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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.04.1847
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- 1847-04-02
- Erscheinungsdatum
- 02.04.1847
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- Deutsch
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3Ü1 1847.^ diese nicht weiter brauchbar sind, — theils die Verleger jedes Anhalts entbehren, um das richtige Verhältniß der ihnen gemachten Abschlags zahlung zu beurtheilen. Denn wo diese zu gering ausfallen, wird man immer einwenden können, daß die Artikel, welche einen höhern Saldo ergaben, erst in der Zeit von Ostern bis Michaelis verkauft wurden oder als sicher abgesetzt sich herausgestellt hatten. Würden nicht fortwährend Differenzen daraus entstehen, wenn nun diese Abschlagszahlung nicht pünktlich bis zum 8. Mai, der an genommenen spätesten Frist für dieselben, geleistet wäre und der Ver leger alsdann die Berechnung von Verzugszinsen nebenbei geltend machen wollte? Mit welcher Noth würde man in allen solchen Fällen zu einem anerkannten conformen Abschluß kommen. Ich will gar nicht in Abrede stellen, daß der Absatz der Novitä ten, wie in §. 3 angeführt, sich vermehren würde, d. h. er würde im Laufe des ersten Jahres größer werden, aber im Laufe des folgen den geringer erscheinen. Das hebt sich also, sofern man annimmt, daß durch zweckmäßiges Disponiren die fernere Verwendung für den Absatz nicht beschränkt wird. Eine für die einzelnen Artikel passende Versendungszeit zu wählen, ist Sache der Verleger und wird von diesen gewiß stets im Auge behalten. Gewiß wird jeder umsichtige Verleger den von dem Mittelpunkte des deutschen Buchhandels weit entfernten Sortimentshandlungen des Auslandes oder solchen, welche ihre Geschäfte hauptsächlich nach ent fernten Gegenden machen, gern besondere Begünstigungen gestatten und sie wären leicht zu sixiren, wollte man die Stellung solcher Buchhand lungen, abgesondert von jener der andern, als eine Sache für sich be trachten und sich über das vereinigen, was von beiden Seiten zu ge währen ist. Aber vollständig unbegründet scheint es mir, Anordnungen in den gesummten deutschen Buchhandel einzuführen, welche durch die Rücksicht auf die ausländischen Buchhandlungen molivirt werden kön nen und von solchen Sortimentshandlungen auch auf sich angewandt werden, welche von Leipzig keineswegs weit entfernt sind und deren ganzer Geschästskreis sich auf ihren Wohnort und dessen nächste Um gebung beschränkt. Sollen die Verleger sich ermuthigt finden, dem Gesammtbuch- handel Zugeständnisse zu machen, wenn die tägliche Geschäftserfahrung zeigt, wie sehr sich manche Handlungen beeilen, so früh jals es nur irgend der Anstand erlaubt, in den ersten Monaten des neuen Jahres schon ihre Remittenden los zu werden, oder vorläufige Remittenden schon im Laufe des Jahres „wegen Mangel an Raum" zurückzuspediren, mit welcher Aengstlichkeil sie sich die unverlangte Zusendung irgend einer Neuigkeit verbitten, über deren Absatzfähigkeit, selbst in ihrem speciellen Wirkungskreise, sie gar nicht uctheilen können, ohne sie gesehen zu haben, wie sie so oft gleich nach dem Erscheinen der 1. Lie ferung eines Werks sich die unverlangte Zusendung selbst eines Exem plars der Fortsetzung verbitten und dadurch sich der Möglichkeit enthe ben, wenn die Anzeigen des Verlegers und die Recensionen die Be- kannnverdung des Werks herbeiführen, dem Publikum mehr alsein Bruchstück vorzulegen. In den, in dem „Berichte" ausgesprochenen Ansichten scheint mir endlich keine genügende Rücksicht auf das Wesen des Leipziger Eom- misiionsverkehrs genommen zu sein. Und sollte dieser nicht vor Allem bei einer solchen Frage eine entscheidende Stimme haben, da seine Arbeiten wesentlich mit der Träger des gesammten deutschen Buchhan dels in seiner gegenwärtigen Organisation sind? Hat man wohl darauf Rücksicht genommen, ob die ihm zur Last fallenden Meßarbeiten, welche er namentlich im Interesse der die Messe nicht besuchenden Handlungen zu besorgen hat, dieAbrechnungen, dieJnstandsetzung und