Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.05.1850
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1850-05-06
- Erscheinungsdatum
- 06.05.1850
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18500506
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-185005061
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18500506
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1850
- Monat1850-05
- Tag1850-05-06
- Monat1850-05
- Jahr1850
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
^ 558 45 wenn er darauf besteht, daß ein Recht, was ihm zusteht, auch erfüllt wird. Dies finde ich in der Ordnung, und ich glaube, es stünde viel besser bei uns, wenn man nicht so leichtsinnig Rechte, oie man hat, hingegeben hätte. H. Brockhaus. Da der Gegenstand einmal zur Sprache gekommen ist, so müssen wir wol auch einen Beschluß fassen. Dieser Gegenstand ist bei jeder Budgetberathung seil der Erbauung der Börse berührt und es ist schon öfter eine ähnliche Bemerkung gemacht worden, wie dieses Mal von Hrn. Rewiher; aber so wenig, wie die Sächs. Staatsrcgierung ist auch die Sächs. Kammer ge meint, uns diese Summe zu entziehen- Ich glaube, wir müssen zu Protokoll erklären, daß dies die Ansicht der Buchhändler gewesen, und daß wir zur Sächs. Regierung das Vertrauen hegen, sie werde die Verpflichtungen erfüllen, welche sie übernommen hat. Simion: Ich möchte Etwas sagen gegen die Bemerkung, daß dies nicht vor unsere Versammlung gehört, sondern vor die der Actionaire. Ich halte selbst die Versammlung der Actionaire nicht für befugt, einseitig einen Beschluß zu fassen, und selbst, wenn die Ansicht des Hrn. O. Wigand durchgehen sollte, so find die Actionäre doch nicht berechtigt, ohne Genehmigung des Börsenvereins auf die 770 zu verzichten. Es ist hier im Statut die Rede von unserm Miteigenthum an der Börse und ich finde keineswegs die Be rechtigung der Actionäre, eine Einnahme von 770 -/? einseitig aufzugeben. Ich möchte dem Börsenverein das Recht gewährt wissen, in dieser Beziehung mitzureden. Veit: Die einfache Bemerkung, welche ich gemacht habe, ist von Hrn. W i gan d mißverstanden worden. Er hat gesagt, die Wohlthat sey dem Deutschen Buchhandel erwiesen worden. Die Sache scheint mir aber so zu stehen: Der Deutsche Buchhandel hat sich selbst eine Wohlthat erwiesen, aus freier Kraft, und dem Sächsischen Lande ist dadurch, daß der Deutsche Buchhandel dauernd an Leipzig fixirt worden ist, eine Wohlthat erwiesen worden. Im Uebrigen stimme ich demjenigen bei, was Hr. Frommann gesagt hat, daß es nicht allein keine Schande ist, ein Recht zu üben, was Einem zustebt, sondern daß es eine Feigheit ist, ein solches Recht nicht auszuü ben. Daher möchte ich zu dem Anträge des Herrn Brockhaus noch den Zusatz machen, daß wir auch die Erwartung aussprechen, daß sie diese Ausgabe nicht mehr unter der Rubrik: „Wohlthätigkeitsanstalten," aufführcn werde. Denn wenn ich einen Eontcact mit Je mandem geschlossen habe, aus dem dieser Rechte erworben hat, und ich erfülle zwar den Eontract, aber verleide ihm den Genuß der Rechte, die er daraus erworben hat, so bin ich halb auf dem Wege, den Eontract zu brechen. O. Wigand: Es ist ein harter Ausdruck, der eben von Herrn Veit gefallen ist. Ich weiß nicht, wie er das Wort Feig heit bezogen haben will, und ich will dies nicht weiter in die Debatte hineinbringen. Ich habe erörtert, wie die Sache sich verhält. Wenn Sie auf unfern Börsenactien den § 6 lesen, so finden Sie, daß darin steht, daß der