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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.05.1850
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1850-05-06
- Erscheinungsdatum
- 06.05.1850
- Sprache
- Deutsch
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557 1850.) Opposition kaum vorhanden seyn wird, ist es wol Zeit, daß wir sofort Beschluß fassen und sie ins Leben treten zu lassen. Damit wird die Majorität zeigen, daß sic nicht engherzig ist, sondern gegen die bisherigen Pläne nur gestimmt hat, weil sie von deren Un zweckmäßigkeit überzeugt war, dagegen ihre Stimme abgiebt, wo cs darauf ankommt zu helfen. (Der Schluß der Berathung wird von der Versammlung ausgesprochen und durch Mehrheit beschlossen, daß für dieses Jahr vorläufig 200 bewilligt werden, so wie daß im künftigen Jahre der Unterstühungsausschuß ein Gutachten der Ver sammlung vorlege.) Vorsteher: Wir kommen jetzt zu einem von Hrn. O. Wigand beabsichtigten Anträge, von dem er mir vor Eröffnung der Sitzung Mittheilung gemacht hat. Nach §. 17. des Statuts muß jeder Antrag, der hier zur Verhandlung kommen soll, minde stens am Tage vorher dem Vorstande angezcigt werden. Das hat den guten Grund, daß der, den es angeht, sich darauf vorbereiten kann. Ich weiß nicht, ob es in Ihrer Befugniß liegt, mich von Beachtung des Gesetzes entbinden zu können. Jndcß fühle ich recht gut, daß Herrn O. Wigand nach den Vorgängen in der Sächsischen Kammer eine Erklärung der Versammlung angenehm seyn muß. Hören wir ihn daher. O. Wigand: Ich habe keinen Antragzu stellen, sondern ich wollte nur ganz kurz, damit die verschiedenen Gerüchte über diesen Beitrag von 770 25 N-s, den die Sächs. Regierung giebt, aufhören, von dem Vorgänge die Generalversammlung in Kennt- niß setzen. Ich muß dies thun, da ich gegen den Staatsminister des Innern und gegen die 2. Kammer die Verpflichtung übernommen habe. Ich verlange nicht, daß irgend eine Debatte darüber gefühlt weide und die Sache im Materiellen zur Abstimmung komme, denn ich weiß recht wohl, daß dieser Gegenstand allein vor die Generalversammlung der Actionäre gehört. In Bezug aber auf die Verhandlungen in der 2. Kammer wollte ich Sie bitten, daß Sie mir erlaubten, einige Worte zu sagen, damit ich Ihnen den Grund angebe, warum ich für die Abweisung gewesen bin. Ich habe dafür gestimmt, weil ich daduich sofort die Debatte darüber abgeschnitten habe. Dies werden Sie aus dem stenograph. Berichte ersehen. Als bei der Budgcibcrathung das Ministerium des Innern vorgenommcn wurde, und wir an die Position kamen, die den Namen führt: „Wohlthätigkcits- und Armenanstalten," so be fand sich darunter die Summe von 770 25 N-f an die Deutsche Buchhändlcrbörse. Ich schwieg still und dachte, cs würde ruhig vorübergehen, obschon mich der Titel, unter welchem das Ministerium diese Position aufgcführt hatte, unangenehm berührte. Indessen, es erhob sich ein Mitglied und sagte: (verliest die betr. Stelle aus dem stenograph. Bericht.) Auf diese Rede glaubte ich Etwas erwidern zu müssen, und sagte, daß ich selbst nicht für diese Position stimmen würde, in wiefern der Deutsche Buchhandel ihrer nicht bedürfe, und der Deutsche Buchhandel selbst die Amortisirung der Actien bewirken könnte. Ich habe aber ausdrücklich erklärt, daß ich der Staatsregierung und den Vertretern des Landes für ihre Bewilligung danken müsse, indem sonst die Gründung der Buchhändlerbörse nicht möglich gewesen wäre. Es hat sich dies aber nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, ohne mit den Vorstehern des