das Ordnen der Auslieferungslager, um die Massen der für ihre Eom- mittenten eingegangencn Remittenden zu beseitigen, die Lager-Inven turen rc. eben so gut in den kurzen Tagen und den Winkermonaten sich vornehmen lassen, wie im Sommer und noch dazu, wo der leben diger werdende Verkehr den Umfang der Auslieferungen und damit die Sendungen erhöhet, übcrdem die letzten Expeditionen an die über seeischen Handlungen zu machen sind, — also die Masse der zu bewäl tigenden Arbeit übermäßig gehäuft wird. Der Leipziger Buchhandel hat eine gewichtige Stimme in der Frage über die Meßabrechnungs- Verlegung und ich bin davon im Voraus überzeugt — er wird sic ver neinend beantworten. — * III. Meine Gründe, warum icv den Vorsüilägen der Prüfniigötainniission in Betreff der Mcfgcit nicht bcistimmcn kann. Man hat, Gott sei Dank! endlich ernstliche Schritte gekhan, um die einst recht gute, jetzt aber höchst unbequeme, mit großen direkten und indirekten Nachtheilen verknüpfte Gewohnheit aufzugcben, die Jahrcs- rechnung Ende Dez. zu schließen und zur J.-M. zu saldiren; allein die Vorschläge der Prüfungskommission scheinen mir ganz geeignet, um alle Hoffnung des Zustandekommens zu vereiteln, denn dieselbe knüpft daran Bedingungen, welche unpraktisch und zeitraubend sind; daher wohl sehr wenige Verlags- und Sortimentsbuchhändler damit einverstanden sein worden. Besonders letztere werden gegen eine auf solche Art ge botene Ereditsverlängerung protestircn, wenn sie die Arbeit bedenken, welche ihnen die Ermittelung der » Oanto-Zahlung aufbürdet, und dann die liebe Hin- und Herrechnerei der Entschädigung für das zu große oder zu kleine Drittel in der Meßzeit, wo so solcher Ueberfluß an Zeitmangel ist. Anfangs April müßte man doch schon beginnen, um bei der Masse von Firmen mit Einträgen und Summircn fertig zu werden; da aber die Rechnung für feste Artikel bis Ende April fortlau fen soll, und daher, wenn's gut geht, der Sortimenter Ende Mai im Besitze alles dessen ist, wovon er schon Ende April in Leipzig ^ zahlen soll; da ferner oft die Fortsetzungen kurz vor dem Schluß der Rechnung mit so staunenswerther Schnelligkeit auf einander folgen, daß sie in diesem kurzen Zeiträume mehr betragen, als in einem halben Jahre vor her; da endlich es nicht möglich ist, ohne Inventur zu ermitteln, was an Novitäten noch zu Hause und bei Kunden lagert; so möchte ich wissen, wie man das Drittel des künftigen Saldo auch nur beiläufig bestimmen könne. Und gesetzt, es wäre ausführbar, was würden wir für diese Plage und diesen Zeitverlust als Entschädigung haben ? So gut als nichts; denn ein ansehnlicher Theil der Rechnung soll also bis Ende April foctlaufen *) (wahrscheinlich würde dann der April auck, wie jetzt der Dezember, 60 bis 90 Tage zählen) und der Verleger somit für U dieses Theilcs den Saldo nur um einen Monat später bekommen als bisher. Die fünfmonatlichen Interessen von 2/, der abgesetzten Nova wiegen doch wahrlich den Werth der verlorenen Zeit und die ver mehrten Spesen von Seite der Herren Commissionäre nicht auf, welche uns diese für das Auszahlen der s Oonto-Zahlungen berechnen werden. Lassen wir also die Rechnung doch lieber bis Ende Mai laufen, aber auch dieses Ziel um keinen Tag überschreiten, so gewinnen wir schon sehr viel durch die einfache Uebertragung der Abrcchnungszeit auf die M.-M. Besonders bei uns Buchhändlern ist cs eine sehr zu be herzigende Wahrheit, daß Zeit Geld ist, daher wir nach Vereinfachung unseres Geschäftes unablässig streben sollen. Mit diesem Grundsätze im Widerspruche stehen jetzt vorzüglich zum allseitigen Nachthcile und Aerger die Pfennigfuchser, die in ihrem Eigensinne dem vernünftigen Systeme des Hrn. Brockhaus und anderer kluger und billiger Verleger sich nicht anschließen wollen. Ich hoffe, daß ihre Mcßgeschäfte sie zur Besinnung bringen werden. (Man verzeihe mir diesen nicht unnöthi- gen Ausfall— .) Die Prüfungskommission will ferner drei neue Gesetze ausgestellt wissen, womit aber gewiß auch sehr wenig Sortimen- » *) S. Bericht No. 20.
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