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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.12.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1915-12-09
- Erscheinungsdatum
- 09.12.1915
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Redaktioneller Teil. 286, 9. Dezember ISIS. und Diskontgeschäft, »umfangreiche Kommissionsgeschäfte zu be treiben«, ein »Auslieferungslager in der möglichst größten Aus dehnung« zu errichten, »Betrieb aller buchhändlerischen und verwandten Geschäftszweige, wie den Ankauf und Fortbetrieb solcher«, Beteiligung bei Gesellschaften verwandter Art, Grün dung von Aktiengesellschaften für Zwecke des Buchhandels. Die sehr weit gesteckten Ziele lassen jedoch das für uns heute Nächst liegende, die Vereinfachung des buchhändlertschcn Zahlungs wesens unter Wahrnehmung täglicher Bankarbeiten, vermissen. Auch dieser Versuch scheint über die Gründungsvorarbeiten nicht hinausgekommen zu sein. Das beweist auch eine zweite Anregung des Mitunterzeichners der vorerwähnten Einladung von 1873, Fr. Luckhardts, in seiner 1901 erschienenen Schrift: »Der deutsche Buchhandel an der Jahrhundertwende«. Seine neuer lichen Vorschläge Weichen von den früheren etwas ab. So sieht er ohne nähere Begründung die Gesellschaftsform einer G. m. b. H. vor. Hier nennt er »neben dem regulären Bankgeschäft« als Tätigkeit der Buchhändlerbank An- und Verkauf von ein zelnen Verlagsobjekten und ganzen Verlagsgeschäften, Zeitschrif ten usw., Beleihung von Veclagsbeständen, Verlagsrechten, Plat ten, Steinen usw., Zusammenstellung von Spezialverlagen und verschiedenen Verlagsgeschäften zum Zwecke des Weiterverkaufs, Übernahme und Vertrieb sowie Herstellung von Verlagswerken aller Art und Unterhaltung von Lagerhäusern. Seine Auffas sungen von der Geschäftstätigkeit einer solchen Bank gehen aber Uber das erstrebenswerte Ziel weit hinaus. G. Hölscher hat in seiner Besprechung dieses Büchleins (Börsenblatt 1901 Nr. 51) auf die etwas hohen Pläne des Verfassers hingewiesen und sie als wahrscheinlich unausführbar bezeichnet. Schon ein flüch tiger Blick auf diesen Aufgabenkreis zeigt, daß Luckhardt nur an eine Beteiligung des Verlages gedacht hat. Tatsächlich hat sich der Verfasser auch an keiner Stelle darüber ausgelassen, wie er sich den nur mit vorstehenden wenigen Worten erwähnten bank technischen Betrieb denkt. Jeder kapitalkräftige Verleger, noch mehr aber buchhändlerische Gesellschaftsfirmen leisten die gleiche Tätigkeit, wenn es sich um den Ausbau ihres Unternehmens handelt, ohne gerade die angestrebie Konzernbildung zu ver- wirklichen. G. Hölscher schrieb damals: »Niedriger gesteckte Ziele, in denen riskante Unternehmungen ausgeschlossen wären, hätten wohl mehr Aussicht auf Verwirklichung, denn es ist kein Zweifel, daß eine Buchhändlerbank, ebenso wie jede Darlehenskasse, in mancher Beziehung wohltätig und segensreich wirken könnte«. Diese allgemeine gehaltene Zurückführung von Luckhardts Vor schlägen auf ein wirtschaftlich Wohl erreichbares Ziel birgt viel der Ausführbaren. Anfang 1902 brachten Tageszeitungen die Nachricht über Verhandlungen wegen Gründung einer Deutschen Buch- händlerbank. Nach einer nur etwa zwei Wochen später fol genden Meldung sollen »die Unterhandlungen zur Gründung einer großen nationalen Buchhändlervereinigung mit einem Grundkapital von zehn Millionen Mark ergebnislos verlaufen« sein. Auch hierin zeigt sich eine unklare Auffassung von der Tätigkeit einer Buchhändlerbank. Die erste Meldung spricht von der »Gründung einer Deutschen Buchhändlerbank«, die zweite von der »Gründung einer großen nationalen Buchhändlervereini gung«. (Fortsetzung folgt.) Ein -Weihnachtsgeschäft«. »Stimmungsbild« von Otto Car ins. Fragen: Ist der Empfänger Offizier, in der Front, oder hat er Zeit, sich mit schwereren Sachen zu beschäftigen? Dabei werden schon einige der neueren Erscheinungen in höherer Preislage ans den Tisch des Hauses niedergelegt. Ja, es gilt einem Offizier, und soll seiner Weihnachtssendung beigefügt werden. So dicke Bücher sollen es aber nicht sein. Also dünnere. Es gibt ja genug, und es wird den Damen genug vorgelegt. Nein, dies ist zu teuer, es soll nicht zuviel kosten, nur eine Beigabe. Das Gesicht des Chefs wird schon länger, er greift nach den Bändchen für 1 deren verschiedene Verleger ja reizende Ausgaben mit zeitgemäßem Kriegsinhalt oder friedenatmendem Lesestoff bieten. Aber auch dies ist noch zu reuer, es werden endlich Wünsche nach ganz billigen Sachen geäußert. Schon sind Neelam, Wiesbadener Volksbücher nnd andere Hefte zur Hand. »Was können Sie empfehlen?