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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.10.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-10-26
- Erscheinungsdatum
- 26.10.1915
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- Deutsch
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«6-llilaU s. d Lisch». Li,chh-»I>-ch Redaktioneller Teil. /V 249, 26. Oktober 1915. Sollte letzteres der Fall sein, so sind wir gern bereit, die er forderlichen Schritte zu tun, um ein gemeinsames Vorgehen her- beizufiihren. In der Hoffnung, daß es durch das von uns angeregte Vor gehen gelingen wird, die schweren wirtschaftlichen Nachteile, die der Krieg für den Schulbuchhandel mit sich geführt hat, wenig stens zu einem Teile zu überwinden, zeichnen wir mit kollegialer Begrüßung hochachtungsvoll Vereinigung der Schulbuch Verleger, vr. Erich Ehlermann, Heinrich Goedel, Vorsitzender, Schriftführer. Ein Vorschlag zur Reform der Bücherbesprechungen. Von Gg. Schmidt. <Vgl. zuletzt Nr. L48.) Über den Wert von Bücherbesprechungen kann man sehr ge teilter Meinung sein. Oftmals werden sie überschätzt, oft tun sie auch ihre Schuldigkeit, sodaß man sie im allgemeinen nicht gern entbehren wird. Alle Ansichten dürsten jedoch darin über einstimmen, daß die literarischen Besprechungen, wie sie jetzt üb lich sind, große Mängel aufweisen bzw. ihren Zweck nur z. Tl. erfüllen. Die eigentlichen Literaturblätter, die dem Ideal viel leicht am nächsten kommen, sind in zu kleinen Auflagen ver breitet, als daß sie dem großen Publikum, ja selbst nur den wirk lichen Interessenten zu Gesicht kommen. In den führenden poli tischen Blättern, die überhaupt Wert auf eine gewissenhafte, ernste Kritik legen und die dem entsprechend Mittel dafür aulegen, sind literarische Anzeigen in Form von Besprechungen verhältnis mäßig wenig enthalten, und die wenigen erstrecken sich in der Hauptsache auf das schönwissenschaftliche, allenfalls noch auf das politische Gebiet, lassen aber alles andere mehr oder weniger unberücksichtigt. Nun kommen noch die Fachblätter in Frage, die jedoch fast ausnahmslos nur ihr eigenes Feld beackern, und oft auch dieses nur mangelhaft oder vom Parteistandpunkl aus. Unter hundert Kritiken finden sich oft nur wenige, denen man nicht das Zeilenschinden in ihrem Phrasenreichtum anmerkt. Es hängt dies meist mit der Entstehung der Besprechungen zusammen. Steht es doch unbedingt fest, daß ein sehr großer Teil der Rezen sionsexemplare von Leuten eingefordert wird, die entweder über haupt nur durch Bücherbesprechungen und kleine journalistische Beiträge für Zeitschriften ihr Dasein fristen, auch zuweilen für mehrere Blätter gleichzeitig arbeiten und bei diesen mit ihren Geisteserzeugnissen hausieren gehen. Diese Leute sind natürlich auf möglichst hohes Zeilenhonorar angewiesen, das ihnen allen falls nur durch die Redaktion wegen Platzmangels oder aus Spar samkeit etwas beschnitten wird. Andere Rezensionen rühren von Leuten her, die zwar häufig selbst in Amt und Würden sind, aber fast ihren ganzen literarischen Bedarf auf Kosten des Verlags buchhandels decken, alle Bücher, die sie gern besitzen möchten, vom Verleger einfordern, um dann nach dem Genuß des Buches darüber einige Zeilen mit mehr oder weniger Verständnis zu schreiben und sie irgend einer Redaktion, mit der sie in Verbin dung stehen, zuzuschicken. Diese wird dann auch meist die zu weilen sogar honorarfreie Besprechung aufnehmen. Der Ver leger ist sein Buch los und hat einen eventuellen Käufer für sein Buch weniger, dagegen wird der Wert der Besprechung in den meisten Fällen ein sehr fraglicher sein, da sie sich selten über all gemeine Redensarten erhebt, oft nicht viel mehr als den etwas erläuterten Titel gibt, womit weder dem Leser noch dem Autor oder Verleger gedient ist. Ähnlich Verfahren zuweilen die Re daktionen selbst, die für ihren Gebrauch, oder um dem Bedürfnis eines ihrer Mitarbeiter zu genügen, ein Buch zur Besprechung verlangen und es dann kurz mit einigen oberflächlichen Worten abtun, wenn sie sich nicht überhaupt mit Titelabdruck begnügen oder es unbesprochen ihrer Redaktionsbibliothek einverletben. Der Verleger wiederum, der seine Bücher, verlangt oder unver langt, an Redaktionen sendet, erhält in sehr vielen Fällen keine Besprechungen oder diese erst nach Jahren, wo der Nutzen oft illusorisch ist, meist aber nur Titelabdrucke, die, nach Zeilen be rechnet, den Kaufwert des Buches nicht einmal erreichen. 