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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.02.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-02-08
- Erscheinungsdatum
- 08.02.1916
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. 31, 8. Februar 1916. auf Grund einer sorgfältigen Aufstellung von einer vom Noten Kreuz hierfür eingesetzten Kommission eine gewissenhafte Prüfung und Bü cherauswahl getroffen, wobei die literarischen Bedürfnisse des ein fachen Mannes, sowie der Anspruch auf Bücher gehaltvolleren Inhalts in reicher Abwechslung zu befriedigen gesucht werden. Vorzugsweise wurden versandt Bücher und Schriften, der Unterhaltung und Zer streuung dienend, heitere Erzählungen, kleinere Nomane nnd Novellen, Humoresken, Gedicht- und Prosabücher in schwäbischer Mundart; auch viele neue Erscheinungen des Büchermarktes mit geschichtlichem, patrio tischem oder erbaulichem Inhalt wurden in sorgfältiger Sichtung zur Verteilung gebracht. Soweit als möglich werden stets auch direkte Wünsche aus dem Felde, die mit Hilfe der an die Truppenteile ver sandten Fragebogen erkundet werden, bei den neuen Bücherzusammeu- stellungen berücksichtigt, n. a. sind ans Verlangen der Truppenführer den Sendungen der letzten Zeit viele Tausende von Heften und Num mern illustrierter Zeitschriften wie Fliegende Blätter, Lustige Blätter, Uber Land und Meer, Die Woche, Arena, Probebände der Jugend, Berliner und Süddeutsche Illustrierte Zeitung, Illustrierte Wochen schau usw. beigefügt worden, die in freundlicher Weise von den betref fenden Verlagsfirmen zu sehr mäßigem Preise und zum Teil auch in großen Mengen umsonst geliefert wurden. Die folgenden statistischen Angaben veranschaulichen die bisher geleistete Arbeit und die Geld ausgaben hierfür: In 11 Sendungen wurden verschickt 358 verschiedene Bücher in 84135 Exemplaren,^ die 32 500 kosteten. Bei den ersten beiden Sen dungen war der Inhalt doppelt so groß als bei den später folgenden; cs wog jedes Paket durchschnittlich 4 Kilo, sodaß 350 Pakete mit dem Gesamtgewicht von 16 640 Kilo, das sind rund 333 Zentner Bücher ins Feld wunderten. Aus zahlreichen Briefen der Truppen geht hervor, daß die Sen dungen allseits befriedigt haben. Von allen Seiten wird die Reich haltigkeit der Answahl lobend anerkannt und betont, daß dem Ge schmack der Truppen vollauf Genüge geleistet sei. Die Auswahl von solchen Büchern, die sich ans den gegenwärtigen Krieg beziehen und im Anfang die Truppen im Westen von den Vorgängen im Osten und umgekehrt in umfassender Weise unterrichten sollten, wurde wegen der andauernden Verschiebungen eingeschränkt. Bei verschiedenen Truppenteilen fanden die Sendungen so großen Anklang, daß sie sich entschlossen haben, ans denselben kleine Büchereien zusammenzustellen, die den Soldaten dauernd zugänglich sind. Offiziere und Mannschaften haben an das Note Kreuz wiederholt die dringende Bitte gerichtet, die immer mit großer Freude erwarteten regelmäßigen Zusendungen unter allen Umständen fortznsetzen. Deshalb wiederholt der Württ. Lanöes-Verein vom Noten Kreuz seine in dem von Ihrer Majestät der Königin gezeichneten Aufruf aus gesprochene Bitte, die von unseren braven Kriegern aus dem Feld immer erneut an uns gelangt: Gebt auch weiterhin freudig und reich lich für die Bismarck-Gedächtnisgabc! Post. — Um die Versendung von Waren, deren Ausfuhr verboten ist, in Bricfscndungen zu verhüten, ist angeorduct worden, daß von jetzt ab alle Bricfscndungen nach dem Ausland, in denen Waren enthalten sind (also auch alle Warenproben), ans der Anfschriftseite die genaue Angabe des Inhalts und die Adresse des Absenders tragen müssen. Sendungen, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, werden den Absendern zurückgcgebcn oder, falls dies nicht möglich ist, nach den Vorschriften für unbestellbare Postsendungen behandelt. Waren, deren Ausfuhr verboten ist, können in Bricfscndungen nach dem Auslande nur versandt werden, wenn den Absendern vom Reichskanzler (Ncichsamt des Innern) eine besondere Ausfuhrbewilli gung erteilt worden ist, die ans eine bestimmte Stückzahl von Brief- scndungen unter Angabe des Höchstgewichts der einzelnen Sendung lautet. Solche Bricfsendungen müssen unter Vorlegung der Aus fuhrbewilligung bei den Postanstaltcn cingclicfert werden, die in der Bewilligung die abgcsandte Stückzahl vermerken. Im Falle der gleichzeitigen Einlicfcrnng aller zugelasseneu Sendungen oder bei Ein- lieserung der Nestscndung wird die Ausfuhrbewilligung von der Post anstalt zurückbehalten. Lesestoff für die katholischen Feldgraue». — Einer Anordnung des Kölner Erzbischofs v. Hartmann zufolge soll zur Aufbringung wei terer Mittel für die Hinaussendung von Lesestoff an die Front in allen Kirchen der Erzdiözese Köln eine Kollekte abgehalten werden. Fahrbare Kriegsbüchcrei. — In dem Aufsätze »Die fahrbare Kriegsbücherci« von N. L. Prager in Nr. 27 d. Bl. ist ein Druckfehler stehen geblieben. Die Geschäftsstelle befindet sich in Berlin 0. 