Börsenvcrcin da ist, um die Actien zu amortisircn, daß er aber nicht zu einer Theilung berechtigt ist. Ich habe geglaubt, daß der Deutsche Buchhändlcrvercin alle seine Ein künfte dazu verwendet hat; wenn ich im Jrrthume bin, so bitte ich, mich zu belehren. Mittler: Herr Wigand hat gesagt, daß die ganze Einnahme des Börsenvereins zur Amortisation der Actien verwendet werden solle. Das ist nicht richtig. Es sollen jährlich nur 3 Procent ausgeloost werden. Der Börsenvercin ist aber viel weiter ge gangen, um die Amortisation schnell herbeizuführen; indem nicht nur 3, sondern 6 und mehr Actien jährlich eingezogen worden sind. Or. Veit: Ich wollte nur erklären, daß es sich von selbst versteht, daß sich das von mir Geäußerte nicht auf die Ab stimmung des Herrn Wigand bezieht. Es scheint mir diese Abstimmung aus irrthümlicher Ansicht der Sache hervorgegangen. Wenn er die Sache so angesehen hätte, daß ein Recht des Börsenvereins vorliegt, so würde er es nicht aufgegeben haben: er hat aber ge glaubt, es liege eine Bcdürfnißfcage vor, und der Deutsche Buchhandel brauche diesen Zuschuß nicht. Gegen diese Ansicht habe ich mich erklärt; im Uebrigen habe ich eine allgemeine Wahrheit ausgesprochen, welcher Herr Wigand gewiß mit Freuden beitritl. Vorsteher: Vielleicht vereinigen sich Alle in einer Erklärung, für welche ich Ihnen folgende Fassung Vorschläge: „Die Versammlung geht, als nicht allein befugt, auf die Erörterung der von Herrn Wigand angeregten Frage nicht weiter ein, sie er klärt aber, unter völliger Wahrung aller ihrer Rechte, daß sie die Erwartung zu der Sächsischen Regierung hegt, diese werde ihre ver tragsmäßigen Verpflichtungen nach allen Richtungen hin erfüllen." Schwetschke: Ich möchte den Wunsch hinzugefügt wissen, daß diese Ausgabe unter eine andere Position des Budgets gebracht werde. Vorsteher: Ich glaube nicht, daß wir befugt sind, der Sächsischen Regierung vorzuschreiben, auf welchen Titel sie ihre Aus gaben zu bringen hat. Schwetschke: Ich wollte nur meine Indignation aussprcchen über das Verletzende eines solchen Titels. Simion. Das von mir Erwähnte kann als Amendement betrachtet werden zu dem Vorschläge des Vorstehers, indem dann gesagt wird: „nicht allein befugt, sondern auch." Vorsteher: Ist die Versammlung damit einverstanden, daß wir diese Erklärung abgeben? (Wird bejaht.) Frommann: Ich wünschte der ausgesprochenen Erwartung, die Sächsische Regierung werde ihre Schuldigkeit erfüllen, noch hinzugefügt: „um so mehr, als der Actienvercin und der Börsenverein in der Amortisation weit mehr geleistet haben, als wozu sic der Actienvertrag verpflichtet." Fleischer: Gegen die ausgesprochene Schuldigkeit möchte ich protestircn; wir können zur Sächsischen Regierung Ver trauen haben. Schwetschke: Ich ziehe den von mir vocgeschlagcnen Zusatz nicht zurück, denn ich sehe nicht ein, warum wir nicht durch ein Paar Worte unsere Meinung äußern sollen. (Der Vorsteher bringt diesen Zusatz, daß die Sächsische Regierung die Ausgabe unter einen andern Titel bringen möge, zur Abstimmung, und wird derselbe von der Versammlung abgelehnt.) Vorsteher: Ich habe mitzutheilen, daß am Dienstag früh 11 Uhr, im untern Saale das Protokoll vorgelesen wird. Ich ersuche, namentlich Diejenigen hinzukommen, welche als Redner an dem stenographirten Berichte ein besonderes Interesse nehmen- Die Versammlung der Actionäre des Börsenvereins findet am nächsten Donnerstag Abend 6 Uhr im untern Saale statt.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder