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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.05.1932
- Strukturtyp
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- 1932-05-24
- Erscheinungsdatum
- 24.05.1932
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- Deutsch
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Xr 118, 24. Mai 1932. Redaltioneller Teil. Börsenblatt f. ö.Dtschn. Buchhandel. hatte in mühevoller Arbeit und mit großen Kosten eine Sammlung non annähernd 10V0 Veröffentlichungen der Goethe-Literatur ver einigt und ihr zusammen mit vielen schönen Reproduktionen von Bildern und Bildnissen des Dichters und aus seiner Umwelt in einem Sonderraum der Buchhandlung eine würdige Stätte bereitet. Der Pariser Buchhandel im Krisenjahr 1932. Beobachtungen auf einer Reise. Die Pariser Sortimenter sind von -den letzten fahren und be sonders vom letzten Koloniala-usstellungs7a.hr her mit-em nicht enden- wollenden Fremdenverkehr verwöhnt und wundern sich, daß es auf den Straßen und in den Läden immer stiller geworden ist, und daß die neuen Sommergäste jetzt zum blühenden Frühling nicht so zahl reich kommen, wie man das erwartet hatte. Von einem Verkehrs rückgang -an der Rivier-a hatte man wohl gehört, man nahm das nicht weiter tragisch und hielt diese Tatsache für eine vorübergehende Erscheinung. Die französischen Verleger mußten inzwischen feststellen, daß der Absatz so ziemlich im ganzen Balkan ausgesetzt hat — oder daß die Zahlungen ausb-leiben, daß der Absatz nach Südamerika auch nicht viel besser ist und daß er nach den noch übrigbleibenden-Ländern nicht größer wurde. Der Fnnenmarkt in Frankreich ist noch intakt, die französischen Verleger konnten aber beim Festsetzen ihrer Auflagen immer einen Auslandabsatz mit einkalkulieren, der bei vielen Werken fast ebenso bedeutend war. Auch -aus dem Inland sollen zum Teil die Zahlungen zögernd eingehen, dabei arbeitet der ganze belletristische Verlag noch auf der Kommissionsbasis. Luxusausgaben erscheinen nur noch ver einzelt, sie werden dann durch Reisende vertrieben: von der Heraus gabe neuer größerer Werke will jetzt niemand mehr etwas hören. Der Franzose ist ein guter Bücherkäufer, denn für 12—15 Fran ken, also für rund 2 Mark, kann er fast jedes Werk auch des be kanntesten belletristischen Autors haben. Papier und Ausstattung der Werke sind oft nicht hervorragend, meist sogar herzlich schlecht, das stört hier aber nicht weiter. Die Leute lesen alles geheftet und sie nehmen sich die Zeit, die Bücher aufzuschneiden; wer ganz ver schwenderisch veranlagt ist, kauft sich eine, übrigens ganz praktische auswechselbare Ledereinbanddecke für 5 Franken, er liest seine Bücher dann auch gebunden. Der Frühjahrsbuchhandel wird jetzt durch die Buchwoche belebt, die hier zur ständigen Einrichtung geworden ist. Sortimenter, Verleger und Schriftstellerverbände beteiligen sich an ihr. Plakate und Sond-erprospekte fordern zum Kauf auf. Die Sortimenter haben ihre Ausstellungen aus den Straßen noch vergrößert. Selbst nach 11 Uhr nachts kann man in den belebten Gegenden noch überall in den Läden zwanglos herumstöbern. Die Verleger kündigen ihre Neuerscheinungen in der Straßenreklame mit Laufschrift am leuch- telnden Bande -an. Der Oerele de la lükral-rie hat in den Okamps Lly«6es einen zweistöckigen Lichthof gemietet und dort eine nach Wissenschaften eing-eteilte, ganz große Buchausstellung eingerichtet. Die leerstehenden Läden — die gibt es hier auch schon — wurden noch hinzugenommen, ebenso dev Vorplatz auf der Straße. Einzelne Verleger haben auch hier nach Sonderausstellungen errichtet. Jeder Käufer über 20 Franken erhält ein illustriertes Werk zum Ansporn als Prämie. In den Ausstellungen wird gleichfalls einschlägige Literatur ge zeigt, nicht nur die üblichen Kataloge. So sieht man in dem sehr amüsanten »Salon des Humoristes«, der in diesem Jahre zum fünf undzwanzigsten Male stattfindet, zahlreiche Bücher. Die Schriftsteller vereinigungen habe-n e-ben-fal-Is Buchausstellungen veransta-ltet, wo sie ihre Werke selbst verkaufen und mit Widmungen vergehen. Auf einer dioser Veranstaltungen, der Ausstellung der schriftstellernden früheren Frontkämpfer, ist der Präsident Doumer dem Attentat des Russen Gorguloff zum Opfer gefallen. Durch z-wci Schüsse verletzt wurde auch der Schriftsteller Claude Farrere. Eine weitere große Buchausstel-lung befindet sich zur Zeit auf der »Pariser Messe«, einer ähnlichen Veranstaltung wie die Leip ziger Mustermesse. Es ist interessant, daß die Buchabt-eilung hier einen vollen Erfolg hat, während sie' sich ja bei uns in Leipzig als Eigenausstellung nicht durchsetzen konnte. Die Pariser Messe ist aber nicht als eigentliche Mustermesse für Händler anzusprechen. Jeder hat zu ihr für einen niedrigen Eintrittspreis