2, Kleine Muscumstr. 5 6, nicht Nr. 50. Personalllllchrichten. Wilhelm Tclhacs — In Nordfrankreich ist an der Spitze seines Zuges der wissenschaftliche Leiter der geologisch-paläontologischen Sammlung am Provinzialmuseum in Hannover vr. Wilhelm Delhaes gefallen. Im Jahre 1911 ging er als Landesgeologe nach Argentinien und kehrte 1913 nach Europa zurück, wo er sich am Provinzialmuseum in Hannover betätigte. Außer mehreren kleineren Mitteilungen ver öffentlichte Delhaes zusammen mit H. Gerth 1912 eine »Geologische Beschreibung« des Kettenjura zwischen Neigoldswil (Baselland) und Onsingen (Solothurn). Otto Ankcl -s. Am 5. Februar ist der Professor an der Oberreal schule in Hanau 1)r. Otto Antel im Alter von 55 Jahren gestorben. Obgleich selber kein klassischer Philologe, sondern in erster Linie Historiker und Biograph, trat er bei den verschiedensten Gelegenheiten begeistert für das humanistische Gymnasium ein; so noch vor kurzem wieder in einer temperamentvollen Broschüre »Lerager l'inkame«, die als Entgegnung ans einen aufsehenerregenden Angriff gegen das Gymnasium »Aus dem Schützengraben« erfolgte. Sprechsaal. ^ Bücherbettel unter amtlicher Flaage. Durch die Güte eines angebettelten Verlegers geht dem Kreis- vercin nachstehende Postkarte zu: Ans Anregung der Königlichen Negierung in Düsseldorf soll Hierselbst für die Schulen aller Bekenntnisse ein gedrucktes Verzeich nis jener Kricgsschriftcn, Zeitschriften, Karten, Bilder ausgestellt werden, die für die Schnlbüchereien (auch als Klassenlesestoff) wie für die Lchrerbüchereieu empfohlen werden sollen. Gleichzeitig kom men diese Schriften an geeigneter, allgemein zugänglicher Stelle zur Auslage. Ihr Verlag wird ergebenst gebeten, kostenfreie Prüfungsstücke Ihrer einschlägigen Schriften zu senden an das Rektorat der kath. Schule in Essen, Großebruchstraße. Essen, Datum des Poststempels. Die Königlichen Schulräte: I. A.: Or. D'ham. Aus dem Begleitschreiben des Verlags mögen folgende treffende Ausführungen hier Platz finden: Das ist allerdings eine sehr bequeme Art, sich in den Besitz einer Kriegsbücherei zu setzen, und zwar ganz kostenlos, denn auch die Karte- genießt Portofreiheit. Wir bezweifeln, daß der Kultusminister mit einer solchen, das Sortiment schwer schädigenden Büchcrbcttelei einverstanden ist. Hoffentlich werden alle in Frage kommenden Verleger sich »gänz lich abgeneigt zeigen«. Der Fall beweist aufs neue, wie dringend notwendig ein Zusam menschluß des ganzen deutschen Sortiments ist, um bei den Mini sterien, Negierungen und Stadtverwaltungen gegen solche Schädi gungen gemeinsam mit aller Entschiedenheit Einspruch zu erheben. Wir werden die Sache weiter verfolgen. Mülheim (Ruhr), den 4. Februar 1916. Kreisverein der Rheinisch-Westfälischen Buchhändler. Max Röder, I. Vorsitzender. Es scheint, als stände der Bücherbettel jetzt mehr in Blüte als je zuvor. Auch der »Kulturbund deutscher Gelehrter und Künstler« (Berlin 7, Gebäude der Akademie der Wissen schaften) kennt offenbar keinen anderen Weg zur Vervollständigung seiner Bücherei als die Versendung eines Bittschreibens an die Ver leger. Wie er versichert, hat »eine große Anzahl deutscher Verlags- anstaltcn« seiner Bitte schon entsprochen. Sollte das wirklich der Fall sein, so würden mir diese Stellungnahme bedauern, da sie weder im Interesse des Buchhandels, noch in dem der Knltnr liegt. Denn man wird diese nicht durch Büchcrschcnkungcn fördern, sondern dadurch, daß das Publikum zu der Anschauung erzogen wird, daß Bücher so gut wie irgend eine andere Ware ihren Preis haben. Da das gute Beispiel bekanntlich das beste Erziehungsmittel ist, so kann man nur seiner Verwunderung darüber Ausdruck glkben, daß ein Kulturbund deutscher Gelehrter nnd Künstler sich nicht schon ans Rücksicht ans die Interessen der von ihm vertretenen Bernfskrcise einer so eigenartigen Methode zur Beschaffung einer Bibliothek enthält. Red. 144
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