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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.02.1845
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1845-02-07
- Erscheinungsdatum
- 07.02.1845
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- Deutsch
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116 ^1? 11 Mailand, Pomba in Turin; vorzüglich hat der erstere das Verdienst auch deutsche Bücher kommen zu lassen. Es war daher sehr dankens- werth, daß neuerlich Hr. Eonlicini in einer kleinen Schrift die Einrichtung des deutschen Buchhändlerverkehrs, den Zusammen hang mit der Leipziger Messe schilderte, und die Wichtigkeit eines ähnlichen Institutes für Italien in Vorschlag brachte. Leider sind die Aussichten für die Realisirung eines solchen Vorschlags in Italien noch sehr trübe. Abgesehen von der Strenge, mit welcher man überhaupt auf Bücher in Italien Aufsicht hat, und jedes neu eingebrachte Buch einer scharfen Eensur unterwirft, ist es wenigstens in einigen italieni schen Staaten noch eine andere Einrichtung, welche sehr störend wirkt, nämlich der Eingangszoll, welcher auf Bücher die aus dem Auslande kommen gelegt wird." Diesen Worten Mittermaier's fügt die Augsb. Allgem. Zeitung in einem Artikel aus Toscana unter Anderm Folgendes bei: „Schon bei dem Florentiner Gelehrtenverein im Jahr 1841 traten auf den von einem Gliede desselben gemachten Vorschlag einige Män ner zusammen, welche die Eonvenienz und eventuelle Möglichkeit einer nach dem Vorbilde der deutschen Leipziger in Italien einzuführenden Büchermesse zu prüfen über sich nahmen. Diese Herren, Graf Serri- stori, Heinrich Mayer und Peter Vieusseux sollten dann auf dem näch sten Eongreß zu Padua darüber refericen. Vieusseux fragte den Buchhändler Pomba in Turin hierüber um seine Meinung, und dieser gab ihn, die Antwort, daß er an der Möglichkeit einer solchen unter den obwaltenden Umstanden zweifelte, wohl aber die Gründung eines Emporiums oder einer allgemeinen ita lienischen Sortiments-Buchhandlung in einer Stadt Italiens als einst weiliges Surrogat für ausführbar erachtete. Im August 1842 sandte ihm Viesseux das Schriftchen von Eonticini. Pomba prüfte es, und, wie gelehrt das Büchlein sonst auch war, so fand er doch daß darauf nicht viel gebaut werden könnte, da die Notizen über die deutschen Verhällnissedarin nicht klar genug auseinander gelegt seien, wie denn der Verfasser selbst manchmal an dem zweifelt was er kurz zuvor behauptet hat. Auf neue Einladung von Seite Vieusseux's schickteer ihm abermals einige Notizen beinahe des frühem Inhalts. Serristori theilte auf dem Eongreß zu Lucca seine und Vieusseux's neue Ideen über die Sache mit, die ebenfalls wenig Hoffnung aufließen. Das Schlimmste ist, daß die Vorschläge und Dis kussionen hierüber wenig bekannt, und dann in ungenügender Form im viario lueoliess ausgesprochen wurden, so daß der Buchhändler Stella in Mailand in seinem boxlietto (1'annunri sich aufgefordert fühlte, die Art und Weise die berührte Unmöglichkeit zu erweisen zu verwerfen. Das hatte eine neue Broschüre zur Folge, die Vieusseux herausgab. Wie nun dieser zu dem Schluffe kam, daß jene Buchhändlervecbindung in der ursprünglichen Fassung ihm völlig eine Sache der Unmöglichkeit dünke, daß jedoch, wenn durch irgendeinen, durch Pomba, falls er die Initiative ergriffe, ein Sichnähertreten, eine Verbindung der Buch händler zu Stande kommen könnte: so säumte Pomba nicht länger, seine eigenen Ideen, betreffend die Gründung eines Emporiums, be kannt zu machen. Eine Messe und Buchhändlerverbindung ist nun nach Pomba im Sinne der deutschen unmöglich, da einmal schon den meisten italieni schen Buchhändlern die nothwendige Kenntniß der antiken und moder nen Bibliographie abgeht, andererseits in Italien nicht die jene begün stigenden Umstände, wie sie in Deutschland bestehen, obwalten. Die Messe und Buchhändlerverbindung ist in Deutschland, nach seinen Worten, auf Moralität und Treu' und Glauben der ehrlichen positiven Deutschen gebaut, unter denen im Allgemeinen Einigung, Verbrüde rung und Harmonie herrscht, wo die Guten gegen die wenigen Schlim men tapfer