Zutritt. Sie wird während ihrer vierzehntägigen Dauer von über zwei Millionen Menschen besucht: die Pariser selbst stellen zu dieser Zahl natürlich den Hauplanteil. Die Buchausstellung wäre als reine Propaganda- schau somit schon voll gerechtfertigt. Die gemeinsame, vom »Oerele« veranstaltete Ausstellung wird durch große Eigenausstellungen ein zelner Verleger ergänzt. Im der Abteilung »ka presse teeknigue« war übrigens -die deutsche Fachpresse sehr gut vertreten, obwohl das deutsche Buch hier ebensowenig wie irgendein anderes Buch in einer fremden Sprache ausgestellt ist. Das deutsche belletristische Buch ist auf einer allgemeinen Aus stellung ja auch kein Schaustück: die Stärke des deutschen Buches im Aus-lande liegt in seiner wissenschaftlichen Literatur. Auf Fach ausstellungen wird es dort immer Beachtung finden und Erfolg haben; Belletristik kaufen aber fast nur die Deutschen selbst, und wenn sie, durch die Verhältnisse bedingt, jetzt fehlen, dann dürfte der Absatz sehr gering sein. Der Ausländer kauft noch gern deutsche illustrierte Zeitungen — soweit sie billig sind. Trotzdem sieht man in den Schaufenstern oft Goethe- und Hitler^Literatur in deut scher und französischer Sprache ausliegen. Auch der Absatz englischer Literatur hat wesentlich nachgelassen, obwohl Engländer und Amerikaner immer noch da sind und kommen und gehen. Man sieht in dem Museen sehr viele -mit einem Baedeker bewaffnete Fremde, es ist aber anscheinend ein anderes Publikum, das mehr rechnet und kaum Bücher kauft, wenigstens fehlen im Universitätsviertel die freigebig kaufenden Ausländer ganz. Bei Smith L Son, der großen englischen Buchhandlung, fand ich den angegliederten »tearoom« überfüllt, den Buchladen aber leer — dabei warten hier außer der »l'auaknitri eolleetion« vier weitere neue »Oontinental edition-s« auf Abnehmer! Alle diese Sammlungen haben, ganz abgesehen davon, daß sie in die Krise hereingekommen sind, durch den Pfundsturz, der die Originalausgaben verbilligte, schwere Konkurrenz bekommen. Die Pariser Buchhändler, die alle international eingestellt sind, erhoffen aufrichtig und von ganzem Herzen eine baldige Bereinigung der wirtschaftlichen Hemmnisse. Bruno Conrad. Nionöbnsr. Dr. Dmil: Oesckickte und Problem des 2eit- 5cbriktenbucbb3ndel8. Dresden 1932: V. 2akn L daensek Naokk. 6-r 8. 2.—. Der Verfasser der 53 Seiten starken Schrift ist als Nachfolger des verstorbenen Dr. Ackva Direktor des Kommissionshauses Deutscher Buch- und Zeitschriftenhändler, Leipzi-g, und stellt sich mit ihr ge wissermaßen der buchhän-dlcrischen Öffentlichkeit im allgemeinen vor. Den Buch- und Zeitschrift-enhandel kennt der Verfasser im übrigen sehr eingehend aus seiner langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführer des Bezirksverbanöes Rheinland-Westfalen im Reichsverband Deut scher Buch- und Zeitschrifte-nhändler. Er weist selbst darauf hin, daß es auf dem knappen Raum der vorliegenden Schrift naturgemäß nur möglich ist, bie großen Linien und Umrisse zu z-eichnen. Einzelheiten müssen einer umfangreicheren späteren Darstellung Vorbehalten bleiben. Gerade in der knappen Skizzierung ist aber große Anschau lichkeit erreicht und gelungen, das Wesentliche klar herauszuarbeiten. Der Verfasser beruft sich darauf, daß einerseits -die vorhandenen Darstellungen des Zeitschriftenhanöels zum .größten Teil soweit zu rückliegen, daß die neueren Entwicklungen nicht berührt sind; anderer seits darauf, daß manche Erscheinungen neuester Zeit dem Zeit schriftenhandel nicht voll gerecht geworden sind, und daß sich daher daraus das Bedürfnis nach einer Darstellung, wie er sie vorlegt, notwendig ergeben habe. In der Tat wird der Buch- u-nb Zeitschriften handel seinem Anwalt, als der sich der Verfasser mit Geschick erweist, dankbar sein müssen. Die'Bedeutung und die Leistung der Sparte wird klar erkennbar, und auch für den Börsenverein, der seit der letzten Satzungsreform den Reichsverband Deutscher Buch- und Zeit schriftenhändler mit in sich ausgenommen hat, wird die Darstellung von Wert fein. Der kleinen Schrift ist deshalb entsprechende Auf nahme und weitestgehende Verbreitung zu wünschen. Für die buchhändlerische Fachbibliothek. Alle für diese Rubrik bestimmten Einsendungen sind an die Schrift leitung des Börsenblattes, Leipzig C 1, Gerichtsweg 26, Postschließ' fach 274/75 zu richten. Vorhergehende Liste s. 1932, Nr. 107. Bücher, Zeitschriften, Kataloge usw. Die ^nrsige. 8. dg., 8. 5. Reutlingen: Störet,-Verlag, ^us dem Inkalt: 8. Dberkardt: k-eken-dige ^ureigen-Reklame. — t. kübbe: ^rvkiv kür Ruekgevverke und Dekraneksgrapkilr. 69. dg., 8ekt 4. Mt: Matter kür L-uokgestaltung und kuekpklege. 3. dg., 8. 1. ^ns dem Inkalt: Die Rünkrig sekönsten küeker des dakres 1931. 425
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