« Und nun beginnt ein Vortrag über eine Anzahl besonders lesens werter Hefte, dem die eine Dame geduldig zuhört, während die andern in dem Stapel wühlen, jedes .Heftchen innen und außen durch blättern (glücklicherweise mit anscheinend einwandfreien Handschuhen), als ob sie dadurch das Innere richtig kennen lernen könnten — bis eine Reihe von Heften zurückgelegt ist nnd die engere Wahl an fangen soll. Das hat lange gedauert, und dem Chef brennt nachgerade der Boden unter den teuren Stiefelsohlen. Da endlich greift die eine Donna ausgerechnet nach den nicht zur engeren Wahl gestellten Exemplaren und meint: »Dies scheint mir passend«, erhebt sich und läßt sich ein Wiesbadener Volksbuch für 25 ^ einpacken. Schon hat der Chef die Frage auf der Zunge, ob er nicht das ge waltige Paket mit rotem Radler sofort expreß zusenden darf, aber er verschluckt die Bemerkung nnd spart dadurch ein Stück X-Brot, denn Arger macht auch satt. Der Bückling beim Abschied war nicht so tief wie beim Eintritt, — im nächsten Delikateßgeschäft werden die Grazien weniger sparsam gewesen sein. Nun kann mit den Wiedereinräumen der Heftchen nach Nummern begonnen werden. Das ist ein etwas kraß geschildertes tatsächliches Erlebnis, wie es sich ähnlich aber öfters abspielt. Humor verloren, alles verloren; darum sei das Geschichtchen zum Tröste jener Herren Kollegen hier wiedergegeben, denen es hin und wieder ähnlich ergeht. Hätte ich das Heftchen für den »guten Zweck« »gestiftet« und nicht berechnet, so würde ich vielleicht ein süßes Dankeslächeln geerntet haben. So geht's, wenn man zu sehr ans das »Geschäft« erpicht ist! Kleine Mitteilungen. Post. — Bei der Auszahlung von Postanweisungen im General gouvernement Warschau werden jetzt 100 Rubel gleich 150 ge rechnet. Menzel-Ausstellung im Berliner Künstlerhaus. — Anläßlich des 100. Geburtstages Adolf von Menzels haben die Kgl. Nationalgalerie und das Berliner Kupferstichkabinett eine größere Anzahl Werke hergeliehen, die im Künstlerhaus zu einer Ausstellung vereinigt sind. Diese Sammlung, der auch eine Anzahl Werke ans Privatbesitz ange gliedert ist, und die den großen Ausstellungssaal des Künstlerhauses einnimmt, kann nur etwa sechs Tage, vom 9. Dezember ab, aus gestellt bleiben. — Auch die Berliner Sezession hat anläßlich des hundertjährigen Geburtstages des Künstlers ihre Menzel-Wand um zwei weitere Werke bereichert. Es sind zwei Ölgemälde von des Meisters Hand neu hinzugekommen: »Wolken« und »Treppenaufgang«. Vier elegante Damen rauschen herein. Es sind gerade vier Stühle vorhanden, die sofort in Anspruch genommen werden. Zwei andere Kunden, die im Laden stehen, verziehn sich bescheiden schleunigst seit wärts. Der nicht mehr junge, bei dein Personalmangel wieder wie einst im M^.i »huppende« Chef stürzt sich mit Wonneschauern nnd pochen den: Herzen ans die vier Grazien nnd zählt schon im stillen die 20 Markscheine in den Tresor. Es soll Lesestoff fürs Feld sein. Ein neuer Kunde betritt den Laden, er wird garnicht beachtet ob des in Aussicht stehenden »glänzenden Geschäfts«. PsrsoMiuMWen. Gefallen: Ende November ans dem westlichen Kriegsschauplatz infolge eines Minenwnrfes Herr Rudolf Schilling aus Leipzig, Kaiser Alexander-Gardc-Grcn.-Regt. Nr. 1. Der Verstorbene, ein außer ordentlich fähiger nnd tüchtiger Gehilfe, war nach Beendigung seiner Lehrzeit in der Serig'schen Buchhandlung in Leipzig, vor seinem Eintritt ins Heer über zwei Jahre in G. M. Alberti's Hofbuchhandlung in Hanau tätig. LS ch pva s, ^
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