Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.01.1848
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1848-01-18
- Erscheinungsdatum
- 18.01.1848
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18480118
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-184801181
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18480118
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1848
- Monat1848-01
- Tag1848-01-18
- Monat1848-01
- Jahr1848
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
65 1848.) zum Vermittler der gegenseitigen Interessen der Verleger und Sorti menter zu machen. Cassel, im Januar 1848. I. I. Bohne. I. Georg Luckhardt. W. Appel. C. Kemps. IV. Obgleich sich gegen den projectirten sogenannten „Sorti- menlshändler-Verein" bereits viele gewichtige Stimmen haben vernehmen lassen, für denselben aber, außer von den Veranlassern und durch einige anonyme Aufsätze, kein Wort sich erhoben hat, mit hin zu erwarten steht, daß dies Project gebührende Würdigung bereits gefunden hat, so könnten doch manche Eollegen, vorzüglich solche in Provinzialstädten, der Meinung sein, ihr Beitritt sei nolhwendig, um mit Handlungen benachbarter größerer Städte concurriren zu können. Aus diesem Grunde fühlen sich die Unterzeichneten Magdebur ger Handlungen zu der Erklärung veranlaßt: daß sie dem projectirten „Sortimentshändler-Verein" nicht nur nicht beitrctcn werden, sondern auch in demselben, mag er aus 50 oder allen Firmen bestehen, eine Neuerung er kennen, welche geeignet ist, den künstlichen, aber bewährten Bau des deutschen Buchhandels, der noch immer einzig da steht, zu erschüttern und zu stürzen — ohne etwas Besseres zu bieten. Wir vertrauen in dieser Angelegenheit dem rechtlichen Sinne solider Verlagshandlungen, daß diese dergleichen verderbliche Operatio nen weder veranlassen, noch unterstützen werden, Operationen, welche für Einige zwar augenblicklich vortheilhaft erscheinen mögen, sie aber offenbar in ein nachtheiliges, schiefes Verhältnis; mit allen Sor timentern stellen und ihnen anderweit Nachtheile bringen müssen. Magdeburg, 11. Januar 1848. Baensch. Falkcnbcrg Sr Comp. Creutz'sche Buchh. Hcinrichshofen. Fabricius ö> Schäfer. Qucdnow. V. Zur,»tragischen Geschichte^ des Herrn T. O. Weigel in Leipzig. (Siehe Börsenblatt 1847 Nr. 109 ) Herr T. O- Weigel in Leipzig hat es gewagt, in der oben bezeich- neten Nummer unseres Börsenblattes sich zum Ritter der neuen Son- decbunds-Jdeen aufzuwerfen und als solcher offen in die Schranken zu treten, ohne zu bedenken, daß das Pcincip des sich Jsolirens von der Gesammtheit auch hier unterliegen müsse und daß dessen Vertretung ihn in eine sehr falsche Stellung versetzen wird- — Indessen, erhat's gewagt! Wir fürchten den Zweikampf nicht, und so mag denn der deutsche Buchhandel vernehmen, welche Ansichten sein neuer Sonder bund hegt,— welche wir dagegen die unsrigen nennen, und dann entscheiden. Ob der Verfasser der Schrift „der neue Sonderbund, " dessen Ansichten in dieser Angelegenheit wir übrigens zu den unsrigen machen, wie Herr T. O. Weigel meinte, in seinem Winkel den Schlaf der Sie benschläfer schlief und die jetzige Zeit nicht kennt, überlassen wir ruhig dem Urtheile derjenigen, welche obgenannte Schrift gelesen haben, ohne uns jedoch zu versagen, auf den Unterschied hinzuweisen, der in jener Schrift und in Herrn Weigels Entgegnung —Chamisso's Zopfgedicht ist so oft schon ausgebeutet, daß es unbeschadet seines Werthes doch wohl in der abermaligen Benutzung durch Herrn T- O. W. nur als sehr wohlseile, matte Vertheidigung gelten kann; jener Verfasser hat dagegen durch geistvolle drastische Behandlung seines Stoffes Anderes geleistet, aber die Wahrheit, welche er sagt, hat nun einmal das Unangenehme, daß sie nicht je der ertragen kann. Anonym blieb der Verfasser, und diejenigerr, deren Ansicht er ver trat, mit demselben Rechte, womit jene Sonderbündler sich im §. 