Börsenvereins Rücksprache genommen zu haben. Ich bin auch jetzt noch der Meinung, daß die Deutsche Buchhändlerbörse zur völligen Amorlisüung ihrer Actien gelangen wird, ohne diesen Zuschuß. Erlauben Sie mir, Ihnen später das Erqebnifi mitzutbeilcn, welches mein Antrag in den weitern Verhandlungen der Versammlung der Actionäre, die wahr scheinlich im Laufe dieser Woche stattsindet, gehabt haben wird. Ich habe nur meine Pflicht erfüllt. E. S. Mittler: Als die Börse gebaut werden sollte, verstanden sich die Buchhändler nur dazu, Actien zu zeichnen, um die Buchhändlcrmesse in Leipzig zu balten, indem cs damals ungewiß war, ob sie sich nicht von Leipzig wegwenden würde. Um den Bau der Börse zu unterstützen, verpflicbtete sich die Sächs. Regierung, so lange, als nur noch eine Aciie nicht bezahlt se», jährlich 750 ^ Sächs. zuzuschießen. Und die Sächs. Regierung wird so ehrenhaft seyn, ihr Wort nicht zurückzunehmcn. Ich behalte mir das Weitere vor. Veit: Es ist uns mitgekheilt worden, daß dieser Fonds unter dem Titel: „Wohlthätigkeitsanstaltcn" ausgeführt sey- Der Bau der Buchhändlerbörse war allerdings eine Wohlthal für Sachsen, (Beifall) und ich sollte meinen, daß nur auf diese Weise der Ausgabetitcl zu verstehen ist. Fr. Fleischer: Nur das Eine erlaube ich mir zu bemerken, daß die Sächs- Regierung gewiß nicht gemeint ist, ihr Ver sprechen zu brechen und zurückzuziehen. Der Minister hat erklärt, daß die Sache auf Verträgen beruhe und untersucht werden soll. Damit sie nun genau untersucht werden kann, ist diese Position einstweilen zurückgcseht worden. Ich bin der Meinung, daß man solche Verträge gewiß nicht brechen wird. O. Wigand: Ich kann noch sagen, daß die Regierung nicht darauf eingegangen ist. Der Staatsminister von Friesen hat mich zu sich bitten lasten, wir beide haben den Vertrag durchgcgangen, den das Ministerium mit den Vorstehern der Buchhänd lerbörse abgeschlossen hat, und cs hat das Ministerium erklärt, daß es die 770 25 N-s so lange abführen werde, bis auch die letzte Actie amorlisirt ist. Die Sächs. Regierung steht vollkommen rein da. Ob der Deutsche Buchhandel dieser Summe noch bedarf, muß ich Ihrem Gefühl anheimgcben. Ich habe aber geglaubt, daß der Zuschuß nicht mehr nölhig ist. Diese Meinung kann ich ha ben, und ich werde sie nimmer aufgeben, wenn mir nicht bewiesen wird, daß wir ohne diese Summe nicht die Actien amortisircn können. Die Börse steht in Leipzig, aber sic gehört weder Leipzig, noch Sachsen, sondern dem gesummten Deutschen Buchhandel; sie ist eine Wohlthat für den gesummten Deutschen Buchhandel. Schwetschke: Ich erlaube mir die kleine Bemerkung, daß die Sache wahrscheinlich dadurch sofort ausgeglichen wird, wenn die Summe von den Wohlthätigkeitsanstalten weg, unter eine andere Position, vielleicht unter die: „für wissenschaftliche Zwecke" ge bracht wird. Dann wäre es in Ordnung und würde auf keine Weise verletzen. Erhard: Ich erlaube mir, aufmerksam zu machen, daß es wol nicht der Zweck seyn kann, eine Debatte hierüber her beizuführen. Nachdem Hr. O. Wigand seinen Zweck erreicht hat, können wir wol zu einem andern Gegenstände übergehen. Frommann: Es ist eigentlich nicht unsere Sache, über die Titel zu sprechen, unter denen die Sächs. Regierung die Ausgabe für uns vorzulegen hat, wenn ich eine Rubrik vorzuschlagen hätte, so würde sie lauten: „Ausgaben zur Erfüllung ver tragsmäßiger Verpflichtungen"; — und ich kann durchaus nicht einsehen, wie die Ehre des Deutschen Buchhandels dabei gefährdet ist,
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