zusammen stehen und sich gegen sie versehen, wie auch Eon ticini bemerkt habe. Eine so löbliche Verbrüderung findet ec nun zwischen den italienischen Buchhändlern nicht. Und konnte sie, fragt er^ vor der Convention verschiedener italienischen Staaten für literari sches Eigenthum bestehen? Natürlich nein; vor dem Nachdruck bebten wenige zurück — natürlich. Ein Editor in Mailand stand z. B. zu einem Verleger in Turin oder Florenz im gleichen Verhältnis wie zu einem in Paris oder London; jeder that schon genug, wenn er sich an die Gesetze seiner resp. Regierung hielt, d- h. wenn er nur nicht Werke nachdruckte, die einem einheimischen Autor oder Verleger zugehörtcn, da nämlich auch vor 1840 jeder Staat Italiens Gesetze über literari sches Eigenthum besaß. Nach Abschluß jener Convention ist aber auch jetzt nicht eine Messe herstellbar, da jener zwischen mehreren italienischen Staaten gezeichneten Convention Neapel noch nicht beigetreten ist. Verschiedene andere Gründe, welche der Einführung einer italienischen Büchermesse hindernd entgegentreten, verschweigen wir, da sie uns weniger angehen. Eine Messe und mehrgenannte Verbindung ist zu mal nicht mehr von der Zeit gefordert, nicht nölhig, da beides nur eine sichere und schnelle Verbreitung der Geistesproducte abzweckt, die sich, wie zu hoffen steht, im Laufe der nächstkommenden Zeit unter Be günstigung anderer Verhältnisse Herstellen wird. Wir erinnern nur an die Zeit wo ein Eisenbahnnetz auch Italien überziehen wird. Für jetzt reicht ein literarisches Emporium aus — Pomba will dies selber eröffnen, sobald 10,000 Franken Waarenwerth gezeichnet sind. Er ist nicht abgeneigt zehn Actionnaire zu Mitbegründern anzunehmen. Livorno ist als Sitz seines Instituts gewählt, einmal weil es Freihafen, und weil es gleichsam im Centrum von Ober- und Unteritalien am Mittel meer gelegen ist. Das Emporio Librario soll ein Handlungshaus sein, welches die von den Herausgebern ihm eingesandten Werke in Verlag nimmt, und sie für deren Rechnung verkauft. Jeder Herausgeber von Büchern kann dem Emporium eine beliebige Zahl von Büchern zum Verlag zu senden. Die Zusendung muß portofrei sein; wenn ein volles Franki- ren nicht möglich, so zahlt das Emporium die Spesen auf des Ein senders Rechnung, für welche Auslage oder für welche andere immer das Haus 6 Procent Zinsen erhebt, wenn nach Ablauf eines Halb jahres ffelbe nicht zurückerstattet ist. Derjenige Depositär, der sich in der Qualität als Mitgründer verpflichtet, während fünf Jahre Bücher für eine bestimmte Summe zu deponiren, und nicht die gehörige Zahl sendet, zahlt nichtsdestoweniger so als wäre es geschehen. Auch solche Unterzeichnungen werden angenommen, nach denen man sich gerade nicht für eine Büchersendung von einem bestimmten Werth verpflichtet. Jeder Deponent zahlt dem Emporium für das Magazinrecht (clritto (li maxorriiiiiFAio) 5 Procent jährlich von dem Werth des Dcponirten. Das Magazinrecht wird nicht für weniger als sechs Monate berechnet, wenn auch das Deponirte nicht so lange im Emporium bliebe, weil jede Abrechnung nur am Ende jeden Semesters erfolgt. Das Empo rium publicirt ein periodisches Blatt unter dem Titel volleuino kiblio- grslieo, worin alle cingegangcnen Werke verzeichnet und die heraus zugebenden angekündigt sind. Jede Woche soll eine Nummer erschei nen. Alle Bestellungen auf die angezeigcen Bücher besorgt das Em porium sofort. Die Preise und Verrechnungen sind auf französische Franken reducirt. Das Emporium hat drei Beamtete, einen Corre spondenten— Gerant, der die Casse und die Compilation des Bol- letlino versieht, einen Revisor (räsoniert!) und einen ersten Aufseher, der die Empfangnahme und Versendung der Werke und die Aufsicht über die Magazine auf sich hat. Alljährlich gegen Ende September wird das Emporium mittelst eines Circulars alle Buchhändler und Editoren zu einer in der ersten Hälfte Oktobers zu Livorno stattfinden den Zusammenkunft einladen. Die Zusammenkunft findet im Local des Emporiums statt." Todesfall. Am 23. Januar starb Herr Friedr. Wilh. Kunze zu Worms im 37. Lebensjahre.
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