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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.11.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1915-11-30
- Erscheinungsdatum
- 30.11.1915
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Nr. 278. MMMdeOeMllGiMaM »weitere Exemplare zrNn eigenen Gebrauch kosten ,e ÄMark.» Mitglieder für die ^eile 10 -Pf., für >/, S. 32 D?. statt M.. 8 »jährlich frei Geschäftsstelle oder 3S Mark bei vostüoerweisung »^ für6.17 M. statt 18 M. Stellengesuche werden mit 10 Pf. pro ü »innerhalb des Deu^chen Reiches^ Richtmitg^eder ^ im ^ Seil^berechnet. —2u dem illustrrerten Teil: für Mitglieder ^2 ' ^dr^ch^ONtE^em^Nu^an^^E^.^^^^N fürM6)t" ^ Nark sährlich. ,. Lelozig i; diesem ^alle UMMmLÄMrstdereM'öeMUstlsenBw^ffWlLr)ü'ArLpzitt Leipzig, Dienstag den 30, November 1915. 82. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Das deutsche Geschenk Von Prof, I)r, Eduard Engel (Berlin), lNachdruck gestattet,) Unsre Feinde, voran die Franzosen, ihnen nachäffend die Engländer, beiden bajazzohaft nachpiepsend die Italiener, haben sich in ihrer ohnmächtigen Wut gegen den sieghaften deutschen Geist eine blecherne Schlagwortwaffe zurechtgestanzt, die sie seit mehr als einem Jahr mit erbarmungswürdiger Albernheit schwingen: sic stellen sich so, als dürften sie hochllberlegen die deutsche Kultur verspotten. Sie schreiben sie nicht Oulturo oder Ooltma, sondern »Kultur«, machen sich — nur sich, niemand sonst - lustig über den deutschen Buchstaben K, machen kindische Witz- chen über das K-Brot und reden sich offenbar ein, uns mit der gleichen Stratzenjungengebärden geistig zu vernichten. Sie tun das mit dem steten Blick aus die zuschauenden Neutralen und zwei feln nicht, daß die Schweden, Holländer, Spanier, Schweizer uns für kulturlose Barbaren halten werden, wenn sic die Franzosen mit ihrem unerreichbaren Esprit die »Kultur der Boches« ver höhnen sehen. Alles umsonst, alles zur abstumpfcnden Langweile verdammt, alles nur Flugsand im Winde, Die Welt weiß trotz dem absichts voll verlogenen Geheul der Feinde ganz genau, wer wir sind und bleiben werden, und unser geistiges Gebaren im Weltkriege straft alle unsre Verleumder schmählich Lügen, WirDeutsche sind das Volk des Buches, und nun laßt sie von uns kreischen, was sie wollen, — das deutsche Buch führt unsre gute Sache vor Mit- und Nachwelt, und das deutsche Buch antwortet ihnen ruhig: Ihr lügt, Zeitung vergeht, Buch besteht — merkt euch das, ihr Feinde, aber auch wir Freunde wollen es uns merken. Nicht die eifervolle Selbstverteidigung unsrer geistigen Führer in grotz- wortigen Erklärungen auf Zeiiungspapier, sondern das deutsche Buch schützt die deutsche Ehre gegen den Ansturm der Weltlüge, der bezahlten und der unentgeltlichen; das deutsche Buch der gro ßen Vergangenheiten und der sich an ihnen stärkenden Gegenwart, Das deutsche Buch steht für uns ein: drum sind wir verpflichtet, für das deutsche Buch einzustehen. Wenn der rote Zorn in euch aufsteigt über die ekelhaste Verleumdung Deutschlands durch unwissende und teuflisch boshafte Feinde, — macht's, wie ich so oft in diesen 16 Monaten getan: tretet an euren Bücherschrank, lasset den Blick still und zuversichtlich die Reihen entlang gehen, in denen eure deutschen Tröster stehen, und denkt: Hier zeugen die Jahrhunderte gegen die Stunde! Und grade jetzt, wo die Tage kürzer werden, das Licht früh erlischt, der lange, der immer längere Abend dir das Buch in die Hand legt, da denke über dieses dein Buch ernster, tiefer, liebe voller nach als je zuvor. Einen deutschen Mitstreiter hält deine Hand, und fürwahr nicht den geringsten, den schwächsten. Hat der deutsche Schulmeister Deutschland hoch in Ehren gehalten, dann doch mit dem Schulmeister das Buch, und nachdem wir der Schule entwachsen, ist das