1426 Doch darüber ist schon so viel geschrieben und lamentiert wor- § den, daß es »Bücher nach Leipzig« tragen hieße, wenn man sich noch weiter darüber aufhalten wollte. Tatsache ist jedenfalls, daß die Bücherbesprechungen ein Wunder Punkt in unserem Lite raturleben sind; weder Autoren und Verleger noch Zeitungsredak tionen und Publikum haben Freude daran, wenn wir von einer im Verhältnis zur Gcsamtbücherproduktion immerhin kleinen An zahl befriedigender Besprechungen in großen Blättern absehen. Was sonst noch an wertvollen Rezensionen in Fach- und Ltte- raturblättern erscheint, ist, wie gesagt, nur kleinen, beschränkten Kreisen zugänglich. Wie kann nun diesem Übelstande abgeholfen werden? Heut« werden die schwierigsten Verhältnisse durch eine gute, zweck mäßige Organisation überwunden, und ich möchte mir gestatten, hier einige Anregungen zu geben, wie auch diese so oft bespro chene, jedoch bisher nie befriedigend gelöste Frage mit Hilfe einer zweckmäßigen Einrichtung und Vereinbarung auf eine Weise gelöst werden könnte, die den Hauptzweck der Besprechung erfül len und die verschiedenen Interessenten in der Hauptsache zu friedenstellen dürfte. Es handelt sich natürlich nicht um einen schon vollständig fertigen Plan, sondern, wie gesagt, erst um An regungen, die im einzelnen noch nach allen Seiten beleuchtet und dem Interesse der dabei in Frage kommenden Faktoren angepaßt werden müßten. Ich schlage vor, ein Zentralbureau für Bücherbesprechungen zu schaffen, in dem unabhängige Gelehrte aller Wissenschaften als Rezensenten größtenteils fest und entsprechend honoriert angestellt werden, die, vollständig unbeeinflußt don außen, auch weder durch ein besonderes Zeilen honorar, noch durch den Besitz au dem Buche selbst interessiert, verpflichtet sind, ständig Neuerscheinungen durchzusehen, unpar teiisch zu prüfen und zu besprechen. Und zwar würde es zweck mäßig sein, wenn jedes Buch gleichzeitig von zwei Rezensenten unabhängig von einander besprochen werden könnte, damit ein seitige Urteile über ein Buch vermieden würden, die für oder gegen den Absatz des betreffenden Buches wirken. Bei selten bor kommenden Spezialwerken müßten natürlich außerordentliche sachverständige Mitarbeiter gegen festes Entgelt hinzugezogen werden. Die Veröffentlichung derartiger Rezensionen müßte tunlichst durch all« führenden politischen und Unlerhal- tungsblätter Deutschlands regelmäßig erfolgen, die bisher selbst schon größere Mittel für Bücherbesprechungen aufgewendet haben. Das könnte in verschiedener Weise geschehen. 1. Es werden von der Zentralstelle in gewissen Zeiträumen Matern der nach Wissenschaften zusammengestellten und abge faßten Besprechungen den Redaktionen zur Verfügung gestellt, die sie nach Maßgabe ihres verfügbaren Raumes in ihrem Blatte täglich zum Abdruck bringen. (Über eine für alle Blätter brauch bare Spaltenbreite ließen sich Vereinbarungen treffen, eventuell könnte auch der Text von den einzelnen Blättern nach einer Druckborlage selbst abgesetzt werden.) 2. Es könnten von der Zentralstelle auch direkt literarische Beilagen gedruckt werden, die nach Art der kopflosen Blätter den Zeitungen wöchentlich als ständige Beilagen für billiges Geld geliefert würden, die postgebührenfrei Verbreitung fänden und aus eigenen Mitteln nicht so billig herzustellen wären. Die hohen Kosten für eine derartige Einrichtung müßten von den Buch- und Zeitungsverlegern durch gemeinsame Beiträge aufgebracht werden, di« nach bestimmten Sätzen zu regeln wären, die einerseits nach der Anzahl der zur Besprechung gelangenden Bücher, andererseits nach den Auflagen der Blätter bemessen werden müßten. Durch Beteiligung so vieler Interessenten dürfte sich der Einzelbeitrag kaum höher stellen, als er teilweise jetzt schon von beiden Parteien durch Zeilenhonorare, Reklame usw. aufgewendet wird, jedenfalls aber nicht höher, als die Vorteile zu bewerten sind, die durch das vorgeschlagene Verfahren erreicht würden. Die bedeutenderen Zeitungen und Zeitschriften haben nicht nur eine moralische Verpflichtung, ihre Leser mit den Erschei nungen der Literatur bekanntzumachen, sie haben auch insofern ein geschäftliches Interesse daran, als ihr Blatt dadurch unbe dingt vielseitiger und wertvoller wird, indem es seine Leser voll-
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