^ 223, 24. September 1908. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f, d. Dtschn. Buchhandel. 10289 kernigen Aelplergestalten in der Vätertracht. An den kalkweißen Sträßlein die geweihten Bild stöcke, auf felsigen Lohen altersgraue Burgen und darüber hoch und still, der schwebende Adler. — Das hört und seht ihr alles, meine Freunde, im Wonnewort: Alpensommer! Ich sehe noch mehr. Ich sehe durch das steinbeschwerte Dach in des Aelplers Laus, durch den roten Brustfleck in sein Lerz. Ich sehe Leben und Gestalten, Regungen und Merkmale, die keiner gezeichnet und beschrieben hat. And noch mehr. Meines Nachsommers Alpensommer sind köstlich über die Maßen, sie haben mir Jugend aufbewahrt, dreifache, selige Jugend. Da bin ich jung im Traum von meiner eigenen Waldkindheit, jung in Erinnerung an meine Kinder, jung im Spiele mit meinen Enkeln. Denn sie ist dort, diese meine Nachkommenschaft, sie schickt sich an, von der Stadt sich zurück- zuretten zur Natur — und wenn der Sommer kommt, gehe ich zu Kindern und Enkeln ins Gebirge. And ich finde nicht sie allein. Meine Weltlust ist das Wandern gewesen und geblieben, das Wandern in den Bergen. Die einst so enge Waldheimat hat sich ausgeweitet über die deutschen Alpen, während sie mir schon verloren schien. Nach langem Siechtum — einer wahren Kreuzschule des Verzichtens — hat mein Weg, statt in die dunkle Gruft, mich noch einmal, ja viele Male in den letzten zehn Jahren, hinangeführt zu lichten, weitschauenden Gipfeln. Von allen dem — von Bergnatur und Alpenvolk und von meinen drei Iugenden — will ich in diesem Buche sagen. Will die Menschen, die frohen, die trauten, umranken mit Lärchen und Tannen, mit Seen und Wasserfällen, mit Felsen und Firnen. Also ist der Inhalt meiner Alpensommer beschaffen. Es schadet gar nicht, wenn unser welkes Blut manchmal wie Sekt in Eis gekühlt wird. Bei den Gletschern werden wir wieder frisch. And im Lochland soll unsere Freude an dem Lohen und Lichten neu erstarken. „Alpensommmer" ist ein „echter Rosegger", ein Buch, das sich wie die früheren gleichgearteten Sammel- bände „Sonnenschein", „Idyllen aus einer untergehenden Welt", „Als ich jung noch war", Nixnuhig Volk", „Wildlinge", „I.N.N.I.", „Sünderglöckel", „Weltgift", „Himmelreich", „Erdsegen", „Weltleben", „Das ewige Licht", „Waldvogel" sehr rasch im großen Publikum einführen und in erster Linie für das diesjährige Weihnachtsgeschäft in Betracht kommen wird. Ich empfehle, reichlich zu beziehen, und mache speziell auf die Vorteile aufmerksam, welche der Bezug einer gemischten Partie zur Folge hat; insbesondere wird der vorjährige Roman „Die Försterbuben", von dem bereits das 25. Tausend erschienen ist, auch weiter stark verlangt werden, so daß eine Ergänzung des Lagers mit Exemplaren dieses Werkes sehr ratsam sein dürfte. Zch liefere in Kommission mit 30°/«, bar mit 33'jzQ/o und Partien zu 11/10. (Einbände werden mit 75 Pf. no. berechnet.) Leipzig, September 1908. L. Staackmann.