Buch unser immerwährender Schulmeister ge worden. Leider ist es nicht allemal, ja nicht in den meisten Fäl len ein eigner, festbesoldeter Schulmeister, in dessen Lehre wir uns begeben haben, sondern überwiegend ein Schulmeister, der von Haus zu Haus geht, ein geliehener, unpersönlicher, schlechtge kleideter ; aber immerhin, dieses Schulmeisters kann und will kein I Deutscher entraten, und selbst in diesen Zeiten, wo die Mark für sehr viele dringendste Bedürfnisse kaum 50 Pfennig wert ist, darf und soll er nicht abgelohnt werden. Um so weniger, als Schul meister Buch zu den wenigen Dingen gehört, die der Krieg nicht im Preise gesteigert hat. Durch den Lebensmittelwucher haben wir alle gelitten, vom Buchwucher hat noch keiner gehört, Sic haben unsre Kriegsanleihen zu zerlügen versucht, die über Deutschlands Geldkrast entsetzten Feinde; die Lügerei mußte verstummen, denn der geldliche Zusammenbruch, den sie mit wis- senschaftelnder Bestimmtheit nach 6, nach 12 Monaten für das arme Deutsche Reich vorausgesagt, ist ausgeblieben, wohingegen der Riesenkrach der »Bankiers der Welt« sich schon mit Knistern und Knacken ankündigt. Jetzt gilt's, der Welt der Feinde rundum zu zeigen, daß wir noch etwas Besseres, Siegreicheres in einem ungeheuren Seelenaufschwunge zu leisten vermögen, als Kriegs anleihen von Milliarden zu zeichnen und zu zahlen. Ich denke mir eine überwältigende Kundgebung deutschen Geistes, deutscher Kultur, jawohl deutscher Kultur, ihr Verleumder Deutsch lands, noch ehe dieses Jahr sich von uns wendet. Keiner groß artigen Vorbereitung bedarf es; keiner Tat der vielgerühmten deutschen Wirkordnung, die mit einem der 10 000 überflüssigen Fremdwörter durchaus Organisation heißen muß; keiner Be- Hörde, noch Sammelstelle; keiner Kraft noch Zeit, Nein, nur eines einmal ausgegebenen und auf den Millionenschwingen der ^ Öffentlichkeit weitergetragenen Losungswortes, das zur Tat wird: l des geistigen Feldgeschreis: Das deutsche Geschenk von 1915und1916, Schenket zu Weihnachten und zu Geburtstagen, zu Einseg nungen und Hochzeiten, zu allen hohen und bescheidenen Fest tagen des Lebens, was immer euch Wollen und Können eingibt und erlaubt; aber tut das Eine und lasset nie das Andre: lasset nie den deutschen Geist unteilhaftig an den Gaben eurer Liebe oder eurer Pflicht, Kein deutscher Geschenktisch von heutebisübersJahrohnedasdcutscheGeschenk: das Buch! Gleichviel ob das Buch der Jahrtausende oder das Buch von gestern, von heute, von morgen, — aber das Buch! Es gibt in Deutschland rund 68 Millionen Geburtstage im Jahr, denn auch die Ebengeborenen, die Ein- bis Sechsjährigen zählen mit. Und es gibt nicht einen deutschen Menschen so arm, daß er nicht sich, daß ihm nicht ein Nächster, ein Liebster das deutsche Geschenk auf den Festtisch des Lebens legen könnte. Ganz selbst verständlich muß dieses deutsche Geschenk werden; eine Ehren pflicht, der sich keiner entziehen darf, ohne für minderwert zu gel ten; ohne das alle andern Geschenke für Plunder oder Protzerei anzusehen sind. Von dem Zehnpfennigheft der Ärmsten, worin die herrlichsten Schätze deutscher Dichtung stehen können, bis zum Prachtband für 100 Mark und mehr — es ist für den großen deutschen Gedanken im letzten Grunde gleichgültig, wenn es nur unerläßliche deutsche Dienstpflicht des Geistesstaates wird. Sie können uns weder den deutschen Leutnant noch den deutschen Landwehr- und Landsturmmann nachmachen und zetern deshalb über den deutschen Mi-li-ta-ris-mus, weil sie selbst ihn so schmerz lich entbehren. So richtet vor ihnen noch ein Zweites auf, das ihnen den Schrecken der Ehrfurcht einflötze: die Mobilmachung deutschen Geistes, der nach Wehr und Waffen greift, um hoch über alles in der Welt des Unvergänglichen emporzusteigen. 1569
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