als das Ideal von Presse-Notizen ansehen können, die, von allgemeinen Gesichtspunkten ausgehend, unvermittelt gegen den Schluß hin sich als Reklame entpuppen, sodaß hier Anfang und Ende, öffentliches und privates Interesse in unzulässiger Weise mit einander verkoppelt sind. Es erinnert dies an die Geschichte von dem Zaubervogel, der seinen Gesang mit Lerchen trillern beginnt und mit Rabengekrächz schließt. Auf das »Was«, den Inhalt der Mitteilungen, kann hier nicht näher ejngegangen werden: es ergibt sich aus dem jeweiligen Falle, sowie aus der genauen Kenntnis der Verhältnisse und dürfte, um zu dem Anlaß dieser Betrachtungen, der Reichsbuch woche, zurückzukehren, für einen Buchhändler keine Schwierig keiten bieten. Wohl jeder hat Beobachtungen in seiner Praxis gemacht oder Tatsachen ans dem Felde erfahren, die sich zur Wie dergabe in der Presse eignen und der Aufmerksamkeit des Publi 526 tüms wert sind. Denn nicht auf Redensarten, sondern auf Tat-- sachen, und zwar allgemein interessierender Natur kommt es an,, Tatsachen, an deren Bekanntgabe auch die Redaktionen ein Inter esse haben, trotz allen ihnen im Übermaße von allen Seiten zu strömenden Stoffes. Es seien daher nur kurz die Anforderungen noch gestreift, die gewohnheitsmäßig von den Redakttonen in formaler Beziehung bei Einsendungen gestellt werden. Dazu gehört außer deutlicher Schrift, namentlich soweit es sich um: Namen handelt, die nicht jedermann gang und gäbe sind, auch, die Vorschrift, Manuskripte n u r a uf e in e r S e i t e zu beschrei ben und am Rande tunlichst Play zu Änderungen zu lassen. Auch die Angabe der Adresse darf nicht fehlen, da keiner Zeitung zuge- inutct werden kann, eine Notiz aufzunehmen, deren Einsender sie nicht kennt. Zeitungsredakteure sind vielbeschäftigte Leute, die nicht immer Zeit haben, jede kleine Notiz durchzuarbeiten, sodaß oft Einsendungen dem Papierkorb überantwortet werden, wenn sic stilistisch nicht genügen oder der Einsender sich einer genial unleserlichen Handschrift befleißigt. Soll, wie das bei der Reichsbuchwoche der Fall ist, die Presse in weitgehendem Maße in Anspruch genommen werden, so wird man immer neue Formen finden müssen, nur die Leser zu fesseln und ihr Interesse zu erwecken. Was das erste Mat kaum in das Bewußtsein der Leser tritt, das zweite Mal flüchtig gelesen oder übersehen wird, findet vielleicht Eingang, wenn znm dritten Male in vollständig neuer Form auf die Sache hingewiesen und den Lesern klarznmachen gesucht wird, welche Bewandtnis es damit habe. Verkehrt ist es freilich, die Zeitungen von vorn herein mit einer Auslese von Notizen zu überschütten und ihnen dicAuswahl daraus zu überlassen. Denn aus dieser Art wird man nicht nur sofort den Pferdefuß persönlichen Interesses erkennen, sondern auch den Eindruck gewinnen, als ob eine Reklame großen. Stils in die Wege geleitet werde, bei der es dem Einsender gar nicht darauf ankommt, ob das eine oder das andere unter den Tisch fälli. Das gilt besonders bei großen Zeitungen, die ziemlich eifersüchtig darüber Wachen, daß dieselben Notizen, die ihnen zügehen, nicht gleichzeitig »der gar vorher anderen Zeitungen zugänglich gemacht werden. Grundsätzlich nehmen große Blätter nur Originalnotizen ans, sodaß es sich empfehlen würde, den für sic bestimmten Nachrichten ein wesentlich anderes Gesicht zu geben, als den allgemein den Zeitungen zur Verfügung gestellten Einsendungen. Nicht unwesentlich ist auch die Frage, welcher Platz einer Mitteilung in einer Zeitung eingeräumt wird, ob sie unter oder über dem Strich erscheint, als Eingesandt aus dem Leserkreise oder unter den'Stimmen aus dem Publikum veröffentlicht wird oder im lokalen Teile Aufnahme findet. Darüber liegt die Ent scheidung ausschließlich in den Händen der Redaktionen, sodaß es sich empfiehlt, bei der Einsendung von bestimmten Hinweisen ans den Platz nbzusehen, da sehr oft Vorschriften dieser Art schon an sich Grund sein können, von der Aufnahme abzuschen. Zu- dem wird ein Redakteur immer besser beurteilen können als der Fernstehende, für welchen Teil seiner Zeitung sich die in Frage stehende Notiz am besten eignet, und Vorschriften irgendwelchen Art darüber als unangemessene Bevormundung oder Einmischung in seine Tätigkeit empfinden. Wenn nun auch der Schwerpunkt bei den Mitteilungen an die Presse auf die großen Zeitungen gelegt werden muß, nicht nur wegen ihres größeren Leserkreises und des Einflusses, de» sie haben, sondern auch, weil von ihnen aus viele ihren Weg in: die Provinzpresse finden, so wäre cs doch unrichtig, kleinere Blätter in allen solchen Fällen zu übersehen und ihre Wirkung gering einzuschätzen, wo es sich um das Interesse an einer Ver anstaltung allgemeiner Art handelt, die, wie z. B. die Reichs- buchwoche, der Mitlvirkung vieler bedarf, wenn der Erfolg sich einstellen soll. Wo Persönliche Verbindungen zwischen Buch händler und Presse noch nicht vorhanden sind, würde gerade die Neichsbnchwoche Gelegenheit zu Anknüpfungen geben. Tenn hier handelt es sich um eine Angelegenheit, deren Durchführung un leugbar im öffentlichen Interesse liegt, sodaß Zeitungsredak« tionen gern bereit sein werden, sich dafür ein zusetzen, da es bei aller Rivalität zwischen Zeitung »nd Buch auch in ihrem Interesse liegt, möglichst viele zu Lcserrr
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