9 ihrer Statuten die Anonymität vocbehielten und in demselben §. Herr T. O. Weigel diese Anonymität zu bewahren verspricht. Also, Herr T. O- W-, für sich und Ihren Sonderbund nehmen Sie in Anspruch, was Sie keinem andern ehrlichen Manne gestatten wollen ? Auf den ersten Aufruf im Börsenblatt hätte er sich nach Ihrer Ansicht melden und dem lieblichen Project entgegentreten sollen ? >— Wozu dies? Im Börsenblatt wird so manchmal leeres Stroh gedro schen, und es lohnt sich wahrlich nicht der Mühe, stets dabei das Sich ten zu übernehmen. Ueberdies erschien der Aufruf nicht gefährlich, da nirgends die Rede davon war, von den Ladenpreisen Umgangzu nehmen. Der Aufruf war auch nur die Schale, die S tat u ten aber enthielten den wahren Kern. —Wir sind alle geneigt, die Klagen zu bewahr heiten, welche den Buchhandlungs-Betrieb in Deutschland treffen, aber zu solchen Mitteln, welche zum Besten eines 50r Sondcrbundes die übrigen Eollegen in Nachtheil bringen, konnte nur der krasseste Egoismus greifen. Noch haben die Vielen, welche es verstanden, eine ehrenhafte Eon- currenz auszuhalten, und ruhig zuzusehen, wie eine schmutzige sich in kurzer Zeit selbst zu Grunde richtete, gewußt, einen Weg zu wandeln, der lebt und leben läßt; noch haben die Verleger, welche ihre Produc tion klug beschränken und ihre Verbindungen mit solchen Sortimen tern unterhalten, die ihnen Sicherheit und unverdrossene Thätigkeit darbieten, keine Ursachezur übergroßen Klage, und noch ist es auch solchen Sortimentern möglich gewesen, sowohl ihre Verbindlichkeiten zu erfül len, als auch in der menschlichen Gesellschaft geachtet und geehrt dazu stehen. Aber die 50 Sonderbündler gedenken Anderes zu erzielen: ihnen scheint es gleich, ob der übrige Kreis der Sortimenter seinem Publi- kum gegenüber in die Klasse der Bettelhausirer versetzt wird, ihnen ist es gleich, ob die Einrichtung des deutschen Buchhandels, welche geistiges Licht nach dem Palast, wie nach dcrHütte verbreitet, und um welche uns andere Nationen beneiden, noch ferner fortbesteht, oder leichtsinnig ver nichtet wird, wenn nur sie die Grossisten machen können, mögen dann die übrigen zu der trübseligen Unwissenheit der Provin- zalbuchkrämec des Auslandes herabsinken. Warum denn, Herr T. O-Weigel und Consorten, mit einem Male die Beschönigung der Artikel 9 u. 11 Ihrer Statuten? — Natür lich jetzt, wo man deren Eigenschaft entdeckt, werden sie als unbe deutend von Ihnen hingestellt, unwesentlich, der Veränderung fähig! Ihr Begleitungs-Eirculaire abzudrucken, schien für überflüssig, obgleich ein Vergleich desselben mit den Statuten schon ziemlich Schla gendes darbietet, denn in dem Eirculaire steht buchstäblich: „daß ein großer Theil älterer Werke zu den ursprünglichen Laden preisen keinen Absatz mehr finden kann," auf welche Sie die Thätigkeit anregen wollen, während tz. 1 der Sta tuten deutlich von neuen Büchern spricbt, woraus klar hervorgeht, daß alles Erschienene, d. h. der ganze deutsche Buchhandel, ausgebeuket werden soll. Und nun zur Praxis! — Schlau genug wiederholen Sie noch mals im Börsenblatt: „Was den Wiederverkauf der auf dem Vereinswege bezogenen Bü cher betrifft, so kann derselbe durch den Verein ebenso wenig eine Beschränkung erleiden, als es dem Verleger gestattet ist, dem Sor timenter vorzuschreiben, ob er Rabatt geben solle oder nicht;" und doch wollen Sie gleich darauf glauben machen, daß die Vereins mitglieder im eigenen Interesse nur zum Ladenpreise verkaufen werden ? Auf diese sophistische Klausel erwiedern wir ganz einfach: Rabatt gibt derjenige, welcher nicht weiß, daß er von dem ihm gehörenden Rabatt leben soll, und sein eigener Schade wird ihn bald klug machen. Hak aber ein Angehöriger des Vereins im Partie-Preise bezogen und eine
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder