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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.12.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-12-02
- Erscheinungsdatum
- 02.12.1908
- Sprache
- Deutsch
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- Zeitungen
- Saxonica
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14006 Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. ^ 280, 2. Dezember 1908. «Henriade« 2000 und von den »Erläuterungen zu Corneille«- 2600. Der große Absatz der Werke Voltaires stammt erst aus der Zeit Ludwigs XVI., als Beaumarchais seine Ausgabe herstellte, bei der er eine Million Frcs. verdient haben soll. Was die Einkünfte dieser Schriftsteller anbetrifft, so war zwar Voltaire bekanntlich eine der Finanzgrößen seiner Zeit geworden und bezog eine Einnahme, die sich nach seinen eigenen Aufzeich nungen gegen Ende seines Lebens auf 3 600 000 Frcs. belief. Allein diese Einkünfte stammten nur zum kleinsten Teil aus den Erträgen seiner Bücher, vielmehr zu zwei Dritteln aus Lebensrenten, von denen ihm z. B. der Herzog von Württemberg eine solche von 125 000 Francs, der Kurfürst von der Pfalz eine solche von 26 000 Francs bezahlte, sowie aus Spekulationen in allerhand Handelsgeschäften, in denen sich der »Weise von Ferncy« stets als ein erfolgreicher Kopf bewährte. Als Schriftsteller bezog dagegen Voltaire nur sehr geringe Einnahmen; er verschenkte sogar frei gebig seine Bücher an Freunde und Gönner, die ihm nützen konnten, und gab das Recht an seinen Büchern den Verlegern oft unentgeltlich gegen eine größere Anzahl besonders schön ge bundener Exemplare ab. Geschäftlicher faßte Rousseau seine schriftstellerische Tätigkeit auf, doch konnte von hohen Honoraren auch bei ihm nicht die Rede sein. Für den »vietionnairg cls Nusigue« forderte er von seinem Verleger Duchesne ent weder eine einmalige Vergütung von 10 460 Francs oder ein Honorar von 5400 Francs und eine Lebensrente von 660 Francs; der Verleger wählte (1766) das letztere und zahlte ihm die Rente bis zu seinem nach zwölf Jahren erfolgten Tode. Was die Honorare für seine übrigen Werke an betrifft, so erhielt er für die »Xouvelle Lsloibs« 4860 Francs, für den »6ontlut> Loeiul« 2200 Frcs. und die gleiche Summe für die »I,6t.1l68 äs la Nonta^ne«, für die »l-ektres sur len Liiocckaeleg« 1620 Frcs., und zwar alles das nach eingehenden Verhandlungen mit seinem Verleger. Dazu kamen allerdings noch Honorare, die ihm von Neudrucken seiner Werke und von ausländischen Ver legern zuflossen und die ihm z. B. im erstercn Fall 2700 Frcs. von seinem Pariser und >?970 Frcs. von seinem Amsterdamer- Verleger eintrugen. Als er im Jahre 1765 im Kanton Neuenburg eine Zufluchtstätte gefunden hatte, versuchte er, die gesamten Rechte an seinen Werken gegen eine jährliche Rente von 3600 Frcs. — die Summe, die er seit 17 Jahren jährlich brauchte —, an einen Verleger abzutreten; da der Versuch nicht gelang, ermäßigte er seine Forderung auf 2200 Frcs., wobei er sich zugleich ver pflichtete, dem Verleger, der darauf eingehen würde, seine sämt lichen etwa noch erscheinenden Bücher zu Eigentum zu geben; endlich kam ein Vertrag zustande, der ihm 1400 Frcs. jährlich ein brachte, wozu noch 660 Frcs. von seinem Amsterdamer Verleger und die gleiche Summe von dem bereits erwähnten Duchesne kamen. Wie die Bücher, so waren natürlich auch die Zeitungen in älterer Zeit nur in geringen Auflagen verbreitet. Der »Nsreure cko Hoe«, unter Ludwig XIV. die verbreitetste Zeitung Europas, wurde damals in einer Auflage von 7000 Stück hergestellt. Als der Buchhändler Pankoucke kurz vor dem Ausbruch der Revolution seinem Redakteur Linguet ein Gehalt von 20 000 Frcs. sowie eine Prämie von 1000 Frcs. für jedes Tausend Abonnenten über die Zahl von 6000 an; diese Prämie brauchte er indessen nie zu be zahlen, da die Abonnentenzahl des Blattes nie über 5500 stieg. Erst unter dem Kaiserreich brachte es der amtliche »Nouiteur« dank den besonderen Vorrechten, mit denen er ausgestattet wurde, und den Ausnahmeverhältnissen der Zeit auf 15 500 Abonnenten. K. Schneider. * Deutscher Bibliophilentag. — Am Sonntag, 29. November, hatten sich in Leipzig zahlreiche Bibliophilen Deutschlands zu sammengefunden zur Generalversammlung der »Gesellschaft der Bibliophilen«, deren Sitz Weimar ist. Die Versammlung fand im »Sachsenzimmer« des Deutschen Buchgewerbehauses statt. Den Vorsitz führte Herr Fcdor von Zobeltitz-Berlin. Der Mit gliederstand der noch jungen Gesellschaft hat sich beträchtlich ge hoben; aus den anfänglich 60 Mitgliedern sind gegenwärtig 900 geworden, ein deutlicher Beweis von dem großen Interesse, das man in Deutschland dem »Buche« entgegenbringt. An Veröffent lichungen wurden im Jahre 1908 folgende herausgebracht: »Eine Skizze« von Eduard Mörike, der zweite Band von »Schillers Persönlichkeit«, »Nückerts ungedruckte Dich tungen« und das von Karl Drescher herausgegebene »Nürn- bergische Schönbartbuch«. — Den Rechnungsbericht erstattete der Sekretär der Gesellschaft, Herr Professor vl-. Carl Schüddekopf- Weimar. Einer Einnahme von 9295 ^ 50 H stehen 8183 ^ 81 H an Ausgaben gegenüber. — Zum nächsten Versammlungsort wurde München bestimmt. — Den Festvortrag hielt Herr vr. Ludwig Volkmann-Leipzig (Breitkopf <8: Härtel) über »Musikalische Bibliographie« und gab unter Vorlegung wertvoller Stücke aus den Sammlungen von Breitkopf L Härtel, C. F. Peters, dem Deutschen Buchgewerbemuseum und der Leipziger Stadtbibliothek belehrende Anregung zur Pflege dieses Gebietes. — Ein Besuch der Universitätsbibliothek brachte den er schienenen Herren viele Schätze vor Augen, die deren reiche Be stände bewahren. — Am Vorabend war eine zwanglos-gesellige Begrüßung im Hotel »Sachsenhof« voraufgegangen. Preisausschreiben. — Die rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien stellt auf Grund einer Widmung des verstorbenen Hofrates Professor Di-. Anton Menger und der Juristischen Gesellschaft in Wien die folgenden zwei Preis aufgaben: 1. Quellenmäßige Darstellung der österreichischen Verfassungs geschichte seit dem 16. Jahrhundert, eventuell eines wichtigen Teiles derselben; 2. Quellenmäßige Darstellung der Rechtsentwicklung auf einem Teilgebiete des österreichischen Privatrechtes von der Re zeption des römischen Rechtes bis zur Kodifikation. Bewerbungsschriften, die in deutscher Sprache abgefaßt sein müssen, sind spätestens bis letzten Dezember 1911 in druckfertigem Zustande an das Dekanat der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät in Wien einzusenden. Der ausgeschriebene Preis für jede der beiden Aufgaben beträgt je 2400 Kronen. Falls der eine der beiden ausgeschriebenen Preise keiner Arbeit zuerkannt wird, kann der Preis für die gekrönte Arbeit auf das Doppelte erhöht werden. Der Preis wird zur einen Hälfte sofort nach seiner Zu erkennung ausbezahlt, zur anderen Hälfte nach Veröffentlichung der Preisschrift durch den Druck. (Wiener Ztg.) § Versteigerung ostasiatischer äruustgegenstände. Samm lung F. Hofer, Landau i. Pf. — Mittwoch, den 9. Dezember d. I. kommt in der Galerie Helbing, München, die Samm lung F. Hofer, Landau i. Pf., zur Versteigerung. Sie enthält hervorragende ostasiatische Kunstgegenstände, vornehmlich des 17. bis 18. Jahrhunderts, und ist das Resultat eines zwölfjährigen Sammelns im fernen Osten. Die Bedeutung dieser Sammlung, die ein geschlossenes Ganzes darstellt, liegt ebenso auf kulturhisto rischem und ethnographischem wie auf kunstgeschichtlichem Gebiete. Komplette chinesische Zimmereinrichtungen aus dem 17.—18. Jahr hundert, chinesische, siamesische und japanische Keramiken, Bronzen und Arbeiten in Lack, Speckstein und Holz aus der gleichen Zeit, zum Teil in seltenen Exemplaren und in Fundstücken der altchinesischen und siamesischen Kultstätten, nehmen das Haupt interesse in Anspruch. Einen kostbaren Bestandteil bildet der chinesische Schmuck, der teilweise aus bestem 22 kar. Gold besteht. Einige wertvolle chinesische Textilien, geschmackvolle japanische Aquarelle, chinesische Kakemonos (Nollbilder) und einige Palmblattbibeln in der Pali-Sprache bilden den Abschluß der inhaltlich äußerst interessanten Sammlung. Der aus Anlaß dieser Auktion erschienene Katalog bietet neben ausführlichem Text ein reiches Bildermaterial. Personaluachrichten. (Genehmigte Ordensnnnahme. — Herrn Geheimen Hofrat Di-. Oskar von Hase (in Firma Breitkopf L-Härtel) in Leipzig ist von Seiner Majestät dem König von Sachsen die Genehmigung erteilt worden, den ihm von Seiner Majestät dem König von Preußen verliehenen Königlichen Kroncnorden zweiter Klasse an zunehmen und zn tragen.
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